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Kuddel Muddel im Test

Bei der Auswahl des Spieles habe ich Karten und eine Glocke gesehen. Und natürlich dachte ich sofort an das Spiel „Halli Galli“. Welches ich im Übrigen hasse – nicht etwa weil ich das Spiel nicht mag, sondern weil ich seit den ersten Partien niemals gegen meine Schwester gewinnen konnte. Und meist jemand meine Hände zerschlagen hat, falls ich sie doch einmal als erster an der Glocke hatte….Doch ich drifte ab. Hier geht es um Kuddel Muddel. Der Erfinder ist allerdings der gleiche wie auch bei dem oben genannten „Halli Galli“: Haim Sharif. Autor des Spiels ist Günther Burkhardt, der auch für Schwarz Rot Gelb verantwortlich war.

Kartenspiel-Rezension von Mario (von unserer Partner-Seite www.game-kritik.net)

Bei Kuddel Muddel liegen Karten verdeckt auf dem Tisch um eine Glocke herum. Auf jeder Karte sind drei Symbole abgebildet – zum Beispiel ein Regenschirm, ein Auto und ein Küken. Ziel ist es nun, eine Reihe von sieben Karten zu bilden, wobei nebeneinander liegende Karten immer mindestens ein Symbol miteinander teilen müssen. Um eine neue Karte zu erhalten, ziehen die Spieler gleichzeitig eine Karte, überprüfen, ob diese angelegt werden kann, und legen sie entweder in ihre Reihe oder zurück auf den Tisch. Hier ist Schnelligkeit gefragt, denn die anderen Spieler spielen einfach weiter. Eine Reihenfolge gibt es nicht. Wer als erstes eine Reihe aus sieben Karten gesammelt hat, schlägt auf die Glocke und signalisiert das Ende der Runde. Weist die Reihe keine Fehler auf, darf der Spieler die sieben Karten bei Seite legen und die nächste Runde beginnt. Die restlichen Karten der anderen Spieler werden wieder in die Tischmitte gemischt. Das Spiel endet, wenn alle 80 Karten aus der Tischmitte verbraucht worden sind. Gewonnen hat der Spieler, der die meisten Karten gesammelt hat.

Simpel und schnell gelernt

Das Spiel ist schnell erklärt und die Regeln sind einfach. Für Spieler ab fünf Jahren also leicht verständlich. Auch die verschiedenen Abbildungen auf den Karten sind klar unterscheidbar. Sowohl Form als auch Farbe machen eine Differenzierung auch für die Kleinen einfach. Verwechslungsgefahr besteht definitiv nicht.

Ein neues Feature von AMIGO erlaubt uns außerdem, dass wir uns die Regeln direkt online in einem kurzen Video erklären lassen. Ich habe mir das Feature auch angesehen und die Regeln auf Anhieb verstanden – auch ohne das Spiel zuvor angesehen bzw. die Anleitung gelesen zu haben.

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Allerdings könnte man hieraus deutlich mehr machen. Klar, die wichtigen Infos kommen an und die Regeln werden anschaulich und unmissverständlich erklärt. Doch die Aufmachung hätte etwas mehr hergeben können. Der Mann mittleren Alters vor der schwarzen Wand versucht vergebens emotionale Schwankungen in die Erklärung zu bringen. Auch Interpunktion wird nicht sonderlich treffend verbalisiert. Den Höhepunkt der aufgesetzten Freude und „Coolness“ bringt zum Schluss der Glockenschlag und der Fingerzeig in die Kamera. Die Idee der Erklärungsvideos ist genial, die Umsetzung lässt allerdings etwas zu wünschen übrig. Nicht, weil Verständnisprobleme entstehen, aber weil Hobby-Filmer professionellere Sequenzen erstellen und Schüler in Theatergruppen an einer Mittelschule Emotionen authentischer ausdrücken.

Education

Kuddel Muddel eignet sich aus mehreren Gründen für jüngere Kinder: Die einfachen Regeln erlauben es, das Spielprinzip schnell zu verstehen und die wenigen Regeln für sich zu behalten. Ebenso ermöglichen die klar voneinander zu unterscheidenden Bilder eine eindeutige Zuordnung, welche Symbole zusammen passen. Während des Spiels werden verschiedene kognitiven Fähigkeiten des Kindes angesprochen. Das Kind muss schnell einen Vergleich anstellen, ob die eben gezogene Karte zu seiner Reihe passt oder nicht. Je besser es sich die benötigten Symbole merkt, desto schneller kann es spielen. Auch sollte sich das Kind merken, wohin es die nicht gebrauchte Karte legt, um diese im nächsten Zug nicht sofort wieder zu ziehen. Da sich die Reihe ständig verändert, müssen immer wieder neue Symbole (maximal sechs Stück) gemerkt bzw. verglichen werden, was das Kurzzeitgedächtnis unterstützt. Das Ziehen einer Karte aus dem wild durcheinander geworfenen Stapel kann – sofern hier noch Probleme vorliegen – die Feinmotorik des Kindes weiter trainieren.Der Glockenschlag symbolisiert letztendlich nur das Ende einer Runde, weil ein Spieler seine Reihe fertig gestellt hat. Ein Ausruf oder Klopfen auf den Tisch hätte diese Funktion aber ebenso erfüllt.

Fazit:

Kuddel Muddel ist ein schnelles Spiel, welches doch einige Überlegungen und Anstrengungen mit sich bringt. Allerdings zielt es wirklich in erster Linie auf die jüngeren ab – und deren Eltern oder Aufsichtspersonen, die mitspielen dürfen. Für ältere ist das Spiel vermutlich zu simpel und nach kurzer Zeit eintönig. Bei einer Spielzeit von knapp 15 Minuten bringt aber sicherlich jeder die Geduld und Ausdauer mit sich, das Spiel auch bis zum Ende zu spielen. Lediglich die Zielgruppe ist klar definiert und sollte beim Kauf auch berücksichtigt werden – einem Zwölfjährigen wird man wohl kaum eine Freude damit machen können, den Kleineren allerdings auf alle Fälle!

Wertung:

Gut

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
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