Don’t Starve in der PC-Variante bei uns im Test!Don’t Starve in der PC-Variante bei uns im Test!
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Don’t Starve in der PC-Variante bei uns im Test!

Mit Don’t Starve versucht Klei Entertainment auf sich aufmerksam zu machen, welche nicht allzu viel Zeit in das Grafikdesign selber gesteckt haben, sondern mehr auf Endlosspiel-Spaß ohne tiefgründige Story à la Minecraft setzen! Ob dies dem Entwicklerstudio gelungen ist und ob uns Don’t Starve quasi selber vor lauter Suchtfaktor fast verhungern ließ, dass erfahrt ihr bei uns!

Die Story selber ist recht schnell zusammen gefasst, da es keine wirkliche Handlung gibt. Wir schlüpfen in die Rolle des Wissenschaftlers Wilson und werden von Maxwell, welcher wohl den Teufel höchstpersönlich vertreten soll, in der Wildnis ausgesetzt. Glücklicherweise erinnert er uns an die Tatsache, dass wir schnellst möglichst etwas Essbares auftreiben sollten, so lange uns die Sonne noch helfend zur Hand gehen kann.

Genau ein solcher Einstieg ist zwar nicht die Art von Handlungsaufbau, welcher ich persönlich hinterher eifere, aber bezaubert durch einen angehauchten Minecraft-Charme erhoffe ich mir in den kommenden Stunden weitaus tiefsinnigere Momente in Form des Gameplays.

In Punkto Grafik ist diese Art natürlich in gewisser Maßen Geschmacksache, welche nicht mit Animationen, Effekten oder anderen Raffinessen weit Punkten kann. Viel eher setzt diese Grafik einen gewissen Akzent, der sich von der Konkurrenz abheben soll – und das schafft Don’t Starve damit jedenfalls sehr gut. Manch anderer Entwickler versucht ein nicht vorhandenes Gameplay durch seine hochwertige Grafikengine zu verstecken – Don’t Starve hingegen hebt das Gameplay in den Vordergrund und erschafft damit einen wiedererkennungswert.

In diesem Hinblick haben Spiele wie Minecraft & Co auch sehr eindrucksvoll bewiesen, dass es nicht alleine auf die Grafik ankommt, um erfolgreich in der Gaming-Community anzukommen, sondern es erfordert weitaus mehr.

Der Tag eines Wissenschaftlers
Wie es einem Wissenschaftler gebührt werden alle Erfahrungen penibel in einem Tagebuch festgehalten, um bloß kein wichtiges Detail außer Acht zu lassen. So wird auch bei Don’t Starve die Überlebenszeit in Tagen festgehalten, welche dem Spieler unter Umständen auch ein Ansporn sein soll möglichst lange in dieser gefährlichen Wildnis zu überleben.

Der Tag selber gliedert sich in einem freundlichen, regenfreien und hell beleuchteten Tag, über eine bedrückende Abenddämmerung bis hin zur erdrückenden Nacht, wessen Dunkelheit viele Gefahren beinhaltet.

In der eigentlichen friedlichen hellen Tageszeit kann man als Wissenschaftler einiges erkunden, durchwühlen, sammeln und erbauen. Die Abwechslung ist jedenfalls großgeschrieben und es gibt zusätzlich auch noch verschiedenartige Areale zu erkunden. Dicht bewachsene Wälder, karg wirkende Steppen oder schaurige Landstriche werden den Spieler zumindest in eine interessante Welt eintauchen lassen, wo das Überleben zumindest für einen Moment in Vergessenheit geraten könnte.

Doch genau die verlockende Vergesslichkeit muss man versuchen zu überwinden. Denn bekanntlich hängt dem Spieler die ablaufende Zeit ständig im Nacken im Kampf ums nackte Überleben. Nur am Tage findet man einigermaßen Schutz vor den Gefahren der Dunkelheit. Deswegen sollte man diese Zeit sinnvoll nutzen, um gegen den immer stärker werdenden Hunger ankommen zu können.

Learning by Doing
Bereits zu Beginn des Spieles war ich einer gewissen Reizüberflutung mit Überforderungsgefahr ausgesetzt, da es kein eigentliches Tutorial ins Spielgeschehen gibt. Vielleicht sollte dies ein Symbol für die aussichtlose Situation in der Wildnis darstellen.

Jedenfalls sammelt man fast intuitiv alles, was dem Spieler in die Finger gerät. Ob das Gras eines ausgetrockneten Busches, Äste von ausgedörrten Büschen  oder einzeln umherliegenden Feuersteinen. Jegliche Utensilien der Wildnis werden uns im Überlebenskampf nützlich sein und glücklicherweise werden uns jegliche Crafting-Möglichkeiten in einer Leiste auf der linken Bildschirmseite vorgegeben. Dies funktioniert zudem auch Kinderleicht, da eine Markierung vorgibt, wenn man genügend Rohstoffe gesammelt hat, um etwas daraus herstellen zu können. Somit sind Hilfsmittel schnell erstellt, um weitere Rohstoffe erbeuten zu können.

Anzumerken ist, dass besonders an dieser Stelle sehr viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen und der eigentliche Crafting-Tree komplexer ist, als man es eigentlich anfänglich erwartet hätte. Zwar werden einem Rezepturen und Möglichkeiten vorgegeben und diese bauen auch aufeinander auf, jedoch hat man auf diese Weise direkt im Blick, welche Wege man zum Überleben einschlagen kann und diese wirken fast unendlich.

Es können Barrikaden zur eigentlichen Verteidigung errichtet werden, Farmen werden die Nahrungsvorräte sicherstellen und Waffen können zur eigentlichen Selbstverteidigung ihre Anwendung finden. Genau eine solche Spieltiefe habe ich mir bei einem Spiel gewünscht, welches durch seine Retro-Grafik positiv auffällt.

Die Dämmerung wird kommen..
Natürlich besteht der Tag nicht nur aus strahlendem Sonnenschein mit einer bunten Blumenwiese und Wäldern, sondern wird früher oder später durch die Dunkelheit der Nacht ersetzt. Desto früher man erkennt, dass nicht nur der Hunger der Feind des Spielers ist, desto größer werden die Chancen einer langen Überlebenszeit sein. Diverse Kreaturen werden bereits tagsüber dem Spieler versuchen das Leben zur Hölle zu machen, in welcher wir uns wohl möglichst auch zur Zeit befinden, aber gegen die Nacht selber gibt es nur eine Verteidigung – das sichere Licht eines Lagerfeuers.

Somit wird die Dunkelheit den Spieler verschlingen und nur in unmittelbarer Umgebung eines Lagerfeuers wird man die Nacht überdauern können. Anscheinend halten sich die unbesiegbaren Monster nur in der Dunkelheit selber auf und meiden das Licht. Wunderschön integriert ist an dieser Stelle auch das Lagerfeuer selber, welches ständig mit frischem Holz versorgt werden möchte, da es sonst an Leuchtkraft verliert, bis es schließlich komplett erlischt. Genau in solchen Momenten sieht man wieder, dass Don’t Starve ein weitaus komplexeres Gameplay besitzt, als man es dem Spiel eigentlich zugetraut hätte.

 

Falls ihr euch bislang noch nichts genaueres unter Don’t Starve vorstellen könnt haben wir für euch ein kleines Video im Rahmen eines „Let’s Test“ vorbereitet:

Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher


 
Unsere Wertung
81%


Fazit
Auf den ersten Blick soll man sich bekanntlich nicht festsetzen und Don't Starve ist ein gutes Beispiel dafür. Ein getrübter erster Eindruck wird durch die trist und nicht zeitgemäß wirkenden Grafik und durch eine nicht vorhandene Storyline aufgebaut. Jedoch hat gerade dieser "Aussetzer-Überlebenskampf" ein großes Potential, welches Don't Starve bei weitem ausnutzt. Das Gameplay ist komplex, die Handlungen stimmig und der komplette Crafting-Bereich einsehbar. Man kann sein Vorgehen also nach und nach planen und auf diverse Möglichkeiten zurückgreifen, wobei der Spieler zu keiner Zeit beeinflusst wird. Somit haben alle Vorgehensweise ihre Vor- sowie auch Nachteile, welche der Spieler mit der Zeit erkunden wird und nach einer gewissen Einspiel-Phase wirkt die Grafik nicht mehr plump, sondern setzt gewisse Akzente, welche einen netten Wiedererkennungswert besitzen. Don't Starve ist jedenfalls ein positives Beispiel, dass ein Spiel ohne High-End-Grafik durchaus lukrativ erscheinen kann und viel Potential aufweist. Bei einem Verkaufspreis von 14,99€ (Steam) dürfte einem Liebhaber eines solchen Genres die Entscheidung jedenfalls als sehr leichtvorkommen..