Mario Party Star Rush bei uns im Test

Skandal im Pilz-Königreich! Glücksspiel hat sich als äußerst spaßige Freizeitaktivität herausgestellt und befindet sich wieder auf dem Vormarsch. Warum gleichzeitig das neue nacheinander ist: Unser Test zu Mario Party Star Rush auf dem Nintendo 3DS.

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Alle Vier zusammen

Nach etlichen Jahren des Recyclings, sind viele der Mario Party-Reihe ein wenig Müde geworden. Kein Wunder, denn irgendwie wiederholte sich stets alles. Nun, das Grundprinzip der Serie auf den Kopf zu stellen, dürfte sich immerhin als äußerst schwierig gestalten. Ein paar kleine Änderungen wären da doch weitaus angebrachter. Zum Beispiel beim Würfeln.

Während wir in den Vorgängern immer genervt warten mussten, bis unsere Gegenspieler damit fertig waren, dürfen wir in Mario Party Star Rush für den Nintendo 3DS endlich gleichzeitig würfeln, was der etwas angestaubten Serie erstaunlich gut tut.

Du, ich und Toad

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Kernstück und gleichzeitig umfangreichster Modus von Mario Party Star Rush ist eindeutig die Toad-Tour. Hier gehen wir ausnahmsweise nicht als Mario oder Luigi an den Start, sondern müssen mit einem der bunten Toads vorliebnehmen. Warum gerade die kleinen Pilzköpfe als Alter-Ego für die Sternenhatz herhalten mussten, bleibt zwar fraglich, ist aber nicht weiter schlimm. Zumal wir die weitaus beliebteren Protagonisten immer noch auf dem Spielfeld vorfinden. Mario und der restliche Nintendo-Kader fungieren hier nämlich als Begleiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Einmal aufgesammelt, schließen sie sich unserem Team an und bringen wertvolle Fähigkeiten mit, die uns mehr Münzen oder eine höhere Zahl auf dem Würfel bescheren. Auch in den zahlreichen Bosskämpfen erweist sich ein volles Team aus bis zu drei Mitstreitern als äußerst hilfreich.

Objekt der Begierde sind natürlich wieder die Sterne. Die gibt es allerdings nicht im Austausch gegen Münzen. Während der Toad-Tour müssen wir Bosse bezwingen, um eine Chance auf den funkelnden Schatz zu erhalten. Selbstverständlich immer im Wettstreit mit unseren Gegenspielern. Wer am Ende, also nach mehreren Runden, das größte Sternen-Konto verzeichnen kann, gewinnt. Doch keine Panik, Schlusslichter mit wenig Glück erhalten immer einen kleinen Bonus, der ihnen noch den entscheidenden Vorteil bringen kann.

Sofern sie denn damit umzugehen wissen, denn durch allerlei Items, die Team-Komponente und das asymmetrische Spielfeld, kommt tatsächlich so etwas wie Taktik auf. Vorhersehbar ist das Brettspiel im Mario-Universum nie. Ständig dürfen wir uns auf neue Situationen einstellen, müssen um Items oder Teammitglieder kämpfen und ganz nebenbei noch versuchen, als Erster auf dem aktuellen Bossfeld zu landen. All das bringt erstaunlich viel Wiederspielwert und Spaß mit sich.

Leider stehen die Bosskämpfe in einem starken Kontrast zu dem sonst sehr abwechslungsreichen Gameplay, denn von den Obermotzen haben es leider nur 12 ins Spiel geschafft. Klingt jetzt erstmal viel, die Auseinandersetzungen wiederholen sich jedoch schnell. Dafür fällt die Begegnung mit ihnen recht spannend aus. König Buu Huu will buchstäblich geblitzt werden, indem wir erst eine Kamera am Startpunkt aufheben, die wir dann über sich drehende Scheiben navigieren, damit wir ihm den Blitz direkt ins Gesicht halten können. Der riesige Mutan-Tyranha möchte dagegen ein paar Schildkrötenpanzer verpasst bekommen und für eine Auseinandersetzung gegen Bowser Jr. sollten wir die Stampfattacke wirklich beherrschen.

Die insgesamt 50 Minispiele bilden da natürlich keine Ausnahme. Kurzweilig und eher simpel gehalten, versuchen wir im Walzen-Wirrwarr stacheligen Rollen auszuweichen oder bringen unser Gedächtnis in Wer war’s noch mal? ordentlich auf Vordermann. Ähnlich wie im farbenfrohen Shooter Splatoon, geht es dann bei Kleckerkanonade zu. Um nicht sofort ins kalte Wasser geworfen zu werden, dürfen wir die kleinen Spielchen vorher üben oder einzeln auswählen.

Noch mehr Partyspaß

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Als kleine Abwandlung der Toad-Tour präsentiert sich dann die Ballonjagd. Dabei spielen wir zwar auch Minispiele und bezwingen fiese Bosse, sind aber vorwiegend auf der Jagd nach Ballons und deren wertvollem Inhalt. Angesammeltes Münz-Guthaben darf nämlich immer wieder auf bestimmten Spielfeldern gegen die begehrten Sterne getauscht werden. Zudem begeistert hier ein alternatives, weitaus übersichtlicheres Layout des Spielbretts, eine größere Anzahl an Minispielen und wir schlüpfen endlich wieder in die Pixelhaut von Mario und seinen Kollegen.

Ein weiterer, recht kurzweiliger Modus ist das Münzenrennen. Hier erwartet uns ein Spielfeld in Form eines Rundkurses. Die alternativen Minispiele locken lediglich mit Münzen. Denn pro eingesammeltem Taler, legen wir in Echtzeit ein Feld auf dem Spielbrett zurück und kommen so der Ziellinie immer näher. Außerdem sind wir dabei stets auf uns allein gestellt, mögliche Partner helfen diesmal nicht. Dafür erhalten wir immer wieder Items, die zum Beispiel das Sichtfeld der Kontrahenten blockieren. Gleiches Schicksal kann natürlich auch uns ereilen und zu allem Übel gesellen sich dann noch die Durchhalterunden dazu, in denen Oberfiesling Bowser auftaucht und zu einer Art Last-Man-Standing einlädt. Verlierer müssen einige Felder zurückwandern. Abgesehen von den herkömmlichen Spielvarianten, die eher auf Glück basieren, zählt hier ausschließlich unser eigenes Können, was gerade für Solospieler interessant sein dürfte.

Bei Vor und Zurück wählen wir ein Team aus drei Spielern. Hier gilt es, mit allen Charakteren die andere Seite des Spielfelds zu erreichen, bevor das unserem Gegner gelingt. Da das Spielbrett mit allerlei Feldern gespickt ist, die uns jederzeit vor- oder eben zurückwerfen können und wir zudem frei entscheiden, mit welchem Charakter wir ziehen wollen, sind unsere grauen Zellen hier besonders gefragt. Ein wirklich spaßiger Modus, der gegenüber den obligatorischen Varianten in Mario Party Star Rush für ein wenig Abwechslung sorgt, aber auch unter dem Glücksprinzip leidet.

Ein kleiner Bonus

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Musikalischen Naturen sei die Musikbühne ans Herz gelegt. In diesem Modus spielen wir bekannte Stücke, wie das Overworld Theme aus Super Mario World, in bester Rhythmusspiel-Manier auf verschiedenen Instrumenten nach. Macht vor allem in der Gruppe jede Menge Spaß, dient aber nur als nette Dreingabe. Viel Zeit verbringen wir hier nicht.

Ein weiteres, eigenständiges Minispiel finden wir mit dem Kletterturm. Hiermit erhalten Einzelspieler eine leicht abgeänderte Minesweeper-Variante, die aber auch nur für kurze Zeit bei Laune hält.

Zusätzliche Informationen über die eigentlich schon sehr bekannten Nintendo-Stars, holen wir uns nebenbei in der Charaktergalerie, wo wir sogar kompatible amiibo-Figuren stempeln und dafür ein paar zusätzliche Erfahrungspunkte für den Party-Level einheimsen können, um schneller an neue Modi und Charaktere zu kommen.

Mehr Spieler?

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Mario Party Star Rush ist selbstverständlich ein Multiplayer-Titel. Und auch, wenn wir in allen Modi allein gegen drei Computer-Gegner antreten und dabei sogar den Schwierigkeitsgrad bestimmen dürfen, so richtig interessant wird es doch erst, wenn sich ein paar menschliche Spieler dazugesellen. Damit dafür nicht jeder eine Kopie des Spiels besitzen muss, laden sich gewillte Teilnehmer einfach die Party Guest-Edition aus dem Nintendo eShop herunter. Somit entfällt dann auch das Download-Spiel.

Wirklich kundenfreundlich gelöst von Nintendo. Und trotzdem stelle ich mir weiterhin die Frage nach einem Online-Modus. Warum existieren Spiele wie Federation Force oder Tri Force Heroes, wenn ich in einem Spiel wie Mario Party Star Rush immer noch auf Freunde in meiner unmittelbaren Umgebung angewiesen bin?

Es gibt unwahrscheinlich viele Faktoren, die dazu führen, dass man dann doch alleine mit dem Party-Spaß dasteht, weil der Freundeskreis einfach zu klein ist, nicht die selben Hobbys teilt oder weiter entfernt wohnt.

Kleine Mitspieler

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Dafür erwartet uns dann aber wieder der volle amiibo-Support. In fast jedem Modus dürfen wir das niedliche Merchandise verwenden und zu unserem Vorteil nutzen. So holen wir uns dann zum Beispiel gleich zu Beginn einer Runde den passenden Partner ins Spiel oder greifen ein paar Items ab. Grundsätzlich sind alle amiibo-Figuren kompatibel, dessen digitale Abbilder auch in Mario Party Star Rush ihren Auftritt feiern. Sogar die alternativen Modelle funktionieren einwandfrei. In unserem Fall war das der blaue Yarn-Yoshi, der im Spiel praktischerweise als normaler Yoshi gewertet wurde.

Ein wenig fragwürdig bleibt die Motivation dahinter aber schon. Das System mit den amiibo erinnert unweigerlich an Pay-to-Win-Prinzipien, erhaschen wir uns dadurch doch so manchen Vorteil. Nicht nur in Star Rush. Außerdem schreit die Stempelliste in der Charaktergalerie geradezu danach, mehr Spielzeug mit NFC-Chip zu kaufen.

Fazit und Wertung gibt es weiter unten!

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Auch mal die Würfel entscheiden lassen? Mario Party Star Rush ist seit dem 7. Oktober 2016 exklusiv für den Nintendo 3DS erhältlich.  Für einen Preis von ca. 39,99 € gehört der Titel euch.

Unser Test, sowie alle Screenshots, basieren auf unserer Test-Version von Mario Party Star Rush, die uns freundlicherweise von Nintendo zur Verfügung gestellt wurde.


Fazit

Keine Glückssache. Mario Party Star Rush überzeugt mit klugen Veränderungen und einer riesigen Auswahl an Spielmodi. Die Präsentation wurde natürlich wieder in das zuckersüße Gewand des Pilz-Königreichs gesteckt und schaut dabei einfach wunderbar aus. Motivation erhalte ich zudem durch den integrierten Party-Level, der nach abgeschlossenen Spielen steigt und mich nur langsam alles freischalten und entdecken lässt. Solospielern ist die Party jedoch nur bedingt zu empfehlen, vielleicht für ein wenig Spaß auf längeren Zugfahrten. Denn erst mit mehreren, menschlichen Spielern blüht der Titel richtig auf und entfaltet sein volles Potential. Langeweile kommt hier so schnell nicht auf. Trotzdem würde ich mir für den nächsten Handheld-Ableger einen Online-Modus und weniger amiibo-Gedöns wünschen.

Unsere Wertung
80%
Dennis

Dennis

Games-Magger Dennis findet gerne mal die Nadel im Heuhaufen und legt sie dann auf die Goldwaage. Wahre Liebe darf auch kritisieren.
Heimisch auf Xbox One und Nintendo 3DS.
Dennis

Games-Magger Dennis findet gerne mal die Nadel im Heuhaufen und legt sie dann auf die Goldwaage. Wahre Liebe darf auch kritisieren. Heimisch auf Xbox One und Nintendo 3DS.