Sacred 3 bei uns im TestSacred 3 bei uns im Test
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Sacred 3 bei uns im Test

Der Name Sacred steht für ein episches Action-RPG mit viel Story, einer großen Welt, jeder Menge Loot und deutschen Tugenden. Sacred 3 stellt einen kompletten Umbruch der Marke dar, ob das funktionieren kann und ob Sacred 3 auch so Spaß macht werden wir in diesem Test klären.

Die vier unterschiedlichen Charaktere

Bevor das Abenteuer jedoch startet folgt wie üblich die Charakterwahl. Selbst könnt ihr keinen Charakter erstellen, ihr müsst einen aus vier vorgefertigten Helden wählen. Da hätten wir: Claire, ihres Zeichens ist sie eine Nahkämpferin und lässt sich am ehesten mit einem Paladin vergleichen. Sie arbeitet mit Auren, Blitz- und Heilschaden. Als zweites weibliches Mitglied im Heldentrupp gibt es da Alithea. Sie ist eine Fernkämpferin und benutzt Zweihandwaffen wie Sperre, welche sie aus der zweiten Reihe abfeuert. Außerdem beherrscht sie Giftzauber und stellt den Unterstützer dar.

Jetzt folgen die männlichen Pendanten: Vajra ist der männliche Fernkämpfer, er verwendet Bögen um sich der Feinde zu entledigen. Er kann die Gegner verlangsamen und teilt Flächenschaden aus. Den Abschluss bildet Marak, dieser Charakter stellt den Tank dar. Er benutzt mächtige Zweihandwaffen und teilt ordentlich Schaden aus und kann viel Schaden einstecken. Marak bezieht seine Kraft aus der Sonne.

Der erste Kulturschock

Sacred 3 versucht mit Humor zu punkten. Das gelingt teilweise, öfters habe ich gelacht aber mit der Zeit werden die recht flachen Sprüche unglaublich nervig. Vor allem die erste Gottheit die euch zur Seite gestellt wird ist einfach nur übel, da wollte ich Sacred 3 schon deinstallieren. Aber haltet durch, die anderen Gottheiten sind besser. Warum man den nervigsten von ihnen am Anfang als Zwangsbegleiter haben muss weiß ich auch nicht, schlechte Designentscheidung. Ihr müsst euch das so ähnlich vorstellen wie einen Sprecher aus dem Off der eure Szenen kommentiert. Je nach gewählter Gottheit erhaltet ihr andere Boni, diese reichen von Schadens- bis zu Heilungsboni.

Die Story ist wie bei vielen Genrevertretern üblich nicht erwähnenswert. Kurz zusammengefasst: Es geht um das Herz von Ancaria. Ein Schurke namens Zane will es für sich verwenden und das Reich vernichten und so zu einem Gott aufsteigen. Klar wie Kloßbrühe das ihr das verhindern sollt.

Ist das noch Sacred?

Euer Abenteuer startet auf einer Übersichtskarte, von dort sind Haupt- und Nebenquest wählbar. Keine offene und freie Spielwelt, alles ist streng linear aufgebaut, ihr wählt eine Quest aus und das Level startet. Ein Level besteht aus ein paar Abschnitten und erst wenn ihr diesen von Monstern gesäubert habt, öffnet sich der nächste Abschnitt. Im Prinzip ist jedes Level ein Arenakampf. Das geht drei bis vier mal vor sich und dann kommt es zu einem Bosskampf, das Level ist beendet und die Quest erledigt. Die Hauptquests treiben die Story voran und die Nebenquests dienen als Gold und EP-Boost. Von den Nebenquests gibt es lediglich zwei Arten. Entweder müsst ihr fünf Gegnerwellen überstehen oder ein Level komplett von Gegner säubern. Sacred 3 spielt sich actionorientiert, sehr schnell, sowie flüssig und bezahlt das mit einem recht simplen Kampfsystem. Es erinnert mich an Dungeon Siege 3, nur noch ein bisschen direkter.

Jeder Held besitzt eine Standardattacke um Schaden auszuteilen. Euer Sekundärangriff ist einzig allein dazu da, um Schilde zu brechen. Das heißt wenn ein Gegner ein Schild in der Hand trägt, solltet ihr das zuerst zerstören damit die Schadenswerte die ihr anrichtet nach oben klettern. Außerdem besitzt ihr ein Schnellzugriffsinventar, welches leider aber nur ein paar Sachen beherbergt. Darunter Heiltränke, Heil- und Schutzauren sowie eine Megabombe und ein magischer Wächter, der spawnt kurz neben euch und teilt Schaden aus. Dazu können noch zwei Fähigkeiten ausgerüstet werden und passenderweise gibt es auch keinen Loot. Sacred 3 bricht die ganze Suchtspirale auf ein Minimum herunter.

Kooperatives Lootsammeln?

Überhaupt das Lootsystem, es ist einfach nicht vorhanden und das fehlt doch an jeder Ecke. Ihr sammelt in den einzelnen Levels nur Gold, mit diesem Gold könnt ihr dann euren Charakter ausbauen. Ihr schaltet neue Waffen frei, verbessert eure Rüstung und baut eure Fähigkeiten aus. Das ist zwar nett, aber dem System fehlt der Tiefgang.

Der Koop-Modus hingegen ist sehr gelungen. Ihr könnt maximal zu viert losziehen um die Schergen zurück gen Hölle zu schicken. Die vier Charaktere ergänzen sich gut, ich empfehle euch zumindest auf dem Schwierigkeitsgrad normal zu starten sonst werdet ihr komplett unterfordert sein. Erst dann ist es nötig eure Gruppe aufeinander abzustimmen und wirklich zusammen zu spielen. Im Koop Modus erhaltet ihr außerdem wertvolle Boni. Zumindest wenn ihr am meisten Punkte in einem Level geschafft habt, dann erhaltet ihr 10% Bonus auf EP und Gold.

Nerv mich nicht

Sacred 3 läuft erfreulich flüssig und ist nicht ein einziges mal abgestürzt. Was hingegen nervt, Sacred 3 will sich einfach nicht die eingestellte Auslösung merken. Bei jedem zweiten Start, startet Sacred 3 entweder im Fenstermodus oder mit einer niedrigeren Auflösung. Sacred 3 wurde ja etwas billiger veröffentlicht als andere Neuerscheinungen, da stößt es mir doppelt sauer auf das auf der Übersichtskarte zwei versperrte Punkte eingezeichnet sind. Die Neugier ist natürlich nicht zu bändigen und ich klicke auf das Symbol und was öffnet sich? Der Shop, es handelt sich hierbei um zwei DLC`s und das ab Verkaufsstart. Auch ein drittes ist bereits im Shop zu finden, alle zusammen kosten 8€. Da frage ich mich doch unweigerlich wäre es nicht vernünftig gewesen das Spiel komplett zu veröffentlichen und sich die 10€ Ersparnis zu schenken?

 

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Unsere Wertung
73%


Fazit
Wer Sacred 1 und 2 gezockt hat, der wird einen regelrechten Kulturschock erleben, in den ersten Spielstunden. Sacred 3 spielt sich nicht mal ansatzweise wie seine legendären Vorgänger. Warum man das Spiel unbedingt Sacred 3 nennen musste kann ich nicht verstehen, ich tippe hier auf eine reine Marketingentscheidung. Wäre es nicht besser gewesen, es als ein Spin-Off mit anderem Namen zu veröffentlichen zum Beispiel Sacred: Koop Generation oder ähnliches? Die Abgrenzung wäre deutlich gewesen, so kann ich Spieler verstehen die dieses Sacred 3 verteufeln. Wenn ich einen gemeinen Moment hätte, könnte ich sagen es wurde konsolentauglich programmiert. Wenn man sich aber auf Sacred 3 einlässt, erhält man ein tolles Koop-Action-Spektakel das seine Stärken hat und trotz allem sehr viel Spaß macht.