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Metal Gear Rising: Revengeance im Test

Solid Snake ist bis auf Weiteres im Ruhestand – zumindest spielt er in „Metal Gear Rising: Revengeance“ keine große Rolle. Ins Scheinwerferlicht wird für den neuen Metal Gear-Ableger der kybernetisch spezialisierte Raiden (bekannt aus „Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty“) gerückt, der dank einer neuen Gameplay-Mechanik Feinde nun fachgerecht auseinander schneiden kann und somit den Spielablauf etwas actionreicher macht.

Raiden verdient sich sein Geld in „Metal Gear Rising: Revengeance“ als Sicherheitsagent für Maverick Security Consulting. Seine Aufgabe: den afrikanischen Premierministers beschützen. Die Aufgabe wird aber schnell zur Nebensache als kybernetisch veränderte Bösewichte der Desperado Enforcement Jagd auf das Staatsoberhaupt machen. Kurze Zeit später ist dieses tot, ermordet von einem finsteren Gegenspieler. Gezeichnet ist dieser, wie von der „Metal Gear“-Reihe gewohnt, sehr charakteristisch, sodass wir ihm schnell den Garaus machen wollen. Doch das gestaltet sich nicht so einfach, da wir jede Menge Kriegsgerät und kampferprobte Antoganisten entgegengeworfen bekommen.

Der Spielverlauf wird durch allerlei Cutscenes geprägt, welche sich in Sachen Inszenierung nicht vor großen Titeln verstecken brauchen. Da reiten wir schonmal auf uns zusteuernde Raketen, laufen ein einstürzendes Gebäude herunter oder bekämpfen haushohe Bossgegner. „Metal Gear Rising: Revengeance“ geht merklich actionlastiger an, nicht nur gameplay-, sondern auch storytechnisch.

Die kompakte Geschichte dauert zwar nur 5 Stunden, hat es aber in sich und ist gespickt von coolen Zwischensequenzen. Steal-Elemente wurden fast komplett gestrichen, wobei wir manchmal die Möglichkeit bekommen, Passagen auch ohne Scharmützel zu bestehen. Dann verstecken wir uns etwa in dem berüchtigten Pappkarton oder suchen alternative Routen. Dank einiger Gadgets wird das leise Vorgehen teils zum Kinderspiel, wenn wir beispielsweise die Umgebung scannen und alle Gegner auf unserer Karte dargestellt bekommen.

In anderen Situationen sind die zahlreichen Kämpfe gegen jede Menge unterschiedlichster Gegnertypen unumgänglich. Hier tritt der neue Blade-Modus in Erscheinung. Das neue Kampfsystem setzt nämlich stark auf Timing und spielt sich anders als so manche Genrevertreter sehr intuitiv. Zwar attackieren wir unsere Gegner auch mit wahlweise schnellen oder langsamen „normalen“ Schlägen (Viereck- und Dreieck-Button), in letzter Instanz müssen wir aber häufig unsere Metzgerkünste zeigen. So zerteilen wir Widersacher kurz und schmerzlos mit beliebigen vertikalen oder horizontalen Schwerthieben, eine um 360 Grad drehbare Linie gibt darüber Aufschluss. Diese lässt sich mit dem rechten Steuerkreuz bedienen, aber erst dann, wenn wir dafür ausreichend Power verfügbar haben, welche wir durch normale Schläge auffüllen.

Obgleich der neue Blade-Modus ein wenig Einübung erfordert, macht es Laune Gegner in – zugegebenermaßen brutaler – Manier zu zerstückeln. Bei Menschen sieht das noch ziemlich krass aus, doch auch Mechs oder Türen nehmen wir so fachgerecht auseinander, um zum Zielpunkt zu gelangen. Die Physikengine spielt dabei stets gut mit und vermittelt ein stimmiges Schnetzelgefühl.

Nach jedem Kampf sowie erfüllten Zielen spendiert euch das Spiel Erfahrungspunkte – nötig für die Verbesserung des Equipments. Darüber hinaus schalten wir damit neue Waffen frei, zum Beispiel einen verheerenden Kampfstab. Doch auch abseits von Belohnungen hält das Spiel bei der Stange und versucht nie Langeweile zuzulassen. Die straffe Inszenierung stellt dabei einen Eckpfeiler dar, die Abwechslung einen anderen. Im Gegensatz zu der tristen optischen Präsenz des Spiels weiß Platinum Games zu jeder Zeit Licht ins Dunkel zu bringen. Um zu motivieren setzt man uns munter neue Gegnertypen vor die Nase oder stellt uns diversen Bossgegnern vor.

Fazit:

Wer schon immer mal ein reines Actionspiel auf Basis des Metal Gear-Universums wollte, der bekommt es nun mit „Metal Gear Rising: Revengeance“. Fans von Stealth-Elementen hingegen bleiben außen vor und müssen auf den nächsten „echten“ Serienteil warten.

Wertung:

Gut

Freier Redakteur/in