HITMAN bei uns im TestHITMAN bei uns im Test
0100

HITMAN bei uns im Test

Der bestgekleidetste Attentäter der Spielgeschichte treibt wieder sein Unwesen. Wir haben uns das Intro-Pack auf der PS4 angeschaut und verraten Euch, wie sich der neueste Ableger der HITMAN-Reihe spielt.

Häppchenweise Meuchelei
Eins vorweg – der neueste Hitman Teil erscheint nicht als Komplettpaket, sondern in Episodenform. Einen Vertriebsweg, den schon Titel wie Telltale’s The Walking Dead oder Game of Thrones eingeschlagen haben. Das Intro-Pack beinhaltet den Prolog mit zwei Trainingsmissionen, die wir schon aus der Beta kennen und die erste große Sandbox-Mission in Paris.

Im Prolog steigen wir direkt in die Vorgeschichte des Spiels ein, zwanzig Jahre vor der ersten großen Mission in Paris. Der Prolog enthüllt, wie Agent 47 von der ICA rekrutiert wurde und erstmals auf seine Kontaktperson Diana Burnwood traf. In zwei offen gestalten Trainings-Missionen werden wir in die Features und Mechaniken des Spiels geführt. Ab April werden weitere fünf Missionen in Italien, Marokko, Thailand, Japan und den USA veröffentlicht.

Let’s Party!
Die erste Mission verschlägt uns auf eine Yacht, auf der sich unser Attentatsziel gerade auf einer Party so richtig gut gehen lässt. Das Schiff ist vollgestopft mit Partygästen, Crewmitgliedern, Security und Bodyguards. Also, genau die richtige Herausforderung für uns, unentdeckt an unser Ziel zu gelangen und dieses ohne viel Aufsehen zu eliminieren. Der neueste Teil aus dem Hitman-Universum bleibt seinen alten Tugenden treu – Agent 47 ist ein lautloser Killer, der seine Aufgaben stets taktisch angeht und keine Spuren hinterlässt.

Das freie Training in der Übersicht

Bereits zu Beginn bemerken wir eines der Hauptfeatures von HITMAN. Jede Mission hat stets mehrere Wege und Möglichkeiten um unser Ziel zu erreichen. Wir können nicht einfach über die Gangway spazieren, uns unter die Partygäste mischen und einen passenden Moment für den finalen Schuss abwarten – wir stehen schließlich nicht auf der Gästeliste. Es gilt also erstmal die Umgebung zu inspizieren und zu überlegen, wie wir unentdeckt aufs Schiff gelangen. Wir entscheiden uns kurzerhand einen Wachmann an den Docks zu überwältigen und seinen Platz einzunehmen. Nachdem wir seine Uniform angezogen haben, müssen wir noch dafür sorgen, seinen bewusstlosen Körper irgendwo zu verstecken. Als Wachmann verkleidet können wir jetzt ohne Probleme auf das Schiff gelangen. Jedoch verschafft uns die beste Verkleidung nicht immer Zugang zu allen Bereichen. Weiterhin gibt es bestimmte Personen, mit einem Kreis über ihren Köpfen, die uns gegenüber misstrauisch agieren und uns sogar verfolgen. Verkleiden wir uns zum Beispiel als Mechaniker sollten wir dem Vorarbeiter nicht direkt in die Arme laufen, da er scheinbar alle seine Mitarbeiter kennt. Das Verkleiden wird in HITMAN zu einer zentralen Rolle. Wer vor einer Menschenmenge von einer Stelle zur nächsten huscht, wird schnell Misstrauen auf sich ziehen. So lautet Agent 47’s Devise – werde eins mit der Menge und falle nicht auf.

 

Haben wir es nun endlich auf das Schiff geschafft, können wir mittels gedrückter R1-Taste Agent 47’s Instinkt aktivieren. Ist dieser aktiviert, erkennen wir die Silhouetten aller Personen, wichtiger Gegenstände und unsere Zielperson. So vielseitig die Möglichkeiten der Infiltration sind, so unterschiedlich können wir auch unsere Zielperson liquidieren. Per gezieltem Kopfschuss, mittels vergiftetem Cocktail oder durch einen gut platzierten Wurf eines Feuerlöschers – unserer Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt, wir müssen nur stets daran denken, auch wieder unentdeckt von der Bildfläche zu verschwinden.

Schachmatt
Die zweite Mission ist auf dem ersten Blick eine ziemlich harte Nuss. Unser Auftrag lautet, einen russischen Schachmeister in einer schwer bewachten Militärbasis mitten im Nirgendwo von Kuba zu erledigen. Hier wimmelt es nur so von Wachposten und Soldaten, die sofort der kleinsten Unregelmäßigkeit auf den Grund gehen und Alarm auslösen. Mit der richtigen Taktik haben wir die Mission jedoch in knapp fünf Minuten abgeschlossen – einem KGB-Offizier werden halt nicht viele Fragen gestellt…

Dressman
Die erste große Mission in der Gegenwart absolvieren wir in Paris. Wie es sich für einen Killer im Massanzug gehört, ist unser Einsatzort eine Modenschau in einer opulenten Villa. Obwohl wir in der Paris-Mission nur zwei Ziele ausschalten müssen, gibt es hier Unmengen an Möglichkeiten. Diese schiere Menge an Möglichkeiten bedeutet eine große Freiheit für den Spieler. Wie wir unsere Zielpersonen ausschalten bleibt uns überlassen. Es gibt kaum Grenzen für unsere Kill-Phantasien. Weiterhin zeigt die Paris-Karte auf beeindruckende Weise Square Enix zuvor versprochene Sandbox-Spielwelt. An jeder Ecke gibt es neue Möglichkeiten unser Ziel zu erreichen. Manchmal kam es uns sogar so vor, dass die Entwickler dem Spieler einfach zu viel bieten wollten. Kaum haben wir uns für eine Option entschieden und folgen dieser, kommen drei neue Möglichkeiten um die Ecke.

Immer und immer wieder
Habt Ihr alle Missionen abgeschlossen, ist das Spiel noch lange nicht beendet. Das Spiel ist darauf ausgelegt, die Missionen immer wieder auf unterschiedlichste Arten zu bestreiten. Jede Mission bietet bestimmte Herausforderungen, die am Ende dicke Punkte bedeuten. Diese Herausforderungen sind es auch, die die doch recht kurze Spielzeit in die Länge ziehen – dies soll keineswegs eine negative Wertung sein. Die einzelnen Herausforderungen animieren den Spieler auch mal ganz verrückte Lösungswege einzuschlagen, auf die man vorher nie selber gekommen wäre. Je besser wir unsere Missionen abschliessen, desto mehr Erfahrungspunkte erhalten wir am Ende. Wildes Herumgeballere ist nicht erwünscht. Die richtig fetten Punkte gibt es für den perfekten Schleicheinsatz. Mit diesen Punkten können wir dann weitere Ausrüstungsgegenstände oder Waffen erwerben, die wir für neue oder schon absolvierte Missionen verwenden können.

Neben dem mehrmaligen Abschließen der Missionen, bietet Square Enix den Spielern als Überbrückung der Wartezeit auf neue Missionen noch ein paar weitere Features. Da wären zuerst die Eskalationsmissionen, in denen ein Ziel mit einer vorgegebenen Waffe in einem begrenzten Zeitfenster unter erschwerten Bedingungen eliminiert werden muss. Daneben steht eine unendliche Auswahl an Online-Herausforderungen, die von den Spieler im Missions-Editor erstellt und anderen zur Verfügung gestellt werden können.

Licht und Schatten
Technisch gibt es nicht viel zu bemängeln. Gerade die Missionen auf Kuba und in Paris zeigen uns sehr schöne Beleuchtungs- und Wassereffekte. Haben wir uns in der Beta noch über die geringe Detailtiefe der Level beschwert, beschert uns Square Enix mit der Paris-Mission eine detailreiche Sandbox-Mission. Überall in der Villa gibt es etwas zu entdecken. Alleine das Untergeschoss mit Weinkeller, Küche und Aufenthaltsraum wurde mit viel Liebe zum Detail aufgebaut. Performancetechnisch hat Square Enix nach der Beta ein wenig nachgebessert. Große KI-Ansammlungen wirken geschmeidiger und laufen ruckelfrei. Jedoch merkt man an den plötzlich aufheulenden Lüftern der PS4, dass die Konsole gerade in diesen Passagen gut zu arbeiten hat.

Im Gegensatz zu den vorherigen Teilen, wurden die KI-Gegner scheinbar auch zuvor in ein Trainingscamp geschickt. Sie agieren in vielen Fällen recht clever und versuchen Agent 47 in die Zange zu nehmen oder seinen Aufenthaltsort zu entdecken. Jedoch gibt es hin und wieder ein paar Schnitzer wie Gegner, die nichts bemerken, wenn wir uns vor ihrer Nase in einem Schrank verstecken.

Marc

Marc

Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher
Marc

Letzte Artikel von Marc (Alle anzeigen)

Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher


 
Unsere Wertung
80%


Fazit
Obwohl es sich bei HITMAN um einen Episodentitel handelt und wir somit nicht das komplette Spiel bewerten können, haben wir uns dennoch für eine Bewertung der einzelnen Missionen entschieden. HITMAN hat uns wirklich eine Menge Spaß bereitet. Unser erster Eindruck wurde nur durch ein paar kleinere KI-Schnitzer und Performance-Problemen geschmälert. Obwohl die eigentliche Spielzeit recht kurz war, sind es die Herausforderungen und die Menge an Lösungswegen, die uns auch beim mehrmaligen Durchspielen der Missionen gefesselt haben. Wer auf solide Steath-Action und harte Herausforderungen steht, kann bei HITMAN bedenkenlos zuschlagen. Lediglich Spieler der Beta könnten ein wenig enttäuscht sein, da für sie nur die Mission in Paris wirklich Neues bringt.