Dark Souls 2 bei uns im TestDark Souls 2 bei uns im Test
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Dark Souls 2 bei uns im Test

Zugegeben, Dark Souls hat uns vor wenigen Jahren doch ganz schön aufgemischt. Der Hoffnungsträger, Dark Souls 2 sollte viele Fehler wieder wettmachen. Was daraus nun geworden ist, haben wir in vielen Tagen und Nächten für euch herausgefunden. Und ja, unser Hauptprotagonist ist abermals viele Tode gestorben. Doch lasst euch davon nicht abschrecken, denn der zweite Teil hat so viel mehr zu bieten.

Auch diesmal startet ihr mit keinem vorgebender Krieger, nein, denn ihr erstellt euren eigenen Protagonisten. Sozusagen erschafft ihr einen Helden nach euren Wunschvorstellungen. Optisch könnt ihr über Gesicht, Haut und Haarfarbe, sowie Figur verfügen. Ihr dürft das Geschlecht bestimmen und ihn mit einem bösen Blick strafen wenn ihr dies möchtet. Dennoch bleibt es dabei nicht, denn auch andere Eigenschaften bestimmen eure Zukunft und so obliegt es in eurer Macht zu bestimmen, ob ihr mit einem Bandit, Krieger, Ritter oder Zauberer das fiktive Mittelalter erkundet. Selbst als Bettler ohne Hab und Gut darf die Geschichte gleich auf höchstem Niveau begonnen werden. Um den bösen Mächten nicht chancenlos ausgeliefert zu sein, wird eurer Figur noch eine optionale Gabe verpasst und ein Bonus-Gegenstand zugeteilt.

Die Auswahl beeinflusst sogleich den Beginn des Abenteuers und lässt euch Bekanntschaft mit den ersten Gestalten machen. Doch noch bevor ihr mit dem eigen erstellten Charakter die allerersten Seelen sammelt, bekommt ihr eine atemberaubende Cutszence präsentiert, die schon die Düsternis des Spieles aufzeigen. Wie es bereits der erste Teil verriet, sind Seelen abermals wichtig und Garant für das Überleben in einer Welt voller Schmerz und Leid. Was in anderen Spielen die Erfahrungspunkte sind, wird hier per Seelen ausgedrückt und um diese zu erhalten, müsst ihr euch nicht selten in harten und nicht immer fairen Kämpfen beweisen. Wie also beschrieben, bekommt ihr für das Vernichten der Gegner die Seelen-Punkte, die ihr später investieren könnt, um Attribute wie Stärke, Intelligenz und Abwehr sowie Ausrüstungsgegenstände zu verbessern. Natürlich bringen schwierige Feinde auch mehr Punkt, aber leider auch mehr Gefahren mit sich. Ob fiktive Wesen wie Drachen, Höllenhunde, bewaffnete Skelette oder jedwede Ritter, je schwerer der Feind, desto mehr Seelen bekommt ihr nach einem Sieg gutgeschrieben.

Wer bereits den ersten Teil kennt, dem werden die folgenden Gameplay-Elemente nicht neu sein. Denn leider sind die Feinde in Dark Souls 2 alles andere als einfach zu besiegen und so werdet ihr sicherlich dutzende Niederlagen einstecken müssen bevor es tatsächlich vorangeht. Das schlimmste daran ist aber nicht, wieder ab dem Checkpoint zu beginnen, sondern alle Seelen-Punkte verloren zu haben. Doch nicht einmal dabei bleibt es, denn auch euer Gepäck ist verloren und kann nur an der Stelle wiedergefunden werden, an der ihr niedergestreckt wurdet. Trefft ihr also auf Gegner, solltet ihr ihnen mit Respekt begegnen und nicht wie wild einen Schlagabtausch wagen.

Blocken, Heilen und Ausweichen ist genauso wichtige wie der Schwerthieb oder Element-Zauber. Dabei zeigen sich die Gegner auch sehr individuell und haben ganz eigenen Schwachstellen. Kommt es dennoch einmal zu einer ungünstigen Konfrontation, kann dies schnell euer Exitus bedeutet, sofern ihr nicht die richtige Taktik in petto habt. Gerade die riesigen Bestien sind wenig zimperlich mit eurem Hauptprotagonisten und enthaupten ihn binnen weniger Sekunden. Immer wieder werdet ihr in solche Situationen geworfen, was weniger erfahrene Spieler in Frust zurücklässt. Die Niederlagen sind manchmal aber auch nicht vorhersehbar und machen sogar vor erfahrenen Spieler keinen halt. Tretet ihr beispielsweise einem Endboss gegenüber und wollt den finalen Schlag setzen, kann durchaus eure Waffe zerbrechen und ihr müsst euch einen neuen Weg zum Bezwingen einfallen lassen.

Schon hier bemerkt ihr, dass die Charakterwahl zu Beginn nicht ganz unbedeutend war. Gerade Spieler die ihrer Figur die Möglichkeit der Anwendung von Magie gegeben haben, werden es jetzt bedeutend einfacher haben. Mit Feuerbällen könnt ihr aus der Distanz angreifen und rechtzeitig flüchten, wenn ein Gegner euch zu Nahe kommt. Dafür ist euer Hauptprotagonist im Nahkampf ein hoffnungsloser Fall und wird nicht selten den Heldentod sterben. Natürlich ist manchmal auch Schwert und Schild die bessere Option, was sich aber bei vielen Spielern erst im Verlaufe von Dark Souls 2 herauskristallisieren wird. Allgemein ist die Spielmechanik der jeweiligen Klasse eine ganz Eigene, was wiederum viele verschiedene Optionen zur Verfügung stellt, die ebenso Kampfentscheiden sein können. Zudem dürft ihr mit der Verteilung neuer Attributen auch Klassen mischen und so verschiedene Fähigkeiten verbinden.

Um abseits des Auflevelns auch die Abwehr zu stärken und anderem Schaden vorzubeugen, spielen Ausrüstungsgegenstände eine besonders große Rolle. Ihr solltet jederzeit in bessere Roben und Rüstungen investieren, damit ihr gegen die immer anspruchsvolleren Gegner auch eine Chance habt. Der Schmied des Vertrauens stellt ebenso seine Hilfe zur Verfügung und verstärkt Rüstungen wie auch Waffen, solltet ihr die benötigten Utensilien besitzen.

Zusätzlich passen glücklicherweise noch einige Items wie Schlüssel oder Heiltränke in euer Gepäck, die sich schon recht zeitnah als wertvolles Gut darstellen. Auch Informationen von anderen Charakteren solltet ihr nicht meiden, denn diese Ratschläge beinhalten manchmal Geschenke oder ein besseres Verständnis zur Story. Trotzdem seid auch hier gewarnt, denn Handlungen aus Willkür werden in Dark Souls 2 gestraft. Greift ihr also einen freundlich gesinnten NPC ohne jeglichen Tatbestand an, wird euch Lebensenergie abgezogen, die das ohnehin schon schwierige Setting noch erdrückender macht.

Kommen wir aber noch einmal kurz zum Checkpoint zurück, an dem ihr gleichzeitig eure Energiereserven auffrischen dürft. Leider erholen sich in eurer Ruhepause auch fast alle Feinde. Lediglich seltene Gegner erleben keine Wiedergeburt und bleiben dauerhaft vom Mittelalter entbunden. Trotzdem ist dies auch ein kleiner Trick, um sich mehr Seelen zu organisieren und dadurch zu investieren, denn ansonst macht es euch Dark Souls 2 alles andere als einfach. Nicht selten wird der eigentliche Checkpoint euer Rückzugsgebiet sein, denn Gruppen an Gegnern und riesige Biester lauern überall auf dem weitläufigen Arealen.

Dark Souls spielt in einem fiktiven Mittelalter, dass so düster und dreckig ist, wie es sich sicherlich die meisten von euch vorstellen werden. Die dunkle erschreckende Atmosphäre passt perfekt zum hohen Schwierigkeitsgrad. Einen endlosen Nebel müsst ihr aber nicht befürchten, stattdessen bekommt ihr ausgearbeitete Schauplätze mit toller Weitsicht, die sich aber gelegentlich mit verwaschenen Texturen abmildern. Viele beeindruckenden Monstern, riesigen Zyklopen und prunkvollen Rittern bereichern eure Tour durch die weitläufigen Schauplätze, die hinter jeder Ecke einen Überraschungseffekt bieten können. Optisch lässt das Schreckensszenario also nur wenige Wünsche offen und die Zeitreise ist wunderbar auf dem Fernsehgerät umgesetzt. Leider muss man sich trotz guter Optik eingestehen, dass die vorläufigen Screenshots weiter aus mehr geboten haben und teils falsche Hoffnungen in den Käufern freisetzte.

Der Sound ist ebenso düster und bedrückend was natürlich super ins Setting passt. Leider bekommt ihr keine deutsche Lokalisation dazu und müsst mit Bildschirmtexten vorliebnehmen. Doch die englische Sprachausgabe bietet die passenden Stimmen, die einfach auf Dark Souls 2 abgestimmt wurde. Diese gute Umsetzung findet sich in der Steuerung nur zum Teil wieder. Klar, Rollenspiele begannen einst auf dem PC und daher sind Konsolenumsetzungen nie einfach, gerade wenn man alle Befehle auf einen Controller verteilen möchte.

Doch irgendwie gelingt dies und nach kurzer Einarbeitungsphase komme ich gut zurecht, sodass die Befehle an meinen Charakter flüssig übergehen. Schnell beherrsche ich die perfekte Mitte aus Blocken und Angriff, sowie dem hier besonders wichtigen Ausweichen. Für das Menü benötige ich da einige Zeit länger, denn es wirkt am Anfang zu komplex und überladen, was man wiederum eigentlich von einem guten RPG erwartet. Nach einer beachtlichen Spielzeit, ist mir das Menü aber auch bestens vertraut und die Übersichtlichkeit gegeben. Trotzdem merkt der gewillte Spieler schnell, dass Dark Souls 2 für Profis geschaffen wurde und viele frustrierende Situationen mit sich bringen wird.

(C) Rena Fanselow

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
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Unsere Wertung
87%


Fazit
Düster, blutig, schwierig, so könnt man Dark Souls 2 in wenigen Worten bezeichnen. Selbst ich werde oftmals, trotz einiger Spielerfahrung, mit dem weiterkommen überfordert. Das Setting ist toll, das Menü komplex, doch werden nur Profis wirklich ihre Freude daran haben. Doch will ich das Spiel nun keinesfalls schlechtreden, denn es hat einen wahrlich ergreifenden Charakter, was wiederum nur wenige Spiele von sich behaupten können. Der Spieler wird zur taktischen Schlacht und dem besonnenen Handeln gezwungen. Ist dass nicht das, was ein Rollenspiel ausmachen sollte? Schlussendlich darf man Dark Souls 2 fast schon als Sinnbild für Tod und Verderben in Videospielen bezeichnen.