PUBG – Wird das Rekordspiel auch beim E-Sport neue Maßstäbe setzen?

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Playerunknown’s Battleground, kurz PUBG genannt, hat die Gaming Welt komplett durcheinandergewirbelt. Das Spiel schaffte es, Millionen von Menschen in seinen Bann zu ziehen und hat damit einen gewaltigen Durchbruch geschafft und neue Rekorde gesetzt. Das Entwicklerstudio Bluehole Inc. war anfangs selber überrascht über den Erfolg ihres Spiels. Die spannende Frage hierbei ist, was den besonderen Reiz an dem Spiel ausmacht und welches Erfolgsrezept hinter dem Titel steckt. Kann PUBG seinen Erfolg auch für die E-Sport-Szene duplizieren?

‚Stand von Playerunknown’s Battlegrounds‘ – Flickr via Marco Verch (CC BY 2.0)

Schaut man sich PUBG auf den ersten Blick an, fehlen Elemente einer stetigen und progressiven Charakterentwicklung. Dies ist zwar nicht ungewöhnlich für Shooter, doch bieten diese dennoch ein Level-System. Spiele wie Call of Duty oder Battlefield belohnen die Zeit, die Nutzer in ihre Spiele investieren, mit höheren Rängen, Achievements, Waffen und Modulen. Kosmetische Veränderungen sind hierbei meist eher sekundär.

In PUBG sind kosmetische Elemente jedoch alles, was es freizuschalten gibt. Hierfür erhalten Spieler Battlepoints für Matches, die sie absolviert haben und können mit diesen Punkten Crates öffnen. Diese enthalten ein zufälliges Kleidungsstück, von einer Baseballmütze bis hin zu Stiefeln kann hierbei alles enthalten sein.

Ein anderes System würde hier auch nicht funktionieren, da PUBG eine Battle Royale-Spielmechanik hat. Anders als Battlefield oder Call of Duty handelt es sich hierbei um einen Survival Shooter, bei der alle Spieler, ob sie Neulinge oder Profis sind, zu Beginn jedes Matches mit keinerlei Ausrüstung anfangen. Genau das ist jedoch der Punkt, der PUBG so reizvoll macht. Wer die Filmreihe „The Hunger Games“ gesehen hat, kann erahnen, welchen Nervenkitzen das Spiel bieten kann.

Jedes Match ist anders, jede Runde neu, alle Gegenstände werden zufällig generiert, man weiß nicht was einen erwartet, sobald man aus dem Flugzeug abspringt und dann in seiner Wunschregion landet. Werde ich gute Waffen finden? Wird der Kreis weit weg von mir sein? Diese Fragen stellen sich Spieler in jedem Match von Neuem. Das Zauberwort hier heißt RNG, die Macht des Zufalls.

Damit stellt sich die Frage, in wie weit PUBG für den E-Sport geeignet ist. Normalerweise gibt es feste Richtlinien, Regeln und einen schnellen Spielstil, der Zuschauer die ganze Zeit über im Bann hält. Dies gilt für Shooter wie Counter Strike oder auch Strategiespiele wie Dota 2. Generell finden sich im E-Sport sowie im traditionellen Sport ähnliche statische Muster ohne viele zufällige Faktoren. Fans wissen oftmals dank von Wettquoten, auf welche Teams sie setzen müssen, da dies hilft die Chancen besser einschätzen können. Bei PUBG hingegen gibt es zu viele RNG-Elemente, um diese statistische Berechnung hier wirkungsvoll anwenden zu können.

Auf der anderen Seite hat PUBG die Möglichkeit, sich von der breiten Masse abzuheben. So bietet sich die Chance innerhalb der E-Sport-Szene die Definition des E-Sports zu revolutionieren, indem man einfach eine andere Art des Wettbewerbs darstellt, bei der es nun einmal keine statischen Startbedingungen gibt. Dies kann ein ziemlicher Spannungsfaktor für die Community sein, da jedes Match neue Herausforderungen bietet. Am Ende bleibt also abzuwarten, ob PUBG auch wirklich E-Sport geeignet ist. Eines ist auf jeden Fall sicher: PUBG hat sich einen sicheren Platz unter den beliebtesten Spielen aller Zeiten gesichert.