The Banner Saga bei uns im TestThe Banner Saga bei uns im Test
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The Banner Saga bei uns im Test

Hey Ho Wickie, hey Wickie hey…. Die Wikinger entern mit The Banner Saga die PS 4. Doch vergesst alles was ihr vielleicht, basierend auf der Zeichentrickserie bzw. durch die Bully Herbig Filme von ihnen zu wissen glaubt. Das Spiel zeigt Euch wie sie wirklich waren.

Alte Zeiten, rauhe Sitten

Das Spiel ist eine Adaption des gleichnamigen, per Kickstarter finanzierten PC-Ablegers aus dem Jahr 2014. In diesem Taktik Rollenspiel ist es eure Aufgabe, in die Rolle eines Wikingers zu schlüpfen und alles zu tun, was man laut den Überlieferungen damals so tat.

Also Rauben, Morden, Brandschatzen, Handeln und vor allem Überleben. Der Anfang allerdings ist recht harmlos. So führt uns ein stilvolles Zeichentrick-Intro, das entfernt an die alte Zeichentrickverfilmung der Herr der Ringe Geschichte erinnert, in die Story ein. Wir werden versetzt in die Zeit von Odin & Walhalla. Allerdings gibt es keine Götter mehr und das Land wird von einem wackeligen Zweckbündnis, bestehend aus Menschen und Varls (Riesen) regiert.

TBS Screenshot 2 (Aug 2014)

In Gestalt eines Carl-Waisen, namens Urban, erhalten wir Einzug in die Geschichte und gelangen als Steuereintreiber in einen kleinen verträumten Ort namens Strand. Eigentlich ein friedliches, beschauliches Dorf – eigentlich. Denn als wir dort ankommen, ist nichts mehr so wie es war und der Bürgermeister bittet um unsere Hilfe, da sein Leben in Gefahr ist.

Nur ein Narr zieht vorschnell in den Krieg

Eher wir uns versehen befinden wir uns in einem nicht frei spielbaren, gescripteten Tutorial, das uns die Grundlagen des Spielprinzips verdeutlichen soll. Den Sinn und Zweck verstehen wir hier noch nicht ganz und folgen so notgedrungen dem Verlauf der Dinge.

Im Laufe der Zeit hat man aber genug Möglichkeiten durch unzählige Trainingsmissionen und nicht zuletzt auch seine eigenen Fehler sich alles anzueignen, was man benötigt, um in The Banner Saga überleben zu können. Wer hier einfach sinnlos auf den Knöpfen herumdrückt wird ganz sicher schnell den Bildschirmtod erleiden.

Jeder Charakter verfügt über einen Schild- und einen Stärkewert. Dieser ist gleichbedeutend mit eurem Leben. Pro Zug kann nur eines davon benutzt werden. Hier ist also Köpfchen gefragt, denn je weniger Schutz der Gegner hat, desto mehr Schaden könnte eine nachfolgende Attacke anrichten. Und wenn seine Stärkewerte überschaubar sind, müssen wir trotz eines Angriffs eventuell nicht wirklich viel Schaden befürchten. Es ist also sehr wichtig im Spiel zu wissen, wer gerade am Zug ist und ob man sich in Schlagdistanz befindet oder eben nicht.

Schnell erlernt, aber lange nicht gewonnen

The Banner Saga ist ein Strategie-Rollenspiel. Es wird in einem Zeichentrick-Stil präsentiert und ist rundenbasiert. Ihr wählt also mit Hilfe des Gamepads zunächst aus, wo ihr euch positionieren wollt. Eure Zuglänge ist eingeschränkt und wird durch grüne Felder auf dem Bildschirm optisch dargestellt. Wird ein Bereich rot, seid ihr außerhalb eurer Reichweite.

Wenn ihr euren Charakter in Stellung gebracht habt, wählt ihr mit Hilfe der Gamepadtasten bzw. mit R1 und L1 eure Waffen. Diese könnt ihr durch sogenannte Willenspunkte noch verstärken, aber natürlich sind sie wie in solchen Spielen üblich, streng limitiert. Durch Aussetzen der Einheit kann man sie aber wieder Auffüllen. Im Verlauf des Spiels ist dies auch bitter nötig, denn der Weg in eurer Laufbahn als Wikinger ist wirklich steinig und wenn ihr nicht höllisch aufpasst, ist er zu Ende bevor er begonnen hat. Solltet ihr mal das Zeitliche segnen, dürft ihr im nächsten Zug zwar wieder teilnehmen, aber mit deutlich reduzierten Werten.

Der Kampf ist oftmals daher sehr frustrierend, aber auch spannend, denn anders als in anderen Genre-Vertreter spielt hier der Faktor „Glück“ keine Rolle. Bedeutet im Klartext: Mit der Stärke eurer Angriffe verursacht ihr auch euren Schaden. Also nicht wundern, wenn ein Gegner mit Schildwert 18, den ihr mit einer 20er Stärke attackiert, blutig Rache nimmt.

the_banner_saga_ps4_xbox_one

Es ist also einzig und alleine euer Fehler und keine „Böse Macht“ von Außen. Nur wer bereit ist aus seinen Fehlern zu lernen, wird langfristig überleben. So entwickeln sich im Laufe der Kampagne, mit zunehmender Helden & Schurken Kapazität, immer spannende Duelle. Kein Kampf gleicht dem anderen. Routine, wenn überhaupt, findet man lediglich bei den Schlachtfeldern. Sie sind zwar optisch sehr abwechslungsreich gestaltet, vom Aufbau aber immer gleich.

Das ganze läuft flüssig und in einer typischen Rollenspiel-Grafik. Die Umgebung ist daher etwas weniger spektakulär. Schlachtfelder und andere Orte des Geschehens, weisen aber eine vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten auf. Und auch die zahlreichen Charaktere wurden mit viel Liebe zum Detail kreiert.

The-Banner-Saga Level System

Die Story-Elemente werden in Textform (Englisch mit deutschen Untertiteln) dargestellt. Sie sind recht klein, so dass man gerade von weiter weg ein wenig Schwierigkeiten mit dem Lesen hat. Eure Entscheidungen bei dem Beantworten von InGame Fragen ist ausschlaggebend für den Verlauf der Story.

Ausgewählt werden die Antworten mit Hilfe des L-Sticks. Bestätigt wird das Ganze durch Drücken der X-Taste. Stimmungsvolle, sehr passende instrumentale Musik begleitet euch durch das Geschehen. Gespeichert wird ausschließlich automatisch und zwischen den Kämpfen. So ist es also nicht möglich mal eben einen Spielzug zu testen und wenn er schief geht, durch geschicktes Zwischenspeichern neu zu starten.

Eine Frage der Perspektive

Wer nach der Intro-Sequenz glaubt, er wüsste Bescheid, der irrt sich und zwar gewaltig. Denn ähnlich wie die beliebte Serie „Games of Thrones, ist es gerade der häufige Wechsel der Perspektive, der das Spielgeschehen verändert. Im weiteren Spielverlauf übernehmen wir auch noch die Rolle von anderen, sogar weiblichen Charakteren.

TBS Screenshot 8 (Aug 2014)

 

Vor allem aber eine Sache gibt es in diesem Spiel, die einen fasziniert und quasi dazu zwingt immer weiter zu spielen. Hier ist einfach nichts vorhersehbar. Was soll man zum Beispiel tun, wenn der so scheinbar mächtige Verbündete tot und aus unzähligen Wunden blutend auf dem Schlachtfeld liegt? Oder, wenn der Hunger einen übermannt, man aber nichts hat womit man die lebensnotwendige Nahrung bezahlen kann? Der Spieler erfährt niemals, ob sein Handeln nun gut oder schlecht war, er muss es schlichtweg auf sich zukommen lassen und abwarten was passiert.

Ruhm oder Ehre

Ruhm ist nicht nur vergänglich, er ist auch eure „Währung“ in The Banner Saga. Ihr verfügt über sechs Werte, die aber nur innerhalb vorgegebener Grenzen ausbaubar sind. So levelt ihr in altbekannter Art und Weise eure Charaktere. Aber Achtung: Ruhm ist auch gleichbedeutend das Zahlmittel für eure dringend benötigte Nahrung. Also auch hier muss man weise wählen, welche Prioritäten ihr setzt.

Wer auf den Geschmack gekommen ist kann sich das Spiel für 19,95 € im PSN-Store kaufen. Innerhalb meiner Testspielzeit sind mir keine gravierenden Mängel oder Fehler aufgefallen. Man hört jedoch das es stellenweise noch kleinere Probleme geben soll. Wenn sich das wirklich bestätigt, wird das ganze sicherlich zeitnah gepatcht werden. Wer von Euch also Zeit und Geduld hat, sollte mal einen Blick riskieren, aber nicht wundern, wenn die Zeit wie im Flug vergeht.

Axel

37, offen und ehrlich (schonungslos :))

Lebensmotto : „Kämpfe und du kannst verlieren, aber wer aufgibt hat schon verloren“.

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37, offen und ehrlich (schonungslos :)) Lebensmotto : "Kämpfe und du kannst verlieren, aber wer aufgibt hat schon verloren".


 
Unsere Wertung
80%


Fazit
The Banner Saga wird die Meinungen der Gamer spalten, soviel ist sicher. Die einen werden begeistert sein aufgrund der Komplexität, die anderen werden sich wahrscheinlich langweilen wegen des doch sehr linearen Spielverlaufs. Taktiker und Theoretiker werden auf jedenfall voll auf ihre Kosten kommen, denn selten hat ein Spiel Fehler des Spielers so gnadenlos bestraft, wie dieses Wikinger Epos. Ein Spiel mit extrem hohen Frustfaktor, aber selten war die Freude über im Spiel erzielte Fortschritte größer, als bei The Banner Saga. Es ist kein Spiel für mal eben zwischendurch, aber wenn man sich die Mühe macht und Zeit nimmt um es zu verinnerlichen, wird man definitiv überrascht sein über die Intensität des Spiels. The Banner Saga, leicht zu lernen aber fast unmöglich es zu beherrschen.