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Killer is Dead bei uns im Test

Das skurrilste Spiel des Jahres 2013 ist definitiv – Killer is Dead. Dies ist sogar recht leicht zu erklären, denn die Handschrift von Goichi Suda ist unverkennbar und das werden auch all diejenigen merken, die schon Killer 7 oder No More Heroes gespielt haben. Doch diesmal bekommt eine ganz neue Figur die Rolle des Helden, wobei die Bezeichnung Held eher weniger angebracht ist. Monde Zappa ist ein Söldner, der sich nicht immer mit Geld bezahlen lässt, sollte der Auftrag von einer schönen Frau kommen. Sein Ziel sind Mörder, die ebenso verrückt und absurd sind, wie alle Elemente die das Spiel noch bietet.

Natürlich muss aber erst einmal der Weg bis zum Endboss freigekämpft werden und so führt Mondo ein Schwert mit in die Schlacht. Dieses ist natürlich nicht nur zur Verteidigung gedacht, sondern hauptsächlich zum Angriff. Sobald er von der Schar an Feinden eingekesselt ist, kommt es auch zum Einsatz. Ab nun dürft ihr die tollsten Manöver mit der Hiebwaffe zaubern, denn Mondo beherrscht einige Tricks und Techniken. Zu den normalen und schlichten Attacken, die die meiste Zeit ihren Anklang finden, ist er auch in der Lage zu kontern und daraus einen Gegenangriff zu starten. Grundlage ist ein schnelles Reaktionsvermögen, denn oftmals werden hierfür die zumeist ungeliebten Quick-Time-Events eingeblendet. Dies bedeutet, ihr müsst Blitzschnell die richtigen Tasten drücken, um erst dem Gegenüber auszuweichen und dann anzugreifen. Der ganze Wechsel von Angriff, Verteidigung und dem Ausweichmanövern ist auch nichts für zartbesaitete, denn mit Blut wird keinesfalls gespart. Doch was für den einen als Überzogen erscheint, ist Grundlage für Mondos mächtigste Waffe, denn er verfügt über einen bionischen Arm, der gleichzeitig ein Geheimnis beherbergt.

Dieser metallene und recht gigantische Arm fungiert als Fernwaffe. Setzt ihr ihn ein, könnt ihr damit Gegner aus der Entfernung eliminieren, oder Objekte anvisieren, um verborgene Gegenstände freizulegen. Natürlich erweist sich der Arm auch als besonders praktisch, wenn sich die Gegner in Bereichen befinden, die für Mondo nicht zugänglich sind, da er sich mit dem Springen sehr schwer tut und ihr daher gänzlich drauf verzichten müsst. Trotzdem geht der Wechsel vom Katana über zum bionischen Arm perfekt einher, was das Spiel zu einem unverkennbaren Hack n‘ Slay Titel macht.

Das recht schlichte Leveldesign bietet nach einigen doch recht kurzen Passagen aber genügend Abwechslung, um den Spieler bei der Stange zu halten. Ob zu Fuß oder auf dem Motorrad, Ziel ist es immer, den Auftrag zu Ende zu bringen und den Mörder auszuschalten. Was in den Massenschlachten noch einfach wirkt, muss beim Endboss gut durchdacht sein. Hier nutzt ihr nicht nur das richtige Timing, sondern euer komplettes Arsenal. Ist die Lebensanzeige fast auf Null angekommen, könnt ihr mit einer Art Finishing-Move den finalen Schlag setzen. Doch da der Schwierigkeitsgrad stetig ansteigt, kann auch euer Leben dem Ende zugehen. Sinkt Mondo bewusstlos zu Boden, habt ihr die Wahl ihn ins Leben zurückzuholen, oder am Checkpoint erneut anzufangen. Entscheidet ihr euch für die erste Möglichkeit, kommt seine liebenswerte aber naive Partnerin zu Hilfe und schlägt dem Antihelden mehrfach auf die Brust. Diese Schläge, die eine Herzrythmusmassage darstellen sollen, werden durch euch befehligt und haben nur Erfolgt, wenn ihr sehr schnell hintereinander den X-Knopf betätigt.

Natürlich muss es erst gar nicht soweit kommen, denn ihr bekommt für vernichtete Gegner Utensilien geschenkt, mit denen ihr einige Upgrades vornehmen könnt. Sobald ihr im zuständigen Menü seid, könnt ihr entscheiden, ob die Offensive oder Defensive weiter ausgebaut werden soll. Darunter fallen aber auch Attribute wie die Heilung eures Hauptprotagonisten, die das gesammelte Blut in Lebensenergie umwandelt und euch aus so mancher verhängnisvollen Situation entlässt. Zusätzlich stehen euch aber auch weitere Freude bei und nutzen ihre ganz individuellen Talente.

Sinn und Sinnlosigkeit

Abseits der doch recht knappen Story könnt ihr noch dutzende Nebenaufgaben anspielen. Diese werden als hauptsächlich Gigolo-Missionen bezeichnet und sollen der holden Weiblichkeit euren Schutz zusagen. Doch auch wenn ihr die Frauen rettet, wird der Zeitaufwand keinen Einfluss auf die Story nehmen. Inwiefern ihr euch an den stupiden und sinnlosen Nebenmissionen beteiligt, obliegt der jeweiligen Entscheidung. Lieber hätte ich aber einen größeren Schwerpunkt auf die Story gelegt, die doch leicht verwirrt und die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit schwinden lässt. Umso näher ihr der Antwort auf Mondos Vergangenheit kommt, desto weiter entfernt ihr euch dieser auch wieder. Natürlich wirkt das gesamte Szenario so spannender, wird aber definitiv zu kurz gehalten und mit den überflüssigen Nebenmissionen künstlich gestreckt.

Um überhaupt etwas an der Sinnhaftigkeit des Mordens zu erkennen, wird die gesamte Geschichte in vielen Sequenzen erzählt, die oft auch den bekannten durchschnittlichen Rahmen der Spielzeit sprengen. Hier erkennt man doch den einzigartigen Look von Suda wieder, der den typischen Mainstream entgegentritt. Inwieweit der blutige Kontext Anklang findet, ist wiederum Geschmackssache. Allgemein überzeugt aber die düstere beklemmende Atmosphäre, die mit einem coolen Comic-Look gepaart ist. Hinzu kommen die Trips des schweigsamen Antihelden, die euch in seine Vergangenheit führen und neue geheimnisvolle Areale schaffen. Ferner sind aber Gegner und Schauplätze dem Durchschnitt angesiedelt, was wiederum durch die grandiosen Endbosse ausgeglichen wird.

Der Sound prägt sich in den Massen an Kämpfen ideal ein. Mitreißend in den Schlachten, bedrückend in den Erinnerungen, skurril in den Erzählungen von Nebenfiguren. Heimlicher Star der Tonausgabe ist aber die junge und naive Mika, die immer an Mondos Seite steht. Sie schreit, lacht und redet, als wäre sie die Hauptfigur des Spieles. Da betrachte ich es schon mit Wehmut, dass leider kein Platz für eine deutsche Sprachausgabe war. Das merkt ihr auch daran, dass die Untertitel manchmal schwer zu entziffern sind, wenn die Hintergründe in einem hellen Ton auftrumpfen.

Dafür macht die Steuerung so gut wie nichts falsch. Trotz vieler Kommandos wirkt sie nie überladen. Egal auf welcher Schwierigkeitsstufe ihr Killer is Dead beginnt, nie wird euch die Tastenbelegung zum Nachteil und alles sitzt recht schnell. Selbst die Finishing-Moves sind leicht auszuführen und können daher schnell angewandt werden. Weitere Informationen zum Spiel findet ihr auch auf der offiziellen Website zum Spiel.

 

Fazit

Wenn man Killer is Dead nicht gerade hasst, muss man es einfach lieben. Vielleicht nicht gerade weil es ein gelungenes Spiel ist, sonder weil es erfrischend anders ist und sich sogar oftmals selbst auf die Schippe nimmt. Zwar empfinde ich die Nebenmissionen als sinnlos, dafür überzeugen aber die Bosse und die Sequenzen und runden damit das Setting ab. Schlussendlich erreicht der Titel für mich nicht dieselbe Qualität wie No more Heroes, nichtsdestotrotz hatte ich eine Menge Spaß mit KILLER IS DEAD!

Wertung:

Gut

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
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