Animal Crossing: New Leaf – Welcome amiibo bei uns im Test

Winterurlaub schon gebucht? Wir hätten da ein äußerst reizvolles Angebot zum kleinen Preis. Pure Entspannung, friedvolle Nachbarn, Selbstverwirklichung und ein nicht zu unterschätzendes Wohlfühlerlebnis. Von tierischen Bewohnern und geselligen Runden am Lagerfeuer: Unser Test zu Animal Crossing: New Leaf – Welcome amiibo auf dem Nintendo 3DS.

Alles beim Alten…

Auch mit dem Welcome amiboo-Update, ändert sich am grundsätzlichen Spielprinzip von Animal Crossing: New Leaf natürlich nichts. Wir schlüpfen immer noch eher unfreiwillig in die Rolle eines Bürgermeisters und müssen fortan dafür sorgen, etwas aus diesem kleinen Städtchen zu machen, das uns da so kommentarlos vor die kleinen Füße gesetzt wird.

Schnell lernen wir die überaus knuffigen Bewohner kennen, nehmen an besonderen Events teil, fangen Insekten oder Fische, sorgen für den Ausbau der örtlichen Geschäfte, empfangen fremde Gäste über das Internet, kleiden uns neu ein, entspannen auf einer tropischen Insel, handeln mit Rüben, rufen öffentliche Projekte ins Leben,…PUH!

Ja, in Animal Crossing: New Leaf gibt es wirklich eine Menge zu tun. Doch keine Panik, Ruhe und Entspannung gelten als Markenzeichen der Serie. Nie fühlen wir uns gestresst oder unter Druck gesetzt. Wenn wir z.B. wieder einmal den Ausbau unserer eigenen vier Wände bei Waschbär Tom Nook in Auftrag gegeben haben, können wir uns mit der Rückzahlung des Kredits alle Zeit der Welt lassen.

Dabei haben wir gar keine andere Wahl, denn auch New Leaf setzt seit jeher auf ein Spielgeschehen in Echtzeit. Einmal alle Möbelstücke, Kostüme oder sonstiges aufgekauft, müssen wir bis zum nächsten, echten Tag warten, um wieder neue Items abzustauben. Zudem eröffnen weitere Geschäfte erst nach dem Erfüllen bestimmter Bedingungen und entsprechend verstrichener Tage im Spiel. Soll bedeuten, dass wir in den ersten Tagen nach Spielbeginn meist nur eine halbe Stunde mit dem Titel verbringen, weil schlicht noch nichts los ist. Tatsächlich dauert es einige Wochen oder gar Monate, bis sich uns alle Möglichkeiten des Titels erschließen. Das mag anfangs etwas gewöhnungsbedürftig erschienen, letztlich macht es aber eine Menge Spaß, die entspannte Aufbausimulation in geringen Dosen zu genießen.

Trotzdem wirkt Animal Crossing: New Leaf ein wenig wie ein modernes Tamagotchi. Schauen wir nicht täglich in unserem digitalen Zuhause vorbei und kümmern uns um sämtliche Belange, wuchert der Ort mit Unkraut zu, geliebte Nachbarn ziehen einfach aus und andere, nicht ganz so tolle Dinge passieren ohne unser Beisein. Dann doch lieber regelmäßig zur Gießkanne greifen und als pflichtbewusster Bürgermeister gelten.

Allerdings dürfte euch das nicht allzu fremd vorkommen. Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2013, hat sich Animal Crossing: New Leaf über 10 Millionen mal verkauft und taucht seitdem immer wieder in den oberen Plätzen aktueller Verkaufscharts auf. Jetzt hat der gefeierte Nintendo 3DS-Titel aber ein riesiges, kostenloses Update erhalten, das erneut an die zwei Handheld-Bildschirme locken soll.

…und doch so viel Neues

Was ist Animal Crossing: New Leaf – Welcome amiibo überhaupt?

Wie bereits erwähnt, erwartet euch damit kein neuer Ableger der charmanten Aufbausimulation, sondern lediglich ein Update. Besitzer der Grundversion, laden sich die Erweiterung einfach aus dem Nintendo e-Shop herunter. Bisher Unentschlossene oder jene, die überhaupt keine Internetverbindung mit ihrem Nintendo 3DS aufbauen können, greifen zur alternativen Verkaufsversion, die das Update bereits beinhaltet.

Als besonders lohnenswert, entpuppt sich die Welcome amiibo-Version für fleißige Sammler der Figürchen mit Elektrochip. Denn alle bisher veröffentlichten amiibo der Animal Crossing-Reihe, die ursprünglich für das eher durchwachsene Animal Crossing amiibo Festival konzipiert wurden, sind nun mit New Leaf kompatibel. Nintendo hat es leider verschlafen, uns ein paar dieser Spielzeuge mitzuliefern. Da wir euch aber nicht auf dem Trockenen sitzen lassen wollten, sind wir einfach mal selbst in den Laden geschlendert und haben uns Schneiderin Tina und Immobilien-Hai…pardon, -Waschbär Tom Nook als amiibo besorgt. Außerdem gab es noch ein Kartenpack der momentan sehr seltenen Sanrio Collaboration obendrauf.

Nützliche Camper

Nach dem Aufspielen des Updates, erhalten wir sofort Zugang zur Wunderlampe, die wir uns übrigens auch als nette Dekoration in das eigene Heim stellen dürfen. Reiben wir daran, erscheint ein Geist, der uns dazu auffordert, einen beliebigen amiibo einzuscannen. Ist das erledigt, können wir jederzeit auf den neuen Campingplatz gehen, um den jeweiligen Charakter zu besuchen, der sich dort nun eine kleine Auszeit vom lokalen Geschehen gönnt.

So ganz unnütz ist der Kurzurlaub dann aber doch nicht. Jeder Camper bringt eine exklusive Auswahl an Einrichtungsgegenständen mit, die wir nicht wie gewohnt mit Sternis, sondern mit den neuen Camping-Coupons bezahlen. Die erhalten wir durch den Abschluss einfacher Tages- oder Wochenaufgaben, auch Initiativen genannt. Hierfür stehen Unkraut jäten, das Fangen bestimmter Fische oder sonstige Aktionen auf dem Plan. Zudem lassen sich kleine Minispiele mit den Campern spielen. Um Animal Crossing Puzzle League oder Die einsame Insel! zu spielen, müssen wir zuvor ein Nintendo 3DS-, bzw. Wii U-Imitat im Spiel erwerben. Haltet also unbedingt Ausschau nach diesen Artikeln, wenn ihr die Camper in ihren Wohnwagen besucht.

Spieler, die den Kauf der amiibo bisher gescheut haben und auch weiterhin bei ihrer Meinung bleiben wollen, sollten dem Campingplatz aber trotzdem mal einen Besuch abstatten. Denn auch ohne die NFC-Figuren, lässt sich dort jeden Tag ein neuer Bewohner nieder und bietet zusätzliche Beschäftigung und einzigartige Möbelstücke.

Die Sammelkarten verhalten sich übrigens identisch. Mit dem kleinen Unterschied, dass hier ganz normale Bewohner auf den idyllischen Wohnmobilplatz rollen. Mit ein wenig Überredungskunst, überlegen sich die tierischen Kandidaten vielleicht sogar, dauerhaft in unser Städtchen zu ziehen. Über die integrierte Augmented Reality-Kamera, lassen sich außerdem Fotos und Selfies mit den potentiellen Zuzüglern schießen.

Allerdings müssen wir uns auch hier in Geduld üben. Pro Tag können lediglich die Daten eines einzelnen amiibo, bzw. einer einzigen Karte übertragen werden. Mit einer stattlichen Merchandise-Sammlung seid ihr also wieder längere Zeit beschäftigt.

Und so bleibt es auch leider etwas fraglich, ob man das Welcome amiibo-Update überhaupt noch als wirklich kostenlos bezeichnen kann. Ein Kartenpack kostet bis zu 7 Euro, amiibo gehen vergünstigt für knapp 8 Euro über die Ladentheke. Der Normalpreis liegt zwischen 15 und 20 Euro. Wir testen ausschließlich auf einem New Nintendo 3DS (XL), verfügt ihr aber lediglich über eine der älteren Handheld-Versionen, wird noch ein zusätzlicher NFC-Reader benötigt, damit das System die amiibo-Figuren überhaupt erkennt.

Spielspaß ohne Plastik

Klar, der Fokus des umfangreichen Updates liegt eindeutig auf dem amiibo-Support. Trotzdem dürfen wir uns über weitere Funktionen freuen, die das Verwalten der eigenen Stadt um einiges angenehmer machen und kein Merchandise erfordern.

Erstmals dürfen wir nun Möbelstücke über das Touchpad des Handhelds verschieben und erhalten zudem Zugang zu einem geheimen Abstellraum. Das bringt nicht nur mehr Platz für allerlei Gegenstände, sondern beugt auch fiesen Diebstählen vor. Beim Einladen fremder Personen in die eigene Stadt, beispielsweise um besondere Früchte untereinander auszutauschen, war es immer wieder vorgekommen, dass allzu unbedachte Spieler ihrer seltenen Items beraubt wurden. Das dürfte nun der Vergangenheit angehören.

Mit einer gültigen Speicherdatei des Spin-Offs Animal Crossing: Happy Home Designer, das wir hier für euch im Test haben, können wir nun spezielle Einrichtungsgegenstände in New Leaf erhalten. Vorausgesetzt, Schlepp & Nepp’s Laden ist bereits auf der zweiten Stufe und das Bestellen von Items über den Katalog möglich.

Kleine Bemerkung kurz vorm Schluss: Animal Crossing: New Leaf ist eines jener Spiele, die auf Screenshots wahnsinnig langweilig aussehen. Dafür fehlt auch einfach die Identifikation, die erst aufkommen kann, wenn ihr selbst in das Spielgeschehen einsteigt. Auch ich habe damals lange Zeit überlegt, ob ich mir diesen so hochgelobten Titel überhaupt zulegen soll. Aber glaubt mir, seit ihr einmal in eure neue Stadt gezogen und habt die ersten Schritte getan, werdet ihr so schnell nicht mehr davon loskommen. Die anfänglich beschriebenen Funktionen des Hauptspiels sind nur ein kleiner Teil, der tatsächlichen Aktivitäten. Egal, ob Feiertag, Geburtstag, Kunsthändler, Rübenhandel oder andere Events, abseits des obligatorischen Geschehens ist hier immer etwas los. Kein Tag gleicht dem anderen, jede Spielerfahrung ist absolut individuell.

Fazit und Wertung gibt es weiter unten!

Der Test basiert auf unserer Testversion von Animal Crossing: New Leaf – Welcome amiibo, die uns freundlicherweise von Nintendo zur Verfügung gestellt wurde. Für die Screenshots haben wir uns diesmal an eigenen Aufnahmen, aber auch dem Nintendo Presseserver bedient.

Animal Crossing: New Leaf – Welcome amiibo ist, digital und in einer physischen Verkaufsversion, seit dem 2. Dezember 2016 exklusiv für den Nintendo 3DS erhältlich. Das bloße Update für Besitzer der Grundversion, gibt es bereits seit Ende November. Zum Standardpreis von ca. 40 Euro, könnt ihr den Titel nahezu überall erwerben. Aber bitte daran denken: Wollt ihr wirklich noch amiibo-Figuren oder -Karten dazukaufen und besitzt keinen New Nintendo 3DS, benötigt ihr unbedingt den separat erhältlichen NFC-Reader.

Fazit

Ein tolles Update für ein ohnehin tolles Spiel. Animal Crossing: New Leaf erhält mit der Welcome amiibo-Erweiterung sinnvolle Neuerungen im bisherigen Gameplay und einen lohnenswerten amiibo-Support, der nicht allzu aufdringlich wirkt. Der Einsatz der Plastikfiguren bleibt optional, letztendlich wird jeder seine Freude mit dem Update haben. Neueinsteiger sollten nun endlich zuschlagen und dem unwiderstehlichen Charme erliegen, alte Hasen dürfen ruhig mal wieder ihre Stadt besuchen und die neuen Funktionen ausprobieren. Ich verabschiede mich lieber schnell wieder, ich kann ja schlecht ohne Geschenke beim Spielzeugfest auftauchen. Frohe Weihnachten!

Unsere Wertung
89%
Dennis

Dennis

Games-Magger Dennis findet gerne mal die Nadel im Heuhaufen und legt sie dann auf die Goldwaage. Wahre Liebe darf auch kritisieren.
Heimisch auf Xbox One und Nintendo 3DS.
Dennis

Games-Magger Dennis findet gerne mal die Nadel im Heuhaufen und legt sie dann auf die Goldwaage. Wahre Liebe darf auch kritisieren. Heimisch auf Xbox One und Nintendo 3DS.