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Pokémon Ultrasonne und Pokémon Ultramond bei uns im Test

Ultra-Gut? Unser Test zu Pokémon Ultrasonne und Ultramond

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Mit Pokémon Ultrasonne und Pokémon Ultramond kehrt das beliebte Rollenspiel ein letztes mal auf den Nintendo 3DS zurück und verabschiedet sich damit gleichzeitig vom betagten Handheld. Den technischen Zenit längst erreicht, setzt The Pokémon Company das Hauptaugenmerk der Marke zukünftig nur noch auf Entwicklungen für die Nintendo Switch. Damit stehen der Reihe natürlich völlig neue Wege offen, ein wenig traurig sind wir aber schon. Denn auch wenn bereits ein großer Titel in Planung ist, so ungewiss wie momentan war es um die Zukunft von Pikachu und Co. noch nie bestellt. Wer weiß schließlich, ob wir überhaupt wieder mit einem Ableger der klassischen Editionen rechnen dürfen, oder ob Nintendo einen völlig anderen Kurs einschlägt. Trotzdem oder gerade deswegen, sollten wir Ultrasonne und Ultramond nochmal gehörig feiern, denn das haben beide Titel eindeutig verdient.

Alles Ultra, oder was?

Wie schon Pokémon Kristall zu Pokémon Gold und Silber stand, so verstehen sich auch Ultrasonne und Ultramond als eine Art Definitive Edition zu ihren direkten Vorgängern Sonne und Mond. Im Prinzip haben wir also das exakt gleiche Spielerlebnis, profitieren dabei aber von einigen Änderungen, denen wir auf unserer erneuten Inselwanderschaft über den Weg laufen. Während sich die ersten Spielstunden noch ziemlich bekannt anfühlen und leider auch wieder etwas träge daherkommen, sind die Neuerungen im späteren Verlauf deutlich spürbar.

So durchstreifen wir beispielsweise bisher unentdeckte Gebiete und treffen dabei vermehrt auf das Ultraforschungsteam, einer Gruppe von Wissenschaftlern, die das Auftauchen der mysteriösen Ultrabestien untersucht und nicht von dieser Welt zu stammen scheint. Zu allem Überfluss haben die fremdartigen Biester in Ultrasonne und Ultramond nämlich Zuwachs bekommen und wir können uns künftig auch auf die Jagd nach UB Mauerwerk und UB Klebrigkeit begeben. Außerdem ist da ja noch das legendäre Pokémon Necrozma, das diesmal eine weitaus größere Rolle zugeschrieben bekommt, also noch in Sonne und Mond.

Und wo wir gerade beim Thema sind, Freunde legendärer Hosentaschenmonster kommen in Ultrasonne und Ultramond ebenfalls auf ihre Kosten. Durch unscheinbare Pforten gelangen wir in die sogenannten Ultradimensionen, die eine Menge solcher Exemplare bereithalten. Neben Ho-Oh, Suicune und all ihren Artverwandten, fangen wir hier sogar Shiny-Pokémon. Im Gegensatz zur herkömmlichen Jagd nach den Monstern mit alternativem Farbanstrich, sind unsere Chancen in der Parallelwelt deutlich höher, was vor allem Spielern mit wenig Zeit zugute kommen sollte.

Die Ultradimension Zero und ein spannend gestrickter Plot um das Auftauchen der Ultrabestien sind aber nicht die einzigen Gründe, einen erneuten Abstecher nach Alola zu wagen. Das Foto-Feature wurde weiter ausgebaut und wartet nun mit etlichen kreativen Ideen auf, wir können wie in der Tony Hawk-Reihe auf einem Mantax reiten und dabei tollkühne Tricks vollführen und selbst wer nur stur die Story verfolgt, freut sich auf eine brandneue Inselprüfung. Der überarbeitete Rotom-Pokédex macht es Sammlern nun wesentlich leichter und auch das Finden der Herrscher-Sticker motiviert eine ganze Weile. Außerdem sind neue Z-Attacken mit an Bord, die sich in den zahlreichen, rundenbasierten Kämpfen wieder als äußerst hilfreich herausstellen.

Veteranen dürften sich übrigens verwundert die Augen reiben, wenn sie irgendwann Giovanni vom Team Rocket und anderen, eigentlich längst besiegten Erzfeinden gegenüberstehen. Diese Auseinandersetzungen sind nicht nur ein großartiger Fanservice, sondern auch eine echte Herausforderung, der wir uns mit einem entsprechend starken Team stellen sollten. Bis dahin vergeht aber einiges an Zeit, denn Pokémon Ultrasonne und Ultramond stecken voller Inhalte, die den Zeiger an der Spieluhr fast schon magisch beschleunigen.

Inselspaziergang

Zugegeben, die kindgerechte Präsentation und die Tatsache, dass unsere Jagd nach den Pokémon wieder alle fünf Minuten durch langatmige Zwischensequenzen zum Stillstand gebracht wird, dürfte gerade Spielern älteren Semesters etwas Sauer aufstoßen. Und es fällt wirklich nicht leicht ein Urteil in dieser Richtung zu fällen, denn einerseits überzeugt die neuartige Einbindung einer vollwertigen Story mit Cutscenes und Dialogen, andererseits werden wir dadurch viel zu oft an der kurzen Leine gehalten und bekommen jeden Schritt doppelt erklärt. Insgesamt betrachtet funktionieren Pokémon Ultrasonne und Ultramond aber hervorragend für alle Altersklassen – diesem typischen Charme kann man sich einfach nur ganz schwer entziehen.

Erfahrene Spieler, denen die Kämpfe während der Hauptstory zu einfach sind, wechseln ohnehin irgendwann wieder zur Zucht von Pokémon, der immer noch anspruchsvollen Jagd nach den Shinys oder sie widmen sich den DV-Werten ihres Teams, um in spannenden Online-Turnieren immer die Nase vorn zu haben. Apropos, denn auf das Festival-Plaza hat sich mit Pokémon Ultrasonne und Ultramond eine völlig neue Attraktion geschlichen. Die Kampfagentur verleiht Pokémon, mit denen wir gegen Spieler auf der ganzen Welt antreten können. Damit das auch dauerhaft spannend bleibt, wechselt die Auswahl der Leihmonster täglich und wir freuen uns nach siegreichen Auseinandersetzungen über nützliche Items. Ansonsten bleibt die Serie ihren bisherigen Ansprüchen auch online treu, weshalb wieder fröhlich über große Entfernungen getauscht werden darf.

Denn, mal abgesehen vom Tag- und Nachtwechsel, unterscheiden sich beide Editionen lediglich darin, welchen Pokémon wir auf unseren Reisen begegnen. In Ultrasonne stauben wir zum Beispiel ein exklusives Hundemon ab, während Spieler von Ultramond mit Voltenso vorlieb nehmen müssen.

Gewohnt bunt

Technisch gibt es wenig zu meckern, der bunte Look von Pokémon Ultrasonne und Ultramond überzeugt auch im zweiten Anlauf. In Multikämpfen kommt es aber gerne mal zu erheblichen Einbrüchen der Framerate und wer genau hinsieht, bemerkt oft nerviges Kantenflimmern. Ähnlich ergeht es dem Sound, der zwar wieder stimmungsvolle Themes und Jingles bereithält, nach einer gewissen Weile aber schon etwas unangenehm aufs Trommelfell drückt.

Die Steuerung über die Tasten funktioniert nach wie vor einwandfrei und lässt keinerlei Wünsche offen. Viele Befehle über den Touchscreen wurden bereits in Pokémon Sonne und Mond neu angeordnet, wovon nun selbstverständlich auch ihre Nachfolger profitieren.


Checkt auch unbedingt unser Hands-On zur neuen Sammelkartenspiel-Erweiterung Sonne & Mond: Aufziehen der Sturmröte!

Pokémon Ultrasonne und Pokémon Ultramond sind seit dem 17. November 2017 exklusiv für den Nintendo 3DS erhältlich. Für knapp 40 Euro pro Edition dürft ihr den Titel digital oder als physische Version erwerben.

Der Test basiert auf unseren Review-Versionen von Pokémon Ultrasonne und Ultramond, die uns freundlicherweise von Nintendo zur Verfügung gestellt wurden. Screenshots stammen diesmal von der offiziellen Webseite des Spiels. 

88%

Ultra-Gut!

Pokémon Ultrasonne und Pokémon Ultramond bilden den wahrlich ultimativen Abschluss der Reihe auf dem Nintendo 3DS. Ob nun wegen der alternativen Story, dem Wiedersehen mit alten Rivalen oder der legendären Pokémon – ich hatte verdammt viel Spaß auf meiner zweiten Inselwanderschaft. Trotzdem hätten sich beide Editionen auch gut als kostenpflichtiges Update verkauft, denn so groß fallen die Änderungen eigentlich gar nicht aus, dass sie einen komplett neuen Vollpreistitel rechtfertigen. Wer bereits etliche Stunden mit Sonne oder Mond verbracht hat, muss nicht unbedingt sofort zugreifen, Hardcore-Fans und Neueinsteiger machen hier aber garantiert nichts verkehrt.

  • Grafik 80%
  • Sound 70%
  • Umfang 100%
  • Story/Atmosphäre 90%
  • Steuerung 100%

Games-Magger Dennis findet gerne mal die Nadel im Heuhaufen und legt sie dann auf die Goldwaage. Wahre Liebe darf auch kritisieren. Heimisch auf Xbox One und Nintendo 3DS.