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Pokémon Sammelkartenspiel – Sonne & Mond: Stunde der Wächter

Unser Hands-On zur neuen Erweiterung Sonne & Mond: Stunde der Wächter

Was für ein Glücksgefühl! Auf dem Fußboden des Kinderzimmers stapelt sich der Verpackungsmüll, die Abbilder unzähliger Kreaturen zieren den Teppich, doch das Wichtigste, das alles um uns herum unwichtig erscheinen lässt, halten wir endlich voller Stolz in den Händen: Eine holographische Pokémon-Karte.

Hach, was waren das doch für Zeiten. Aber was damals schon gut war, funktioniert auch heute noch tadellos. Grund genug also, einen genaueren Blick auf die neueste Erweiterung des Pokémon Sammelkartenspiels, Sonne & Mond – Stunde der Wächter, zu werfen, die seit dem 5. Mai 2017 auch in den Regalen deutscher Händler zu finden ist.


Die Booster

Mit ganzen 169 Sammelkarten (145 + 24 Secret Rares), fällt die Erweiterung Stunde der Wächter erneut ziemlich groß aus. Im vorherigen Sonne & Mond Base Set, sorgte diese hohe Vielfalt an unterschiedlichen Karten noch für eine verhältnismäßig niedrige Chance auf seltene Exemplare in den Boostern, was viele Sammler verärgerte.

Offizielle Angaben zur sogenannten Pull Rate gibt es zwar auch für Stunde der Wächter nicht, allerdings berichten User in diversen Foren von fünf bis acht Ultra Rare Karten pro 36 Booster, was bereits einen enormen Anstieg gegenüber dem Sonne & Mond Base Set bedeutet.

Auch ich konnte diesen einstigen Geiz nicht mehr spüren und hatte mit den 20 Boosterpacks, die mir im Rahmen unserer Berichterstattung zur Verfügung gestellt wurden, richtig viel Spaß. Zwar hielt sich Fortuna anscheinend etwas bedeckt, weshalb mir der Blick auf eine superseltene Full Art- oder Secret Rare-Karte dabei verwehrt blieb – mit Wolverock-GX und Kapu-Riki-GX durfte ich mich letztlich aber doch noch ziemlich glücklich schätzen. Obendrauf gab es ein paar ansehnliche Holo-Karten.

Die übrigen Karten bilden eine gelungene Mischung der unterschiedlichsten Pokémon-Generationen und Typen, während neue Trainerkarten, wie etwa die Stadien, einen echten Twist in die Berechnung von Schwäche und Resistenz während hitziger Kämpfe bringen.

Die Themendecks

Kompetitive Kartenspieler kommen bei Stunde der Wächter ohnehin nicht zu kurz. Die erhalten mit den beiden Themendecks Nebelmond und Stahlsonne zwei durchaus interessante Varianten, ihr Können gegen andere Trainer zu beweisen.

Thematisch an die Cover Pokémon der aktuellen Generation angelehnt, habt ihr die Wahl, ob ihr euren Gegnern mit Lunala und einer hinterlistigen Kombination aus Psycho/Feuer-Typen ordentlich einheizen wollt oder doch lieber ganz offensiv die Krallen wetzt und Solgaleo mit den dazugehörigen Stahl/Psycho-Typen in den Kampf schickt.

Wie üblich, liegen den Themendecks jeweils 60 Pokémon-Karten, eine Spielunterlage und die passende Deckbox zum Verstauen der Kärtchen bei. Schadensmarken und eine aktuelle Kartenliste dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ebenso wie die Spielmünze, die wieder in toller Schimmer-Optik daherkommt.

Während Stahlsonne vorwiegend auf simple, aber effektive Angriffs- und Verteidigungsstrategien setzt, somit also eher an Einsteiger gerichtet ist, wird es mit Nebelmond schon deutlich komplexer. Hier ist mit dem steten Bewegen von Pokémon und Energiekarten einiges an taktischem Feingespür gefragt, um eure nicht ganz so offensichtlichen Spielzüge erfolgreich durchzubringen.

Besonders spannend wird es, wenn sich beide Themendecks gegenüberstehen und ihr die neuen Stadion-Karten ausspielt, die eure Spielzüge mit diesen Themendecks nachhaltig beeinflussen. Sonnenkreis-Podium sorgt nämlich dafür, dass Feuer- und Stahl-Pokémon keine Schwäche mehr haben, während Mondscheiben-Podium die Rückzugskosten verringert. Unbedingt mal ausprobieren!

Beide Decks sind selbstverständlich ausbaubar, ihr müsst also nicht für immer mit den mitgelieferten 60 Karten Vorlieb nehmen. Das solltet ihr auch gar nicht. Zum einen macht das Experimentieren mit neuen Variationen Spaß und kann zum echten Vorteil werden, zum anderen weisen die Decks ein paar Lücken in ihrer Konstellation auf. Stahlsonne setzt z.B. einen starken Fokus auf Tanhel und Metang, lässt dabei aber die finale Version Metagross vermissen. Hier solltet ihr schleunigst nachrüsten.

Den zusätzlichen Support für Stahlsonne und Nebelmond findet ihr in den Boostern von Stunde der Wächter, aber auch genauso zahlreich im Sonne & Mond-Base Set.

Den Themendecks liegt natürlich wieder jeweils eine Code-Karte für das Online Sammelkartenspiel bei, damit ihr auch ganz bequem über den heimischen Rechner oder das Tablet gegen Spieler aus der ganzen Welt antreten könnt.

Zwei weitere Stunde der Wächter-Ultra Rares aus der privaten Sammlung.

Schon gewusst?

Die GX-Karten sind übrigens eine absolute Neuheit, die erst mit dem Sonne & Mond-Zyklus ihren Weg in das Sammelkartenspiel fanden. Derzeit ersetzen sie die ebenfalls heißbegehrten EX-Karten, was allerdings keinen schmerzlichen Verzicht bedeutet. Denn das Kartenfüllende Motiv und ein ebenso anschauliches Holo-Muster, lassen Sammlerherzen mindestens genauso hoch schlagen.

Für aktive Spieler hat sich dagegen so einiges geändert. Anders als Pokémon EX, entstehen ihre GX-Formen nun nicht mehr aus der selben Entwicklungsstufe / Phase. Wer also ein Metagross-GX aufs Spielfeld zaubern möchte, benötigt dafür lediglich ein Metang. Ein Basis-Pokémon-GX wie Kapu-Riki-GX kann somit sogar als erstes aktives Pokémon eingesetzt werden.

Mit dem Einsatz der speziellen GX-Attacke solltet ihr es aber nicht ganz so eilig haben. Die darf nämlich nur ein einziges mal pro Spiel verwendet werden – völlig unabhängig davon, wie viele der seltenen GX-Monster sich sonst noch auf dem Spielfeld tummeln.

Kein Wunder, denn die frischen Angriffe haben es durchaus in sich und entscheiden oft über Sieg oder Niederlage, wodurch auch die Matches des Pokémon Online Sammelkartenspiels ein völlig neues, taktisches Gesamtgefühl erhalten.


Fazit

Insgesamt betrachtet, wirkt die Erweiterung Stunde der Wächter recht durchdacht und abgerundet. Zwischen den 10 Karten pro Boosterpack (+ einer Energiekarte und einer Code-Karte für das Online-TCG ) lassen sich mit etwas Glück viele starke Phase 2-Pokémon finden, von denen einige sogar den älteren Generationen angehören – Viscogon und Machomei zum Beispiel.

Ebenso erfreuen sich Sammler und Spieler gleichermaßen über neue Alola-Formen bereits bekannter Hosentaschenmonster, alternative Element-Typen und natürlich die extrem raren Pokémon-GX, die nicht nur als wahre Augenweide, sondern auch als taktischer Gewinn in spannenden Duellen gelten.

Die optische Frischzellenkur im Layout der Karten, die man bereits dem Sonne & Mond Base Set verpasst hat, wird in Stunde der Wächter stilsicher fortgeführt. Die bildliche Aufbereitung von Schwäche, Resistenz und anderen wichtigen Werten – alles wirkt nun wesentlich aufgeräumter und übersichtlicher.

Kleiner Wermutstropfen: Die Haptik der Karten. Qualitativ ist noch alles im grünen Bereich, doch aufmerksame Finger bemerken den Unterschied zu früheren Sets sicher schnell. Allem Anschein nach, werden die Karten seit Beginn des Sonne & Mond-Zyklus auf dünnere Pappe gedruckt, was den sonst so hochwertigen Eindruck etwas trübt. Auch die gelbe Umrandung weist seit dieser Generation oft unterschiedliche Abstände auf.

Aber das ist alles Meckern auf hohem Niveau. Ich bin schon längst wieder im Sammelfieber und zähle Stunde der Wächter inhaltlich zu den stärksten Erweiterungen der letzten Jahre. Gotta Catch ´Em All!

Dennis

Dennis

Games-Magger Dennis findet gerne mal die Nadel im Heuhaufen und legt sie dann auf die Goldwaage. Wahre Liebe darf auch kritisieren.
Heimisch auf Xbox One und Nintendo 3DS.
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