Titanfall bei uns im TestTitanfall bei uns im Test
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Titanfall bei uns im Test

Es könnte der Blockbuster des Jahres 2014 werden – Titanfall hat endlich die Xbox One und den PC erreicht und viele Spieler tummeln sich bereits auf den virtuellen Schlachtfeldern. Auch wir wurden nun mit einem Rezensionsexemplar der Xbox One Version ausgestattet und präsentieren euch unseren titanmäßigen Testbericht.

Respawn Entertainment fährt gleich ganz große Maschinen aus. Ihr erstes Spiel überhaupt soll gleich ganz neue Maßstäbe setzen. Und da ehemalige Call of Duty Entwickler mit ihm Boot, oder sagen wir besser Titanen sitzen, sollte das auch kein Problem sein. Titanfall könnte wirklich der Hit des Jahres 2014 werden, auch wenn das Jahr noch ziemlich jung ist. Nun solltet ihr aber wissen, dass ihr zum Spielen unbedingt eine Xbox Live Goldmitgliedschaft haben müsst, da es ein reiner Multiplayer-Titel ist. Es gibt zwar eine Kampagne, die ein wenig an einem Einzelspieler-Modus erinnert, die aber trotzdem nur online gespielt werden kann. Habt ihr also kein Internet (was es doch heutzutage gar nicht mehr gibt, oder) oder keine Gold-Mitgliedschaft ist der Titel völlig uninteressant für euch.

Schon vor der Veröffentlichung durften sich die ersten Spieler (insgesamt waren es zwei Millionen) in einer Titanfall Beta tummeln und ein paar grundlegende Dinge des Spiels ausprobieren. Das haben sich die Entwickler dann auch noch mal zu Herzen genommen und das Spiel in vielen Bereichen nochmals optimiert und verbessert. Beim ersten Starten des Spiels müsst ihr euch erstmal durch das Tutorial kämpfen. Beta-Spieler kennen die Prozedur schon und machen es quasi blind. Ihr lernt die Grundlagen der Steuerung und auch euren Titanen kennen. Schließlich ist der Blechmantel eine der wichtigsten Figuren im Spiel.

Habt ihr das Einführungsprogramm hinter euch gebracht, kann es auch schon losgehen. Spieler werden gesucht und die Kampagne oder das klassische Spiel kann gestartet werden. Zwar gibt es ein paar längere Ladezeiten, dass ist aber bei einem Spiel mit so einem Aufwand kein großer Kritikpunkt. Es gab in unserem Test keinen Spielabbruch, keine Frame-Rate Einbrüche oder sonst irgendwelche Probleme. Eigentlich hatten wir uns auf Server-Abstürze eingestellt, da der Andrang auf die Server ja schon rekordverdächtige Anstürme erzielt hat. Ein großes Lob an Respawn Entertainment, sie haben anscheinend ihre Hausaufgaben gemacht.

Ausgerüstet mit mehreren Waffen und Granaten versteckt ihr euch hinter Felsen und Wände und ballert was das Zeug hält. An keiner Stelle wird das Spiel unfair oder unmenschlich schwer. Die Mischung aus erfahrenen Spielern und Anfängern macht sich gut und es gibt keine Abschüsse im Sekundentakt. Etwas unüblich und überraschend ist, dass auf dem Feld pro Match nur zwölf Spieler mitspielen können (6 gegen 6). Die anderen werden durch KI aufgefüllt, damit trotzdem reges Treiben auf dem Schlachtfeld herrscht. Es ist deshalb verwunderlich, da andere Spiele weitaus mehr Online-Spieler zusammenbringen.

In Titanfall müsst ihr euch nicht unbedingt in einen Titan setzen, sondern könnt das Ganze auch als menschlicher Soldat durchführen. Mit einem Klick auf´s Steuerkreuz pfeift ihr euch aber euren Titanen heran und steigt in die Blechbüchse. Und es macht schon deutlich mehr Spaß, da die Zerstörungskraft natürlich viel höher ist. Wir empfehlen euch das Spiel über eine Dolby Digital Anlage zu spielen, da ihr dort richtig ins Spiel hineingerissen werdet. Laute Explosionen, donnernde Titanen und hektische Funksprüche.

Kommen wir nochmal zur Kampagne zurück. Diese ähnelt einem Singleplayer-Modus, obwohl es gar keiner ist. Die Story ist gut erzählt und bringt jede Menge Action, allerdings ist da so viel Hektik und Gewusel auf dem Bildschirm, dass man davon gar nicht so viel mitbekommt. Ihr bekommt immer einen Statusbericht und werdet nach einer Weile von einem Flugzeug evakuiert. Dafür müsst ihr es aber auch erstmal bis zum Landeplatz schaffen. Da ist man froh die Endsequenz erreicht zu haben und wird auf dem Weg zum Ziel noch von einem gegnerischen Titanen zermalmt. Die Idee mit der Kampagne ist nicht schlecht, wurde aber leider zu lieblos umgesetzt. Da hätte man dann auch gleich drauf verzichten können.

Im klassischen Modus gibt es dann die üblichen Spielmodis, die aber hier andere Namen tragen. Im Grunde genommen sind aber so altbekannte Modis wie Deathmatch oder Herrschaft, die von der ersten Minute Spaß machen und euch schnell ins Spielgeschehen bringen. Auch interessant ist der Modus Last Titan Stand. Hier geht es darum alle feindlichen Piloten und Titanen zu zerstören. Allerdings solltet ihr hier besonders vorsichtig sein. Habt ihr euren Titanen verloren, habt ihr nur noch eine Chance als Pilot. Habt ihr sie vergeigt, ist das Spiel vorbei. Anfänger sollten diesen Modus erstmal meiden, da er doch eher für die erfahrenen Spieler gedacht ist.

Könnt ihr euch nicht für einen Modus entscheiden, solltet ihr den Variety Mode nehmen. Dieser bringt alle fünf Spielmodis zusammen und lässt Gevatter Zufall entscheiden. Die Herausforderungen im Spiel sind übrigens erst ab Stufe 4 spielbar. Das geht aber ziemlich schnell, da ihr in den Gefechten reichlich Erfahrungspunkte sammeln könnt. Mit 15 Multiplayer-Karten bietet Titanfall weitreichende Umgebungen und unterschiedliche Gebiete an.

Mit Stryder, Atlas und Ogre gibt es drei verschiedene Titanen im Spiel, die alle jeweils andere Fähigkeiten haben. Stryder ist schneller dafür aber weniger gepanzert. Atlas und Ogre bieten einen soliden Panzerschutz, bewegen sich aber deutlich schwerfälliger und viel langsamer. Die Titanen können individuell konfiguriert werden und bekommen ihre speziellen Waffen und Extras, die aber erst freigeschaltet werden müssen. Die Loadouts können vor dem Spiel jederzeit mit einen Klick aktiviert werden.

Kommen wir nun zu der grafischen Vielfalt von Titanfall. Die Xbox One Version zeigt schon beim Tutorial, dass Next-Gen verdammt gut aussehen kann, auch wenn sich dabei nur um langgezogene Räume handelt. Titanfall läuft mit einer nativen Auflösung von 792p. Es könnte aber demnächst auch eine 1080p native Auflösung geben. Die Entwickler könnten einen Patch für die Xbox One nachreichen, da sie mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden sind. Wann dieser kommt, ist aber noch nicht klar.

Nun ist Titanfall grafisch schon großes Kino, aber irgendwo auch noch nicht so ganz Next-Gen wie man erwartet hätte. Trotzdem sieht es richtig gut aus, auch wenn ihr an manchen Ecken mit ein paar Grafikfehlern leben müsst. Aber wir wollen hier auch nicht päpstlicher als der Papst sein. Für einen Multiplayer-Titel mit soviel Tempo kann man da auch mal ein Auge zudrücken. Und ganz ehrlich: Durch die Schnelligkeit des Spiels fallen solche Fehler auch kaum auf. Ein tolles Spiel, welches in keiner Sammlung fehlen sollte.

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Unsere Wertung
93%


Fazit
Titanfall ist unserer Meinung ein Pflichtkauf für jeden Multiplayer-Fan. Temporeiche Gefechte, coole Titanen und verdammt viele Möglichkeiten. Hier ballert es an allen Ecken und Enden. Die Xbox One Version zeigt die Möglichkeiten der Next-Generation, auch wenn es hier und da noch optimiert werden kann. Aber vielleicht reichen die Entwickler ja bald auch noch einen Patch nach.