Metal Gear Survive bei uns im Test

Es war von vornherein klar, dass Metal Gear Survive es schwer haben wird. Es ist das erste Spiel der großartigen Metal Gear- Reihe ohne Hideo Kojima. Viele Fans sagten sofort, dass das kein Metal Gear sein kann, wenn Kojima nicht daran beteiligt ist. Ich muss ehrlich gestehen, dass auch ich zu diesen Leuten gezählt habe. Es hat mich viel Überwindung gekostet das Spiel zu downloaden und zu starten, aber dann habe ich unzählige Stunden in das Spiel investiert.

Achtung: Spin Off

Von Anfang an wird klargestellt, dass Metal Gear Survive nicht zur Hauptreihe gehört und nur ein Spin Off darstellt. Zeitlich lässt sich das Spiel nach den Geschehnissen von Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes einordnen. Wir bekommen einen kleinen Rückblick zum Finale von Ground Zeroes, dürfen unseren Big Boss noch einmal kurz sehen und dann beginnt ein neues Kapitel. Nachdem die Motherbase zerstört wurde, finden wir uns zwischen diversen gefallenen Soldaten wieder und begegnen einer unbekannten Person namens Goodluck. Bevor es weitergeht, erstellen wir erstmal unseren Charakter. Die Charaktererstellung ähnelt sehr der aus The Phantom Pain. Man kann seinen Charakter durchaus sehr detailliert erstellen und im späteren Verlauf des Spiels auch wieder verändern. Nach der Erstellung geht es richtig los. Als gefallener Soldat werden wir von einem amerikanischen Geheimdienst wiederbelebt und in eine Paralleldimension Namens Dite geschickt. Optisch erinnert das Spiel an dieser Stelle wirklich sehr stark an Metal Gear Solid 5. Die Umgebung sieht sogar fast 1 zu 1 wie die Wüstenregion aus The Phantom Pain aus.

Die Mission

Angekommen im Dite begegnen wir schnell den ersten Feinden. Ehemalige Soldaten, die durch Kuban- Energie zu Zombies ohne Kopf wurden. Unsere Mission besteht nun darin Überlebende Forscher zu finden, deren Aufgabe es war mehr über das Gebiet herauszufinden. Wenn wir keine Überlebenden finden können, dann sollten wenigstens möglichst viele Informationen geborgen werden. Um möglichst viele Gebiete erreichen zu können und uns verteidigen zu können, müssen wir unsere Grundbasis ausbauen und versuchen zu überleben. Im Gegensatz zu allen anderen Metal Gear Teilen müssen wir uns nämlich nicht in Stealth-Action, sondern eher in Survival-Action stürzen. Das heißt also, dass wir jagen, eine Wasserquelle finden, für medizinische Versorgung sorgen und vieles mehr müssen. Zum Glück finden wir auf unseren Wegen immer wieder verschiedene Ressourcen, Rezepte und vor Allen Kuban- Energie. Denn diese Energie infiziert nicht nur diverse Soldaten, sondern ist auch Grundlage zur Herstellung von Nahrung, Waffen und Co. Je mehr Energie wir auf Dauer sammeln, desto weiter können wir auch die Welt erkunden und versteckte Wurmlochgeneratoren zu finden. Mit diesen können wir innerhalb der Karte schneller und vor Allen sicherer reisen. Der Kampf um die Generatoren kann  aber hart sein, da man diese mehrere Minuten vor den Wanderern schützen muss.

Das blanke Überleben

Besonders in der Anfangszeit kann der Fokus auf Survival unglaublich anstrengend sein. Ständig ist man auf der Suche nach Nahrung und Wasser. Dazu kommt noch, dass man zu Beginn eher nur dreckiges Wasser findet, was den Körper vergiftet. Wer jetzt sagt, dass man dann eben mal ein bisschen weniger isst und trinkt, der wird mit den Folgen konfrontiert. Hat der Charakter zu großen Hunger, sinkt die maximale Gesundheit und Durst schädigt der maximalen Stamina. Das Spiel möchte dem Spieler wirklich suggerieren, dass man um sein eigenes Überleben kämpft. Mir persönlich gefällt das richtig gut. Klar hat man erstmal einen schweren Start und muss vieles entdecken, aber wenn man einmal im Game ist, dann läuft alles schon fast automatisch.
Das liegt auch daran, dass man im Laufe des Spiels immer mehr seine eigene Basis ausbauen kann. Während man Anfangs noch eine kleine Basis mit Feuerstelle und einfachen Werkbänken hat, wächst diese im Laufe des Spiels um verbesserte Bänke, Gemüsefelder, Wassertanks und einiges mehr. Außerdem können wir in unserer Basis am Skill Tree basteln. Mit entsprechend viel Kuban- Energie können wir unseren Rang erhöhen und mit jedem neuen Rang einen Skill-Punkt verdienen. Man kann damit wiederum körperliche Eigenschaften oder kämpferische Fähigkeiten leveln. Das kann man ganz nach der eigenen Spielweise entscheiden, denn die Fähigkeiten unterscheiden sich besonders im Bezug auf die Waffen mit denen man durch die Gegend zieht. Im Laufe des Spiels wird die Basis immer mehr zu einer Art Rückzugsort, in den man sich immer wieder gern rettet und ausbaut. Es ist der eine Ort, an dem man weiß, dass man sicher ist. Ein gutes Gefühl in einem Survival- Game.

Das größte Problem…

…das Metal Gear Survive hat ist meiner Meinung nach der Name. Es ist keinesfalls ein schlechtes Spiel. Ich habe sehr gern viele Stunden investiert und hatte immer Spaß dabei die Umgebung zu erkunden, neue Dinge zu craften und einfach zu überleben. Das einzige was das Spiel mit den Vorgängern gemein hat, ist die Optik, ein wenig Humor und die Steuerung. Survive hat keine so ausgiebige Story wie die Titel der Hauptreihe, aber das braucht das Spiel auch nicht. Die wenigen Zwischensequenzen und die Konzentration auf schriftliche Dialoge funktionieren sehr gut. Leider ist das Spiel aber auch weit davon entfernt perfekt zu sein. Ein Online Zwang, eine relativ leere Spielwelt und die Einführung von Mikrotransaktionen zerrütten das Spiel. Auch wenn mir die Story recht gut gefiel, hat sich das Spiel nicht wirklich vollkommen gefühlt. Es fühlte sich so an, als wäre da noch zu viel ungenutzter Raum. Von daher ist Metal Gear Survive zurecht für knapp 35 Euro zu haben.

 

74%

Metal Gear Survive ist für mich kein Metal Gear. Viel eher ist es ein gutes Survival Spiel, dass den Titel „Survive Dite: Menschen gegen Zombies“ tragen sollte und damit ein deutlich besseres Image gehabt hätte.

  • Grafik 80%
  • Sound 75%
  • Umfang 76%
  • Story/Athmosphäre 60%
  • Steuerung 78%