Alien Isolation bei uns im TestAlien Isolation bei uns im Test
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Alien Isolation bei uns im Test

Fünfzehn Jahre nach den Ereignissen des ersten Alien-Films erhält Amanda Ripley, die Tochter von Ellen Ripley Informationen zugespielt, dass ihre Mutter noch am Leben sein könnte. Ihre Mutter war die letzte Überlende des Raumfrachters Nostromo, der von einer ausserirdischen Lebensform infiltriert wurde. Nun gibt es Hinweise, dass der Flugschreiber der Nostromo zu einer Raumstation namens Sevastopol gebracht wurde. Mit einer kleinen Crew macht sie sich auf den Weg. Bereits kurz nach der Ankunft auf der Raumstation Sevastopol wird Amanda von der restlichen Crew getrennt und ist von da an auf sich allein gestellt. Schnell bemerkt sie, was sich auf der verlassenen Raumstation zugetragen hat – sie ist verwüstet, ein Großteil der Besatzung ist tot oder geflohen. Allerdings weiß sie noch nicht, dass ein gnadenloses Monster Jagd auf sie und die restlichen Überlebenden macht.

Die Angst ist unser ständiger Begleiter

Schlecht ausgerüstet und mit einem scheinbar unbesiegbaren Killer im Nacken, schleichen wir durch die düsteren und labyrinthartigen Gänge der Raumstation. In einer Atmosphäre aus konstanter Furcht und tödlicher Gefahr versucht Amanda herauszufinden, was auf der Raumstation geschah und weitere Informationen über das Verschwinden ihrer Mutter zu erhalten.

Die Entwickler von Alien Isolation haben sich von der düsteren Horroratmosphäre des ersten Alien Teils inspirieren lassen. Das Abschließen der Mission ist nicht das primäre Ziel – Überleben ist alles. Alien Isolation möchte uns Angst machen. Und dies gelingt dem Spiel perfekt. Das Zusammenspiel zwischen Lichteffekten und Soundkulisse erzeugt eine permanente Anspannung beim Spieler. Während wir durch die dunkle und menschenleere Raumstation irren und plötzlich hinter uns ein Scheppern und Poltern hören, kann der Herzschlag schon einmal in die Höhe schnellen. Stammt das Geräusch nur von der maroden Sevastopol oder hat uns das Alien schon gewittert? Treffen wir dann doch auf den extraterrestrischen Killer, heißt es – Game Over. Leider ist der Grad zwischen Angst und Frust bei diesen Begegnungen relativ schmal. Das Spiel bietet keine Checkpoints im eigentlichen Sinne. Der Fortschritt wird manuell an Notfallsäulen festgehalten. Dies verstärkt zwar den Survival-Gedanken, kann aber sehr nervig und frustrierend werden, wenn ganze Abschnitte wiederholt werden müssen, wenn uns das Alien aufgespürt hat.

Schleichen, ducken und Luft anhalten

Ein wichtiges Utensil für die erfolgreiche Flucht vor dem Xenomorph ist der Motion-Tracker. Dieser visualisiert über blinkende Punkte die Bewegungen des Aliens. Natürlich können wir keine Waffe tragen, wenn wir den Motion-Tracker nutzen. Wir rennen also nicht mit der Waffe im Anschlag durch die verlassene Raumstation, sondern nutzen Lüftungsschächte, dunkle Ecken und Spinde als Versteck. Kauernd in einem Spind achten wir gebannt auf unseren Bewegungsmelder. Wenn der leuchtende Punkt sich nähert und das Piepsen lauter wird, halten wir den Atem an. Das machen nicht nur wir vor lauter Angst, sondern auch Amanda über einen Tastendruck. Nun gilt es, Ruhe bewahren und das Alien durch die Spindschlitze zu beobachten.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund

Aber nicht nur der Xenomorph will uns ständig ans Leder. Auf der Raumstation lungern noch eine Menge zwielichtiger Gestallten herum, die es auszuschalten gilt. Mit Hilfe von Waffen kann Amanda sich gegen Angreifer und Androiden verteidigen. Der verursachte Lärm kann jedoch das Alien auf Euch aufmerksam machen. Auch hier gilt das Schleichen als erste Devise.

Über ein relativ einfach gehaltenes Crafting-System basteln wir aus herumliegenden Gegenständen, Medi-Kits, Granaten oder Fackeln. Wo das Alien eigentlich in erster Linie unser Feind ist, kann es uns auch hilfreich zur Seite eilen. Gemäß dem Motto, der Feind meines Feindes ist mein Freund, locken wir es mit Hilfe selbst gebastelter Geräuschemacher an und lassen es die Drecksarbeit für uns erledigen. Wir sollten in dieser Zeit so schnell wie möglich das Weite suchen, denn wenn das Alien unsere menschlichen Widersacher um die Ecke gebracht hat, sucht es die Umgebung nach weiteren Opfern ab.

Niemand ist sicher

Die Entwickler von Alien Isolation möchten den Spieler bis aufs Letzte fordern. Nie können wir uns sicher sein, wo das Alien auf uns lauert. Seine Wege sind nie die selben, so dass das stumpfe Auswendig lernen seiner Bewegungsabläufe leider nichts bringt. Auch können wir uns nicht immer auf unsere spärliche Ausrüstung verlassen. Bewaffnet mit dem Motion-Tracker schleichen wir durch die Raumstation. Kein Ausschlag zu erkennen. Wir biegen um eine Ecke und werden vom Xenomoprh erwartet. Das Alien hat sich einfach nicht bewegt, so dass wir es mit unserem Bewegungsmelder nicht erfassen konnten. Leider ist das Alien aber nicht immer so clever. Es wirkt in manchen Szenen relativ planlos und scheint manchmal nicht genau zu wissen, wo es eigentlich hin will. Es kann uns von jeder Stelle aus hören, aber teilweise aus nächster Nähe nicht sehen. Manchmal kauert es minutenlang vor einem Spind, in dem wir uns zuvor versteckt haben. Wir können es nur aus dem Spind heraus beobachten, aber nicht ablenken. Nur noch der Freitod kann uns aus dieser misslichen Lage retten.

Alien Isolation ist ab sofort für die Xbox One, Xbox 360, PS3, PS4 und PC erhältlich.

Marc

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Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Publisher
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Unsere Wertung
81%


Fazit
Alien Isolation ist Survival-Horror vom Feinsten. Es bietet eine überzeugende und spannende Science-Fiction Atmosphäre. Ständig die Angst im Nacken fordert das Spiel alles von uns ab. Das Zusammenspiel von Lichteffekten und einer perfekt abgestimmten Soundkulisse verstärkt das Horror-Szenario. Es gab viele Stellen im Spiel in denen wir langsam durch die Gänge der Station schlichen - bewusst, dass irgendwo ein Alien auf uns lauert - und uns dann trotzdem fast zu Tode erschrocken hatten. Alien Isolation wird seinem großem Filmvorbild in allen Punkten gerecht. Wer die Alien-Filme kennt, fühlt sich sofort heimisch. Obwohl die Charaktere im Spiel Eigenkreationen sind, könnten sie Teil des Originalfilms sein. Das Setting und die Modellierung der Raumstation schmiegen sich perfekt in das Alien-Universum ein. Abgesehen von ein paar KI-Aussetzern und das nervige Speichersystem, ist Alien Isolation das beste Alien-Spiel seit langem. Auch Spieler, die nicht mit den Alien-Filmen konform sind, werden ihren Spaß haben. In der von uns getesteten PS3-Version kam es leider bei schnelleren Bewegungen zu Schlierenbildung und vereinzelten Ruckeln. Dies schmäht aber keineswegs das Gesamtbild von Alien Isolation.