Battlefield Hardline bei uns im TestBattlefield Hardline bei uns im Test
0100

Battlefield Hardline bei uns im Test

Mit Battlefield Hardline entfernt sich Electronic Arts vom direkten Kriegsschauplatz der Vorgänger und lässt uns erstmals in das beschauliche Miami eintauchen, wo wir uns der Verbrechensbekämpfung annehmen sollen. Ob das neue Konzept im Battlefield-Gewand überzeugen kann erfahrt ihr in unserem aktuellen Testbericht.

Ein Neuanfang
Zu Beginn von Battlefield Hardline schlüpfen wir in die Rolle eines jungen Cops namens Nicolas Mendoza. Unsere Arbeitsstelle ist das Drogendezernat in Miami und wir müssen uns um einen Krieg unter den Drogenbanden kümmern. In der ersten Hälfte des Spieles werden wir auch noch wirklich den normalen Alltag eines Cops erleben können. Wir müssen uns mit Dealern abquälen, einige Recherchen und Verhaftungen durchführen und uns ab und an mit Waffengewalt zur Wehr setzen. Der übliche Alltag eines Polizisten in Miami eben!

In der zweiten Hälfte des Spieles werden wir allerdings Undercover arbeiten müssen, da wir in gewisser Maßen hinters Licht geführt wurden. Als angeblicher Verbrecher werden wir uns nicht nur auf der Flucht befinden, sondern müssen uns auch um die eigentliche Arbeit der Polizei in Miami kümmern. Warum wir den Weg in den Knast gefunden haben wollen wir an der Stelle aber nicht verraten.

Das neue Konzept findet eine wirklich gute Umsetzung in Battlefield Hardline auch wenn die logischen Zusammenhänge in der Storyline teilweise doch etwas fragwürdig wirken. Dennoch wird ein wenig Abwechslung in die ehemals triste Welt der Battlefield-Reihe einkehren. Man versucht eben in dem neuesten Ableger dieser Reihe mit einem Cop-Serienstyle zu Punkten und setzt dabei in der Kampagne keinen Fokus auf eine ständige Ballerei.

Battlefield Hardline Screen 1

Hände hoch.. ich will ein Foto!
Die ersten Momente von Battlefield Hardline sind etwas neu für uns. Wir befinden uns nicht, wie für die Reihe üblich, an einem Kriegsort, sondern schlüpfen in die Rolle eines Cops. Fortan müssen wir uns nicht nur durch die Schauplätze schießen, sondern versuchen uns in der Verbrechensbekämpfung. Und diese ist bestenfalls ohne direkte Waffengewalt. So werden wir an vielen Stellen die Verbrecher mit einem lautstarken „Hände hoch“ und wedelnder Polizeimarke dazu animieren sich einfach zu ergeben. Natürlich kann dies in erster Linie etwas abschreckend für einen Ego-Shooter wirken, macht aber nach einiger Zeit sichtlich Spaß. Denn sind wir mal ehrlich, in der Realität ballern Polizisten auch nicht wahllos auf Verbrecher, die bewaffnet sind. Die Umsetzung dieses Features wurde daher wirklich gut in das Gameplay integriert, denn wir können nahezu jeden Levelabschnitt durch eine taktische Vorgehensweise gewaltfrei lösen. Falls man allerdings keine Lust auf Festnahmen hat, kann man sich auch einfach der Waffengewalt hingeben. Dem Spieler wird somit die Herangehensweise nicht vorgeschrieben. Allerdings wird man durch gewaltfreie Aktionen und Festnahmen mehr Punkte ergattern können, die unser eigenen Levelbereich um einiges schneller voranschreiten lassen. Durch höhere Level unseres Charakters können wir mehr Waffen und Gadgets nutzen, die uns im weiteren Spielverlauf sehr gelegen kommen werden.

Wo allerdings dieses Feature anfänglich eine gute Umsetzung findet wird es im späteren Spielverlauf etwas surreal. Denn zu Beginn werden wir noch als Cop unsere Zeit auf den Straßen von Miami verbringen können, bis wir schlussletztlich reingelegt und als Verbrecher dargestellt werden. Als angeblicher Verbrecher werden wir allerdings weiterhin Festnahmen durchführen können, was eigentlich doch etwas unrealistisch wirkt. An dieser Stelle hätte man sich vielleicht ein anderes Konzept ausdenken können, womit dieses nette Feature nachvollziehbarer gewesen wäre. Wir befinden uns zwar immer noch auf Verbrecher-Jagd, aber eben nicht mehr auf offizieller Ebene. Somit ist es fraglich, wo unser Held seine Polizeimarke im Knast versteckt haben könnte. Aber an dieser Stelle überlassen wir euch eure Fantasie!

Aber nicht nur durch die Verhaftungen selber werden wir die nötigen Punkte für eine Beförderung zusammen sammeln können, sondern ebenso durch Beweismaterialien. Diese sind in den verschiedenen Teilabschnitten der Level unterschiedlich verteilt. Wonach man sich auf die Suche begeben muss kann man in den Optionen bequem nachlesen. Wer sich allerdings nicht die Mühe machen will und einfach stupide Informationen über die Materialien einsammeln will, der kann auf sein modernes Handy zurück greifen. Anscheinend gehören hoch entwickelte Smartphones nicht nur zum Repertoire von Agenten wie James Bond, sondern auch zu denen von den Cops in Miami. Mit dem Handy wird Mendoza nicht nur telefonieren können, sondern es hat gleich mehrere Funktionen ineinander vereint. Zum einen können Gegner bequem damit anvisiert werden, damit man als Spieler deren Laufwege perfekt nachverfolgen kann. Zum anderen wird man mit diesem Gerät auch Zielpersonen analysieren und abhören können. Die Abhörfunktion hat an dieser Stelle keinen wirklichen Nutzen, lässt das ganze Handy allerdings in einem positiven Licht dastehen! Aber auf die wohl wichtigste Funktion des kleinen mobilen Computers sind wir noch gar nicht eingegangen. Und zwar die Beweismittel-Suchfunktion. Sobald man auf den Bildschirm des Handys blickt wird man Zielgenau zu den verschiedenen Beweismaterialien gelotst. Wir können uns dadurch eine Menge Arbeit ersparen und folgen einfach den angezeigten Pfeilen mit genauer Entfernungsmarkierung. Na wenn das mal nicht eine lässige Polizeiarbeit ist. Auch an dieser Stelle wird das surreale wieder an Oberhand gewinnen. Denn selbst als angeblicher Verbrecher, der ab einem späteren Zeitpunkt aus dem Untergrund agieren muss, wird man sich weiterhin noch auf die Suche nach Beweismaterialien machen müssen. Für wen wir diese Informationen allerdings sammeln müssen wird an keiner Stelle des Spieles erklärt. Aber das kann uns eigentlich egal sein, insofern unsere Punktekasse immer schön aufgefüllt wird.

Immer die Gleiche Arbeit!
Dieser Teil der Battlefield-Reihe wurde ordentlich aufpoliert. Ein komplett neues Konzept, eine knackige Story und ein paar nette und neue Features. Eigentlich alles, was das Spielerherz zum schlagen bringen sollte. Wo die Vielfalt vielleicht anfänglich seine Stärken hat, wird allerdings recht schnell der Alltag einkehren. Die einzelnen Episoden werden uns zwar an unterschiedliche Schauplätze führen, welche auch teilweise mit mehr oder weniger Action versehen wurden. Im Großen und Ganzen sind diese allerdings recht linear aufgebaut. Zwar gibt es an manchen Levelabschnitten unterschiedliche Herangehensweisen, aber all das könnte man sich durch reine Waffengewalt sehr einfach gestalten. Das erweckt den Anschein, dass man nicht unbedingt auf die Stealth-Features zurückgreifen muss, um die einzelnen Episoden zu meistern.

Das ist zwar Schade, aber nicht sonderlich schlimm. Dadurch wird dem Spieler wenigstens nicht ein Stil vorgeschrieben, welchen man einzuhalten hat.

Obwohl der Alltag recht schnell in der Kampagne von Battlefield Hardline auftreten wird werden wir trotzdem noch an manch einer Stelle überrascht. Wo wir fehlende Zerstörungen von ganzen komplexen im Gegensatz zum Vorgänger bemängeln wurde im Gegensatz dazu der Physik ein wenig mehr Realismus eingefügt. In einer Lagerhalle müssen wir uns beispielsweise gegen gleich mehrere Gegner zur Wehr setzen. Dies funktioniert zwar gut und wir finden auch jede Menge Deckungen, allerdings werden zu unserer Begeisterung die Spanplatten durch die einprasselnden Kugeln komplett zerstört werden. Es heißt also Deckung ade. Das bringt zumindest noch zusätzlich ein wenig Geschwindigkeit in die Kampagne hinein.

Battlefield Hardline Screen 2

Auf in den Multiplayer
Neben der gut umgesetzten Solo-Kampagne kann sich der Spieler natürlich im Mehrspielermodus auf weitere Stunden voller Spielspaß freuen. Zum einen lädt der neue Spielmodus „Hotwire“ dazu ein kleine Spritztouren mit vorgeschriebenen Fahrzeugen auf den verschiedensten Karten zu durchleben. Zusammengefasst muss jedes Team in diesem Modus speziell ausgewiesene Fahrzeuge erobern und mit diesen ein bestimmtes Tempolimit erreichen. Das sorgt nicht nur für die gewisse Abwechslung, sondern auch für temporeiche Runden. Besonders weil gerade Karambolagen und coole Stunts an der Tagesordnung stehen werden. Das einzig nachteilige an diesem Spielmodus ist nur, dass stets die Fahrer und Beifahrer mit Punkten überhäuft werden, während alle anderen fast leer ausgehen. Denn wenn man nur damit beschäftigt sein sollte mit reiner Waffengewalt andere Autos von der Straße abzudrängen bekommt man lediglich nur einen Bruchteil der Punkte.

Aber neben „Hotwire“ wird es noch einige weitere Spielmodi zu entdecken geben. Der beliebte „Team-Deathmatch“ fehlt natürlich auch in Battlefield Hardline nicht und lädt mit insgesamt 64 Spielern auf den größten Karten zu einem Gewusel der extra klasse ein. Allerdings können wir an der Stelle nur einen kleinen Tipp an die Spieler weiter reichen: Entscheidet euch bestenfalls für kleinere Teamkämpfe. Besonders ab einer Spieleranzahl von 32 an Aufwärts wird die Spielfreude in diesem Modus nur noch aus zufälligen Toden bestehen, da die Spawnpunkte sehr unklug gewählt worden. So passiert es sehr schnell, dass diverse Gegner nach ihrem Ableben hinter einem erscheinen und direkt einen Freischuss vor die Linse gesetzt bekommen. Das sorgt für das gewisse Frustpotential.

Wer Abstand stupider Gewalt und Fahraktionen nehmen will, der dürfte sich wohl in dem Spielmodus „Überfall“ oder „Blood Money“ geborgen fühlen. Denn bei diesen wird die Verbrechensbekämpfung in den Vordergrund gerückt. Als Verbrecher müssen wir dort versuchen einen Tresor zu knacken, um dann das Geld stehlen zu können. Im Anschluss muss die erbeutete Ware nur noch zu den jeweiligen Abholzonen gebracht werden. Die Polizisten dürften bei diesem Spielmodus natürlich nicht fehlen, denn diese versuchen die ganze Aktion ungeschehen zu machen. Sollten die Verbrecher auf dem Weg zum Abholplatz beispielsweise von den Cops abgewehrt werden, so wird das Geld für einen gewissen Zeitraum, welcher angegeben wird, dort verweilen. Entweder die Kriminellen werden es noch schaffen die Beute erneut einzusammeln, denn anderen falls wird diese dann wieder an den Ursprungsort zurück teleportiert und die ganze Aktion geht von vorne los – Abzüglich der Tresorknackung.

Battlefield Hardline Screen 3

Der Spielmodus „Blood Money“ ist ähnlich aufgebaut, zumindest geht es um das beliebte Geld. Denn beide Teams müssen Geld von einem zentralen Stapel der Karte in die eigenen Tresore schaffen. Dabei ist die Action natürlich großgeschrieben, denn die Erbeutung wird nicht gerade selten in einem massiven Schusswechsel enden. Man wird auch anderen Spielern Geld stehlen können, denn diese werden jegliche erbeuteten Scheine auf den Boden fallen lassen, wenn man diese erschießen sollte. Zusätzlich kann man sich aber auch am Tresor des gegnerischen Teams bedienen. Sind diese nämlich unaufmerksam, so wird es dem eigenen Team zum Vorteil werden. Gerade das macht diesen Spielmodus so unglaublich abwechslungsreich und spaßig.

Keine Lust auf Massenschlachten?
Möchte man es ein wenig gemütlicher mit einer beschränkten Spieleranzahl haben, so wird man mit den Spielmodi „Rettung“ oder „Fadenkreuz“ seinen Spaß finden. Bei der Rettung wird man entweder zwei Geiseln befreien oder entsprechend die Befreiung verhindern müssen. Was man genau machen muss entscheidet logischerweise die Teamzugehörigkeit.

Bei dem Spielmodus Fadenkreuz müssen wir auf Seiten der Polizisten einen Informanten zu einer Abholzone bringen. Die Verbrecher hingegen werden sich um seine Exekution bemühen müssen. Beide Spielmodi werden für insgesamt zehn Spieler zur Verfügung stehen, so dass jedes Team aus fünf Spieler besteht. Das lädt zumindest zu entspannter wirkenden Mehrspielerpartien ein, als zu undurchsichtigen Massenschlachten, auf die man in anderen Spielmodi treffen wird.

Battlefield Hardline Screen 4

Fazit:
Mit Battlefield Hardline hat Electronic Arts wirklich einen frischen Wind in die Battlefield-Reihe bringen können. Besonders die Kampagne kann durch den Cop-Serienstyle für abwechslungsreiche Spielstunden mit viel Action und Spannung sorgen. Aber auch der Mehrspielermodus konnte mich für viele weitere Stunden begeistern. Viele Spielmodi die verschiedener fast nicht hätten sein können. Für eigentlich jeden Geschmack dürfte etwas dabei sein. Einzig und allein größere Mehrspieler-Partien dürften etwas undurchsichtig und chaotisch wirken, da besonders die Spawnpunkte relativ unklug gewählt worden.

Allerdings hätte man meiner Meinung nach diesen Titel nicht unbedingt unter der Battlefield-Marke führen müssen. Denn außer dem Mehrspielerkonzept hat dieser Titel eigentlich kaum etwas mit seinen Vorgängern gemeinsam, da es sich besonders Storymäßig an anderen Orten ansiedelt. Wer mit der Battlefield-Reihe bislang seinen Spaß gefunden hat, der wird mit Sicherheit von Battlefield Hardline begeistert sein. Aber auch Neulinge in dieser Reihe werden durchaus auf ihre Kosten kommen können!

Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher


 
Unsere Wertung
91%