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Monopoly Zapped im Test

Videospieladaptionen von Brettspielen sind schon lange keine Seltenheit mehr. Doch nun geht Hasbro eine mehr oder weniger neue Richtung: Die Kombination aus mobilen Plattformen und Brettspiel. Trivial Pursuit und auch andere Spiele haben schon vor langer Zeit das Medium Video unterstützend zum Brettspiel genutzt. Nun werden von Hasbro iPhone, iPad und iPod Touch mit integriert. Wie das genau aussieht, erfahrt ihr in folgender Rezension

Brettspiel-Rezension von Mario (von unserer Partner-Seite www.game-kritik.net)

Ein Tisch, ein Spiel und Technik

Was muss man sich nun hinter diesem System „Zapped“, wie Hasbro es nennt, vorstellen? Wir haben uns die Zapped Version des Klassikers Monopoly etwas genauer angesehen – und waren anfangs selbst etwas verwirrt.

In der Spieleschachtel finden wir die üblichen Utensilien: Ein Spielbrett, zwei Würfel, sechs Spielfiguren und die Grundstückskarten. Es fehlen allerdings die Eigenschafts- und Gesellschaftskarten – dafür bekommen wir mehrere kleine Anti-Rutsch-Pads zum Aufkleben und vier Plastikkarten mitgeliefert. Diese kommen in die Mitte des Spielbrettes – und darauf unser Apple-Gerät.

Damit wir überhaupt spielen können, müssen wir die kostenlose App herunterladen, die zum Spiel gehört. Diese finden wir einfach über den AppStore und können sie in kürzester Zeit auf unser Gerät spielen. Sobald wir „Start“ im Applikationsmenü wählen, können wir die Spielerzahl einstellen. Daraufhin tippen wir die Namen der Spieler ein und weisen jedem eine der vier Plastikkarten zu. Auktionen, Geldtransfers, Ereignisse und einige weitere Kleinigkeiten laufen nur über unser iPhone/iPad. Der Rest wird „analog“ in guter alter Brettspielmanier erledigt.

Seit Jahrzehnten das Gleiche

Monopoly hat sich in den letzten Jahrzehnten natürlich kaum verändert. Die Spieler ziehen um das Viereckige Spielfeld, kaufen Grundstücke, bauen Häuser und Hotels und kassieren idealer Weise jede Menge Miete von den Mitspielern. Das Ziel des Spiels ist es, am Ende das meiste Geld zu besitzen – oder die anderen Spieler bankrott gehen zu lassen. Von der ersten Auflage in den 50er Jahren bis heute wurden etliche Variationen des Spiels herausgebracht – manchmal mit thematischen Veränderungen (Beispielsweise Die Simpsons, Pokemon, ,Fußball WM, usw), manchmal auch nur mit optischen Veränderungen und der „bargeldlosen“ Zahlungsvariante.

Bargeldlos zahlen und kassieren

Die vier mitgelieferten Plastikkarten stellen während des Spiels unser wichtigstes Utensil dar: Hierauf ist unser Geldbesitz gespeichert. Wenn wir Gelder erhalten oder dieses ausgeben (ob bei Mieten, Bankeinzügen oder Käufen), müssen wir nur unsere Karte auf die vorgegebene Fläche auf dem Display unseres Apple-Gerätes halten – und schon wird der Transfer erledigt.

Was uns anfangs verwundert hat war die Tatsache, dass der Bildschirm keinerlei Möglichkeit hat, eine Plastikkarte zu erkennen. Er kann weder ein Bild machen, noch die unterschiedlichen Punkteanordnungen auf der Rückseite der Plastikkarten scannen. Da uns die Funktionsweise zu Beginn nicht eingängig war, hatten wir des Öfteren Probleme damit, dass das Gerät unsere Karte erkennt. Doch nach knapp einer Stunde ging uns ein Licht auf: Die grauen Flächen auf der Rückseite der Karte leiten unsere Körperelektrizität weiter – und diese kann das Gerät natürlich erkennen. Anders würde das Touchpad auch nicht auf unsere Fingerdrücke reagieren. Nachdem dieses „Mysterium“ gelöst war, funktionierte die Erkennung fast immer ohne Probleme. Mit dieser Rätsel-Löse-Kompetenz könnten wir uns auch für das Galileo-Mystery Team bewerben…

Virtuell ist interessanter

Immer wieder ertönen Vorwürfe, dass sich ein großer Teil unserer heutigen Gesellschaft lieber mit virtuellen Dingen abgibt, als sich der realen Welt zu stellen. Ob dies stimmt oder nicht klären wir an dieser Stelle natürlich nicht – aber Hasbro macht sich dieses Gerücht zu Nutzen. Die meiste Zeit sitzen wir bei Monopoly Zapped nämlich um das Apple-Gerät herum, tippen auf den Bildschirm und schauen zu, ob die anderen auch alles regelkonform erledigen.

Das Menü ist nämlich folgender Maßen unterteilt, dass wir zuerst auswählen, welcher Spieler gerade am Zug ist. Anschließend erscheint eine Liste aller möglichen Aktionen – vom Kauf von Immobilien, Bau von Gebäuden bis hin zum Tausch und den Ereignis- und Gesellschaftskarten. Das Gerät erkennt nicht, welche Immobilien wir beispielsweise kaufen möchten – wir geben einfach den zu zahlenden Betrag ein und halten unsere Karte auf den Bildschirm. Die zugehörige Immobilienkarte nehmen wir real an uns. Ebenso müssen wir die zu zahlenden Höhen der Mieten eintippen – und die Karte des Empfängers und des Schuldners einscannen. Überflüssig erschien an dieser Stelle, den Käufer von neuen Häusern oder Immobilien oder den Zahler von Mieten erneut einzuscannen – schließlich weiß das Gerät eigentlich, wer gerade an der Reihe ist und könnte den Betrag einfach vom Konto des Spielers abziehen.

Direkten Einfluss nimmt das Gerät genau genommen nur bei drei Aktionen: Sobald ein Spieler sein komplettes Budget aufgebraucht hat, muss er sein „Minus“ wieder ausgleichen – durch Hypotheken oder dem Verkauf von Immobilien. Es kann erst weitergespielt werden, wenn dies erledigt ist – oder der Spieler bankrott angemeldet hat. Der zweite Ereignistyp, bei dem die Software direkt eingreift, sind Ereignis- und Gesellschaftskarten. Hier können kleine Minispiele – entweder für einen, zwei oder sogar alle drei oder vier Spieler – erscheinen. Meistens gewinnt oder verliert man hier einen kleinen Betrag. Die Spiele sind meist sehr simpel und erfordern lediglich wenige Drücke auf das Touchpad oder das Schwenken des Bildschirms, beispielsweise wenn wir vor der Polizei fliehen möchten. Sollten wir im Gefängnis sitzen, können wir auch – anstatt des Würfelns eines Pasches oder des Bezahlens des nötigen Betrages – den Ausbruch erspielen. Hierfür schießen wir den Monopoly-Mann a`la „Angry Birds“ über eine Mauer in seinen Fluchtwagen. Ebenfalls keine allzu große Herausforderung.

Die letzte vom Gerät gesteuerte Aktion sind Auktionen. Hier können die Spieler am Anfang entscheiden, ob sie mitsteigern möchten oder nicht. Die Software erhöht dann in kurzen Abständen den Kaufpreis – wer zuletzt über Knopfdruck aussteigt erhält die Immobilie. Ein Rückzieher vom Kauf ist dann natürlich nicht mehr möglich.

Fazit:

Monopoly Zapped kombiniert Brettspiel und mobiles Spielgerät – und zwar relativ erfolgreich. Das Spiel läuft einwandfrei und ist schnell zu verstehen. Und an Monopoly kann man natürlich nicht viel verkehrt machen – seit etlichen Jahren lieben und hassen es Spieler auf der ganzen Welt. Ich persönlich liebe es immer dann, wenn ich gewinne – und verabscheue es, wenn ich kurz vor dem Bankrott stehe. Die „Zapped“ Edition bringt auf alle Fälle neuen Wind in die Welt der Brettspiele – ich persönlich bin allerdings doch eher ein Fan von altbacken: Das gute alte Holzbrett und die Zinn-Figuren bringen eine mir persönlich angenehmere Spielatmosphäre. Ich habe schon genug mit Technik zu tun in meinem restlichen Leben – zumindest der Spieleabend soll deswegen bei mir bildschirmfrei bleiben. Diese persönliche Neigung ändert aber nichts an der Qualität des Spiels und die vielleicht bald stärker vertretene Art von Gesellschaftsspielen.

Wertung:

Gut

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
Markus

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag

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