Game of the Year, jetzt mal ehrlich!

Ich bin alt, habe eine Menge erlebt und möchte mich nun zur Ruhe begeben, um all die wilden Erfahrungen in weise Gedanken zu sortieren, schreibt kein alter Mann in seinem Testament, sondern ich in diesem Resümee über die vergangenen Monate. 2015 stand für eine Vielzahl hochkarätiger Videospiele, nie zuvor gab es so viele potentielle Anwärter Spiel des Jahres zu werden. Dabei liegt die Antwort eigentlich klar auf der Hand. Game of the Year, jetzt mal ehrlich.

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wie so viele Spielemagazine, fangen auch wir an, uns Gedanken darüber zu machen, welcher Titel denn nun der Beste von allen war. Klar, so pauschal kann man das eigentlich nie sagen, aber das ist in diesem Jahr wohl das geringste Problem. 2015 steckte voll mit absoluten Top-Titeln, sogar das Sommerloch blieb gewissermaßen aus. Im Herbst ließen dann nicht nur starke Stürme zahlreich das Laub von den Bäumen wehen und den grauen Asphalt mit goldenem Schimmer bedecken, auch in den Regalen der Spielehändler wurden die qualitativ eher durchwachsenen Titel durch einen Ansturm echter Perlen ausgetauscht. Um dem Einhalt zu gebieten, benötigte es zum Glück keinen nervigen Laubbläser, sondern lediglich das nötige Kleingeld. Zu viel in zu kurzer Zeit. Für den richtigen Überblick haben wir euch im Laufe des Jahres ja schon mit ausreichend Test-Material versorgt, in dem sich so manch erhoffter System-Seller als eher solide Kost herausstellte, für den es sich nicht unbedingt lohnt, den Kontostand in die roten Zahlen wandern zu lassen. Aber auch die Auslese hält noch genügend Titel bereit, die unseren Game of the Year-Award verdient hätten.

Viele Titel vermochten es, uns stundenlang vor den Bildschirm zu fesseln und das Gamepad gar nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. Neben einigen Neuzugängen, hatten viele Serien ein Comeback oder hielten erstmals Einzug auf den Current-Gen Konsolen. Das jährliche Update der Sportspiele lockte ebenfalls mit interessanten Verbesserungen und für Fans des Shooter-Genres gab es wieder gewohnte Kost aus dem Hause Treyarch und Dice. Das wichtigste dabei sollten wir allerdings nicht vergessen. Videospiele wachsen nicht auf Bäumen und werden genauso wenig im Laufe der Zeit von uns herunter geschüttelt. Hinter den imposanten, digitalen Werken steckt immer ein engagiertes Entwicklerteam und ein Publisher. Die sind meist das Salz in der Suppe, können aber auch dafür sorgen, dass die flüssige Mahlzeit etwas zu salzig schmeckt und uns das Gesicht verziehen lässt. Ein Entwickler hatte anscheinend ein paar echte Sterneköche an Bord und verdient allein deswegen eine Auszeichnung. Trotzdem widmen wir uns, fernab offizieller Nominierungen, vorerst einer kleinen Auswahl der diesjährigen Hits in nicht chronologischer Reihenfolge. Eine persönliche Prognose. 

Bedenkt bitte, dass es sich bei folgender Auflistung größtenteils um Spiele für die aktuellen Konsolen handelt, die ich tatsächlich gespielt habe und deswegen auch keine PC-exklusiven Titel berücksichtigt werden und auch Fallout 4, das hier noch eingeschweißt rumliegt, es nicht in die Auflistung geschafft hat. Aber keine Sorge, gegen Ende des Jahres, wird jeder unserer Redakteure noch sein persönliches Game of the Year küren und eine ausführliche Begründung darüber abgeben. Das letzte Wort ist ja auch noch nicht gesprochen, immerhin warten wir noch auf Titel wie Just Cause 3 und Star Wars Battlefront. Need for Speed fehlt ebenfalls, weil mich der always-on-Zwang und die fehlende Pause-Funktion bereits im Vorfeld abgeschreckt haben. Was ich unter Berücksichtigung pop-kultureller Aspekte von dem Titel halte, könnt ihr übrigens HIER nochmal nachlesen. Desweiteren spiegelt dieser Artikel lediglich meine persönliche Meinung wieder. Es wurden keine Verkaufszahlen oder sonstige Statistiken herbeigezogen und ihr dürft das natürlich alles ganz anders sehen. 


Dying Light

Post-Apokalyptisches Setting mit Zombies und First-Person-Parcours, einer gehörigen Portion Crafting und dichter Atmosphäre? Wow! Ich lege die hierzulande indizierte Untoten-Hatz immer noch gerne für ein paar Runden ein und sprinte und hüpfe gekonnt über die Häuserdächer der zerstörten Stadt. Kein Spiel dieser Art zuvor vermochte es, mir ein besseres Gefühl der Apokalypse und seiner Zombie-Bedrohung zu vermitteln. An vielen Stellen fühlte ich mich unweigerlich an filmische Werke wie 28 Days / Weeks Later erinnert. Einen besonderen Platz in meinem Herzen hat sich Dying Light allemal verdient, doch aufgrund der sehr schwachen Story, eingeschränktem Parcours (horizontaler Wandlauf / Flic Flac?) und sich ständig wiederholenden Gameplay-Mechaniken, kann der Titel von Entwickler Techland nicht vollständig überzeugen.

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Batman: Arkham Knight

Batman beglückte uns in diesem Jahr erneut mit einem weiteren Auftritt der Arkham-Reihe, erstmals auf Xbox One und PS4. Trotz gelungenem Kampfsystem, einem hübschen und riesigen Gotham-City, unzähligen Charakteren aus den DC-Comics und der spielbaren Premiere des Batmobils, nervte der Titel vor allem mit unnötigen Sammelaufgaben, den ständigen Fahrzeug-Abschnitten und fühlte sich ohnehin eher wie ein grafischer Aufgusss der Last-Gen-Titel an. Die atmosphärische Präsentation kam auf dem PC überhaupt nicht zur Geltung, dort funktionierte das Spiel wegen des miesen Ports ohnehin fast gar nicht. Eine, bereits zu Release, große Auswahl diverser DLCs, die alle hübsch auf die unzähligen Sondereditionen verschiedener Händler aufgeteilt waren und einzeln in keinem guten Preis-/Leistungsverhältnis standen, geben nach wie vor kein gutes Licht auf Warner Bros.Games ab. Spaßig und gut präsentiert, aber bei weitem kein GOTY.

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Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain

Snake ist zurück. Erstmals auf Xbox One und Playstation 4 und in einer Open-World. Die ist allerdings Geschmackssache und die immer gleichen, kleinen Nebenaufgaben müssen teilweise sogar erledigt werden, um in der durchaus spannenden Story weiterzukommen. Mich haben die langen Fußwege und die repetitiven Aufgaben irgendwann nur noch genervt und ich habe den Titel im Regal verstauben lassen. Schade um die wirklich gute Geschichte, denn eigentlich bin ich ein großer Fan von Snake und den dramatischen Ereignissen im Metal Gear-Universum. Motherbase und Fulton-Rekrutierung konnten mich ebenfalls nicht halten. Auch ein Blick über das Spiel hinaus, lässt mich die Spielekrone schnell vor Konami verstecken. Die haben sich dieses Jahr nämlich nicht gerade mit Lorbeeren geschmückt und neben echt fragwürdigen Arbeits- und Verhaltensmethoden ihren Mitarbeitern gegenüber, gleich mal Mastermind und Vize-Präsident Hideo Kojima entlassen. Mieser Zug, gutes Spiel mit nervigen Elementen, die alles andere als optional sind = Kein Award von mir.

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Halo 5: Guardians

Noch ein Spiel mit einer 5 im Titel und der erste richtige Auftritt des Master Chief auf Microsofts aktueller Konsole. Grafisch ein echtes Highlight mit motivierendem Multiplayer-Part, in der Kampagne und der Story leider nur oberer Durchschnitt. So richtig viel gibt es nicht zu sehen und neben wenigen wirklichen Neuerungen, machen wir nichts, was wir nicht auch schon in den ersten Ablegern der Reihe anstellen konnten. Ein solides Spiel, das aber keinesfalls eine besondere Auszeichnung verdient und sich durch stagnierende Gameplay-Elemente in der Story so langsam an Call of Duty annähert.

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Call of Duty: Black Ops 3 

Wahnsinnig wirre Story, die sich am Film-Noir-Setting versucht, dabei aber kläglich scheitert, weil man sich seitens Treyarch anscheinend unsicher war, ob man dieses Konzept vollständig durchziehen kann, ohne dabei die übliche Zielgruppe zu verlieren. Lediglich im umfangreichen Zombie-Modus und gewohnt spaßigen Multiplayer finden ich eine Rechtfertigung für die bloße Existenz des diesjährigen Updates. Dass zum Start von Black Ops 3 die Server aber wieder ordentlich in die Knie gingen (welch Überraschung, dass ihr unser Spiel kauft und auch spielt), finde ich genauso merkwürdig wie den bloßen Gedanken daran, Activision oder Treyarch auch nur ansatzweise zu loben.

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Rise of the Tomb Raider

Mit dem neuen Tomb Raider bin ich noch nicht ganz fertig, allerdings zeichnet sich schon jetzt ab, dass der Spielfluss ziemlich mit dem vom Reboot-Original identisch ist. Anfangs lockte es mich mit dem prächtig inszenierten Syrien und seiner abwechslungsreichen Umgebung, verkam dann aber doch recht schnell zum gewohnten Ballern, Klettern und Craften in einer vermeintlich offenen Welt. Diesmal gibt es mehr denn je einzusammeln, zu entdecken und aufzuwerten, was für mich bereits jetzt in Arbeit ausartet. Ein toller Titel, vor allem für Fans, aber vom Game of the Year weit entfernt.

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Assassins Creed: Syndicate

Kein Totalausfall wie Unity, dafür aber auch nicht mehr als ein solides Action Adventure, das sich mittlerweile etwas zu sehr vom Assassinen-Setting entfernt und in neutrale Gefilde abrutscht. Story und Charaktere wurden sympathisch inszeniert, haben für mich aber nur noch wenig mit dem ursprünglichen Gedanken des Franchise zu tun. Schleichen, Klettern und Kämpfen im viktorianischen London macht verdammt viel Spaß. Einen Grund Syndicate als besonders wertvoll anzusehen, kann ich nicht finden. Spielerisch ist es endlich wieder ein gutes AC, aufgrund der vielen Sammelaufgaben und Erkundungen, die alle irgendwie mit Aufwertungen am eigenen Charakter oder der Umwelt verbunden sind, fühlt es sich wie Mad Max und Shadow of Mordor mit Templern an. Solide Kost, kein Meilenstein.

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Life is Strange

Anfangs noch ein nett erzählter Tumblr-Account zum Spielen und Gute-Nacht-Geschichte für Hipster, entpuppte sich Life is Strange spätestens gegen Ende der zweiten Episode als erzählerisches Meisterwerk und Paradebeispiel für Storytelling, das sich vor Konkurrent Telltale nicht verstecken muss. Man sollte sich von bunten Farbfiltern, Teenagern mit merkwürdigen Klamotten und Sprachstil nicht abschrecken lassen, in Square Enix Episoden-Spektakel steckt weitaus mehr, letztendlich sogar eine ziemlich erwachsene Story. Absolut empfehlenswert, aber nicht der Top-Titel für 2015.

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Ori and the Blind Forest

Ein herausragender Platformer exklusiv für Microsofts Heimkonsole. Wer den Titel verpasst hat, sollte ihn dringend nachholen und gar nicht mal unbedingt auf einen Rabatt im Store warten. Der geniale Zeichen- und Erzählstil wollen finanziell unterstützt werden und verdienen das ohne Zweifel. Ori kann natürlich auch spielerisch überzeugen, lediglich das Backtracking stört mich etwas, gehört aufgrund des Metroid-Vania-Gameplays aber genauso dazu. Knuffig, verträumt, aber auch ziemlich ernst und traurig. So geht Indie-Arcade.

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Nintendo hat sich auch in diesem Jahr nicht mit besonders viel Ruhm bekleckert. Lediglich der Super Mario Maker für die Wii U ist erwähnenswert. Auf die wirklich großen Helden und ihren Auftritt in den jeweiligen Hauptspielen müssen wir weiterhin verzichten. Kein richtiges neues Zelda, Metroid oder Mario. Im Handheld-Segment hat Nintendo 2015 einen ganz guten Job gemacht. Mit The Legend of Zelda: Majora’s Mask bekam der 3DS bereits das zweite Remake eines N64-Klassikers um den grünen Recken Link in aufgehübschter Optik. Monster Hunter 4: Ultimate ist endlich ein einsteigerfreundliches Monster Hunter, das vor allem von den neuen Möglichkeiten des verbesserten New Nintendo 3DS profitiert, der ebenfalls im Februar 2015 auf den Markt kam. Gleiches gilt für Xenoblade Chronicles 3D, das ich bis heute nicht geschafft habe, weil es einfach riesig ist, aber auch seine Schwächen hat. Aber so richtige Knaller waren nicht dabei und geschätzt habe ich in den letzten Monaten etwas weniger Zeit vor meinem Nintendo 3DS verbracht, als noch 2014 oder die Jahre zuvor.


Was bleibt also neben einem Haufen guter bis sehr guter Spiele, die meiner Meinung nach aber nicht gleich eine Auszeichnung verdient haben oder den diesjährigen Thron der einnehmen sollten? Tja, vielleicht was aus dem Frühjahr, das mich auch heute noch beschäftigt und stundenlang ans Gamepad fesselte, bis ich schließlich versuchte die Ketten mit Igni zu schmelzen.

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The Witcher 3: Wild Hunt war mein erstes Witcher-Spiel. Ich hatte bis vor ein paar Jahren eh noch Vorbehalte gegenüber westlichen Rollenspielen. Die waren ja gerade früher zumeist von einem mittelalterlichen Setting geprägt und, aufgewachsen in bunten, japanischen Welten, die sich ganz gemütlich rundenbasiert spielen ließen, konnte ich mich damit nie so recht anfreunden. Irgendwann sollte dann Skyrim erscheinen und ungeachtet jeglichen Hypes, entschloss ich mich spontan,den Titel zu kaufen und einfach mal auszuprobieren. Was soll ich groß schreiben, meine Spielzeit von gut 300 Stunden mit einem einzigen Charakter spricht für sich. Ich war hin und weg von der riesigen, offenen Welt, den Aufgaben, Drachen und sowieso allem. Westliche RPGs waren nun also auch geritzt und mussten meine Spiele-Bibliothek nicht länger meiden. Meine ersten Erfahrunen mit The Witcher sammelte ich dann im zweiten Teil, der kurz vor Release von Wild Hunt über die Games With Gold-Aktion der Xbox 360 kostenlos zur Verfügung stand. Ok, ich habe es da nie über das Tutorial-Level hinausgeschafft, weil…gute Frage, irgendwie hat es mich genervt. Es wollte nicht so recht passen und ich empfand allein das Kampfsystem als umständlich und nicht kompatibel zu meiner bisherigen Spielweise. Ich stand also kurz davor meine bereits getätigte Vorbestellung zurückzuziehen und Geralt von Riva für immer den Rücken zu kehren. Aber irgendwie fand ich das merkwürdig. Zu diesem Zeitpunkt hypte die halbe Welt das Spiel und ich sollte es hassen? Wenigstens mal anspielen musste also schon drin sein.

Nach ein paar weiteren Wochen kam dann The Witcher 3: Wild Hunt mit der Post an und entsprechend skeptisch legte ich den Datenträger in meine Konsole. Was jetzt kommt, kann sich jeder schon denken. Nach einigen Startschwierigkeiten (Hey, für Einsteiger ist das Level- und Kampfsystem wirklich etwas komisch), war ich dann voll in der Welt des Hexers und konnte nicht mehr davon ablassen. Ich liebe das Setting, das vor allem durch den großartigen Score der polnischen Folklore Band Percival nochmal gehörig an Atmosphäre dazugewinnt. Die Story ist spannend und komplex, wobei es jede Nebenquest im Spiel vermag dem ein oder anderen Vollpreistitel in Sachen Tiefe und Storytelling den Rang abzulaufen. Protagonisten, Antagonisten und sogar NPCs verfügen über nachvollziehbare Persönlichkeiten, was sich auch in den zahlreichen Dialogen bemerkbar macht. Die zählen für mich ohnehin zu den größten Stärken des Spiels, denn nie zuvor hatte ich mehr Lust darauf, mich mit virtuellen Individuen zu unterhalten und aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten zu wählen, die oft darüber entscheiden, ob sich mir mein Gegenüber als freundlich oder eher feindlich gesinnt gibt. Die riesige, offene Welt nicht zu vergessen, in der man sich wirklich mehr als nur verlieren kann. Die Umgebung habe ich in meinem Artikel Vegetation in Videospielen bereits angesprochen, es ist einfach unwahrscheinlich stimmig in dieser Welt herumzulaufen und zu entdecken. Die Kämpfe sind nach wie vor Geschmackssache, ebenso wie das Levelsystem, für mich aber auch nicht entscheidend. Grundsätzlich funktioniert das Aufleveln und auch das Kampfsystem, wer sich jedoch J-RPG-vorbelastet ins Abenteuer stürzt, könnte vorerst leicht enttäuscht werden, denn grinding ist hier nicht wirklich angesagt. The Witcher 3 ist ein erzählerisches Meisterwerk, das durchweg mit einer prachtvollen Optik und der lebendigen Welt glänzt. Über mehrere 100 Stunden gibt es massenhaft zu tun und repetitiv fühlt sich das irgendwie nie an.

Mich hat aber nicht nur das Spiel überzeugt, sondern auch der Entwickler CD Project Red. Die haben es nämlich als einziger Entwickler in den letzten Jahren geschafft, dass ich so etwas wie Herzblut und Liebe für ihre Fans spüren konnte. Das fängt schon bei der Verpackung an. In der normalen Editon von The Witcher 3: Wild Hunt fand ich eine hochwertige, handgemalte Karte der Spielwelt, Aufkleber, ein Handbuch und eine Danksagung des Entwicklers. Das sind Kleinigkeiten, in Anbetracht der Tatsache, dass wir heutzutage in der Spiele-Box außer dem Datenträger nicht mal mehr ein kleines Booklet finden, jedoch eine verdammt große Aufmerksamkeit. Neben all dem und natürlich der Spiele-Disk, befand sich dann auch noch der Soundtrack auf einem weiteren Datenträger in der Hülle. Für solchen Extra-Inhalt nennen andere Entwickler ihre Verpackungen schon gerne mal Collectors-Edition und nehmen 20 bis 30 Euro mehr.

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Desweiteren darf man dem polnischen Studio zugute halten, dass The Witcher 3 trotz seiner immensen Größe von Anfang an funktioniert hat und zu Release über keine erwähnenswerten Fehler verfügte oder gar unspielbar war. Im Gegenteil. Für die kleinen Fehler versorgt CD Project uns trotzdem immer noch mit sinnvollen Patches, auf dem Marktplatz stehen ganze 16 kostenlose Zusatzinhalte zum Download bereit, die tatsächlich erst nach Fertigstellung des Hauptspiels entwickelt wurden und mit Hearts of Stone gibt es mittlerweile ein angemessen großes und inhaltlich überzeugendes Add-On, das seine 10 Euro mehr als Wert ist.

Der großartige Support, das Herzblut und die angenehme Preispolitik in Sachen DLC machen CD Project Red für mich zum sympathischsten Entwicklerstudio diesen Jahres, wenn nicht sogar überhaupt. Dass sie mit The Witcher 3: Wild Hunt das bis dato beste Rollenspiel mit riesiger Open-World aus dem Boden gestampft haben, darf man natürlich auch nicht vergessen. Fernab großer amerikanischer oder japanischer Spieleschmieden, haben sie sich auf dem Markt etabliert und als echte Triple-A-Entwickler bewiesen.

Der Fantasy-Traum zum Spielen hat sich eindeutig den Thron der Videospiele verdient. The Witcher 3: Wild Hunt ist auf erzählerischer und spielerischer Ebene ein Meilenstein, hinter dem ein scheinbar kleines Entwicklerstudio steckt, das noch Wert auf Kundenfreundlichkeit legt und ihre Fangemeinde regelmäßig überrascht und belohnt. Mehr davon.

Zum Schluss gibt es nur noch die Folklore-Band Percival zu zitieren: Silver for the monsters…und Gold für Geralt. Mein Game of the Year. Eine Überraschung sollte das nicht sein, The Witcher 3 und CD Project Red haben es einfach verdient.

Dennis

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Games-Magger Dennis findet gerne mal die Nadel im Heuhaufen und legt sie dann auf die Goldwaage. Wahre Liebe darf auch kritisieren.
Heimisch auf Xbox One und Nintendo 3DS.
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