Xbox One bei uns im Test

Das ist sie nun also. Das Schmuckstück aus dem Hause Microsoft. Am 22. November hat der erste Teil der Next-Gen Geschichte schon mal begonnen. Nachdem wir euch bereits von unseren ersten Stunden mit der Xbox One in einem Angespielt-Beitrag geschrieben haben, kommen wir nun zu unserem Hardware-Test der Konsole. Wir sprechen alle wichtigen Details an und sagen euch, was ihr von der neuen Microsoft-Konsole erwarten könnt.

DIE KONSOLE

Sie ist Geschmackssache, zumindest vom Aussehen her. 90er Jahre Fans dürften sich besonders freuen. Endlich mal wieder ein Videorekorder im TV-Regal. Wir persönlich finden die Konsole jetzt vielleicht echt ein wenig klobig, dafür soll sie aber auch kaum zu hören sein. Und das können wir nur bestätigen. Die Xbox One ist leise und stört in keinster Weise durch irgendwelche Lüfter oder andere Dinge. Zwar soll es hier und da Videos geben, die das Gegenteil behaupten. Aber entweder ist das ein Fake oder ein kaputtes Gerät. In unserem Schrank passt sie so gerade eben rein, auch wenn das für die Lüftung nicht wirklich die beste Lösung auf Dauer sein wird. Vorne zeigt ein Xbox Logo den Betrieb der Konsole an, viel mehr ist auch nicht zu sehen. Das Laufwerk schluckt eure Spiele sofort und hat auch keine Schublade mehr. Aber wer braucht das heute auch noch.

XboxOne

Das Herz der Konsole ist ein Achtkern-Prozessor mit einer Grafikeinheit von AMD. Dieser wird mit 8 GB RAM befeuert. Im Auslieferungszustand bietet die Xbox One 500 GB Speicher an, die sich über die beiden USB-Anschlüsse aber erweitern lassen. Auch bei den Anschlüssen gibt es neues zu entdecken. Neben den normalen HDMI Eingang gibt es nun noch einen Ausgang, worüber sich ein SAT bzw. Kabel-Receiver oder jedes andere Gerät mit HDMI Anschluss anschließen lässt. Das könnte auch eine Xbox 360, eine PS3 oder PS4 sein. Die HDMI Anschlüsse sollen dabei auch bis zu 4K Ultra-HD unterstützen. Das konnten wir leider nicht testen, da wir so einen Fernseher noch nicht in unserer Redaktion stehen haben.

Neben WLAN 802.11n gibt es noch zwei USB 3.0 Anschlüsse und und ein Blu-ray Laufwerk. Dieses ist ab nicht sofort beim Start verfügbar. Dafür müsst ihr euch im Store eine Blu-ray Player App herunterladen. So werden demnächst auch wohl weitere Updates wie 3D Unterstützung dazukommen. Was ebenfalls ein wenig verwunderlich ist: Es gibt beim Start noch keine Dolby Digital Unterstützung. Es gibt zwar den passenden optischen Audioausgang dafür, er wird aber noch nicht unterstützt. Laut Microsoft ein „zeitliches Problem“. Er wird aber „auf alle Fälle nachgereicht“. Na dann sind wir mal gespannt.

Das Dashboard erinnert stark an Windows 8 aber auch an jenes der Xbox 360. Die Steuerung funktioniert dabei entweder über den Controller oder die Kinect-Sprachsteuerung. Die Xbox One kann Multitask und zwei Fenster gleichzeitig laufen bzw. andocken lassen. Während des Spielens könnt ihr TV schauen oder den Internet Explorer starten. Das finden wir ganz praktisch, weil ihr dort direkt nach Tipps und Tricks suchen könnt, wenn ihr bei einem Spiel nicht mehr weiterkommt.

DIE KINECT-KAMERA

Auch die Kinect-Kamera hat ein paar Neuerungen erhalten und passt sich optisch schon mal der Konsole an. Ganz in Schwarz posiert sie unter oder über dem Fernseher und hat ebenfalls nur ein Xbox Logo auf der Vorderseite. Doch diese schmucklose Etwas hat schon was unter der Haube. Mit 60 Frames pro Sekunde und einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel sorgt sie schon für tolle Bilder, die besonders bei Skype zu sehen sind. Auch Platzprobleme gehören jetzt endlich der Vergangenheit an. Die Kamera hat nun 60 Prozent mehr Sichtweite bekommen und kann bis zu sechs Spieler gleichzeitig erfassen. Beim Vorgänger habt ihr noch das ganze Zimmer umgestellt um Platz zu schaffen. Ihr müsst auch nicht mehr jede Lampe anmachen und noch im Keller nach weiteren Leuchtmitteln suchen. Die neue Kinect-Kamera kann euch dank verbesserten Infrarot-Sensor auch in dunkleren Zimmern gut erkennen.

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Die Sprachsteuerung wird von Microsoft ja schon in der Werbung zur Konsole besonders hervorgehoben. Wir waren sehr gespannt, ob das wirklich so gut funktioniert. Mit dem simplen Befehl Xbox einschalten, startet die Konsole und heißt euch Herzlich Willkommen. Mit Xbox ausschalten und einem kurzen Ja zur Bestätigung schaltet sie sich ab. Das funktionierte einwandfrei. Nur solltet ihr das nicht euren Liebsten verraten, die ärgern euch nämlich dann mit dem Befehl Xbox ausschalten. Natürlich lässt sich diese Option in den Einstellungen auch ausschalten. In Spielen funktioniert die Sprachsteuerung ebenfalls sehr gut. In FIFA 14 sagt ihr während des Spiels Auswechslung oder in Ryse-Son of Rome sagt ihr Salven abfeuern, um die Gegner zu beschießen. Natürlich gab es das bei der Xbox 360 auch schon, aber unserer Meinung funktioniert die Erkennung deutlich besser und macht auch mehr Spaß.

DER CONTROLLER

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Was war das für ein Aufschrei. Der Xbox Controller ist kleiner geworden und er liegt nicht mehr gut in der Hand. Zumindest haben das so einige Presseleute herausgefunden. Nachvollziehen können wir das überhaupt nicht. Der Controller hat ein Facelifting bekommen und liegt gut in der Hand und macht auch nach längeren Spielen überhaupt keine Probleme. Das einzige was wirklich zu bemängeln ist: Der Controller will immer noch zwei Batterien von euch haben und ein integrierter Akku war im Lieferumfang nicht dabei. Mit neuen Impuls-Triggern soll es außerdem viel tieferen Realismus geben. Noch hat kein Spiel das wirklich unterstützt, oder ist uns irgendwie aufgefallen. Aber das kommt sicherlich noch.

ABWÄRTSKOMPATIBILITÄT 

Was wäre es schön gewesen, wenn ihr all eure „alten“ Xbox 360 Games noch mal auf der Xbox One spielen könntet. Vergesst es direkt. Es wird leider nicht möglich sein. Das liegt leider an den verschiedenen Prozessor-Architekturen. Nun werkelt nicht mehr ein IBM sondern ein AMD Prozessor in der Konsole. Wohl oder übel müssen die Xbox 360 Games dran glauben und sind absolut nicht mehr spielbar. Das gilt auch für Games-on-Demand oder Xbox Live Arcade Spiele. Wir finden das ziemlich ärgerlich, da es ja auch viele tolle Spiele für die Xbox 360 gegeben hat und bestimmt auch noch geben wird.

DIE SPIELE

Microsoft war so nett und hat uns zum Start direkt mit ein paar Spielen eingedeckt. So konnten wir zum Release der Xbox One direkt Forza Motorsport 5, Zoo Tycoon und Ryse-Son of Rome ausprobieren. Wie uns die Spiele gefallen haben, könnt ihr in unseren Testberichten lesen. FIFA 14 war ebenfalls dabei, da wir die Day One Edition bekommen haben. Die Spiele starten jetzt allerdings nicht mehr sofort wenn ihr sie eingelegt habt, sondern müssen erst installiert werden. Haben sie aber schon ein paar Prozente geladen, kann das Spielen auch schon los gehen. Der Rest wird im Hintergrund geladen. Das dauerte bei einigen Spielen schon ein bisschen länger. Bei FIFA 14 dürft ihr solange im „Demo-Modus“ spielen und nur mit bestimmten Mannschaften antreten. Das verkürzt immerhin die Wartezeit. Bei Ryse-Son of Rome haben wir sogar einen kleinen „Freeze“ entdeckt und das Weiterspielen war erst nach einem Neustart möglich. Grafisch bietet die Xbox One natürlich tolle Bilder, die besonders bei Forza Motorsport 5 zu sehen sind. In knackiger Full HD Aufösung sieht jedes Gefährt einzigartig aus und zeigt was euch in den nächsten Monaten bzw. Jahre noch alles erwarten wird.

DIE APPS

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Die Xbox One bietet zum Start schon einige Apps wie etwa YouTube, Zattoo Live TV oder Amazon Lovefilm an. Da sollen mit der Zeit natürlich noch einige mehr dazukommen. Diese Apps lassen sich, wie oben schon erwähnt, auch andocken. Natürlich gibt es auch wieder aktuelle Spielfilme und Musik-Clips zu sehen. Die TV Funktion ist in Deutschland allerdings noch nicht wirklich soweit, da der One Guide Modus nicht funktioniert. In Nordamerika funktioniert dieser Service schon. Mit One Guide kann man sich seinen eigenen Kanal mit seinen Lieblingsfilmen bzw. Serien selber zusammenstellen. Der elektronische Programmführer soll irgendwann aber auch mal in Deutschland den Start gehen. Einen Receiver könnt ihr aber dennoch anschließen. In unserem Test lief der Sky Receiver einwandfrei über die Xbox One. Mit Skype und dem Internet Explorer werden die Apps abgerundet.

Fazit:

Microsoft startet die nächste Generation mit der Xbox One und bringt mit der neuen Konsole eine Art Multimedia-Zentrale. Auch wenn es schon einige interessante Inhalte gibt, wird es mit der Zeit sicherlich noch mehr Apps und Ideen aus dem Hause Microsoft geben. Wir finden: Die Xbox One sieht zwar aus wie ein Videorekorder aus den 90er Jahren, bringt aber ihre Leistung und kann durch tolle Extras überzeugen. Das einige Dinge noch nicht richtig funktionieren, ist bei einem Konsolen-Launch völlig normal. Die viel beschriebenen Probleme konnten wir allerdings nicht feststellen. Auch bei den Spielen wird es später sicherlich noch ganz anders aussehen. Der Start ist unserer Meinung gelungen und wir freuen uns auf eine langlebige Zeit mit der Xbox One Konsole.

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag