Hyperdimension Neptunia Victory im Test

Transzendiert, ihr multidimensionalen CPUs! Mit diesem auf der Rückseite der Spielhülle ins Auge springenden Satz hat es weitaus mehr auf sich, als man anfangs denken möchte. Doch fassen wir erst mal die Story zusammen. Hyperdimension Neptunia Victory ist der dritte Teil der Reihe, wobei ich an dieser Stelle erwähnen sollte, dass die – wie auch Hyperdimension Neptunia Victory – für PlayStation 3 erschienenen Vorgängern Hyperdimension Neptunia und Hyperdimension Neptunia mk2 mit der Story zu tun haben bzw. Teil 3 an der bisherigen Story anknüpft, ich jedoch erst durch Neptunia Hyperdimension Victory mit der Reihe in Kontakt gekommen bin.

Der Sieg über die Deity of Sin ist einige Jahre her. Die CPUs vertreiben sich – natürlich nicht ganz ohne kleine Probleme hier und da – ihre Freizeit, meist mit Tee, Kuchen und Videospielen. Man sollte meinen, alles sei perfekt. Doch eines Tages wird Neptune, die CPU von Planeptune, in eine fremde Dimension geschickt wird. Dort erscheint alles etwas alt, aber doch recht vertraut. Höchstwahrscheinlich baut der Entwickler hier auf die Vorgänger auf. In dieser Dimension der Gamindustri (ein nettes Wortspiel für Gaming Industry, muss man anmerken) existiert die mysteriöse Organisation Seven Sages, welche ihre Anti-CPU-Propaganda um alles in der Welt verbreiten will. Damit Neptune in ihre eigene Welt zurückzukehren und die eigene Gamindustri retten kann, lässt sie sich schließlich auf ein neues Abenteuer ein.

Soweit man in Erfahrung bringen kann, sind unsere Protagonisten – zu Beginn des Spiels besteht unsere Party aus Neptune und Plutia – in der Lage, sich mithilfe ihrer jeweiligen Ausrüstung zu transformieren. Die erwähnte Transformation wird glücklicherweise nicht, so mancher möge sich an Final Fantasy X-2 erinnern, durch einen peinlichen Tanz vollzogen. Das zweiseitige Kampfmenü wird per Tastendruck auf R2 umgeblättert, was dem Spieler dann ermöglicht, per Dreieck-Taste „HDD ON“ zu aktivieren. Dies erfordert jedoch einen Teil eurer SP, aber das sollte euch der Aufwand wert sein. Denn in eurer HDD-Form werden die Parameter eurer Charaktere beträchtlich angehoben, zudem werden vernichtendere Angriff und Spezialfähigkeiten ermöglicht. Selbstredend verbrauchen ausgeführten Spezialangriffe auch einen gewissen Teil eurer SP, es ist also Vorsicht geboten bzw. zu beachten, dass ihr bei schwächeren Gegnern eher auf reguläre Angriffe ausweicht.

Nur, womit greifen CPUs denn so an? In den ersten Stunden des Spiels nutzen Neptune & Co. hauptsächlich ihre Waffen, Rüstungen und sonstiges attributverstärkendes Zubehör. Das Spiel selbst ist in verschiedene Chapter aufgeteilt, in denen nach und nach mehr Ausrüstungsgegenstände freigeschalten werden. Dazu gehören u. a. Game Discs, die ihr selbst brennen könnt. Das funktioniert quasi wie im richtigen Leben, indem sogenannte Idea Chips in eine Blank Disc eingesetzt werden. Da jeder Idea Chip andere Parameter und/oder Fertigkeiten mit sich bringt, kann das Ergebnis stark variieren.

Die in den verschiedenen Dungeons anzutreffenden Gegner droppen, wie man es von RPGs kennt, nach dem Sieg verschiedene Gegenstände. Diese lassen sich neben ihrem typischen Einsatz zur Heilung eurer Charaktere auch in der Stadt (die sich hier als Basis oder auch Hauptquartier einstufen lässt) im Item Development quasi wie beim Kochen oder Backen zu besseren Items kombinieren, sofern man über die benötigten Plans und Materials verfügt. Grafiktechnisch bekommen wir hier allerfeinsten Anime-Stil in Full HD (1080p) geboten. Hochaufgelöste Videosequenzen sorgen zwischendrin für unterhaltsame, oft auch für so manchen Charakter peinliche, Szenen. In der Basis kann man sich zudem bisherige Zwischensequenzen und Videos erneut ansehen. Es gibt absolut nichts zu meckern.

Mit dem Soundtrack verhält es sich fast gleich, es gibt Japan-typische Kampfmusik und für RPGs standardisierte BGM. Das Einzige was ich leicht bemängeln muss, zeichnet sich in der Stimme aus, die in bei der japanischen Sprachausgabe für Plutia gewählt wurde. Durch gewisse Aktionen wie z. B. simplem Springen können sich die Attribute der Charaktere aufwerten lassen. Gerade beim Springen aber geben alle einen recht merkwürdigen Laut von sich, der einem bei Plutia relativ leicht auf die Nerven gehen kann. Das gleicht Plutia aber wieder durch ihre Niedlichkeit aus, ihr doch recht hohes „Whooooo!“ fällt nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr auf, da man sich immer daran gewöhnt.

Fazit:

Mit Hyperdimension Neptunia Victory haben wir ein sehr schön gestaltetes JRPG mit hervorragenden Grafiken, Soundtrack sowie einer Steuerung, an der es wahrlich nichts auszusetzen gibt. Die Charaktere überzeugen mit Charme, Witz und (in ihrer HDD-Form) ordentlichem Sexappeal. Es gibt gewisse Momente, in denen man seine Party etwas trainieren möchte, was sich vor allem bei Bosskämpfen – diese tauchen meist zum Ende eines Kapitels auf – auszeichnet. Wer kein Freund von vermehrtem Training ist, dem bietet sich auch die Möglichkeit auf im PlayStation Store erwerbbaren DLC (Download Content) zugreifen zu können. Es lassen sich neben verschiedenen Item Sets auch extrem starke Waffen, Rüstungen und Accessoires für eure Protagonisten finden. Der bisher verfügbare DLC hat einen Gesamtwert von etwa 16,00 €. Überlegt euch, ob ihr nicht doch lieber etwas leveln oder doch lieber extrem starke Ausrüstung anlegen möchtet. U. a. ist für Neptune die Sonic Blade erhältlich, die im Vergleich zu ihren ersten Waffen eine mehr als fünffache Parameterverstärkung mit sich bringt. Den Preis von 0,99 € ist die Waffe definitiv wert, jedoch nimmt man sich selbst, gerade zum Spielanfang, leicht den Spielspaß, wenn man seinen Gegnern bereits mit einer Hand voll von Angriffen das Lebenslicht auspustet. In jedem Fall ist Hyperdimension Neptunia Victory ein Titel, der in keiner Spielesammlung fehlen sollte. Dies gilt vor allem für Fans der Anime- und Manga-Welt und Technik-Freaks, die gerne von Fachbegriffen aus dem Computerbereich umgeben sind. Zu einem Preis von knappen 45,00 € (Angebot bei Amazon) sollte man auf jeden Fall zuschlagen und in die Welt von Gamindustri eintauchen.

Wertung:

Sehr Gut

(c) Steffen Neumann

Markus

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Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
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