Star Wars Battlefront bei uns im TestStar Wars Battlefront bei uns im Test
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Star Wars Battlefront bei uns im Test

2015 ist ein perfektes Jahr für alle Star Wars Fans. Bevor im Dezember der lang ersehnte siebte Teil, Das Erwachen der Macht endlich in den Kinos erscheint, schicken uns DICE und EA mit Star Wars Battlefront in epische Gefechte zwischen der Rebellion und dem Imperium.

Ich liebe Dich. – Ich weiß.

Star Wars Battlefront brauchte ungefähr drei Millisekunden, um mich in seinen Bann zu ziehen. Der Moment in dem der Star Wars-Sound durch meine Ohren drang und meine Synapsen ordentlich in Euphorie versetzte war ich hin und weg. Danach war es mir vollkommen egal, wie das Spiel sein wird – ich war im Star Wars-Modus.

Hoth wartet auf uns

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis

Star Wars Battlefront spielt zur Zeit der klassischen Filmtrilogie. In epischen Schlachten zwischen der Rebellion und dem Imperium entführt uns das Spiel an bekannte Schauplätze, wie Hoth, Endor, Tatooine und Sullust.

Das Spiel setzt den Fokus klar auf Multiplayergefechte. Auf eine Solo-Kampagne verzichtet es komplett. Für Einzelspieler gibt es ein paar Trainingsmissionen, in denen wir uns einer Gegnerwelle nach der anderen in den Weg stellen, sowie sogenannte Schlachten und spezielle Heldenschlachten. Diese bestreiten wir entweder alleine oder mit einem Koop-Partner an der Seite. Der Koop-Modus funktioniert sowohl online als auch im Splitscreen, was ein paar nette Scharmützel auf der heimischen Couch mit sich bringt. Jedoch hat man nach ein paar Stunden alles gesehen und landet früher oder später wieder in den großen Onlinegefechten.

Training auf Hoth

In neun unterschiedlichen Modi könnt ihr euch so richtig austoben bis der Blaster glüht. Die Varianten Gefecht, Droidenalarm, Abwurfzone, Fracht oder Vorherrschaft bilden die Reihe der genretypischen Formen wie Team-Deathmatch, Capture the Flag oder die aus Battlefield bekannte Eroberung. Mit Jägerstaffel, Heldenjagd, Helden vs. Schurken und der schon vorher in der Beta spielbaren Variante Kampfläufer-Angriff, bietet DICE vier individuelle Spielmodi, die mehr auf die Star Wars-Thematik gemünzt sind. In Jägerstaffel übernimmt ihr das Steuer eines Tie-Fighters oder X-Wing und erlebt reine Luftkämpfe. Im späteren Verlauf des Spiels könnt ihr sogar den Millennium Falcon oder Boba Fett’s Slave One in den Luftkampf schicken. Der Modus Kampfläufer-Angriff mit insgesamt 40 Spieler auf einer Karte ist das eigentliche Herzstück des Spiels. Laut DICE bietet Battlefront über 40 Maps. Dies hört sich auf dem Papier erstmals nach einer Menge an, in der Praxis sieht dies jedoch ernüchternder aus. Die große Anzahl kommt zustande, da alle Modi an den vier unterschiedlichen Schauplätzen stattfinden können. Unterm Strich bewegen wir uns immer in den selben Umgebungen, nämlich Wüste, Wald, Lava und Eis. Mehr Modi und Schlachtfelder sollen später über weitere DLCs an den Spieler gebracht werden. Der passende Season Pass wird schon im Spiel beworben. Hier beschleicht mich aber das ungute Gefühl, dass Fans kräftig zur Kasse gebeten werden und die Star Wars-Cash-Cow kräftig gemolken wird.

Die Missionsauswahl

Größe ist nicht alles. Die kleinere Truppe wir sind, dafür größer im Geist

Nach der Beta las man in diversen Foren, dass sich viele Spieler über eine nicht ausgeglichene Balance zwischen Rebellen und dem Imperium im Modus Kampfläufer-Angriff beschwerten. Durch den Einsatz von AT-ATs habe das Imperium einen deutlichen Vorteil gegenüber den Rebellentruppen. DICE hat auf die Fans gehört und die Anzahl der gepanzerten Kampfläufer im fertigen Spiel etwas reduziert. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es wirklich daran liegt, dass das Kräfteverhältnis nicht korrekt ausgewogen ist. Klar, ist die Kriegsmaschinerie das Imperiums stärker und angsteinflössender, aber so war es halt auch in den Filmen. In jedem Kampf zwischen Gut und Böse ist das Böse auf den ersten Blick besser ausgerüstet. Doch der Widerstand schafft es immer wieder mit kleinen, aber feinen chirurgischen Eingriffen, die Moral des Gegners zu schwächen. Im Spiel fiel mir sofort auf, dass viele Spieler auf Rebellenseite einfach nicht im Team agieren. Alle rannten sofort nach vorne, um so viele Sturmtruppen wie möglich wegzupusten. Selbst als der Schutz der AT-ATs kurzzeitig deaktiviert war, schoss nur eine Handvoll Rebellen auf das riesige Gefährt. Ich dagegen hatte das Glück einige Matches mit Leuten zu spielen, die eben nicht nur planlos rumballerten. So wurde sich gegenseitig Deckung gegeben und wichtige Missionsaufgaben absolviert, um auf Rebellenseite eine durchaus klare Chance gegen das Imperium zu erhalten. Diese Matches haben auch mir, als nicht wirklichen Online-Spieler, sehr viel Spaß bereitet.

Die riesigen AT-ATs im Einsatz

So klein und schon bei dem Sturmtruppen?

Die Hauptakteure in Star Wars Battlefront sind namenlose Soldaten der Allianz oder Sturmtruppen, mit denen wir über die Schlachtfelder rennen. Um aber das komplette Paket an Star Wars-Feeling zu erhalten, werden beide Seiten von prominenter Hilfe unterstützt. So schnetzeln sich zum Beispiel Luke Skywalker oder Darth Vader laserschwingend durch zahllose Gegner und lassen uns gnadenlos spüren, was so alles mit der Macht drauf haben. Wenn Darth Vader einen mit seinem Machtgriff in die Höhe steigen lässt und dann meterweit von sich stößt, sah der eigene virtuelle Tod noch nie besser aus.

Star Wars Battlefront bietet leider keine wirkliche Spezialisierung einzelner Charaktere oder gar die Zusammenstellung eines individuellen Squads. Man hat zwar die Möglichkeit zwischen elf Blastertypen und einer großen Anzahl an optischen Modifizierungen seines Charakters zu wählen, spezialisierte Klassen wie zum Beispiel Scharfschützen oder Medics gibt es nicht. Einzig die sogenannten Sternenkarten, die über erspielte Credits erworben werden können, bringen etwas Abwechslung ins Spiel. Mit Hilfe dieser Karten hat man die Möglichkeit seinen Charakter mit drei speziellen Fähigkeiten oder Gegenständen zu Anfang eines Matches auszurüsten. Hierzu gehört unter anderem der obligatorische Thermal-Detenator, ein Jet-Pack, eine lenkbare Rakete oder ein Schutzschild.

Man merkt dem Spiel allerdings an, dass es für die breite Masse konzipiert wurde. Es bietet eine hohe Einsteigerfreundlichkeit mit wenig taktischen Möglichkeiten bei der Charakter- oder Ausrüstungswahl.

Modifizierungen vor dem Gefecht

Sie fliegen mit dem Ding? – Sie sind mutiger als ich dachte.

Die Steuerung in Star Wars Battlefront geht leicht von der Hand und sollte für Spieler dieses Genres kein Problem darstellen. Einzig die Steuerung der Raumschiffe ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. In den ersten Flügen eierte ich nur so durch die Gegend und zerschellte an allem, was auch nur im Weg stehen konnte. Leider fühlen sich die meisten Raumschiffe in der Steuerung komplett gleich. Die Gefechte am Boden laufen recht hektisch ab. Nicht immer ist sofort ersichtlich, was die Aufgabe der jeweiligen Mission ist oder wo der eigentliche Kampf stattfindet.

DICE hat ein Spiel zu erschaffen, dass die Essenz und den Geist der Originaltrilogie vollends einfängt. Nicht zuletzt durch die hervorragende Soundkulisse mit originalen Soundeffekten und Filmmusik kommt ab der ersten Sekunde ein ungebrochenes Star Wars-Feeling auf, das echten Fans sofort eine Gänsehaut beschert. Grafisch bietet Battlefront imposante Landschaften mit viel liebevollen Details, die es besonders auf dem Waldmond Endor an jeder Ecke zu bestaunen gibt. Tolle Lichteffekte runden die hervorragende Atmosphäre ab. Star Wars Battlefront basiert auf der Frostbite-3-Engine und läuft auf der PS4 mit einer nativen Auflösung von 900p, die auf 1080p hochskaliert wird, und mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde sehr flüssig.

Doppelsonnenuntergang auf Tatooine

 

Marc

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Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher
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Unsere Wertung
80%


Fazit
Nach einigen Stunden Spielzeit bin ich immer noch hin- und hergerissen. Vom Star Wars-Feeling hat mich Battlefront voll und ganz überzeugt. Ohne Frage hat DICE die Essenz und den Geist der Originaltrilogie vollends eingefangen. Für mich ist es eins der besten und detailliertesten Star Wars-Spiele. Spieltechnisch bin ich leider noch nicht ganz überzeugt. In meinen Augen fehlt es an Spieltiefe und Abwechslung. Ich hatte das Gefühl immer auf den selben Karten zu spielen. Auch die fehlende Spezialisierung der Charaktere mindert ein wenig die Spielfreude. Es wird sich mit er Zeit zeigen, ob Star Wars Battlefront nur ein cleverer Marketingschachzug vor dem Release des nächsten Star Wars-Teils ist, oder seinen Platz in der Reihe großer Online-Shooter findet.