ScreamRide bei uns im Test!ScreamRide bei uns im Test!
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ScreamRide bei uns im Test!

Hoch, runter, links, rechts, kopfüber und das alles in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit. Auf einer Achterbahn bekommt man es mit so allerhand Kräften zu tun, die bei dem Einen Hochgefühl und Kicks, bei dem Anderen eher Würgereiz und Schwindel auslösen. ScreamRide aus dem Hause Frontier versucht das Achterbahnen-Konzept jetzt auf eine neue, aberwitzige Stufe zu führen, mit Euch als Testperson.


Schreien macht Spaß

Frontier hat für dieses Vorhaben zumindest schon mal die nötige Erfahrung. Hinter dem Namen verbergen sich die Entwickler der Rollercoaster Tycoon Reihe und somit kennen sich die Herrschaften sehr wohl mit der Materie aus.

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Das Spiel beginnt mit einer Intro-Sequenz, welche den Spieler in die Welt und das Konzept einweiht. Zu sehen ist grundlegend Wasser und eine Insel in der Ferne. Eine Roboter Stimme, die vom Witz her gerne an Portals GlaDos herankommen würde erklärt die Situation. Ihr schlüpft in die Rolle eines Wissenschaftlers, der die Welt der Vergnügung zu einer völlig neuen Dimension führen soll. Zu diesem Zweck stopft ihr Testpersonen in Achterbahnen, die das Konzept „höher, schneller, weiter“ richtig verstehen. Ihr schießt eure Probanden durch Kurse bis die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit deutlich überschritten sind. 
Die Story ist also schnell erklärt. Aber braucht ein Spiel wie ScreamRide eine Story? – Naja, es ist ganz nett, muss allerdings nicht sein und dient merklich nur als Verpackung und Abrundung.

Green means GO

Sobald ihr alles erklärt bekommen habt, landet ihr auf der Weltkarte. Hier könnt ihr zwischen drei Spielmodi innerhalb von insgesamt sechs Welten wählen. Die Spielmodi teilen sich auf in eine Art Rennmodus, einen Zerstörungsmodus und in einen Kreativmodus. 
Im ersten jagt ihr mit einem Raketenwagen über die Pisten und sammelt Punkte durch waghalsige Fahrmanöver. Nummer zwei lässt die destruktive Seite in euch raus und bietet eine Orgie der Zerstörung. Der letzte Modus lässt euch alles wieder aufbauen und eigene Achterbahnen erstellen.

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Zuerst anwählbar ist der Rennmodus. Hier wird euch zunächst erläutert, wie ihr den Wagen steuert, ohne dass euch direkt in der ersten Kurve die Bahn um die Ohren fliegt. Turbo, auf zwei Rädern fahren, Punkte sammeln – alles wird vor dem ersten Start gezeigt.
 Dann beginnt die wilde Fahrt. Der Wagen ist startbereit und die vier Fahrgäste freuen sich sichtlich über das kommende Spektakel. Eine Ampel zählt runter und schaltet auf Grün. Habt ihr das richtige Timing gibt es einen Schnellstart und einen Punktebonus. Wie bei den realen Vorbildern geht nun alles ganz schnell. Ihr fegt nur so über die Schienen und da hört die Verbindung zur Realität auch schon auf.
 Blaue Schienen lassen euch Turbo aufsammeln. In Kurven balanciert ihr für Punkte auf zwei Rädern und der Boost hilft euch bei Bergfahrten. Durch Level-Ziele, Highscores und Rundenzeiten kommt auch ein Stück weit Langzeitmotivation auf.
Abrissparty & Wiederaufbau

Sollte dem Rennmodus die Luft ausgehen, oder ihr schafft einfach nicht diese eine Kurve und seid nicht mehr weit weg von einem zerschmetterten Gamepad, dann stürzt ihr euch in den Zerstörungsmodus von ScreamRide und lasst die Sau raus.
In den ersten zwei Runden fragt man sich ernsthaft, warum man in so einem Spiel, so einen Modus verbaut. Nach weiteren zwei Runden denkt man, warum eigentlich nicht? Die Physik Engine ist nicht die schlechteste und überhaupt ist „Sachen-sprengen-und-kaputt-machen“ eine gute Art, Spaß und Freude unter Spieler zu bringen.

Punkteabzug gibt es allerdings für hin und wieder auftretende Framerate- Einbrüche, wenn auf dem Bildschirm zu viele Gebäude zeitgleich ineinander krachen. Selbst die getestete Xbox One Version konnte da nicht standhalten. Auch das eher einheitliche Design schmälert den Genuss der puren Vernichtung nicht all zu knapp.

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Dennoch ist der Zerstörungsmodus eine nette Variante, der für die ein oder andere Runde Spielspaß sorgt.
Das genaue Gegenteil von Zerstörung erwartet den Spieler im Kreativmodus. Hier kann man schon am Namen ableiten, dass man etwas zusammenbaut oder erstellt und genau so ist es. Innerhalb der Karriere gibt es dafür Aufträge, wie: „Baue die Achterbahn fertig“ oder „verwende nur X Bauteile“. Richtig entfalten können sich die Spieler dann im Sandbox Modus. Hier darf gebaut, gefahren und zerstört werden wie es einem gefällt, ohne Einschränkung oder Ziel.

Auf und ab der Technik

Nachdem man seine ersten Runden dreht, tritt erst einmal Ernüchterung ein. Alles was die Entwickler richtig oder falsch machen wird an einer anderen Stelle wieder ausgeglichen. Zum Beispiel sehen die Wassereffekte beim reinen Blick auf die Oberfläche wirklich nicht schlecht aus. Die eher matschigen Figuren und Szenerien passen jedoch in eine andere Konsolen-Generation. Allgemein hat man den Eindruck, dass zugunsten der Engine und der Geschwindigkeit beim fahren selbst Abstriche in der Grafik gemacht wurden.
 Und dabei läuft es dann auch nicht immer so flüssig wie man es gern hätte.

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Der Sound ist ok, allerdings nervt das monotone Technogedudel im Menü nach einer Weile und auch einige Aussetzer im Ton konnten wir beim Test ausmachen. Die ständigen „Perfekt“, „Gut“, „Punktebonus“, rufe der freundlichen Roboterdame aus dem Off sind zwar auf gewisse Weise motivierend, jedoch auch zu häufig eingesetzt.

 

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
Markus

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag


 
Unsere Wertung
71%


Fazit
ScreamRide wollte mal ein Arcade Titel werden, dann ein Vollpreis Titel. Jetzt hängt es genau dazwischen. Als Arcade Titel hätte es in meinen Augen volles Potential entwickelt. Die Spielmodi sind für die Machart des Titels ganz gut ausgewählt und auch wenn der Zerstörungsmodus nicht wirklich hinein passt, so ist er doch ein paar Runden wert. Auch die Jagd auf Highscores und Bestzeiten motivieren, sowie stetig neue Strecken per User-Sharing. Doch da bleibt noch die Technik und das Gesamtbild. Es sieht aus wie ein Titel der seine beste Zeit bereits hatte und spielt sich auch in etwa so. Auch die Framerate sollte man bei zu viel Action auf der Mattscheibe heut zu Tage deutlich stabiler darstellen können. Dennoch ist ScreamRide kein schlechtes Spiel. Es ist ein solider Geschicklichkeitstest, der zusammen mit einer Physik-Tech-Demo und einer Aufbausimulation in einen Topf geschmissen wurde. Es hat nur leider den Anschein, dass die Entwickler die Würze vergessen und zu viel gerührt haben. Jeder muss für sich entscheiden ob er die knapp 40€ nicht lieber in einen echten Freizeitpark steckt, aber für einen kurzweiligen Spaß zwischendurch ist ScreamRide völlig in Ordnung.