So cool wie James Bond? So leben professionelle Pokerspieler

Es klingt wie im Film – Pokern und damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Doch tatsächlich gibt es einige Spieler, die von ihrer Leidenschaft leben können. Dazu braucht es natürlich mehr als nur reines Glück. Pokerprofis haben ausgereifte Techniken, um den Gegner zu durchschauen, Strategien und jede Menge Erfahrung. Doch welche Eigenschaften heben Profis von Hobbyspielern ab? Und wie sieht ein Tag im Leben eines professionellen Spielers aus? Wir haben es herausgefunden!

Was hebt Profis von Hobbyspielern ab?

Kann jeder Poker-Fan zum Profi werden? Wahrscheinlich nicht! Zwar ist reichlich Erfahrung einer der Schlüsselpunkte, um sein Leben mit Poker spielen zu finanzieren, doch einige wichtige Eigenschaften unterscheiden die Profis von Laien in diesem Bereich. Besonders wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Das klingt einfach, ist es aber ganz und gar nicht. Spieler müssen in der Lage sein, sowohl bei einem guten als auch einem schlechten Blatt nicht die Nerven zu verlieren. Wer auf Grund einer Glückssträhne übermütig wird oder durch verlorenes Geld in Panik gerät, hat bereits verloren.

Ruhige Entscheidungen unter Druck zu treffen und dem Stress zu trotzen ist daher A und O im Spiel. Außerdem brauchen Profis jede Menge Selbstvertrauen. Wer nicht an sich selbst glaubt, wird seine Unsicherheiten schon bald vor den anderen Spielern zeigen und sich sofort in eine schlechte Position befördern. Um das zu vermeiden, muss das perfekte Pokerface gelernt sein. Und das beinhaltet nicht nur den nüchternen Gesichtsausdruck, sondern auch nervöse Gesten und Körpersprache. Wer seine eigene Körpersprache unter Kontrolle hat oder sogar damit bluffen kann, erkennt auch bei anderen Spielern Unsicherheiten und kann sich damit einen deutlichen Vorteil verschaffen.

Auch bei einem guten Blatt dürfen Spieler nicht übermütig werden.

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Das Leben eines Profispielers

Die schillernde Welt der Casinos, Männer und Frauen in Anzug und Abendkleidern, elegante Cocktails und jede Menge Geld – so stellen sich viele Menschen das Leben eines Pokerspielers vor. Wenn es bloß so einfach wäre. In Wirklichkeit müssen Spieler für den Schritt in die Profiliga extrem viel investieren. Zu allererst werden unzählige unbezahlte Stunden eingesetzt, um auf ein Level zu gelangen, das mit den Größen der Pokerszene mithalten kann. Jeden Tag werden viele Stunden damit verbracht, zu trainieren, Strategien zu lernen und Abläufe zu planen. Danach muss natürlich ein gewisses Startkapital vorhanden sein, denn in den Profiliga-Spielen sind die Einsätze hoch. Und das bedeutet, es kann viel gewonnen, aber auch viel verloren werden.

Profispieler Matthew Wheat sagte in einem Interview, dass er seinen Job zwar liebe, aber nach einem Tag harter Arbeit manchmal extrem viel Geld verloren hat. Der psychische Stress und die Frustration sind also nicht zu unterschätzen. Dazu kommt, dass der Beruf des Pokerspielers in unserer Gesellschaft nicht sehr hoch angesehen wird, vor allem am Anfang einer Karriere, denn viele denken immer noch, dass das Geld leicht verdient ist. Oft wird auch angekreidet, dass man Geld auf Kosten anderer gewinnt, die dann mit einem großen Verlust nach Hause gehen müssen. Natürlich bringt der Beruf viel Spaß und Nervenkitzel mit sich. Nicht umsonst träumen viele Menschen von einer Karriere im Casino. Dabei darf man aber die finanzielle Unsicherheit nicht unterschätzen, denn auch an der Spitze kann es schnell bergab gehen.

Der Profi im Turnier

Die meiste Zeit verbringt der Profi in der Vorbereitung. Dabei werden Bücher gelesen, Fehler analysiert und geübt bis zum Umfallen. Am Pokertisch gibt es keine Zeit mehr für Fehler. Hier müssen gute Entscheidungen mit stahlharten Nerven getroffen werden. Besonders wichtig sind Geduld und Selbstdisziplin. Kleine Niederlagen dürfen einen nicht aus der Bahn werfen, denn ansonsten neigen Spieler zu irrationalen und riskanten Zügen, in der Hoffnung, wieder die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu erlangen. Jede Ablenkung muss komplett ausgeblendet werden können und der Fokus lastet immer auf dem Spiel. Aus diesem Grund sind Turniere extrem anstrengend für Körper und Geist, denn die Konzentration muss oft über mehrere Stunden aufrecht erhalten werden.

Wer sich nicht mit ausreichend Schlaf und lange sättigenden Nährstoffen vor dem Spiel vorbereitet, wird am Tisch in ein Energietief fallen und leichter den Überblick verlieren. Große Turniere werden meist live im Internet oder Fernsehen übertragen und von unzähligen Zusehern von Ort und zuhause verfolgt. Dadurch erhöht sich der Druck auf die Spieler natürlich noch weiter, denn jeder Fehler hat nicht nur bittere Folgen für die eigene Kasse, sondern auch für den persönlichen Ruf und das Vertrauen der Fans. Pokerturniere sind das Highlight im Leben jedes Profis und sie sind oft süchtig nach dem Adrenalinschub. Trotzdem ist die psychische Stärke, die man dafür benötigt, nicht zu unterschätzen.

Der professionelle Online-Gamer 

Mittlerweile muss man nicht mehr um die Welt reisen, um an großen Pokermeisterschaften teilzunehmen, denn der Sektor der Online-Casinos boomt immer mehr. Die Poker-Karriere kann direkt vor dem Bildschirm gestartet werden. Viele Gamer steigen mittlerweile auf den Poker-Zug auf, denn sie sind den harten Alltag und die langen Stunden vor dem Computer gewohnt und bringen bereits viele Skills mit, die ein Poker-Profi benötigt. Allen voran natürlich die Leidenschaft fürs Spiel sowie Konzentrationsfähigkeit und ein viel Geduld. Gespielt wird dasselbe wie am Pokertisch offline: Am häufigsten die Spielvariante Texas Hold’em No Limit. Die Gegner kommen aus aller Welt und viele Profiliga-Runden finden in Deutschland nachts statt, da sie auf amerikanische Zeit festgelegt sind. Die Online-Pokerszene darf ganz und gar nicht unterschätzt werden, denn auch dort gibt es Gewinne und Verluste in Millionenhöhe.

Von der Kleiderordnung her ist Online-Poker nicht ganz so elegant wie die originale Version im Casino, gespielt wird nämlich meist von zuhause und das in bequemer Kleidung. Der psychische Druck kann dadurch etwas minimiert werden, doch dafür gibt es wiederum extrem viele Ablenkungsfaktoren ringsherum. Viele Profis gestalten sich eigene Arbeitszimmer, in denen sie von vor Geräuschen und anderen Einflüssen geschützt sind und sich voll und ganz auf ihr Spiel konzentrieren können. Auch ein guter Bildschirm und ein hochwertiger Gaming-Sessel sind von Vorteil, um die körperliche Belastung durch das stundenlange Sitzen zu minimieren.

Auf professioneller Ebene Poker zu spielen, erfordert viel Hingabe, Zeit und Geld. Wer das Spiel liebt und bereit ist, gewisse Opfer zu erbringen, kann in diesem Beruf das große Geld machen. Eines steht fest: Langweilig wird dieser Beruf nie! Doch das aufregende Leben ohne regelmäßiges Einkommen und feste Arbeitszeiten ist mit Sicherheit nicht für jeden Poker-Fan das Richtige.

 

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag