Magic – Die Wiederkehr

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Wie ein Spielklassiker meine Kindheit zurück brachte

Es muss etwa 1993 gewesen sein, als ich zusammen mit meinem Nachbarn an der Kasse des Spielwarenladens unseres Vertrauens stand und der Verkäufer die folgenschweren Worte sprach: „Kennt Ihr schon Magic?“ Nein, kannten wir nicht. Noch nicht. Er erklärte uns daraufhin die wichtigsten Fakten, die wir kennen mussten um bei Ihm zu dauerhaften, nahezu willenlosen Kunden zu werden. Er hat uns quasi zu Süchtigen gemacht. Das Prinzip eines Sammelkartenspiels war uns, wie vielen in Deutschland bis dahin völlig unbekannt.

So kauften wir also „Starter Decks“ und „Booster“ Packungen um uns danach auf dem Kinderzimmerboden die Zaubersprüche um die Ohren zu hauen und unsere Kreaturen aufeinander loszulassen. Das recht zugängliche Regelwerk und die faszinierenden Artworks auf den Karten zogen uns in eine Welt voller epischer magischer Kämpfe. Das klingt etwas arg pathetisch, trifft es aber schon recht gut, wenn ich überlege, dass wir teilweise ganze Ferientage mit Magic verbracht hatten. Das Berühmte „Jetzt macht ihr aber langsam mal Schluss“ der Eltern bedeutete meist nur, dass man bis zum nächsten Morgen warten musste bis es weiter ging.

Gemeinsam in Welten voller Magie abtauchen. Das bedeutet MAGIC für uns

Gemeinsam in Welten voller Magie abtauchen. Das bedeutet MAGIC für uns

Aber weshalb erzähle ich das eigentlich? Nun ja, wie mit so vielem, hat auch Magic bei uns seine Zeit gehabt. Und diese war irgendwann vorbei. Man wird älter, die Interessen verändern sich und man fährt eben nichtmehr mit dem Fahrrad in die nächste Ortschaft um dort im Spielwarengeschäft einen Booster zu kaufen. Stattdessen landen die Karten die einem so viel Freude bereitet hatten irgendwann in einem Karton zusammen mit alten Schulheften und Lego-Steinen im Keller.

Es folgten Umzug, Studium, Familie, Berufsleben – das ganze Programm eben. Aber, durch ein paar glückliche Umstände kam es dazu, dass auf einmal Magic wieder ein Thema wurde. Ich kam zu Karten und spielte nach über 20 Jahren Pause wieder eine Runde Magic.

Und nun kommt der Punkt auf den ich von vornherein hinaus wollte: Die Faszination war wieder sofort da. Besser noch: Sie war größer als damals. Magic hat mich mit seinen Artworks, mit seinen ausgeklügelten Regeln, seinem Sammelprinzip wieder in die Kindheit zurückversetzt. Und das ist etwas, was ich lange nicht mehr erlebt habe. Kein Videospiel, kein Gesellschaftsspiel, kein Irgendwas der letzten 10 Jahre hat mir so sehr das Gefühl von Kind-sein zurückgegeben wie das Magic geschafft hat. Und Magic hat sich weiter entwickelt. Viele neue Fähigkeiten und Eigenschaften machen das Spiel ausgeklügelter und verleihen den Partien Spannung und Tiefgang. Das „Deckbauen“, also die Auswahl welche Karten will ich in meine Bibliothek aufnehmen und spielen, war etwas, was wir früher kaum gemacht hatten. Aber eben dort liegt ein großer Teil der Faszination von Magic. Kurz gesagt: Ich bin auf eine kindliche Art begeistert und dafür, dass es das geschafft hat, bin ich Magic sehr dankbar.

Wie geht es also weiter? Nach einigen Partien, zwei selbstkonstruierten Decks und unzähligen  Gesprächen über Regelfragen steht die Teilnahme an einem Prerelease Event an. Also einem Turnier mit Karten die eigentlich erst eine Woche später erscheinen und zu der neuen Edition „Battle for Zendikar“ gehören. Drückt mir die Daumen, dass die Begeisterung erhalten bleibt, oder besser noch, weiter steigt.

So, oder so, werde ich Euch von meinen Erlebnissen dort berichten.

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
Markus

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