Deponia: Doomsday bei uns im TestDeponia: Doomsday bei uns im Test
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Deponia: Doomsday bei uns im Test

Goodbye Deponia? Nein, der Weltuntergang steht erst noch bevor. Deponia: Doomsday verlängert das Abenteuer in Lucas Arts-Tradition noch um einen weiteren Ableger. Der jüngste Teil der hoch gelobten Point-and-Click-Adventure-Reihe aus deutschen Landen wurde überraschend angekündigt und ist wie erwartet ein ausgezeichnetes Spiel geworden. Mehr dazu im Folgendem.

Nach dem für viele eher unbefriedigendem Ende von Goodbye Deponia stolpert unser Held Rufus abermals von einer Katastrophe in die nächste. In einer alptraumhaften Vision erlebt Rufus das Ende von Deponia mit, welches er, diesmal willkürlich, dem Erdboden gleichmacht und die Menschheit so vor Schlimmeren bewahrt. Ob dieser Alptraum sich wirklich in der Realität erfüllen wird? Rufus und wir wissen es am Anfang nicht, allerdings versuchen wir alles, um diese Vorstellung nicht wahr werden zu lassen. Rufus muss also schon wieder die Welt retten, wobei sich die Geschichte rund um den an sich simplen Plot vielschichtig gestaltet und wieder viele urkomische Geschichten erzählt. So unterhaltsam wie Deponia: Doomsday sind nur die allerwenigsten Adventures, so viel sei verraten!

DeponiaDoomsday_Teamwork

In der Rahmenhandlung gibt es einen Twist: wir können dank dem schrulligen Wissenschaftler Mac Chronicle durch die Zeit reisen oder sie zurückdrehen. Manchmal ereilt uns auch eine Zeitschleife, aus der wir herauskommen müssen. Das klingt letztlich komplizierter als es in Wahrheit ist und bringt frischen Wind in die Sache. Am Anfang des Spiels müssen wir beispielsweise sensible Gläser von Rufus´ Freundin Goal beiseite schaffen, ohne sie nach Rufus´ Art zu zerstören. Das gelingt in den ersten Versuchen nicht, weil ein rosa Elefant (!) für Ablenkung sorgt. Also spulen wir die Zeit zurück und präpapieren eine Falle für den Störenfried. Die Gegenstände, welche wir bis dahin gesammelt haben, sind dann futsch, allerdings bieten sich häufig andere Dialogoptionen und neue Situationen, weil Rufus ja bereits weiß, was passieren wird.

DeponiaDoomsday_Paradox City

Dadurch fallen die Rätsel nochmal um einiges spannender aus. Bis auf einige sehr unlogische Ausnahmen sind die Knobeleinheiten mal raffiniert, mal klar zu durchschauen und mal nur mit viel Grips zu lösen. Wenn wir mal nicht die passende Kombination zweier Gegenstände gefunden haben, macht das aber nichts, denn Rufus kommentiert selbst Fehlversuche in immer noch unnachahmlicher, charmanter und gleichzeitig selbstüberschätzender Art.

Deponia: Doomsday spiegelt eine Art Best of der Serie wieder. Kreative Rätseleinlagen werden von (überspringbaren) Minispielen aufgelockert, nach großen Rätselketten nimmt Daedelic häufig den Schwung raus und geht es ruhiger an. Das Auf- und Ab der Spannungskurve funktioniert stets tadellos, sodass mal die Geschichte und mal die Rätsel an sich im Mittelpunkt stehen. Es lohnt sich immer auf die Kommentare der schrägen NPC´s zu achten, weil sie nicht selten vage auf des Rätsels Lösung hinweisen. Viele Gegenstände bekommen wir ebenfalls im Zuge von Gesprächen mit den Charakteren der Spielwelt. Es lohnt sich das Geschehen aufmerksam zu verfolgen, wenn wir später im Spiel bestehen wollen. Eine Lösungshilfe fehlt nämlich. Der Titel bleibt in Allem immer fair, ohne zu über- oder zu unterfordern.

DeponiaDoomsday_Future Goal_Rufus_McCrhonicle

Als perfekt kann man die Bedienung bezeichnen, denn Deponia: Doomsday kommt ohne Tastatur-zwang aus. Mit der linken Maustaste interagieren wir, mit der rechten analysieren wir Objekte, mit dem Mausrad öffnen wir das Inventar und mit einem Druck auf die mittlere Maustaste aktivieren wir die Hotspot-Anzeige. So muss eine intuitive Steuerung aussehen! Ebenfalls fast perfekt sind Ton und Optik des Spiels. Die handgezeichneten Hintergründe sehen detailverliebt aus und sind sehr lebendig ausstaffiert. Starre Hintergründe gibt es nur selten zu Gesicht. Der Soundtrack sowie die Sprecherbesetzung sind durchweg hervorragend. Beide zusammen lassen eine dichte Atmosphäre aufkommen und beleben das adventure-typische, minimalistische Geschehen vortrefflich. Der Wortwitz aller Charaktere wird ebenso überzeugend transportiert, kleine Parodien beziehungsweise Anspielungen zünden immer

 

Freier Redakteur/in


 
Unsere Wertung
90%


Fazit
Na, hoffentlich ist noch lange nicht Schluss mit der Deponia-Reihe! Der aktuellste Ableger erfüllt konsequent alle Erwartungen, die man an einen neuen Serienteil hatte und übertrifft sie zeitweise sogar. Die Aufgaben sind kreativ, die Dialoge brüllend komisch und durch die Zeitreisen bekommt Deponia: Doomsday auch noch ein kleines, aber feines neues Feature spendiert. Deadelic hat mal wieder ausgezeichnete Arbeit mit Herzblut geleistet und ist nicht nur lästiger Pflicht nachgegangen.