THIEF bei uns im TestTHIEF bei uns im Test
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THIEF bei uns im Test

Es war das Jahr 1998. Mit THIEF – The Dark Project kam der erste von insgesamt drei Teilen einer erfolgreichen Serie auf den Markt. 16 Jahre später geht Meisterdieb Garrett wieder auf Diebestour. Ob der Beutezug gelungen oder ob das Spiel doch eher ein lahmer Aufguss geworden ist, wird euch unser Test zur Xbox One Version sagen.

Meisterdieb Garrett hat wieder einen Auftrag bekommen. Nach 16 jähriger Arbeitslosigkeit kann er wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Der mittlerweile vierte Teil der THIEF Reihe hat aber nun garnichts mit den Vorgängern zu tun und bekommt seine eigene Geschichte. Diese beginnt zu Anfang des Spiels mit einem Treffen unserer Gleichgesinnten Erin. Diese ist allerdings nicht wirklich zart besaitet und erledigt die Wachen gerne auf ihre Art und Weise. Das bringt schon am Anfang die ersten Konsequenzen mit. Garrett ist alles andere als einverstanden mit Erins Verhalten und findet das Morden einfach nur sinnlos. So nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Nun liegt es an euch, ob ihr den eingeschlagenen Weg von Erin mitgeht und die Wachen direkt tötet oder doch eher im Hintergrund agiert. Hier solltet ihr aber genau aufpassen wo ihr hinlauft und wie schnell ihr dabei seid. Eine falsche Bewegung reicht schon aus, um Alarm auszulösen. Die Wachen haben die Intelligenz nicht wirklich erfunden und stellen sich manchmal ziemlich blöd an. Für euch ist das natürlich gut, da sie euch selbst dann nicht entdecken wenn sie direkt vor euch stehen. Ist in unserem Test auf jeden Fall öfters mal vorgekommen. Manchmal scheinen sie euch aber auch schon zu riechen und schauen dann doch mal richtig nach. Ihr solltet euch immer in dunklen Ecken oder Schränken verstecken, da werdet ihr nicht gefunden.

Während unserer Reise gibt es immer kleine Aufgaben zu erfüllen, die allesamt ein wenig linear daherkommen. Eine eigene offene Welt gibt es nicht wirklich. Zwar könnt ihr einzelne Fenster aufhebeln und dort auf Diebestour gehen, aber wirkliche Freiheiten sehen anders aus. Viele Türen lassen sich erst gar nicht öffnen, was sofort dadurch auffällt, dass diese gar keine Klinken besitzen. So wisst ihr wenigstens schon vorher, dass hier nix zu holen ist. Was uns ebenfalls aufgefallen ist: Es scheint keine Bewohner zu geben, wir haben auf jeden Fall keine gesehen.

Habt ihr bestimmte Sammelobjekte gefunden, werden diese in eurem Hauptquartier im Glockenturm ausgestellt. Dort könnt ihr euch sie dann immer wieder anschauen und auch drehen und heranzoomen. Nicht wirklich was Besonderes, aber für Jäger und Sammler bestimmt interessant. Und es ist auch nicht überall was zu finden. Zwar könnt ihr viele Schubladen und Schränke öffnen, in manchen steckt aber nicht mehr als gähnende Leere. Und irgendwann macht es auch keinen Spaß mehr, in ewig gleichen Zimmern herumzuwuseln.

Natürlich hat unser Meisterdieb Garrett auch einen Bogen dabei und kann diesen mit besonderen Pfeilen ausrüsten. Darunter zählen stumpfe Pfeile, Erstickungspfeile oder Wasserpfeile. Mit letzteren könnt ihr die Fackeln löschen, damit ihr in der Dunkelheit nicht erkannt werdet. Beim Kampf mit dem Gegner bringt euch der Bogen aber nicht weiter, da er viel zu lange braucht bis er geschossen hat und dabei auch keine Wirkung erzielt. Da empfehlen wir euch dann doch lieber den guten Knüppel auf die Birne.

Grafisch ist THIEF ganz nett geworden, holt aber noch lange nicht alles aus der Xbox One heraus. Es sind schon gute Ansätze zu erkennen, bei manchen Abschnitten gibt es dann doch noch ein paar ärgerliche Clipping-Fehler. So ist eine Wache plötzlich mit der Tür verschmolzen oder verschwindet halb in der Wand. Die Umgebungen sehen ganz nett aus und auch die Lichteffekte können sich sehen lassen. Die deutsche Sprachausgabe kommt mit bekannten Sprechern daher und kann ebenfalls überzeugen, auch wenn sie an manchen Stellen ein wenig leise ist. Das ist nicht immer der Fall, und nur an bestimmten Stellen bemerkbar.

Neben den Diebes- und Schleichtouren kann Garrett natürlich auch Schlösser knacken oder einzelne kleine Rätsel lösen. Beim Schlösser knacken habt ihr nicht wirklich Probleme, da dort auch kein Zeitdruck besteht. Ihr könnt dort in aller Ruhe mit dem Analogstick die richtige Stelle herausfinden, um dann mit einem Tastendruck den Stift zu setzen. Mit einem kurzen Knack ist die Tür auf und das fröhliche Stehlen kann beginnen. Die kleinen Rätsel im Spiel sind nicht wirklich fordernd und lassen euch nicht ins Schwitzen kommen. Sie lockern das Spielgeschehen ein wenig auf und sorgen somit für Abwechslung.

THIEF bietet durch seine vielen kleinen Nebenmissionen eine Menge Spielspaß, der aber nach einer Weile auch schnell wieder abflacht. Es gibt einfach zu wenig Ertrag für die ganze Sammelei. Zwar könnt ihr eure Waffen und Rüstungen verbessern, aber einen wirklichen Vorteil gibt es davon nicht. Das Spiel bietet ca. 10 bis 14 Stunden Spielzeit und es gibt dabei auch einiges zu entdecken. Wir wollen euch nicht zuviel verraten, aber es lohnt sich schon, dass Spiel einmal durchzuspielen. Besonders am Ende warten einige Überraschungen auf euch und das Spiel nimmt plötzlich richtig an Fahrt auf. Da stellt man sich nur die Frage, warum das nicht von Beginn an der Fall war.

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
Markus

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag


 
Unsere Wertung
75%


Fazit
THIEF kann die Erwartungen nicht erfüllen. Zwar ist die Diebestour mit Garrett besonders am Ende richtig spannend, aber es fehlt trotzdem der letzte echte Kick. Es ist viel zu linear und eine offene Welt sucht ihr vergeblich. Auch die Wachen agieren viel zu spät bzw. gar nicht und sind nicht wirklich gefährlich für euch. Man muss deutlich sagen: Von THIEF haben wir mehr erwartet. Schade