The Crew bei uns im TestThe Crew bei uns im Test
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The Crew bei uns im Test

Das Warten hat ein Ende. Wir haben unserer virtuellen Autoschlüssel bekommen und dürfen die Xbox One Version von The Crew unter die Lupe nehmen. Kann das Spiel am Ende überzeugen oder sollte es lieber doch in der Garage stehenbleiben? Wir werden es herausfinden.

Born in the USA 

the_crew_02Wer schon immer mal nach Amerika wollte, wird sich bei The Crew sofort wohlfühlen. Egal ob Route 66 oder öde Landschaften – hier wird euch alles geboten. Und da könntet ihr auch schon mal ein paar Stunden länger unterwegs sein. Und das ist nicht übertrieben. Um von einer Seite zur anderen zu kommen seid ihr schon echt lange unterwegs.Da könnt ihr die Landschaften genießen, Radiosender hören oder einfach nur durch die Gegend fahren. Klingt nicht wirklich spektakulär, aber es ist halt mal was anderes. Wer keine Lust auf große Fahrten hat, kann aber auch sofort zum Event oder Reiseziel springen.

 

The Crew will ein Multiplayer-Spiel sein, welches aber dennoch eine Story beeinhaltet. Ein schwieriges Unterfangen. Denn beides unter einem Hut zu bekommen, ist keine leichte Aufgabe. Doch wir sind echt überrascht, das hat geklappt. Allerdings merkt ihr schon nach wenigen Minuten: Die Geschichte kenn ich doch irgendwo her? Es kann daran liegen, dass bei den meisten Filmen rund um Autos eh immer die gleiche Story erzählt wird.

Eine Story ist auch dabei 

Es geht darum, dass euer Bruder umgelegt worden ist, und ihr dafür verantwortlich sein sollt. Eigentlich habt ihr überhaupt gar nix damit zu tun, aber die korrupte Polizei und auch das Gericht sorgt dafür, dass ihr für fünf Jahre in den Bau wandert. Dort werdet ihr allerdings nicht geläutert oder zum frommen Menschen, sondern wollt euren Bruder rächen und steigt erneut in die Crew ein. Das Abenteuer kann beginnen und ihr habt ab sofort einen Undercover-Einsatz. Dieser streckt sich durch die ganze USA, die im Spiel als Miniatur-Version dabei ist.

Szene aus The CrewOk, die Story läuft also nun nebenher und wir dürfen verschiedene Missionen und Events besuchen. Da The Crew ja ein reines Multiplayer-Spiel sein will, könnt ihr diese zusammen mit anderen Mitstreitern spielen. Entweder sucht ihr euch dafür Leute für eure Crew aus oder lasst einfach irgendwem bei euch mitspielen. Die Belohnungen für die Missionen bringen euch das weitere Credits, mit dem ihr eure virtuellen Boliden so richtig schön aufmotzen könnt. Und hier ist dürfen Technik-Freaks sich auf eine ganze Bandbreite freuen. Alle mögliche Dinge dürfen nach euren Wünschen eingestellt werden.

Auch das Auto bedankt sich dafür mit einem deutlich besseren Fahrgefühl. Es liegt besser in der Kurve, es reagiert anders auf Bewegungen und fliegt nicht mehr bei jeder Kleinigkeit aus den Kurven. Trotzdem müsst ihr dafür Zeit und Geduld aufbringen. Zu Anfang habt ihr das Gefühl eure Karren überhaupt nicht unter Kontrolle zu haben. Das ist aber nur eine Gewöhnungssache, da The Crew euch sofort auf die Straße lässt. Ihr müsst erstmal ein Gefühl für die Steuerung bekommen, die auf der Xbox One reibungslos funktioniert. Problematisch wird es nur bei den unterschiedlichen Missionen. Erledigt ihr die eine Aufgabe mit links, müsst ihr bei der anderen schon gefühlte hundert Mal probieren bis es klappt. Das kann an manchen Stellen echt nervig werden, da euch meistens die nötigen Credits für ein besseres Auto fehlen.

Übersicht – Fehlanzeige

Was uns ebenfalls aufgefallen ist: Es geht zu schnell der Überblick verloren. Zwar ist die Karte gut aufgestellt, und kann durch Heranzoomen auch sehr gut gelesen werden, doch manchmal ist es einfach zu viel. Überall ploppen Events auf und ihr wisst gar nicht wo ihr schon überall gewesen seid. So kann es vorkommen, dass ihr manche Missionen einfach mal doppelt macht. Hier hätte es übersichtlicher gestaltet werden können. Auch die Polizei kann euch manchmal echt auf den Nerv gehen und verfolgt euch gerne mal eine längere Zeit. Weniger ist manchmal mehr.

the_crew_04Und auch bei The Crew haben die Mikrotransaktionen Einzug gehalten. Ich persönlich halte von diesem Geld-Scheffel Aktionen überhaupt nix und bin der Meinung das sie in einem Spiel einfach nichts zu suchen haben. Ihr bezahlt schon knapp 60 Euro für den Titel selbst und sollt dann nochmal Geld investieren, nur damit euer Auto besser fährt als andere? Das kann nicht der Sinn der Sache sein. Dann muss das Spiel für 30 Euro in den Handel gestellt werden und das Hauptaugenmerk auf kostenpflichtige Inhalte gelegt werden. Dann kann man es vielleicht ein bisschen nachvollziehen. So gibt es immer einen faden Beigeschmack. Und wenn es in Zukunft so weitergeht, wird die Spiele-Industrie verdammt drunter leiden. Nun bleibt es ja jedem selbst überlassen. Wer genug Zeit und Lust hat, wird seine Ziele auch ohne echtes Geld erreichen.

Grafisch ganz nett anzusehen 

Grafisch bietet The Crew und wunderschöne Landschaften, toll animierte Fahrzeuge und viele kleine Details. Es macht einfach Spaß durch die Mini-USA zu cruisen und sich dabei die Umgebungen anzuschauen. Zwar gibt es Tag und Nachteffekte, beim Wetter müssen wir allerdings auf Regen oder Schnee verzichten. Titel wie Forza Horizon 2 sehen da aber deutlich besser aus. Optisch ist The Crew keine Next-Gen Granate, sieht aber dennoch ganz nett aus.

the_crew_3Doch kommen wir zurück zu dem eigentlichen von Ubisoft so angeprangerten Online-Erlebnis. The Crew lässt dabei viel zu wenig zu. Es können keine Clubs gegründet werden und ihr könnt nur bestimmte Missionen mit einem Kumpel spielen. Außerdem müsst ihr ständig online sein, um das perfekte Erlebnis zu bekommen. Haben wir nicht wirklich verstanden. Nur damit andere Spieler an euch vorbeifahren und vielleicht mal ein Rennen mit euch fahren? Das wäre auch ohne gegangen. Klar ist: The Crew will, wie schon oben öfters erwähnt, ein reines Multiplayer-Spiel sein. Doch manchmal ist der Wille halt zu wenig. Es ist spannend und manchmal auch interessant, aber die meiste Zeit fahrt ihr trotzdem alleine durch die verkleinerte USA.

The Crew sorgt mit unterschiedlichen Missionen für Abwechslung und erinnert vom Ablauf stark an Driver oder Need for Speed. Irgendwie ist alles davon drin und vermischt so mehrere Titel zu einem einzigen. Ubisoft schafft es aber nicht, den Titel die Krone aufzusetzen. Es wird auf Dauer zu unübersichtlich und der Faden geht einfach verloren. Wo sind wir jetzt? Was steht als nächstes an? Ein Open-World Spiel, welches euch zu stundenlangen Autofahrten einlädt, aber dann doch den Kern des Spiels nicht wirklich rüberbringen kann.

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
Markus

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag


 
Unsere Wertung
77%


Fazit
The Crew ist eine Mischung aus Driver, Need for Speed und Test Drive. Ein Story die interessant anfängt, aber hinterher irgendwie den Faden verliert. Das ihr zusammen einen Crew aufbauen könnt ist interessant, es ist aber trotzdem schade das es irgendwie am gemeinsamen Spielspaß fehlt. Ihr könnt zwar hier und da zusammen Events und Rennen gestalten, das war es aber auch. Der nötige Tiefgang fehlt. Die Präsentation von The Crew ist dagegen super und bringt euch tolle Landschaften und schön animierte Umgebungen.