Jagged Alliance: Crossfire im Test

Im allein lauffähigen Addon zu Jagged Alliance: Back in Action kämpfen wir uns abermals über die halbe Weltkarte, um die leidende Bevölkerung vor den bösen Jungs zu retten. Crossfire setzt uns mit Khanpaa ein neues Szenario vor die Nase. Während wir im Hauptspiel Arulco vor den feindlichen Streitkräften befreit haben, geht es im Addon wieder einmal um eine unterdrückte Bevölkerung, die unter  Söldnerbesetzung zu leiden hat. In 10 großen Gebieten bekommen wir den Auftrag, das Land einzunehmen und gegen die Besatzer vorzugehen. 

Zu allererst brauchen wir eine kampfstarke Truppe, die wir in altbekannter Manier mit bedachtem Blick auf die individuellen Fähigkeiten der Kämpfer und unseren Finanzen zusammensuchen. In Crossfire stoßen 10 neue Mitstreiter hinzu, sodass sich die Zahl auf nun mehr 50 steigert. Serienkennern werden die einen oder anderen bekannt vorkommen, denn unter den neuen Charakteren finden sich einige Altbekannte wieder.
Das Tutorial kann man getrost rechts liegen lassen, wenn man das Hauptspiel bereits kennt, doch bleibt der Spielablauf gewohnt herausfordernd: Mit unserer vierköpfigen Einsatztruppe erreichen wir in einer der ersten Missionen ein kleines Fischerdörfchen, was neben Zivilisten mit vielen Feinden übersät ist. Ein falscher Schritt, und unsere Gruppe ist hinüber – also müssen wir sorgfältig unser Tun planen. Schleichend vorgehen ist schonmal ein Anfang, denn direkt vor uns patrouilliert ein gegnerischer Söldner. Da wir mit Schüssen schnell die anderen Widersacher anlocken würden, vertrauen wir auf das lautlose Messer unseres Mitstreiters. Wir schleichen uns an, erledigen den Feind und gehen wieder in Deckung, während der Rest kampfbereit in Deckung (zurück-)bleibt.

Im nächsten Gefecht lässt sich eine Schießerei wohl nicht vermeiden, da uns ein ganzer Trupp Feinde im Weg steht. Hier kommt der „Plan-and-Go-Modus“ ins Spiel. Mit Hilfe von diesem können wir in Ruhe Befehle vorgeben, während das Spiel sich im Pausenmodus befindet. Wir weisen jedem unserer Söldner eigene Routen sowie Gegner zu und drücken dann auf die Ausführen-Taste. Nun setzen unsere Mannen die Anweisungen in die Tat um und wir können beobachten, ob wir mit unseren Vorgaben richtig lagen. Ohne diesen Modus wäre auch das Addon eine ganze Ecke schwerer, einfach bleibt Crossfire trotzdem nicht. Dennoch lassen sich mit den richtigen Vorkehrungen und Planungen Gegnernäster gekonnt aushebeln, wonach befriedigendes Aufatmen die Folge ist. Genau das macht das Spiel seit jeher aus und genau das macht auch das Addon richtig.
Hauptgrund dafür ist natürlich, dass das Taktik-System überhaupt funktioniert – und das tut es. Zwar spinnt die Gegner-KI ab und an, die eigenen Protagonisten setzen unsere Vorgaben aber solide in die Tat um, was Frustmomente erspart. Crossfire stellt uns zudem vor etwas mehr Herausforderungen als noch im Hauptspiel: Höhenunterschiede auf den neuen Maps erfordern so immer wieder eine neue Taktik ab.
An der Grafik und am Sound wurde nicht viel verändert, was nicht unbedingt ein Nachteil darstellt. Selbst wenn man der Technik keine Schönheitsallüren bescheinigen kann macht es immer noch eine gute Figur, zudem die Locations sehr ansprechend gestaltet sind. Viel gesprochen wird auch in Crossfire nicht, dennoch klingen die auftretenden Sprecher professionell und stimmig. Allgemein macht die Klangkulisse einen soliden Eindruck.
Fazit:
Somit lässt sich feststellen: Das Addon macht alles richtig. Kenner des Hauptspiels bekommen mit Crossfire neues Futter für knapp 10 Spielstunden und dank Feinschliff ein fast mackenfreien Strategie-Titel.
Wertung:
Gut

Freier Redakteur/in