GTA V bei uns im TestGTA V bei uns im Test
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GTA V bei uns im Test

Willkommen in Los Santos

Mit dem Flugzeug über Bergketten düsen, im Schnellboot unter Brücken donnern, ein paar Tricks auf dem BMX-Rad an der Strandpromenade vorführen oder einfach nur im Sportwagen zu den Beats von Dr. Dre durch Los Santos cruisen. Die Möglichkeiten im neuesten Sprössling der GTA-Reihe sind schier großartig.

GTA V spielt wieder im fiktiven Bundesstaat San Andreas, diesmal aber vor allem in der Innenstadt Los Santos und deren Umland. Die Stadt selber wirkt nun noch lebendiger und abwechslungsreicher als die Städte in den Vorgängern. Die Einwohner stehen nicht einfach herum, sondern gehen ihren eigenen Tätigkeiten nach. Polizeisirenen dröhnen durch Straßenschluchten, während ein Verkehrssünder aus den Straßen gezogen wird, Leute quatschen in ihr Handy oder bleiben zu einer Unterhaltung auf dem Gehweg stehen.

Immer wieder gibt es neue und verrückte Dinge zu entdecken. Die Spielwelt ist so detailverliebt, dass man einfach mal mit dem Auto stehen bleibt und sich minutenlang umschaut. Rockstar schafft es mal wieder eine Umgebung zu erschaffen, die einen von Anfang an in den Bann zieht und von der man sich nur schwer wieder losreißen kann.

Das Umland von Los Santos mit Wüstenregionen, Bergketten, Seen und Nationalparks bietet immer wieder neue Herausforderungen und Details. Traktoren schleichen gemächlich über staubige Pisten, Mountainbiker fahren durchs Unterholz und Wanderer bestaunen auf Aussichtsplattformen die Weitsicht.

Trio mit sechs Fäusten

Als wenn das nicht schon genug wäre, schickt Rockstar Games in GTA V nicht einen, sondern direkt drei Charaktere nach Los Santos. So wird die ohnehin schon riesige Spielwelt noch größer, da jeder Charakter ein anderes Leben führt.

Michael – Eine schrecklich nette Familie

Michael, ein ehemaliger Bankräuber im Zeugenschutzprogramm mit einer liebreizenden Familie. Seine Frau betrügt ihn mit dem Tennislehrer, sein Sohn ist ein kiffender Nichtsnutz und seine Tochter interessiert sich nur fürs Shopping. Eigentlich hat Michael sich zur Ruhe gesetzt und genießt das Nichtstun in vollen Zügen. Tennis, Golf und Radfahren an der Strandpromenade sind nur eine der vielen Freizeitaktivitäten, denen Michael heute seine Zeit statt Banküberfällen widmet. Doch durch ein paar unglückliche Umstände muss er sich nun wieder illegalen Machenschaften widmen.

Franklin – Der Gangster mit Gewissensbissen

Franklin will eigentlich gar kein richtiger Gangster aus der Hood sein. Sein Arbeitgeber ist ein betrügerischen Autohändler dessen Aufträgen mehr Ärger als Geld einbringen. Sein Homie Lamar ist da auch nicht besser. Er überredet seinen Kumpel zu immer wieder halsbrecherischen und idiotischen Eskapaden.

Bis hier hin ähneln die Protagonisten von GTA V denen ihrer Vorgänger. Ganoven, die eigentlich ihre kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen wollen und mehr oder weniger ungewollt immer wieder auf die schiefe Bahn abrutschen. Der typische Anti-Held, mit welchem man im Laufe der Zeit mitleidet und hofft, dass er am Ende sein anvisiertes Ziel erreicht. Doch dann kommt Trevor ins Spiel.

Trevor – Der Wahnsinn trägt einen Namen

Trevor, der drogensüchtige Psychopath aus dem Trailer-Park. Ein alter Partner von Michael bis zu einem Raubüberfall, der gehörig schief lief. Trevor hält sich an keine Konventionen und schon gar nicht an Gesetze. Er macht, was er will. Auch seine Neben- und Zufallsmissionen sind eine Spur härter als bei Michael oder Franklin. So verdient er sich sein Geld als Kopfgeldjäger oder bringt verlorene Seelen in ein Altruistencamp, versteckt in den Bergen.

Mit Druck auf das D-Pad kann während des Spiels zwischen den einzelnen Charakteren hin- und hergeschaltet werden. Doch die Protagonisten stehen nicht einfach wieder spielbereit dort, wo man den Wechsel vollzogen hat, sondern leben ihr Leben weiter. So kann es passieren, dass Michael auf einmal mit einem Rennrad durch seine Nachbarschaft radelt oder Franklin gut gelaunt aus einem Stripclub stolziert.

Und Action!

Die Hauptgeschichte verfolgt eine relative gerade und zeitliche Linie. Erste Missionen werden mit Franklin erledigt, später stößt Michael hinzu und zu guter Letzt komplettiert der verrückte Trevor das Trio Infernale.

Während den Missionen hat der Spieler die Möglichkeit schnell zwischen den einzelnen Charakteren zu wechseln, da jeder von ihnen eine bestimmte Spezialfähigkeit beherrscht. Franklin donnert in Zeitlupe mit seinem Wagen durch den dichten Verkehr von Los Santos, Michael schießt sich mit einer Art Bullet-Time durch Gegnerhorden und Trevor gerät in eine Art Blutrausch, in der er für eine kurze Zeit fast unverwundbar ist.

Neben den Spezialfähigkeiten, die von Anfang verfügbar sind, müssen unsere Anti-Helden Eigenschaften wie Ausdauer, Schießkunst und besseres Autofahren im Verlauf des Spiels verbessern. Wer viel und vor allem unfallfrei sein Gefährt durch die Straßen bewegt, kann schnellere und riskantere Manöver bei Verfolgungsjagden vorführen. Wer eher den Faustkampf präferiert, erhöht so seine Schlagfähigkeit und seine eigene Härte.

Eine weitere Neuerung in GTA V sind die größeren Hauptmissionen, vor deren Antritt erst einmal entschieden werden muss, wie man den Coup ausführen möchte. Smart und leise wie in Ocean‘s Eleven oder hart und laut wie in Heat. Je nachdem wie wir uns entscheiden, besorgen wir uns passende Utensilien oder Fahrzeuge und heuern eine Crew an.

Atemberaubende Grafik- und Soundkulisse

Mit GTA V gehören PS3 und Xbox 360 scheinbar immer noch nicht zum altem Eisen. Es ist beeindruckend was Rockstar hier alles aus den Konsolen herauskitzelt. Dynamischer Wetter-und Tag-Nachtwechsel, eine wunderbare Weitsicht, liebevolle Detailspielerei und eine Stadt, die lebt.

Zum Sound zu GTA V muß man nicht viel sagen. Wieder versüßen uns Radiostationen mit unzähligen Songs das Cruisen durch die Straßenschluchten und das Umland der riesigen Spielwelt. Bei 17 Radiosendern mit über 220 Songs von Old-School Hip-Hop über Hard-Rock bis Country ist für jeden Geschmack etwas dabei.

 

Marc

Marc

Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher
Marc

Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher


 
Unsere Wertung
96%


Fazit
Wieder einmal hat Rockstar es geschafft, ein Spiel zu entwickeln, das einen die nächsten Wochen bis Monate komplett einnimmt. Eine Story wie in einem Hollywood-Blockbuster gepaart mit drei Protagonisten, die alle ihre eigene Geschichte erzählen. Eine riesige, detaillierte Spielwelt, in der man schnell vergisst, welche Aufgabe man eigentlich gerade absolvieren sollte. Allzu oft lässt man sich von den eigentlichen Hauptmissionen ablenken. Noch schnell zum Frisör oder ins Tattoostudio. Eine kleine Aufgabe zwischendurch, welche uns von meistens sehr suspekten Auftraggebern erteilt wird. Das Auto in der Werkstatt tunen oder einfach durch die Gegend ballernd vor den Cops abhauen. Auch nach dem Beenden der Hauptstory wird GTA V noch lange nicht wieder zurück ins Spieleregal gestellt. Es gibt einfach noch viel zu viel zu entdecken in Los Santos.