Rocket League bei uns im TestRocket League bei uns im Test
0100

Rocket League bei uns im Test

Kleines Spiel, großer Spaß. Mit eher geringem Umfang setzt Rocket League von der Mittellinie zum Torschuss an und landet auch auf der Xbox One einen echten Volltreffer. Mit physikbasierter Fußball-Action und rasanten Fahrzeugen geht der Arcarde-Titel erneut in wohlverdiente Führung.

Rocket League Thumb

Fußball ist jetzt nicht so unbedingt meine Welt. Im Stadion oder vorm heimischen Fernseher schaue ich gerne mal begeistert zu, Spiele wie FIFA konnten mich aber noch nie länger als ein paar Minuten bei Laune halten. Umso skeptischer war ich da natürlich, als mir alle begeistert von Rocket League erzählten. Ein Preis von knapp 20 Euro für ein Arcade-Spiel mit Bällen und Autos? Wo habe ich bloß meine rote Karte hingelegt? Aber keine Sorge, Rocket League hat mit Fußball ungefähr genauso viel zu tun, wie Messie mit Handball. Im Grunde also gar nichts und wenn…dann passiert es eher beiläufig.

Rocket League bezeichnet sich selbst als futuristisches Sport-Action-Spiel und trifft es damit ziemlich genau auf den Punkt. Wir steuern ein kleines, recht agiles Auto über eine abgegrenzte Fläche, die der eines Fußballfeldes schon sehr nahe kommt und versuchen mit weiteren Team-Mitgliedern den Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Der Unterschied zum richtigen Ballsport, liegt allerdings nicht nur in den Stockcar-ähnlichen Fahrzeugen. Unter anderem haben wir es mit einer völlig veränderten, einem funktionierenden Spielfluss aber sehr dienlichen, Physik zu tun, die das begehrte Runde eher wie einen Medizinball wirken und somit träge durch die Arena fliegen lässt.

Rocket League (1)

Das geschieht natürlich nicht wie von Geisterhand, sondern erfordert unseren ganzen Einsatz. Mit dem Vehikel düsen wir durch die Arena, setzen einen begrenzten, aber eneuerbaren Boost ein und führen sogar Doppelsprünge, Seitwärtsrollen und Salti in alle erdenklichen Himmelsrichtungen aus, um an die umherirrende Kugel zu gelangen. Ohne Konkurrenz sind wir aber nicht, denn je nach Spielmodus treten wir als Team gegen bis zu vier Widersacher an.

Nun wird es schnell mal hektisch. Wenn auf den thematisch unterschiedlichen Spielfeldern bis zu Acht Kontrahenten dem herumhüpfenden Ball hinterherjagen, dabei die Glaswände der verschlossenen Arena befahren und boosten was das Zeug hält, ist Taktik nicht unbedingt der erste Begriff, der einem bei diesem Anblick einfällt. Aber schlussendlich doch der Erfolgversprechendste. Auch wenn alles etwas unkoordiniert wirkt, ein zeitlich gut abgepasster Schuss zum Mitspieler oder das bereitwillige Umsetzen einer vorgelegten Flanke ist meist der Schlüssel zu vielen Torpunkten, ergo zum Sieg. Damit wir den wilden Ball nicht ständig aus den Augen verlieren, können wir jederzeit die optionale Ballkamera hinzuschalten, die unser Blickfeld auf das runde Objekt zentriert und ihm permanent folgt.

Gegnerische Boliden stellen sich nicht nur aufopfernd ins Tor, um unseren Zielschuss abzuwehren, sie rasen genauso gerne mit voller Geschwindigkeit auf uns zu, was eine zerstörerische Explosion zur Folge hat. Keine Bange, wir steigen sofort wieder ins Geschehen ein, aber die kurze Abwesenheit ist schon ärgerlich, da wir dadurch einige Chancen verpasst haben könnten und zudem unsere Verteidigungslinie vernachlässigen mussten.

Rocket League (3)

Ecken, Abseits oder sonstige Formalitäten aus dem Fußball gibt es übrigens nicht und auch die Kanten der hermetisch abgeriegelten Arenen wurden abgerundet, damit der Ball und auch die Autos immer in Bewegung bleiben.

Um zu Beginn mit all diesen Manövern und Elementen nicht komplett überfordert zu sein, schickt uns Rocket League in ein ausführliches Tutorial, in dem wir alle wichtigen Spielmechaniken und die korrekte Steuerung unseres Boliden stressfrei erlernen. Das Training ist zwar keine Pflicht, aber äußerst ratsam. Der kleine Titel präsentiert sich in ziemlich eigensinniger Physik, an die man sich erstmal gewöhnen muss.

Und wir wollen doch niemandem die Chance auf den Sieg nehmen. Rocket League ist vorrangig ein Multiplayer-Spiel, das zwar auch ausschließlich gegen Bots in einer motivierenden Liga gespielt werden kann, gegen Freunde, aber auch fremde Mitspieler erst so richtig aufdreht. Coole Sache: Wir müssen uns gar nicht entscheiden, ob wir offline im Splitscreen-Modus oder online zocken wollen. Das Spiel lässt beide Varianten gekonnt miteinander verschmelzen. So kann gemeinsam mit Freunden auf der Couch gegen Ballkünstler auf der ganzen Welt gezockt werden.

Rocket League (4)

Aber Achtung. Der Titel vermag es, euch mit einem fast schon ungesunden Ehrgeiz ans Gamepad zu fesseln, der die ein oder andere Freundschaft negativ beeinträchtigen könnte, sofern sich der Kumpel denn auf der gegnerischen Seite des Spielfelds befindet. Ohnehin macht Rocket League schon nach kurzer Zeit extrem süchtig, was nicht zuletzt daran liegt, dass jedes Match nur 5 Minuten dauert und der Weg ins nächste Spiel auch nicht durch lange Ladezeiten blockiert wird.

Wer nach zusätzlicher Motivation sucht, findet sie sicher beim Belohnungs-System, das uns nach bestrittenen Partien mit Erfahrungspunkten belohnt und im Rang aufsteigen lässt. Hin und wieder erhalten wir dadurch neue Teile für die unterschiedlichen Karosserien und passen diese ganz nach unserem Geschmack an. Allerdings sind jegliche Veränderungen nur optischer Natur. Schneller oder gar wendiger werden die Boliden dadurch nicht.

Die graphische Präsentation von Rocket League ist eher zweckmäßig. Zwar schaut alles recht stimmig aus und vor allem in den größeren Austragungsorten kommt durch Fan-Gesänge echtes Stadionfeeling auf, trotzdem ist der Fahrspaß jetzt keine Augenweide. Das geht aber durchaus in Ordnung und wird spätestens vom passenden Soundtrack wieder glatt gebügelt. Außerdem läuft das Geschehen zu jeder Zeit flüssig, selbst bei größeren Online-Partien und in sehr hektischen Momenten bleibt die Bildrate stabil.

Mit seinem Release auf der Xbox One kommt der Titel aus dem Hause Psyonix übrigens in einer Art Game-of-the-Year-Edition, inklusive exklusiven Boliden in Gears of War und Halo-Optik. Da Rocket League schon seit einiger Zeit für den PC und die Playstation 4 zu haben ist und dort bereits einige DLCs veröffentlicht wurden, reicht der Entwickler diese nicht einfach nach, er packt sie als kostenlose Zugabe in das Hauptspiel. Das ist doch sehr löblich und lässt Spieler auf der Microsoft-Konsole nichts vermissen. Lediglich das Back to the Future Car-Pack müsst ihr zusätzlich erwerben.


Der Test, sowie alle Screenshots basieren auf unserer Testversion von Rocket League auf der Xbox One.

Dennis

Dennis

Games-Magger Dennis findet gerne mal die Nadel im Heuhaufen und legt sie dann auf die Goldwaage. Wahre Liebe darf auch kritisieren.
Heimisch auf Xbox One und Nintendo 3DS.
Dennis

Games-Magger Dennis findet gerne mal die Nadel im Heuhaufen und legt sie dann auf die Goldwaage. Wahre Liebe darf auch kritisieren. Heimisch auf Xbox One und Nintendo 3DS.


 
Unsere Wertung
88%


Fazit
Wow, was ein Spaß. Rocket League konnte mich von der ersten Sekunde an begeistern und ist seine 20 Euro definitiv wert. Das zugängliche, aber fordernde Spielprinzip macht extrem süchtig. Auf die gewöhnungsbedürftige Physik hat man sich nach kurzer Zeit eingestellt und man schießt mit vollem Boost die ersten Euphorie-begleiteten Tore. Viel Abwechslung bietet der Titel in der Tat nicht, hält dafür aber mit Freunden verdammt lange bei Laune. Ob für eine kleine Runde zwischendurch oder die längere Session. Rocket League ist einfach zu erlernen, aber nur schwer zu meistern.