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Silent Hill Book of Memories im Test

Silent Hill will das Grauen auf die Playstation Vita bringen. Hoffentlich haben die Entwickler das auch nicht allzu wörtlich genommen. Wir haben uns die Playstation Vita Variante genauer angeschaut und sind gespannt ob das beklemmende Gefühl der alten Teile gut rüber gebracht worden ist oder ob wir es vielleicht mit einem Rohrkrepierer zu tun haben.

Die Freude war groß. Silent Hill hat endlich auch den Sprung auf die Playstation Vita geschafft. Können wir jetzt endlich auch unterwegs durch den dichten Nebel laufen und gemeingefährliche Zombies killen? Nicht so ganz. Silent Hill: Book of Memories ist etwas anderes als die bekannten Vorgänger. So bekommt dieser Titel nun ein paar RPG-Elemente auf´s Auge gedrückt und erinnert in seiner Spielweise an den Dungeon Crawler Stil. Dabei findet ihr euch in einem verschachtelten Gängesystem wieder und sucht nach Gegenständen, erledigt fiese bis riesige Monster und müsst die richtigen Schlüssel finden. Ein paar kleine Rätsel bringen dann wieder den altbekannten Silent Hill Style zurück. Wer allerdings jetzt auf eine Adaption der bekannten Vorgänger gehofft hat, wird enttäuscht werden. Dafür werden aber Fans von Dungeon Spielen angesprochen. Dadurch soll auch die einzigartige Touch-Steuerung der Playstation Vita richtig ausgenutzt werden.

Wie der Titel schon beinhaltet, spielt ein Buch in dem Spiel ein große Rolle. Das sogenannte Buch der Erinnerungen. Hier werden eure ganze Lebensgeschichte und alle Erinnerungen festgehalten. Doch die ganzen Ereignisse können auch verändert werden. Zum Start des Spiels dürft ihr euren Charakter nach euren Belieben gestalten. Egal ob Haare, Nase oder Anziehsachen. Danach kann die seltsame Geschichte endlich beginnen. Hier wird schon schnell klar: Dieses Silent Hill ist definitiv anderes als die anderen. Auch der Soundtrack kommt völlig neu daher und wurde von Daniel Licht komponiert. Das beklemmende Gefühl ist aber immer noch vorhanden, auch wenn die Zombies aufgrund der Ansicht von oben nicht mehr ganz so gefährlich aussehen. Auch diesmal sind wieder verformte und vollkommen verunstaltete Wesen dabei, die euch das Leben, im wahrsten Sinne des Wortes, zur Hölle machen wollen.

Nachdem wir uns durch einige Sequenzen geklickt haben, finden wir uns in einem Raum wieder. Zunächst ist es unklar, was nun passieren wird. Wir können uns dort aber erstmal mit der Steuerung vertraut machen, welche gut funktioniert. Bewegen müsst ihr euch mit dem Analogsticks und interagiert mit den Buttons. Sobald interessante Gegenstände erscheinen werden die mit einem Druck auf den Touchscreen in euren Rucksack verfrachtet. Irgendwann ist dieser allerdings voll und ihr könnt nichts mehr mitnehmen. Ihr solltet also sorgfältig mit den Gegenständen umgehen. Die Heilmittel werden ebenfalls mit einem Fingerdruck zu sich genommen. Das klappt besonders während eines Kampfes sehr gut und füllt eure Energieleiste schnell wieder auf. Die gefundenen Schlüssel für die verschlossenen Türen werden automatisch angewendet.

Leider stellt sich nach einer Weile etwas Ernüchterung ein. Ihr habt das Gefühl immer dasselbe zu machen und es fehlt an Abwechslung, auch wenn die Monster immer fieser und größer werden. Die Räume und deren Umgebungen wechseln zwar immer die Hintergründe, aber wirklich was Neues gibt es nicht zu sehen. Immerhin sind die Kämpfe gegen den den Endboss ganz fordernd und können nur durch Schnelligkeit und richtiger Waffenauswahl besiegt werden. Zum Thema Waffen: Diese halten nicht ewig und nach einiger Zeit gehen sie kaputt. Mit dem Schraubenschlüssel lassen sie sich aber reparieren. In manchen Situationen ist das aber eher ernüchternd und hilft nicht wirklich die Gegner zu besiegen. In jedem Kapitel gibt es auch einen An- und Verkauf Laden. Diesen solltet ihr unbedingt nutzen um Energie oder Waffen zu kaufen. Kommen mehrere Untote Gestalten auf euch zu, geht eure Energieleiste schnell den Bach runter und Heilung ist nicht in Sicht. Wer auf Bluteffekte und ähnliches steht, wird ebenfalls nicht enttäuscht werden.

Grafisch hat Silent Hill: Book of Memories einige tolle Effekte zu bieten, davon gibt es aber leider zu wenig. Die verformten Monster sind gut animiert und sehen besonders bei den Endkämpfen richtig mächtig aus. Beim Sound dürft ihr euch aber auf tolle Kompositionen freuen, die Daniel Licht hervorragend in das Spiel eingefügt hat. Sie passen sich dem Geschehen perfekt an und bringen das bekannte beklemmende Gefühl zurück. Die verschiedenen Umgebungen sehen ganz nett aus, sind an manchen Stellen aber sehr verwaschen und müssen mit einigen Rucklern kämpfen. Auch kleinere Pop-Up Effekte sind manchmal zu sehen, was sich aber in Grenzen hält.

Am Ende jedes Kapitels gibt es dann noch Rätsel zum Abschluss. Diese sind nicht wirklich schwer zu meistern, und werden mit den eingesammelten Notizen erklärt. Auch ein Mehrspieler-Modus hat den Weg ins Spiel geschafft. Dieser funktionierte in unserem Test aber mehr schlecht als recht. Beim Versuch Spiele zu erstellen, gab es entweder keine Mitspieler oder der Server hat nicht mitgespielt. Ein wenig ärgerlich, weil besonders diese Funktion interessant für uns war. Im Laufe der Zeit wird dieser Problempunkt aber sicher nicht mehr so oft vorkommen. Nach einer Weile haben wir dann auch endlich ein Spiel hosten können und sind zusammen mit einem Gleichgesinnten durch die Dungeon-Welten von Silent Hill: Book of Memories gewandert.

Fazit:

Silent Hill: Book of Memories ist leider nicht das neblige Städtchen was wir noch von früheren Teilen kennen. In Book of Memories geht es diesmal um verschachtelte Wege und unendliche Türen, Schlüssel und Monster. Wer gerne seine Daumen und die Buttons der Playstation Vita auf Ausgiebigkeit testen will, sollte sich das Spiel unbedingt mal ansehen. Ein wirklicher Hit ist es allerdings nicht geworden. Schade eigentlich.

Wertung:

Befriedigend

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag