The Elder Scrolls Online bei uns im Test!The Elder Scrolls Online bei uns im Test!
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The Elder Scrolls Online bei uns im Test!

Mit The Elder Scrolls Online ist es Spielern und Fans möglich die Abenteuer in der Welt von Tamriel etwas anders zu erleben. Erstmals wird hierbei der Schritt in ein MMORPG-Genre gewählt, welches ein völlig neues Spielerlebnis versprechen soll.
Wir sind für euch exklusiv nach Tamriel gereist und berichten euch, wie sich der neueste Titel aus dem Hause Bethesda Softworks geschlagen hat.

Endlich ist es soweit und die ersten Sequenzen flackern über unseren heimischen Bildschirm. Kaum ein anderer Titel in letzter Zeit wurde mit so viel Begeisterung erwartet wie The Elder Scrolls Online. Doch bevor wir uns ins Abenteuer stürzen können müssen wir uns erst einmal mit der Charaktererstellung auseinander setzen.

Taktikbesprechung

Taktikbesprechung

Qual der Wahl
Für das MMORPG-Genre ist die Charaktererstellung fast schon ein standardisierter Prozess, bei welchem man jedoch schon recht früh die Komplexität eines Titels erahnen kann.
Bei The Elder Scrolls Online wird man pro Account acht Charaktere erstellen können, wobei man neben der obligatorischen Auswahl des Geschlechts auch mit der Fantasy-getreuen Rassenwahl konfrontiert wird. Wie schon aus anderen Elder Scrolls Titeln sind wir eine breite Palette an Auswahlmöglichkeiten bei der Erstellung der individuellen Charaktere gewohnt. Wählbar sind hier neben drei Fraktionen ebenso neun Völker und vier Basisklassen.
Demnach dürfen sich die Spieler schon auf eine gewisse Artenvielfalt mit einhergehenden Attributsänderungen in diesem Fantasy-Epos freuen, denn die große Auswahl wirkt auf den ersten Blick schier erdrückend. Aber auf so eine große Bandbreite mit Detailreichtum lässt man sich als Spieler doch nur allzu gerne in die Ecke treiben!
Die angesprochenen neun verschiedenen Rassen bestehen aus: Nord, Bretone, Hochelf, Argonier, Ork, Waldelf, Dunkelelf, Rothwardone, Khajiit.
Vorbesteller der Imperial Edition erhalten zusätzlich in dieser frühen Spielphase einen ersten Bonus mit einem zehnten Volk: Den Kaiserlichen.

Die einzelnen Völker sorgen an dieser Stelle logischerweise nicht nur für die optische Abwechslung, sondern bringen gleichzeitig auch jeweils unterschiedliche Attribute mit sich, welche für eine spätere Klassenwahl unter Umständen entscheidend sein kann.
Bei der Klassenwahl wird es in erster Linie kein richtig oder falsch geben, auch wenn manch ein Volk mit vorteilhaften Attributen für gewisse Klassen auftrumpfen wird. Man wird demnach jede Rasse mit jeder Klasse kombinieren können. An dieser Stelle wird dem Spieler somit sprichwörtlich die Qual der Wahl überlassen.
Wer sich jedoch einen gewissen Vorteil verschaffen möchte, sollte diese bei den Auswahlmöglichkeiten aufeinander abstimmen, denn in der Welt von Tamriel lauern überall Gefahren!

Nach der Wahl ist vor der Wahl
Die Charaktererstellung ist ein langwieriger Prozess, welcher jedem einzelnen Charakter seine Individualität schenken soll und auch wird. Nachdem wir uns der Grundfrage des Volkes gestellt haben und uns unter Umständen auch für die Wahl der Allianzen entscheiden konnten wird man sich endlich der eben angesprochenen Klassenfrage stellen können. Hierzu stehen folgende vier Basisklassen zur Auswahl: Drachenritter, Zauberer, Nachtklinge und der Templer.

Die Auswahl klingt auf den ersten Blick nicht sehr Vielfältig, aber es wird viele Möglichkeiten geben, wie man seine Charaktere im Verlauf spezialisieren kann. Somit wird sich erst im Laufe des Spieles der eigentliche Möglichkeitenreichtum komplett entfalten können.
Allerdings besitzt jede einzelne Klasse eine Rollenspiel-typische MMORPG Funktion, besonders in Hinblick auf die späteren Gruppenkonstellation für einzelne Instanzen. Wo der Zauberer aus der Entfernung für die gewisse Durchschlagskraft sorgt, wird der Templer versuchen die Gruppe via Heilung am Leben zu erhalten. Lediglich bei dem Drachenritter und der Nachtklinge kann man anfänglich keine genaue Zuordnung treffen, sondern nur erahnen – zumindest besonders bei Erstkontakt für Neulinge in diesem Genre.

Bei genauerer Betrachtung wird sich der Drachenritter als eine Art Tank herausstellen, welcher durch seine Nahkampf-Attribute alle Anforderungen als Prügelknabe erfüllen kann. Die Nachtklinge hingegen nimmt eher eine etwas defensivere Rolle in der Schadensausteilung an und kann mit einem Dieb oder Schurken verglichen werden.

Nachdem wir uns nun an das Grundgerüst eines jeden Charakters heran gewagt haben wird man noch auf eine große Auswahl an Gestaltungsmöglichkeiten zurückgreifen können. Neben der Art des Körperbaus, Hautfarbe, Größe, Dicke, Haarform wird man auch andere optische Feinheiten wie Narben oder Tätowierungen hinzufügen können. Die Personalisierung wurde demnach so sehr in den Vordergrund gerückt, dass jeder Charakter Einzigartig sein wird. Besonders eine solch detailreiche Charaktererstellung wirkt sich schon sehr positiv auf unsere Zeit in Tamriel aus.

Ein recht idyllischer Anblick

Ein recht idyllischer Anblick

Der Weg nach Tamriel ist nicht leicht
Es wird viel von Tamriel gesprochen und doch finden wir uns zu Beginn unseres Abenteuers nicht dort wieder. Viel eher wurde die Seele unseres Charakters aus dem Körper gerissen und in einer anderen Dimension eingesperrt, so dass von einer gewissen anfänglichen Verwirrung gesprochen werden kann.
Kurz darauf startet das Abenteuer und wir treten in Kontakt mit einem Propheten, welcher sogleich von einem gemeinsamen und untrennbaren Schicksal spricht und daraufhin eine Flucht plant. Nach diesem leicht konfusen Einstieg starten wir mit einigen Fragen ins spieleigene Tutorial, welches jedoch vorerst das Interesse wecken kann.

 

Neben der grundlegenden Bewegungssteuerung und der frei einstellbaren Kameraperspektive lernen wir auch das etwas untypisch wirkende Kampfsystem kennen. Dieses ist nicht so eintönig strukturiert, wie man es aus diversen anderen MMORPG-Titeln her gewohnt ist, sondern regt zur aktiven Teilnahme an. So muss man selber jeden einzelnen Angriff ausführen und kann sogar durch halten der Maustaste die Intensität der einzelnen Nahkampfattacken beeinflussen. Selbst die Verteidigung wird keinem gewürfelten Zufall mehr überlassen, sondern muss selbst ausgeführt werden. Daher ist es besonders Wichtig, dass man auf die gegnerischen Angriffe reagiert, indem man diese blockt – Das Blocken von Spezialangriffen sorgt sogar für einen stun, welcher die Bewegung der Gegner maßgebend beeinflussen wird. Mit Schilden ausgerüstet führt dies logischerweise zu einem besseren Erfolg.

Das komplette Gameplay erinnert zumindest durch das actionreich geladene Kampfsystem eher an eine Solo-Kampagne im Elder Scrolls Universums-Gewand, als an ein MMORPG. Besonders dieses einzigartig wirkende Spielgefühl lässt gerade dieses Genre ein wenig aufblühen und verspricht weitaus mehr Abwechslung, als man es von diversen anderen Titeln desselben Genres gewohnt ist.

Man lernt nie aus..
Bei TESO wird man seine Charaktere via Erfahrungspunkte aufwerten können, welche man in gewohnter Rollenspiel-manier durch das Zerkloppen von Gegnerscharen bekommen wird oder durch den Abschluss von typischen Quests. So wird man mit jedem Stufenaufstieg jeweils mit einem Fertigkeits- und einem Attributspunkt belohnt werden, welchen man dann wiederum in die Skillung seines Charakters investieren kann.
Die Verteilung der Attributspunkte verläuft wohl in jedem Rollenspiel nach demselben Prinzip. An dieser Stelle muss man den Schwerpunkt seines Charakters festlegen, welcher sich in diesem Abenteuer auf Magicka, Ausdauer und Leben unterteilen wird. Je nach Punktevergabe wird man beispielsweise mit mehr Magicka oder Ausdauer in den Kampf ziehen können, welche man für gewisse Spezialfähigkeiten benötigen wird – zumindest wenn man auch gegen schwierigere Gegner bestehen möchte.

Die gewonnenen Fertigkeitspunkte hingegen finden nicht nur ihre klassische Bedeutung in den spezifischen Fähigkeiten eines jeden Charakters, sondern müssen auch für einzelne andere Fertigkeiten investiert werden.
Durch die Verteilung wird man allerdings an jeder Stelle des Spieles einen individuellen Fokus des Charakters setzen können. Denn je nach Wahl der einzelnen Fähigkeiten wird man diese im Kampf weiter trainieren können. Das führt wiederum dazu, dass die trainierten Fähigkeiten weiter aufgewertet werden können, wobei jede Fähigkeitsspezialisierung auch ein Fertigkeitspunkt kosten wird. Allerdings wird man dadurch einzelne Fähigkeiten weiter verfeinern können und schafft sich somit einen eigenen Spielstil.

Aus diesem Grund sollte man die Fertigkeitspunkte nicht einfach voreilig aus dem Fenster schmeissen, sondern mit bedacht verteilen. Neben den speziellen Fähigkeiten einer jeden Klasse kommen somit noch einzelne Waffenfertigkeiten, Rüstungstypen und Berufe hinzu, welche mit Fertigkeitspunkten versorgt werden wollen. Klingt nicht nur unübersichtlich, ist auch so!

Die Möglichkeit der Spezialisierung auf andere Fertigkeiten sorgt unter anderem für eine individuelle und breit gefächerte Charakterentwicklung, welche auch bei den sekundären Fähigkeiten noch nicht durch die Punktevergabe abgeschlossen ist. Dementsprechend wird man auch hier die Möglichkeit besitzen einzelne geskillte Fertigkeiten weiter auszubauen, indem man diese anwendet. Dabei ist es egal, ob es kriegerische oder heilerische Fertigkeiten sind. Demnach wird man via eines „Learning by Doing“-Systems im Laufe der Zeit auf bessere Fähigkeiten zugreifen zu können – Zumindest, wenn man sich für eine Skillung entschieden haben sollte. Dies führt im Bereich der Waffentypen nicht nur für eine bessere Schadensausteilung, sondern auch für eine größere Palette an zusätzlichen Angriffsmöglichkeiten.

Zusammenfassend gesagt wird man Fertigkeitspunkte nicht nur in charakterspezifische Fähigkeiten investieren können, sondern muss damit auch andere sekundäre Fähigkeiten unterhalten.
Durch das gewisse Trainings-Engagement wird man diese auch im weiteren Spielverlauf ausbauen können, was zu einer effizienteren Nutzung führen wird – erlernte Fähigkeiten müssen demnach trainiert werden und steigen nicht einfach mit Levelaufstieg mit!
Wird man als Nahkämpfer beispielsweise stets auf die Wahl eines Einhandschwertes zurückgreifen und im Laufe seines Abenteuers dann auf einen anderen Waffentyp mit besseren Eigenschaften stoßen, welche jedoch nicht ein Schwert ist, so muss man diese Fähigkeit erst im Kampf trainieren, bevor man in den vollen Genuss dieses tödlichen Hilfsmittels kommen kann.

Somit wurde wieder ein weiterer Bereich bei The Elder Scrolls Online geschaffen, wo man seinen Charakter individuell gestalten kann und keiner dem Anderen gleicht. Auf den ersten Blick wirkt diese Möglichkeit zwar erfrischend frei, jedoch muss man auf den zweiten Blick gestehen, dass man unter Umständen schnell Fertigkeiten für unnütze Fähigkeiten vergeuden wird. Dies wird bestimmt in der anfänglichen Spielzeit des öfteren passieren, da man die breite Palette des „Trainier-Dich-Fit“ Programms erst etwas später im Spiel komplett durchschauen wird. Dies wiederum führt dazu, dass man seine Fertigkeiten in möglicherweise unnütze Fähigkeiten setzt, welche auf die Dauer keine wirkliche Relevanz für den Charakter haben werden.

Eine Stadt im anderen Stil

Eine Stadt im anderen Stil

Es war einmal..
Desto tiefer man ins Spielgeschehen einsteigen darf, desto mehr fällt einem als Spieler auf, wie viel Detailreichtum in TESO geschaffen wurde. Obwohl vielleicht das Tutorial für jegliche Charaktere gleicht ausfällt, so wirkt das Startgebiet erfreulich lebhaft.

In die Quests selber wurde auch viel Zeit und Energie gesteckt, da diese sehr Storylastig ausfallen. Glücklicherweise werden jegliche Dialoge nicht nur in Form eines Schriftzuges zur langwierigen Leseprobe, sondern werden atmosphärisch durch gut eingefügte Synchronsprecher vorgetragen. Dies wirkt sich auch sehr positiv auf die Spannung aus, da die unterschiedlichen Charaktere auch gut in Szene gesetzt wurden, so dass man keine monoton vorgetragenen Texte erwarten muss.

Der Handel wird nicht leicht gemacht
Ein weiteres Kernelement eines jeden MMORPG’s, zumindest so wie wir es kennen, ist die Möglichkeit des Handelns selber. Damit meinen wir an dieser Stelle allerdings nicht den Privatverkauf von Gold, welcher zur Zeit eine negative Überhand in den hiesigen regionalen Chaträumen nimmt. Trotz alledem können wir auf diese Weise auch einmal in einem Spiel die Ignore-Liste in seinem vollem Umfang ausreizen – Somit hat alles seinen gewissen Vorteil!

Nun aber zurück zum eigentlichen Aspekt des Handelns, welcher bei TESO ein wenig umständlich zu erreichen ist. Hierbei kann man seine Waren nicht bequem in einem Auktionshaus zum Verkauf anbieten, sondern ist gezwungen sich einer Handelsgilde anzuschließen. Pro Charakter wird man allerdings die Chance besitzen bis zu fünf verschiedenen Handelsgilden beizutreten. Aber dennoch bleibt erst einmal die Frage im Raum stehen, warum man sich für ein solches System entschieden hat. Aus gängigen anderen Titeln zeichnet sich eine Gilde eher als ein gemeinnütziger Verein aus, aus welcher man kein Profit schlägt, da sonst eine solche Spielergemeinschaft kaum einen weiteren Nutzen mit sich bringt. Da wir keine schlüssige Erklärung dafür finden konnten muss man sich leider gezwungenermaßen einer Handelsgilde anschließen, zumindest wenn man seine Waren verkaufen möchte. Ob sinnvoll oder sinnfrei lassen wir an dieser Stelle einfach erst einmal offen.

Theorie und Praxis
Etliche Stunden sind bereits in Tamriel vergangen und wir haben viel Theorie aufschnappen können bezüglich der untypisch wirkenden Steuerung und dem eigentlichen Spielprinzip. Besonders auffällig ist es, dass sich The Elder Scrolls Online nicht wie ein klassisches MMORPG anfühlt. Viel mehr wirkt es irgendwie wie ein Singleplayer-Spiel, in welchem man gelegentlich auf andere Spieler stoßen wird. Unterstützt wird dieses Gefühl an aller erster Stelle durch das Kampfsystem, welches durch die Angriff- und Block-Funktionen zwar erfrischend neu und authentisch wirkt, sich aber an andere Elder Scrolls Titel anlehnt. Würde dem Spieler zu Beginn vorgegaukelt werden, dass man ein Drachenblut ist, so würde man fast denken, dass man sich in der Welt von Skyrim befindet – zumindest in einer Multiplayer-Fähigen Fassung.

Der nächste Hinweis auf eine Solo-Kampagne sind die einzelnen Quest Dialoge, welche sich durch die Länge zwar einerseits super in das komplexe TESO eingliedern, jedoch andererseits den eigentlichen Prozess des Stufenanstiegs unnötig in die Länge ziehen. Viel zu oft sitzen wir unsere Zeit bei NPC’s ab und lauschen viel zu oft gezwungenermaßen den verschiedenste Synchronsprechern. Zwar wirken die Sprecher sehr solide und anfänglich macht es sogar noch Spaß den verschiedenen Stimmen zu lauschen, doch bei einem übersättigtem Angebot wird selbst dies auf die Dauer sehr lästig und zu einer gewissen Tortur. Somit verfliegt die anfängliche Euphorie ziemlich schnell und man lässt sich leicht verleiten jegliche Dialoge einfach weiterzuklicken, nur um endlich spielen zu können – Wir wollen doch nur voran kommen mit unserem Helden!

Bei den ersten übersprungenen Dialogen kam vielleicht auch schon fast der Gedanke von Reue in uns auf mit der kritischen Hinterfragung, ob wir durch unser eifriges Vorgehen nicht sogar wichtige Details für einzelne Quests übersehen würden. Da aber jegliche Aufgaben sehr übersichtlich mit einer Markierung ausgestattet werden, welche man sogar auf der gesamten Karte einsehen kann, verfliegen auch schnell unsere anfänglichen Zweifel. Natürlich muss man diese Quest-Hilfe in erster Linie als eine sehr positive und einsteigerfreundliche Eigenschaft hervorheben. Allerdings kann man an dieser Stelle trotzdem schon fast behaupten, dass man seinen Kopf komplett abstellen kann. Es wirkt demnach so, dass eine einfache Abklapperung von Markierungen völlig ausreichend ist, um Aufgaben erfolgreich beenden zu können. Ob sich TESO an dieser Stelle nicht ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt hat im Hinblick auf die Spieltiefe?

Unser treues Weggefährt

Unser treues Weggefährt

Während der „Brain-AFK-Abklapperei“ stößt man in den verschiedenen Arealen zudem auch auf NPC’s, welche uns mit zusätzlichen Nebenquests versorgen und unser Abenteuer mit weiteren endlos wirkenden Dialogen in die Länge ziehen wollen. Es wirkt fast schon nach einem echten Überangebot an Geschichten, aber da wir logischerweise auf der Jagd nach Erfahrungspunkten sind nehmen wir diese nach einem hektischen weggeklicke dankend an und begeben uns auf die Suche nach weiteren Markierungen.

Obwohl wir das Erledigen der Quests auf das nötige Minimum eingegrenzt haben, besonders um Zeit zu sparen, wirkt das Leveln trotzdem noch sehr zäh, einseitig und langwierig. Damit ist jedoch in unserem Fall nur der Spaßfaktor gemeint, da es an Umfang von Questreihen nicht mangeln wird. Immer wieder versucht TESO auf den Zug der Begeisterung aufzuspringen, jedoch will der Funke nicht so richtig überspringen, da wir es auf lange Sicht aufgegeben haben uns auf jede einzelne Quest voll und ganz einzulassen – zumindest was die gesamte Geschichte drum herum anbelangt.
Manche Questreihen finden ihr finales Ende in der Tötung eines Endbosses, welches auch eigentlich ein Highlight darstellen soll. Durch die Masse an Spielern auf den Megaserver werden aber meist solche Events zu einer weiteren Abklapperung. Oftmals warten schon eine Scharr von Spielern auf den nächsten Boss-Spawn, welcher inmitten von 20 Leichen seinesgleichen auftaucht und sich nach kurzer Zeit zu seinen Klonen gesellen wird.

Besonders auffällig ist auch der geringe Anteil an Erfahrungspunkten für das alleinige Töten von Gegnern selber. Sein Leveln allein auf diesen Aspekt zu begrenzen ist demnach viel zu Zeitintensiv, so dass wir uns lieber den Questgebern widmen wollten.

Einen kleinen Faden Nachgeschmack werden mit Sicherheit auch Spieler der „normalen“ Version haben, da diese kleinere Nachteile in Kauf nehmen müssen als die Kollegen, welche sich für den Kauf der Imperial Edition entschieden haben.
Neben Editions-typischen Haustieren werden all jene Spieler auch mit einem Mount im Wert von einem Goldstück belohnt werden – und das pro erstelltem Charakter. Zum Vergleich steht der treue Wegbegleiter bei einem normalen Kurs für rund 18000 Goldmünzen kaum in einem Verhältnis. Zwar kann man sich diese Menge relativ schnell ansparen, jedoch wirkt dies teilweise schon nach einem gewissen käuflich zu erwerbenden Vorteil im Spiel selber, auf welches diverse andere kostenlose MMORPG’s heutzutage gerne zurückgreifen.
Ebenso wirken viele Erweiterungsmöglichkeiten im Bezug auf die Berufe fast schon so, als ob man diese in Zukunft gegen ein gewisses Entgelt beschleunigen könnte. Besonders manche Berufserweiterungen nehmen schon eine überdurchschnittliche Zeit in Anspruch, zumindest wenn man alle Möglichkeiten erforschen will.

Vor allen Dingen ist es auch ein wenig komisch, warum die einzelnen Questreihen auf einem „Brain-afk“ Prinzip aufgebaut wurden, bei welchem man keinerlei logischen Verstand aufbringen muss im Gegensatz zu dem eigentlichen Crafting. Dort wird man quasi ins kalte Wasser geschmissen und ergoogelt sich mühselig eine Bedienungsanleitung, um dort einen übersichtlichen Eindruck gewinnen zu können.

Um euch einen kleinen Einblick in das Gameplay von The Elder Scrolls Online zu bieten haben wir eine kleine Let’s Play Reihe angefertigt:

Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher


 
Unsere Wertung
79%


Fazit
Ich habe schon einige MMORPG Titel gesehen und habe bei The Elder Scrolls Online schon fast mit einem WoW-Klon mit einem etwas subtilerem Grafikgewand aber gleichem Spielprinzip gerechnet. Wo World of Warcraft durch seine Einfachheit punkten konnte versucht TESO nun mit einer gewissen Komplexität zu kontern. Ich finde die Vielfalt in TESO schon sehr bemerkenswert, da man wirklich sehr viele Möglichkeit haben wird seinen Charakter zu formen. Jedoch ist man zumindest zu Beginn seines Abenteuers ein wenig überfordert, welches gerade durch das Interface selber nicht vereinfacht wird. Insbesondere das Inventar wirkt auf Elder Scrolls Neulinge sehr unübersichtlich und gewöhnungsbedürftig. Fans und treue Spieler der vergangenen Teile werden wohl einen weitaus einfacheren Einstieg genießen können. Auch die Möglichkeit der Berufserweiterung stößt durch den hohen Zeitfaktor ein wenig negativ auf, da es fast so wirkt, als ob man nicht in den vollen Umfang kommen kann. Ob nicht an der Stelle noch eine bezahlbare Zeitbeschleunigung kommen wird? Wir hoffen dies kann auf eine andere Art und Weise geklärt werden. Hat man aber erst einmal den Einstieg in TESO gefunden, so lässt es sich relativ souverän und geradlinig spielen, insofern man zeitlich dazu kommen wird. Denn man wird in seinem Abenteuer sehr oft von NPC's mit langen Dialogreihen geplagt werden, so dass man diese schon überspringen muss, wenn man eine längere Zeit am Stück das Spiel genießen und nicht stets Geschichten lauschen möchte. Das Problem ist dann nur, dass es auf die Dauer recht einseitig wirken wird, wenn man nur noch gewisse Wegpunkte abklappert. Und das nur, weil man keine Lust auf ganze Dialogberge hat. Ich blicke trotzdem mit Spannung auf die Zukunft von The Elder Scrolls Online und bin gespannt, inwiefern sich dieser Titel noch weiterentwickeln wird. Besonders ein solch komplex strukturiertes Spiel birgt weitaus mehr Potential in sich, als was es bislang an die Oberfläche hat scheinen lassen. Fans des Elder Scrolls Universums und all jene, welche gerne tief in Geschichten diverser Figuren eintauchen möchten, dazu noch die nötige Zeit mitbringen können und zusätzlich noch auf ein MMORPG-Genre abfahren, können an dieser Stelle bei einem monatlichen Taschengeld von etwa 13€ getrost zugreifen.