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Playstation All-Stars Battle Royale im Test

Was haben Little Big Planet, Uncharted und Jak and Daxter gemeinsam? Wie bringt man Spike, Sly Cooper, Kratos und Fat Princess zusammen? Playstation zeigt uns, wie man die unterschiedlichsten Charaktere aus den verschiedensten Spielen zusammenbringt. In Playstation All-Stars Battle Royale lassen wir unsere Lieblings-Helden gegeneinander antreten – sowohl auf der großen Konsole PS3, als auch auf dem Handhelden. Wir haben uns das einmal genauer angesehen.

PS-Vita Review von Mario (von unserer Partnerseite www.game-kritik.net)

Wer uns erwartet

Bevor wir uns Playstation All-Stars Battle Royale genauer ansehen können, müssen wir uns einen der zwanzig Charaktere auswählen – welche uns alle mehr als bekannt sind. Sackboy von Little Big Planet, Sly Cooper  aus der Sly-Reihe, Big Daddy aus Bioshock oder Kratos aus God of War. Ebenso erwarten uns Fat Princess, Nathan Drake, Toro (Mainichi Issho), (Evil) Cole Macgrath (infamous), Heihachi Mishima (Tekken), Parappa, Colonel Radec (Killzone 2), Sweet Tooth (Twisted Metal), Jak and Daxter, Dante (Devil May Cry), Ratchet & Clank, Spike (Ape Escape),  Raiden (Metal Gear Solid) , Nariko (Heavenly Sword) und zu guter Letzt der werte Sir Daniel Fortesque (MediEvil). Wer sich mit Videospielen etwas beschäftigt, erkennt jeden einzelnen Charakter – spätestens dann, wenn er ihn sieht. Wir haben es also mit echten Berühmtheiten zu tun.

Und wo treffen wir diese Ikone? In den wohl bekanntesten Orten dieser Welt: Den Heimat-Welten der verschiedenen Helden! Wir besuchen Kratos Unterwelt, Sackboys Little Big Planet und noch viele mehr. Genannt wird dieses Prinzip nun „Cross Play“. Wieso? Weil alles durcheinander geht. Sackboy und die Fat Princess haben einfach nichts in Kratos Unterwelt verloren. Genauso wenig sollte Dante auf Sly Cooper einprügeln. Aber was ist schon normal? In Playstation All-Stars Battle Royale treffen die großen Helden aus allen Spieleuniversen zusammen – und besuchen nebenbei alle bekannten Plätze aus den zugehörigen Videospielen. Wiedererkennungswert hoch hundert. Gigantisch.

Cross Play bedeutet aber noch etwas ganz anderes: Das Game kann sowohl auf der PS3, als auch auf der PS Vita genossen werden. Damit Freunde auch Freunde bleiben, können wir mit unserer PS Vita auch gegen Spieler auf der PS 3 antreten – wir zocken also konoslenübergreifend. Um dies zu ermöglichen, gibt es sogar noch ein sogenanntes „Cross-Buy“ –  sprich ihr kauft euch die PS3 Version des Spiels und erhaltet einen Download-Key für die PS Vita hinzu. So könnt ihr entweder auch unterwegs spielen, oder einem Freund eine Freude bereiten. Ein Spiel, zwei Konsolen, zwanzig Charaktere, etliche Videospiele – und alles unter einem großen Namen: PlayStation.

Und die Jungs (und Mädels) tun WAS?

Ja, natürlich. Ich werfe hier mit Namen um mich und erläutere Fachbegriffe – doch mit was wir es genau zu tun haben, habe ich noch nicht erörtert.

Das Spiel ist allerdings ziemlich schnell zusammengefasst: Beat`em`Up. Das müsste eigentlich schon genügen, damit ihr wisst, was eure Aufgabe in Playstation All-Stars Battle Royale genau ist. Wir wählen unseren Lieblings-Charakter und verkloppen alle anderen Charaktere, die wir lieben oder von denen wir beim letzten Game enttäuscht wurden. Hierbei treten wir gegen ein bis drei Charaktere an – in unterschiedlichen Welten.

Entweder wir kämpfen uns mit  unserem Liebling durch eine kurze Story – natürlich mit schönem Intro und Outro zu unserem Charakter. Oder wir bewältigen alle Aufgaben, die es für diesen Charakter gibt – und lernen so den Umgang mit ihm. Für jeden Sieg (auf einer von drei Schwierigkeitsstufen) erhält der gespielte Charakter Erfahrungspunkte, steigt dadurch Level auf und wir schalten neue Inhalte frei – dazu aber später mehr.

Wenn wir uns nicht mit einem einzigen Helden anfreunden können, weil uns einfach alle faszinieren, können wir auch verschiedene Herausforderungen versuchen – wobei wir dabei wiederum die grundlegenden Steuerungen – und auch die tiefere – kennen und meistern lernen. Das klingt nun natürlich sehr nach „Tutorial“ – aber während dem Spielen werdet ihr feststellen, dass ein Tutorial dafür da ist, auf das Spiel vorzubereiten. Die Herausforderungen auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad stellen bereits ein Meistern des Spiels dar – und ihr werdet euch bei der ein oder anderen erst einmal die Zähne ausbeißen.

Genretypisch

Wie bei allen Hau-Drauf-und-Überleb- Spielen arbeiten wir in erster Linie mit den Richtungstasten und den vier Befehlstasten. Je nachdem, wie wir diese kombinieren, entstehen verschiedene Angriffe – wobei X hierbei für das Springen zuständig ist. Der Kreis bietet einen Grundangriff – sobald wir eine bestimmte Richtung dazu vorgeben, verändert sich dieser. Ebenso können wir in der Luft andere Angriffe ausüben als am Boden – es steht uns also eine Vielzahl an Angriffen zur Verfügung. Über L können wir Angriffe blocken und mit R wird ein Super-Angriff, der natürlich deutlich effektiver ist, ausgeführt.

Unsere Spezialangriffe sind in drei Stufen unterteilt. Für erfolgreiche Angriffe oder das Einsammeln schöner glänzender Kugeln auf dem Schlachtfeld füllen wir die Angriffs-Leiste. Ist diese voll, wird Level 1 unserer Spezialtechnik freigeschaltet. Bei einem weiteren Male Füllen Level 2, beim dritten Mal Level 3 – vorausgesetzt wird verwenden diese nicht, wodurch wir alle gesammelte Energie wieder verlieren.

Gewonnen hat derjenige Spieler, der am Ende einer Runde entweder die meisten Kills erzielt hat, oder derjenige, der am schnellsten eine vorgegebene Anzahl an Kills errungen hat. Je nach Spielvariante also unterschiedlich. Eine sichere Siegmethode gibt es allerdings: Selbst nichts abbekommen und alle Gegner so schnell wie möglich vom Spielfeld dreschen. Kurze Zeit nach einem K.O. erscheinen die Spieler natürlich wieder und mischen wieder fröhlich mit.

Alle Helden sind gleich…

… NICHT! Wie ihr schon sicherlich eingangs festgestellt habt, haben wir es mit den unterschiedlichsten Charakteren zu tun. Manche sind uns Menschen doch sehr ähnlich und wehren sich hauptsächlich mit einer Waffe – einen Sackboy oder Big Daddy müssen wir bei dieser Definition natürlich ausnehmen. Und hier punktet Playstation All-Stars Battle Royale meiner Meinung nach enorm: Wenn bei manchen Beat`em`Ups die Charaktere doch individuell gehalten sind, erreichen sie dennoch nicht diese Vielfalt wie hier. Jeder Charakter ist bereits ein Held in einem Videospiel – und daher kennen wir seine Stärken und Schwächen bereits. Diese sind natürlich auch inPlaystation All-Stars Battle Royale übernommen. Angriffe, Bewegungen und Waffen sind typisch für jeden einzelnen Charakter – würde aber zu keinem weiteren passen. Helden bleiben sich selbst treu und stilgerecht – so spielen wir sie natürlich gerne. Ein kleiner Nebeneffekt ist natürlich der Realismusgrad: Wenn Drake in Uncharted mit seiner Pistole einen Kopf trifft, ist der Gegner natürlich erledigt. In einem Beat`em`Up gegen eine kuchensüchtige, fette Prinzessin wäre das natürlich ungerecht. Daher sind die verschiedenen Angriffe zwar den Charakteren angepasst, aber der Schaden, den sie verursachen, ist mit den Angriffen anderer Helden natürlich abgestimmt. Manche Helden sind schneller, andere springen etwas höher und der ein oder andere schlägt etwas fester bzw. schneller zu – Stärken und Schwächen bleiben also erhalten, aber das Balancing stimmt hierbei.

Wem sein Liebling im Standard- Outfit doch etwas zu langweilig wird, kann natürlich verschiedene Inhalte freischalten: Von einer kleinen Auswahl an Outfits über Siegesposen bis hin zur Musik können wir unseren Favorit umgestalten. Darüber hinaus können wir für unser Spieler-Bild auch Hintergründe und Avatare freischalten – natürlich für jeden Charakter zu seinem Spiel passende.

Billig bis hart

Da ich alles andere als ein Gott in diesem Spielegenre bin, habe ich mit der euphemistisch bezeichneten Schwierigkeitsstufe „Held“  begonnen – was das niedrigste der drei Anforderungsstufen darstellt. Schon schnell habe ich gemerkt, dass ich mich ebenso gut als „Legende“ durchschlagen kann – und erst bei „All Star“ wurden die Kämpfe deutlich knackiger. Der Anstieg der Schwierigkeit ist in Ordnung – der erste Grad beschränkt sich aber vor allem im Storymodus auf ein willkürliches Knöpfe-Drücken. Die Gegner blocken nicht, nutzen nur selten ihre Spezialangriffe und treffen mit diesem zum Teil nicht einmal. „All Star“ dagegen verspricht eine doch sehr angemessene  Herausforderung – auch für begabtere Spieler.

Die Creme de la Creme der Herausforderung findet sich natürlich wieder einmal gegen echte Spieler – wie es eigentlich immer der Fall ist. Ob via Internet oder über LAN – gemeinsam macht es natürlich deutlich mehr Spaß. Dass es keine Rolle spielt, ob man eine PS Vita zu Händen hat, oder einen PS3 Controller, macht sich online natürlich positiv bemerkbar: Die Anzahl der Spieler ist ziemlich hoch und wir finden jederzeit eine passende Partie für uns. Wie gut unsere Gegner dann sind, obliegt nicht mehr den Entwicklern.

Sonst noch was?

Dass Sony bei Playstation All-Stars Battle Royale mit Grafikeffekten prahlt, ist natürlich kein Wunder. Es sind die meisten Größen der jüngeren Videospielgeschichte vertreten – diese müssen natürlich auch entsprechend ins Licht gerückt werden. Ich konnte leider keinen Vergleich auf der PS3 heranziehen, wodurch ich nun nur von der PS Vita sprechen kann. Allerdings bezweifle ich, dass die Qualität auf dem „großen Bruder“ schlechter ausfallen würde. Die Kämpfe sind effektreich und die Bewegungsabläufe sind unglaublich flüssig – ebenso sind die Soundeffekte sehr zu genießen, unterstützen die actionreichen Szenarien und die Synchronstimmen treffen die Helden perfekt (selbst der Erzähler im Intro von Sackboy ist natürlich die Originalstimme aus Little Big Planet). Ganz besonders schön machen sich auch die Intros zu jedem Charakter im Story Modus – und ebenso die Einleitungs-Szene zum Spezialangriff der Stufe 3. Hier sehen wir den jeweiligen Charakter nochmals richtig in Action. Leider zwar nicht in der Umgebung, in der wir gerade kämpfen, aber immerhin wundervoll inszeniert.

Dass die Storys selbst mehr oder weniger Mist sind, müssen wir wohl nicht breit treten. Wieso kämpft die fette Prinzessin gegen Jak und Daxter? Weil Sony es kann. Basta. Das haben sie zwar etwas netter verpackt und in schöne Videosequenzen gepackt, letztendlich läuft es aber genau darauf hinaus. Beat`em`Ups protzen aber in den wenigsten Fällen mit einer interessanten Geschichte – manche sollten sogar lieber auf den Versuch verzichten. Playstation All-Stars Battle Royale hat hier eigentlich nichts falsch gemacht: Mit zwei zusammengekniffenen Augen können wir einen Sinn der Zusammenkunft akzeptieren. Letztendlich wollen wir dem vorlauten Daxter auch nur mit dem Kuchen einmal Manieren beibringen….

Was die Kämpfe insgesamt noch einen Tick spannender macht, sind die Welten, welche sich ständig verändern. Hindernisse erscheinen, verschwinden oder richten ordentlich Schaden an, wenn wir nicht aufpassen. Ebenso erscheinen ab und an Gegenstände, die wir verwenden können, um noch mehr Schaden zu verursachen oder höher zu springen – je nach Gegenstand unterschiedlich (um diese aufzusammeln wurde übrigens der Touch-Bildschirm genutzt).

Fazit

Der Vergleich hinkt vermutlich ein wenig, doch ich persönlich wurde an die alten Tage mit Super Smash Bros. erinnert, als ich die ersten Kämpfe mit den Allstars erlebt habe: Jede Menge bekannte Gesichter aus Videospielen, Items und heftiges Gekloppe. Damals war ich begeistert. Und heute bin ich es ebenso. Ich bezweifle zwar, dass ich Battle Royale insgesamt so viel und lange spielen werde, wie damals Smash Bros., aber das hat ehrlich gesagt nichts zu bedeuten. Wer Videospiele mag, wird die Helden hier lieben. Seine Lieblinge oder auch seine Hass-Charaktere endlich mal so richtig vermöbeln und dem immer-alles-schaffer Drake einfach auf die Fresse geben – was will man mehr?

Wertung:

Sehr gut

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
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