Arma 3 im TestArma 3 im Test
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Arma 3 im Test

Im Vorfeld zu diesem Text muss ich anmerken, dass ein erstes Review zu Arma 3 nicht so einfach wie andere Spieletests verlief. 

Erstens versteht sich Arma 3 als komplexe Militärsimulation mit dem Fokus auf eine realistische Spielweise und hebt sich dadurch erheblich von den Platzhirschen Call of Duty und Battlefield ab. Arma 3 ist nichts für die Ballerei zwischendurch. Es bietet jede Menge Tiefe und Realismus. Zweitens wurde Bohemia Interactive bei Auslieferung des Spieles nicht mit der Einzelspielerkampgane fertig. Diese wird, aufgesplittet in drei DLCs, nachgereicht. Der erste Teil „Survive“ wurde am 31. Oktober via Steam zur Verfügung gestellt.

Dieses Vorgehen hat den Entwicklern im Vorgehen einiges an Kritik eingebracht, da man als Solospieler quasi die Katze im Sack kauft. Doch Arma 3 ist eher eine Plattform als ein Spiel. Es ist ein riesiger Spielplatz für die Community, die mit dem mitgelieferten Editor eigene Inhalte formen kann. Zur Zeit investiert man also eher in ein Projekt als in fertiges Spiel. Die Community aber hat schon fleißig einige Szenerien mit Hilfe der Alpha- und Betaversion gebastelt. Wenn man bedenkt, wie viel die Community für den Vorgänger erstellt hat, kann man erahnen, was noch alles für Arma 3 in naher Zukunft erscheinen wird. Bohemia stellt das Werkzeug zur Verfügung und setzt große Stücke auf die Community.

Krieg in naher Zukunft

Arma 3 spielt im Jahre 2035. In einem fiktiven Konflikt zwischen der NATO und einer vom Iran angeführten Allianz namens CSAT. Die Türkei wurde durch zahlreiche Naturkatastrophen heimgesucht, was der Iran ausnutzt, um bis nach Griechenland zu expandieren. Dies wirft die NATO auf den Plan, die eine Eingreiftruppe aussendet, um die Invasoren wieder zurückzudrängen. Ihr könnt dabei zwischen den beiden griechischen Inseln Statis und Altis wählen. Wer nun denkt, dass zwei kleine Inseln alles sein sollen, kann beruhigt werden. Die beiden Inseln bieten zwei riesige Sandbox-Areale mit insgesamt 290 Quadratkilometern Fläche. Altis, die größere der beiden Inseln, ist eine virtuelle Kopie der Ägäisinsel Limnos. Wir erinnern uns, dass hier zwei Entwickler von Bohemia festgenommen wurden, nachdem sie Militäreinrichtungen zur Recherche fotografiert haben und erst einmal für Spione gehalten wurden.
Obwohl Arma 3 in der Zukunft spielt, sind die verfügbaren Waffen und Fahrzeuge nicht so weit von unserer Realität entfernt und man erkennt oftmals den realen Vorgänger.

Rambo war gestern

Rennen und Ballern aus der Hüfte, wie zu Rambos Bestzeiten könnt Ihr vergessen. Arma 3 ist kein Call of Duty oder Battlefield. Das Spiel setzt auf realistische Kämpfe mit taktischem und strategischem Vorgehen. Das bedeutet, dass Ihr beim Anvisieren von Gegner die Entfernung bei Zielfernrohren berücksichtigen müsst. Das schnelle Vorpreschen bedeutet eigentlich immer den sicheren virtuellen Tod. Einsteiger in die Arma-Reihe werden vom Spiel nicht in Form von Tutorials an die Hand genommen. In den sogenannten Showcases, rund zwei Dutzend Demo-Missionen, werden wir mit den wichtigsten Bereichen, wie Feuergefechten, Fahrzeugen, Strategien, Kampf unter Wasser etc. vertraut gemacht.

Schöner Sterben

Mit der neuen Real Virtualilty Engine 4 hat Bohemia Interactive eine eindrucksvolle Optik und ansehnliche Effekte gezaubert. Die Landschaften sind wunderschön gestaltet mit Tälern, Hügeln, Ebenen und unterschiedlichen Vegetationen. Eine wechselnde Witterung und dynamische Lichteffekte runden das Spielerlebnis ab.

Der Hunger des Krieges

Offline ist Arma 3 sehr genügsam was die Hardwareanforderungen angeht. Vieles kann in den Einstellungen optimiert und skaliert werden. Aber auch hier gilt – Dynamik und Sandbox haben ihren Preis. Wer Arma 3 in seiner vollen Grafikpracht genießen möchte, braucht ein potentes System und ein wenig Geduld bei der Feinjustierung.
Kommt es zum Onlinekampf wird Arma 3 zum Hardwarefresser und man ist den Zicken des Servers ausgesetzt. Je nach Umgebung, Tageszeit und Missionsdetails kann es passieren, dass man auf einem aktuellen Spielerechner entweder mit 150 oder 20 Bildern pro Sekunde durch das Terrain zieht.

 

Marc

Marc

Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher
Marc

Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher


 
Unsere Wertung
75%


Fazit
Riesige, offene Spielwelt mit einem realitätsnahem Gameplay und einer hervorragenden Community. Doch beim Kaufs des Spiels muss man hoffen, dass diese Community auch wie bei den Vorgängern für Nachschub und Weiterentwicklung sorgt. Wer sich nicht scheut, eher in ein langjähriges Projekt als in ein fertiges Spiel zu investieren, ist hier genau richtig. Leider kommt auch Arma 3 nicht an KI-Schnitzern vorbei. Regungslose Gegner oder Teammitglieder, die einfach in den Himmel starren, mindern die gute Atmosphäre. Veteranen der Serie können getrost zugreifen. Einsteiger dürfen nicht den Fehler machen Arma 3 mit anderen Shootern zu vergleichen und die Komplexität des Spiels zu unterschätzen.