Guild of Dungeoneering: Deluxe Ice Cream Edition bei uns im Test

Guild of Dungeoneering bietet eine krasse Mischung aus RPG, Dungeon Crawler, leichtem Aufbaupart sowie klassischem Tabletop-Gaming mit einer indirekten Steuerung. Wir haben die Deluxe Ice Cream Edition im Test, welche beide bisher veröffentlichten DLCs Pirate’s Cove und Ice Cream Headaches, enthält. So genug der Verwirrung, wir klären viel lieber ob das Ding Spaß macht!

Sterben ist Pflicht

In den ersten Runden von Guild of Dungeoneering werdet ihr oft sterben, dies könnt ihr aber getrost als Lehrgeld abschreiben. In weiterer Folge versteht man dann das Spielkonzept immer besser aber der virtuelle Tod steht trotzdem an der Tagesordnung. Unser Friedhof wächst schneller als Helden nachgespawnt werden. Ihr solltet also ein Gewisses Maß an Frustresistenz mitbringen um mit dem Spiel Spaß zu haben. Nach wenigen Minuten haben wir bereits fünf Helden verbraten:

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Die Optik, reine Nebensache!

Grafisch wird nicht allzu viel geboten aber das tut bei diesem Spiel nichts zur Sache. Auch die Story wird nur in Textfenstern präsentiert aber das mit einem großartigen Humor, einem grandiosen Erzähler und toller musikalischer Untermalung. Achtung das Ganze gibt es „nur“ in Englisch!

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Ich bau mir einen Dungeon

Der Spielablauf sieht folgendermaßen aus, ihr wählt einen beliebigen Helden und besucht einen Dungeon nach Wahl. Jeder Dungeon bietet mehrere Quests also werdet ihr diesen öfters besuchen aber keine Sorge er sieht jedes Mal anders aus.

Im Untergrund angekommen übernehmt ihr die Rolle des Spielleiters, euer Charakter bewegt sich dann selbstständig durch den Dungeon. Nun erhaltet ihr fünf verschiedene Karten. Das können frei verteilbare Goldstücke sein, frei platzierbare Monster und das Wichtigste von allen die Bausteine für den Dungeon selbst. Mit den Bausteinen setzt ihr den Weg eures Helden fest. Hier solltet ihr wirklich aufpassen, einmal falsch platziert und ein Gang zu einem zu starken Monster gelegt, wird euer Held sterben – nein nicht vielleicht er wird zu 100% sterben.

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Im oberen Screenshot seht ihr die Ausgangslage von einem frischen Dungeon. Die blauen Karten am unteren Bildschirmrand können wir nun platzieren und erschaffen somit einen Weg für unseren Helden „Kalle“. Da wir die falsche Charakterklasse für diesen Dungeon gewählt haben stirbt Kalle circa eine Minute später, sorry Bro!

Loot und Kampfsystem

Das Kampfsystem in Guild of Dungeoneering ist rundenbasiert und verwendet als Basis ein Kartenspiel. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern bauen wir uns kein Deck sondern erhalten unsere Angriffs- und Verteidigungskarten von den Ausrüstungsgegenständen die wir erbeuten und den Basiskarten jeder Heldenklasse. Beachtet hierbei das ihr keinen Loot behaltet egal ob euer Held stirbt oder der aktuelle Dungeon erfolgreich beendet wird. Der Held startet also immer wieder bei Null.

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Nun wollen wir euch das komplexe und teilweise auf Glück basierende Kampfsystem näher vorstellen. Im Screenshot darüber seht ihr unseren Helden „Shane“ der gegen eine furchteinflößende Spinne in den Kampf zieht. Beide Figuren haben gleich viele LE (Lebenseinheiten), sechs an der Zahl, das seht ihr an den roten Herzen.

Die Angriffe sind unterteilt in normalen (rote Zeichen) und magischen (blaue Zeichen) Schaden. Diese können natürlich mit den entsprechend farbigen Schilden geblockt werden. Dazu gesellen sich etliche spezielle Fähigkeiten wie nicht blockbare Angriffe und Quick-Angriffe. Besonders die Quick-Angriffe solltet ihr beachten denn grundsätzlich greift der Gegner zuerst an und erst dann euer Held, außer ihr habt einen Quickangriff am Start.

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Charakterklassen bietet Guild of Dungeoneering etliche. Die meisten und größten Erfolge erzielten wir mit dem Bruiser beziehungsweise dem Ranger. Ganz besonders der Ranger hat unser Herz erobert. Diese Charakterklasse hat eine einzigartige passive Fähigkeit genannt „Ranged“. Dadurch werden alle normalen, die roten, Angriffe zuerst ausgeführt da sie als Quick-Angriffe gelten. Wir attackieren also immer vor dem Monster, was einen erheblichen Vorteil bedeutet.

Nach jedem Kampf erhalten wir einen Loot-Bildschirm und können dort neues Equipment auswählen. Ebenfalls frische Ausrüstung erhalten wir aus geöffneten Schatzkisten. Direkt im Anschluss beginnt das heftige grübeln, welchen Gegenstand wir gerne benutzen wollen. Viele davon bieten besondere Angriffe oder Verteidigungen und oftmals sogar passive Boni.

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Bei der Auswahl eures Loot solltet ihr euch richtig viel Zeit lassen. Müllt euer Deck nicht mit nutzlosen Zeug zu, spätestens beim nächsten Kampf und dem dann damit verbundenen Tod eures Helden wisst ihr was wir meinen.

Wir bauen uns eine Gilde

Haben wir einen Dungeon und die damit verbundene Quest erfolgreich absolviert hagelt es Gold für unsere Gilde. Mit diesem Gold wird dann unserer Basis ausgebaut. Dort finden wir einen dreigeteilten Skilltree. Die Gebäude und Fähigkeiten im ersten Slot sind sehr günstig und so stellen sich schnell Erfolge ein. Für den zweiten und dritten Slot müssen wir aber schon hart arbeiten. Immer wieder müssen wir leider Grinden, dieses dreckige Spielelement lässt sich nicht aushebeln.

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Mit dem Bau von neuen Gebäuden für unsere Gilde schalten wir frische Heldentypen, Fähigkeiten und Karten frei. Heißt im Klartext, desto weiter ihr im Spiel vordringt desto mehr Möglichkeiten stehen euch offen.

Pirate’s Cave

Die erste Erweiterung für Guild of Dungeoneering hört auf den Namen Pirate’s Cave. Der Name verrät es bereits, in diesem DLC stehen Piraten im Mittelpunkt und zwar als unsere neuen Gegner. Ihr erhaltet eine komplett neue Region, mit neuen grafischen Objekten. Wir empfehlen euch dringendst zuerst das Hauptspiel zu zocken denn mit der Erweiterung wird der Titel noch komplexer. Es kommen drei neue Heldenklassen hinzu, über zwanzig neue Monster und dutzende neue Items die nur darauf warten von euch übergezogen zu werden.

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Ice Cream Headaches

Die zweite Erweiterung von Guild of Dungeoneering heißt Ice Cream Headaches und schraubt den Umfang nochmals enorm in die Höhe und bietet ein neues Gameplay-Element genannt „Gunst“. Inhaltsmäßig erwartet euch wieder eine neue Region die mit Schnee und Eiselementen aufwartet. Es kommen erneut drei neue Klassen hinzu, über dreißig weitere Monster sowie Bosse und natürlich neue Ausrüstungsgegenstände.

Viel wichtiger aber ist das Gunst-Spielelement. Dadurch wird die strategische Konstruktion von Dungeons erweitert, zudem werden weitere Karten im Kampf gezogen oder man entfernt unwichtige Karten aus dem eigenen Deck. Das bekannte Spielgefühl erhält somit eine frische Note.

So sieht unsere Gildenbasis nach ein paar Stunden aus.

So sieht unsere Gildenbasis nach ein paar Stunden aus.

Fazit:

Guild of Dungeoneering bietet mittlerweile ein echt umfangreiches Paket für RPG-Fans. Die neuartige Gameplay-Mischung weiß sofort zu überzeugen. Die Spirale aus Kampf, Loot, neuen Helden und Gildenaufbau weiß zu motivieren. Schwachstellen orten wir beim leider immer wieder notwendigen Grinding und dem vom Glück abhängigen Kampfsystem. Frustresistente Spieler und jene die ein frisches Gameplay-Gefühl suchen können aber trotzdem zugreifen.

Unsere Wertung
76%
mEssE
Rock You

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Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Leseranfragen
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