Sly Cooper: Jagd durch die Zeit im Test

Am 5. Februar 2013 erschien der vierte Teil der von der Playstation 2 bekannten Jump’n’Run-Serie für die Playstation 3, knapp drei Wochen später folgte die PS Vita-Version. Im Vergleich zur Story des ersten Titels (Sly Raccoon) – in welchem es galt, die Seiten aus dem Buch des Meisterdiebs zu sammeln – sind diese nun über die verschiedensten Zeitepochen verteilt. Diese Tatsache zwingt Waschbär Sly und seine beiden Kumpanen – die rollstuhlfahrende Schildkröte Bentley sowie das schlagkräftige Nilpferd Murray, welcher einen leichten „Bud Spencer-Touch“ mit sich bringt – dazu, den Van des Teams mit einer Zeitmaschine aufzurüsten, um sich die Buchseiten unter den Nagel reißen zu können.Wir haben Sly Cooper – Jagd durch die Zeit getestet.

Nur ist eine Zeitreise im Cooper-Universum nicht ganz so simpel wie bei Marty McFly. Um zu einem bestimmten Zeitpunkt eines Ortes reisen zu können, ist ein Gegenstand aus der entsprechenden Zeit vonnöten. Das Spiel beginnt damit, dass wir mit Sly ein seltenes Samurai-Schwert aus einem Pariser Museum stehlen. Dies erforderlich natürlich nicht nur Stealth-Action, wie wir sie bereits von Titeln wie Metal Gear Solid oder auch Splinter Cell kennen, Sly Cooper benötigt auch die Unterstützung seiner Freunde. Während man sich mit Computergenie Bentley den Weg durch die Kanalisation bahnt, um das Sicherheitssystem zu hacken, räumt der kräftige Murray den geplanten Fluchtweg frei.

Mit dem Zeitreise-Van geht es im Anschluss direkt ins alte Japan, wo die drei Freunde auf einen von Sly’s Vorfahren treffen: Rioichi, seines Zeichens Erfinder des Sushi. Dieser wurde von einem Tiger, dessen spanische Herkunft sich durch seinen Namen El Jefe als auch dem spanischen Akzent von selbst erklärt, eingesperrt. Natürlich müssen Sly & Co., da Rioichi ein direkter Ahne der Cooper-Familie ist, diesen nun aus dem Gefängnis befreien. Hierbei schleicht sich Sly bestmöglich an herumstreunenden Wachen vorbei, klettert über Seile und Ranken entlang über die Dächer der im Pagodenstil gehaltenen Häuser. Um jedoch ins Gefängnis bzw. Rioichis derzeitigen Aufenthaltsort zu gelangen und die Wachen sich nicht einfach ausschalten lassen, ist es zwingend nötig, sich eine Samurai-Rüstung anzueignen, um die Gefängniswärter zu täuschen und letztendlich Rioichi aus dem Käfig zu befreien.

Neben weiteren Zeitreisen gibt es noch diverse Mini-Missionen: Bspw. sammelt ihr eine bestimmte Anzahl von Hinweis-Flaschen sammelt, um an die Kombination des in jedem Level versteckten Tresors und natürlich auch dessen Inhalt zu gelangen. Falls ihr lieber auf Schatzsuche gehen möchtet, so steht es euch frei, in jedem Level mehr oder weniger auffällig versteckte Schätze zu finden und diese zum Unterschlupf zu bringen. Im Wilden Westen ist dies z. B. eine Flasche mit Kaktuslimonade. Da hierbei leider ein recht knapp bemessenes Zeitlimit im Spiel ist, ist es wiederum empfehlenswert, vorher möglichst viele Aufträge mit Sly, Bentley, Murray oder dem Cooper-Vorfahren der entsprechenden Epoche abzuschließen und somit die Umgebung besser kennenlernen zu können.

Am Ende jedes Kapitels erwartet euch ein gut in Szene gesetzter Kampf gegen den Bösewicht der Zeit, im Wilden Westen ist schnell klar, wen man zum Kapitelende hin erwarten kann, da schon einer der ersten Aufträge (Verunstalten von Plakaten) mit ihm zu tun hat.

Die Grafik kommt mit für aktuelle in 3D gehaltene Jump’n’Run-Titel typischen Spielelementen wie dem Doppel- und Wandsprung daher. Zwischen einzelnen Abschnitten und Aufträgen wird des Öfteren eine Cutscene zwischen dem von euch aktuell gewählten Charakter und eurem „Supporter“ eingespielt, in welcher euch gesagt wird, dass ihr möglicherweise einen bestimmten Schalter betätigen müsst, um ein verschlossenes Tor o. ä. durchschreiten zu können. Darüber hinaus ist es in Japan möglich, als Rioichi die geheimen Ninjakünste zu meistern, was aber nur bedeutet, mittels Konzentration besonders weite Sprünge auf dem Parkett – meist aber mehr über höher gelegene Punkte – hinzulegen.

Zum Soundtrack gibt es in jedem Kapitel eine passende Untermalung. Der Japan-Level bspw. bietet Musik, wie man sie aus vielen Filmen kennt. Leichte Klänge am Abend, zu welchen man sich nur zu gerne dem Sake hingibt und von „Madame Geisha“ betören lässt, mein Favorit findet sich im Wilden Westen.

Fazit

von Sanzaru Games entwickelte Sly Cooper: Jagd durch die Zeit bietet uns hier eine durchaus gelungene Fortsetzung der damalig von Sucker Punch Productions erschienenen ersten drei Teile für die PlayStation 2. Einzig nach einiger Spielzeit als störend bzw. nervend erscheinen könnten sich für den einen oder anderen die oft wiederkehrenden Kommentare eurer Teammitglieder. Zu Beginn fällt dies nicht allzu sehr auf, jedoch hat es mich im Nachhinein davon abgehalten, dem Titel mit einem „Sehr Gut“ zu bewerten. Wenn man aber von dieser einen Sache absieht, haben wir eine Menge Spaß und Unterhaltung mit Sly Cooper, seinen Freunden (wobei Bentleys Aufträge den Stressfaktor des Spielers leicht in die Höhe treiben können) sowie den verschiedenen Cooper-Vorfahren, von denen jeder über eigene Angriffstechniken verfügt. Derzeit mit einem Preis von 48,02 € bei Amazon gelistet, können Waschbär-Freunde und solche, die es werden wollen, beherzt zugreifen. Wer dazu noch eine PlayStation Vita sein Eigen nennen darf, kann über das Hauptmenü auf die Cross-Save-Funktion zurückgreifen und unterwegs weiterspielen.

Wertung:

Sehr Gut

(c) Steffen Neumann

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
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