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Retro-Reloaded: King’s Quest 1 – Quest for the Crown

Ende des Monats erscheint mit King’s Quest – A Knight to Remember das Reboot einer der erfolgreichsten Spieleserien aus der goldeneren Ära der Adventure-Games. Ein hervorragender Grund, Euch eine neue Rubrik hier bei Games-mag zu präsentieren – Retro-Reloaded.

Wir haben die alten Disketten abgestaubt und uns ins Königreich Daventry begeben.

King’s Quest I: Quest for the Crown von 1984 ist der erste von acht Teilen einer der erfolgreichsten Spieleserien von Sierra Online. Es ebnete die Metamorphose von reinen Textadventures zu Grafikadventures mit Textparser. Wir steuern unseren Protagonisten, Sir Graham, mittels Cursortasten durch die Spielwelt. Ein Druck auf die Leertaste öffnet die Texteingabe. Texteingabe? Ja, richtig gelesen – Texteingabe. Alle Handlungen, die wir von unseren Held verlangen, werden über Textfragmente übermittelt. Soll Sir Graham sich in der Umgebung umsehen, so wird dies über „look“ initiiert. Diese Interaktion mit den Grafiken war eine weitere Innovation. In den meisten Adventures vor King’s Quest war jedes Areal eine statische Hintergrundgrafik mit Textbeschreibung. Seine Spielfigur war nicht zu sehen. In King’s Quest ist der Protagonist eine animierte Figur, die mit anderen animierten Figuren und Gegenständen interagiert. Öffnet er zum Beispiel eine Tür, so wird dies nicht mit einer Texteinblendung, sondern mit einer Animation dargestellt.

Von Märchen und Mythen

Die Welt von King’s Quest ist sehr von klassischen Märchen und Mythen geprägt. Einst war das Königreich Daventry ein Land voller Wohlstand und Zufriedenheit. Doch durch Intrigieren und falschen Versprechungen wurden das Land in Chaos und Armut gestürzt, da die drei kostbarsten Erbstücke der Königsfamilie, ein magischer Spiegel, ein magisches Schild und eine magische Schatztruhe entwendet wurden. Sir Graham, der mutigste und treueste Ritter des Königs soll diese wieder beschaffen. Und so machen wir uns auf den Weg durch ein Reich voller Trolle, Elfen, Zwergen und Schurken.

Ein falscher Schritt und Du bist tot

Das Spiel zeigt sofort zu Beginn, dass es nicht zimperlich mit uns Spielern umgeht. Ein zu weiter Schritt aus dem Torbogen und wir befinden uns im Burggraben, wo eine Seeschlange uns ins Zeitliche befördert. Tja, so waren die Spiele damals. Ein falscher Schritt und das Spiel ist vorbei. Daher war damals die wichtigste Aktion – Speichern, speichern und nochmals speichern. Dieser extrem hohe Schwierigkeitsgrad ist ein höchst umstrittenes Markenzeichen der alten Sierra Spiele. Manche Puzzle waren nicht nur schwer, sie waren schlichtweg nicht lösbar. Sierra liebte es den Spieler zu quälen. Wo in heutigen Adventures dem Spieler mit allerlei Hilfen und Hot-Spots der Lösungsweg schon fast komplett vorgegeben wird, zeigten Sierra Spiele keine Gnade. Hat man zu Beginn einen wichtigen Gegenstand schlichtweg übersehen oder vergessen, den man aber in der Mitte des Spiels dringend benötigt, so war das Spiel quasi vorbei. Ein falscher Schritt oder ein falsches Wort führten zum unwiderruflichen Pixeltod.

Fazit

Für mich gehören die Adventures von Sierra immer noch zu den besten ihrer Zunft. Das liegt vielleicht auch ein klein wenig daran, dass ich mit ihnen aufgewachsen bin. Sierra hat mein Interesse und meine Leidenschaft an Adventures geweckt. Klar, haut die Grafik mit 16 Farben und der Krächzsound keinen vom Hocker, aber das wollen diese Spiele auch nicht. Damals wie heute. Vielmehr ging es um eine Reise in neue Welten. Man wurde förmlich in diese fremden Welten hineingezogen und war ein fester Bestandteil. Die frühen Adventures mit Textparser waren mehr ein Buch als ein Spiel. Ich als Spieler musste mit meinen Handlungen dieses Buch weiter mit Wörtern füllen. Es lehrte mir mit Klugheit und Bedacht, Wörter einzusetzen. Nebenbei lehrten Sierra-Adventures mir noch die englische Sprache, da die ersten Spiele noch nicht lokalisiert wurden.

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