American Truck Simulator bei uns im TestAmerican Truck Simulator bei uns im Test
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American Truck Simulator bei uns im Test

Mit dem American Truck Simulator will der Publisher SCS Software die Spieler nicht nur hinter den Schreibtisch einer aufstrebenden Spedition packen, sondern entführt diese sogleich auch in den Westen von Nord-Amerika. Genauer gesagt in die Region von Kalifornien und Nevada! Ob wir uns am Steuer eines riesigen Trucks wohlgefühlt haben erfahrt ihr in unserem aktuellen Testbericht.

Der Highway ruft uns!
Beim American Truck Simulator befinden wir uns glücklicherweise nicht nur bei einem weiteren Simulationstitel, welcher sich nur mit der Aufgabenverteilung befassen wird, sondern lässt uns selbst an das Steuer dieser riesig wirkenden Boliden. Dieses Konzept erscheint allerdings auch durchaus logisch, da wir anfänglich in die Rolle eines einfachen Fahrers schlüpfen werden. Direkt vom Arbeitsmarkt fehlt uns natürlich noch das nötige Kleingeld, um ein aufstrebendes Unternehmen zu gründen. Ganz abgesehen von dem fehlenden Kapital für die teuren Lastwagen. Aus diesem Grund werden wir zunächst für andere Auftraggeber arbeiten müssen und bekommen dafür logischerweise auch den Truck gestellt. Von nun an müssen wir die verschiedensten Waren in einer gewissen Zeitspanne sicher von Punkt A nach B bringen. Die vorgegebene Zeit ist aber zum Glück dem Simulator realistisch angepasst, so dass wir nicht direkt in Zeitnot geraten werden.

Nun ist aber ein Fall eingetreten, den wir uns mit Sicherheit nicht so vorgestellt haben. Denn obwohl die einzelnen Fahrten stets gleich strukturiert sind hat uns ein Blick auf die Uhr gezeigt, dass ein gewisses Suchtpotential im American Truck Simulator herrscht. Denn bei den wechselnden Arealen von Kalifornien und Nevada kann sich unser Auge tatsächlich kaum sattsehen an den aufkommenden detailreichen Umgebungen. Neben Wüsten-, Wäldern-, Hügeln- und Ozeanlandschaften werden uns auch einige Sehenswürdigkeiten den Alltag des Trucker-Daseins versüßen. Es versetzen uns nicht nur die authentisch wirkenden Areale in Erstaunen, sondern auch die kleinen Ortschaften, durch welche wir fahren werden. Es wirkt irgendwie tatsächlich so, als ob wir uns auf den Straßen von Nord-Amerika fortbewegen. Man merkt demnach recht schnell, dass das Entwicklerstudio einige Mühen in die Detailarbeit gesetzt hat. Neben der normalen Infrastruktur wird man somit auch auf liebevoll kreierte Gebäude, Straßenschilder und Werbeplakate stoßen. Wer schon einmal in Amerika vor Ort war, wird sich zumindest wieder wie dort fühlen! Selbst wenn wir auf unseren Touren kein Navigationsgerät zur Verfügung hätten könnte man selbst anhand der detaillierten Straßenschilder seinen Zielort finden. Vielleicht steckt aber auch dahinter das aufkommende Suchtpotential, was uns die Zeit vollkommen hat vergessen lassen. Denn bereits nach der ersten Warenlieferung wollten wir uns wieder auf die Straßen begeben, um noch mehr von den Landschaften zu entdecken.

American Truck Simulator screen 3

Realismus vs. Fiktion
Damit zeitlich alles unter einen Hut passt und wir uns nicht tatsächlich in stundenlangen Fahrten wiederfinden müssen wurden die Streckenabschnitte logischerweise enorm verkürzt. Wo im realen Leben eine Fahrt von Los Angeles nach San Francisco gerne mal bis zu sechs Stunden in Anspruch nehmen werden, wird man beim American Truck Simulator rund zehn Minuten auf den Straßen unterwegs sein. Diese Mischung aus Realismus und Fiktion ist allerdings nicht sonderlich störend, da man somit einen guten Mittelweg aus der eigentlichen Fahrt mit der Zielerreichung vereinbaren konnte. Des Weiteren hat man beim American Truck Simulator komplett auf volle Straßenzüge verzichtet, so dass wir nie in eine Stausituation gekommen sind. Dieser Zustand wäre in der Wirklichkeit nur erstrebenswert, ist aber auch an dieser Stelle keinesfalls störend. Denn wer möchte schon gerne einen längeren Zeitraum an einem Ort verharren, während der Schuh der Zeit ziemlich drückt. Natürlich wäre ein solches Feature ganz nett gewesen, um in eine gewisse Zeitnot zu simulieren, würde die gesamte Thematik dieser Simulation aber mit Sicherheit sprengen.

Der Bußgeldkatalog lässt grüßen!
Bei dem Punkt Bußgeldern nimmt es der American Truck Simulator allerdings sehr genau. Wo wir bei manch einem anderen Simulationstitel getrost über rote Ampeln fahren konnten, wird dieses Vergehen auf den Straßen Nord-Amerikas direkt mit einem Bußgeld bestraft. Dieser wird sogar prompt von unserem Konto abgebucht. Anscheinend ist unser PayPal-Konto mit dem Ordnungsamt vor Ort verbunden. Zumindest kommt es uns bei der schnellen Abbuchung so vor! Wer jedoch denkt, dass es bei diesem einem Verstoß bleibt, wird relativ schnell überrascht sein. Denn selbst Geschwindigkeitsbegrenzungen müssen penibel eingehalten werden. Zwar können wir gerne mal einige Meilen schneller unterwegs sein ohne eine Strafe davon zu tragen. Wird dies aber über längeren Zeitraum der Fall sein, wird auch an dieser Stelle sofort unser Konto zu unserem Nachteil heiß laufen. Aber keine Angst, wir haben das Ende des Bußgeld-Kataloges noch nicht erreicht. Denn Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern werden auch immer zu unserem Nachteil bewertet, so dass wir auch bei kleineren Unfällen direkt zur Kasse gebeten werden. Aber sind wir mal ehrlich, dann hätten wir uns die strenge Gesetzgebung auch im Vorfeld vorstellen können. Denn auf unseren Touren werden wir verdächtig oft auf Polizeiwagen stoßen. Was wir bislang jedoch noch nicht ausprobiert haben waren nächtliche Fahrten ohne Licht. Aber das wollten wir bislang auch nicht wirklich austesten, da wir aufgrund diverser Verstöße schon zu oft das wohlverdiente Geld direkt in den simulierten Staat investiert haben.

American Truck Simulator screen 8

Der verdiente Lohn
Mit den ersten erfolgreich ausgeführten Aufträgen wird nicht nur unsere Kasse klingen, sondern wir erhalten gleichermaßen auch Erfahrungspunkte. Die erworbenen Erfahrungspunkte werden gleichermaßen dazu führen, dass unser Charakter im Levelbereich aufsteigen wird. Dieses Prinzip wurde auch recht sinnvoll in den American Truck Simulator integriert, so dass man mit jedem Stufenaufstieg neue Trucks und Truckteile freischalten kann. In der Regel wird man damit unter anderem mehr Geld durch absolvierte Aufträge erhalten oder auf längere Routen zurückgreifen. Selbst gefährlichere Güter wird man im Laufe seiner Karriere freischalten können, welche man transportieren kann, welche unter anderem hochentzündliches Material beinhalten werden. Dies wirkt zwar in erster Linie sehr herausfordernd, bei genauerem hinsehen wird man allerdings keinen nennenswerten Unterschied zur normalen Fracht entdecken können. Denn selbst bei schwerwiegenden Unfällen wird sich die gefährliche Fracht nie entzünden können. Wo es an dieser Stelle ein wenig an Realismus fehlen wird haben wir dennoch gerne auf diese Fracht zurückgegriffen. Denn mit einer gefährlicheren Fracht lässt sich doch mehr Kapital erwirtschaften, welches wir natürlich nur zu gerne in Beschlag genommen haben!
Und Geld wird im späteren Spielverlauf eine wichtige Rolle einnehmen, da wir damit nicht nur neue Trucks kaufen können, sondern auch bereits lädierte Trucks in den Werkstädten reparieren können. Somit konnten wir bereits nach kurzer Zeit erste Fahrer anheuern, die sich in unserem Auftrag auf die Straßen von Kalifornien begeben haben, um unsere neu gegründete Spedition aufblühen zu lassen.

Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher


 
Unsere Wertung
85%


Fazit
Mit dem American Truck Simulator hat das Entwicklerstudio SCS Software wahrlich eine gute Arbeit geleistet. Nicht nur die Aufgabenverteilung an eingestellte Fahrer wird im späteren Spielverlauf für eine Menge organisatorischen Spielspaß sorgen, sondern auch das Fahren der Trucks selber. Besonders die detaillierten Umgebungen mit der realistisch wirkenden Infrastruktur laden zu begeisterten Touren ein. Ich hatte mir das aufkommende Suchtpotential im Vorfeld bestimmt nicht so vorgestellt, da eigentlich nach kurzer Zeit bereits die gewisse Routine eingetreten ist. Aber komischerweise konnte uns dieses Spielprinzip dennoch für einen längeren Zeitraum begeistern. Aber vielleicht liegt das auch an der Faszination, die durch den Detailreichtum realistisch in Szene gesetzt wurde. Schade ist an der Stelle nur, dass der American Truck Simulator kaum Platz für großartigen Unsinn bietet. Dies beziehe ich nicht aus den ausgedehnten Bußgeldkatalog, sondern darauf, dass es keine nennenswerten Unfälle geben wird. Weder eine gefährliche Fracht wird zur Explosion gebracht werden können, noch besteht ein visuelles Schadensmodell. Aber komischerweise hat uns dieses fehlende Feature trotzdem nicht davon abgehalten, uns stundenlang auf den Straßen von Kalifornien fortzubewegen.