Freitag der 13. bei uns im Test – Der Film als Spiel

Mit Freitag der 13. ein blutiges Katz-und-Maus-Spiel, bei dem wir vor dem gefürchteten Jason Voorhees weglaufen. Für euch haben wir uns ins Spiel gewagt und zeigen euch im Test die Stärken und Schwächen des neu erschienen Titels.

Teenager, die sich in einem Camp treffen um zu feiern, Spaß zu haben und ein wenig Waldluft zu erhaschen und plötztlich knackt ein Ast im Dickicht. Ein Reh oder ein Fuchs, die sich verirrt haben? Halb so schlimm, die Feier geht ruhig weiter. Ein wenig Nebel liegt über dem Camp und es herrscht eine drückende Stimmung. Ein Teenager kommt aus seinem Haus und will sich dem Lagerfeuergespräch anschließen. Hinter ihm erscheint eine Gestalt und schlägt dem Teenager mit einer Axt den Kopf ab.

So beginnt die Sequenz des neu erschienenen Horrorgames – Freitag der 13. – vom Entwickler Gun Media. In den Steamverkaufcharts ganz oben mit dabei und trotzdem nur eine mittelmäßige Bewertung. Ob sich diese Bewertungen bewahrheiten und ob sich der Preis von 37,99 lohnt zeigen wir euch jetzt. (getestet wurde hier die PC Version des Spiels.)

Vom Film zum Spiel

Das grundlegende Spiel bezieht sich – wie der Name schon sagt – auf die Filmreihe „Freitag der 13.“ , die seit 1980 uns in Angst und Schrecken versetzt. Zunächst hört sich das alles sehr vielversprechend an und man denkt sich, dass man mit so einer guten Vorlage kaum etwas falsch machen, doch Gun Media hat wohl nicht das volle Potenzial genutzt.

Der Horrormultiplayer beginnt in jeder neuen Runde mit einem kleinen Einspieler, welcher so gesehen immer der gleiche ist. Eine Teenagergruppe sitzt am Lagerfeuer und feiert, als ein weiterer Teenager zu der Gruppe hinzustoßen will taucht hinter ihm der bekannte Massenmörder Jason Voorhees auf und tötet diesen. Vor lauter Schrecken verteilt sich die Gruppe und die Flucht beginnt. Gespielt wird mit 8 Leuten, dabei nehmen sieben Spieler einen der Teenagercharaktere ein und einer wird zufällig als Jason auserkoren.

Hat ein Spieler das Losglück getroffen und erhält somit die Rolle des Jason kann dieser sich mit im Hauptmenü ausgewählten Fähigkeiten auf die Jagd machen, dabei stehen ihm mehrere Waffen und Fertigkeiten – manchmal etwas unrealistisch – zur Verfügung, welche der Spieler nutzten kann. Beispielsweise kann Jason eine Fähigkeit namens Infrarotsicht nutzen, welche es ihm erlaubt, durch Hauswände zu gucken. Auch eine Teleportfähigkeit besitzt Jason, welche es ihm erlaubt, sich an die Position seines Opfers zu teleportieren. Schon in der ersten Runde erschien uns diese Fähigkeit als sehr übermächtig und unfair, doch dazu später mehr.

Vor Beginn des Spiels können die Spieler ihren Wunschcharakter auswählen und diesen mit Fähigkeiten ausstatten. Auch mehrere Jason-Formen stehen dem Spieler zur Verfügung, welche alle unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Einem anderen Jason können jedoch keine Fähigkeiten eines anderen übertragen werden, was die Kreativität mit dem Charakter etwas einschränkt. Zu Beginn sind manche Jason-Formen und auch Teenagercharaktere noch nicht freigeschaltet, diese müssen sich die Spieler erst freischalten.

Für das Team Teenager ist Teamwork angesagt, was mal mehr und mal weniger klappt. Das Spiel bietet aktuell drei Lösungswege, um vor Jason zu fliehen.

  1. Wir reparieren das Boot (Neue Batterie, Benzin) am See und fliehen über das Wasser.
  2. Wir reparieren das eines der beiden Autos (Neue Batterie, Benzin, Autoschlüssel) ( 1x 4-Sitzer und 1x 2-Sitzer) und fliehen über die Straße
  3. Wir reparieren das Telefon in einem der Häuser und rufen die Polizei (Wartezeit nach dem Anruf 5 Minuten)

Das Erreichen der Polizei ist auch noch ein Akt für sich, das man die Stelle suchen muss um gerettet zu werden und in dieser Zeit Jason immer noch auf der Suche sein wird. Das Spiel bietet genug Möglichkeiten vor Jason fliehen, welche mit Teamarbeit und genug Ausdauer gemeistert werden können. Dabei sollten die Spieler nicht allzu laut sein, denn je schneller sie rennen, desto lauter sind sie und verursachen somit lautere Geräusche, die Jason wahrnimmt.

Die unübersehbaren Schwächen

Erster Kritikpunkt, der uns schon früh auffällt ist, dass Jason eindeutig zu stark ist. Seine Fähigkeiten erlauben es ihm sehr schnell an andere Orte zu gelangen, sich zu teleportieren und das mit einem kurzen Cooldown. So vergeht einem schon nach der 5 oder 6 Runde der Spaß vor Jason auf freien Feld zu flüchten. Auch das durch Wände gucken ist für den Spieler sehr frustrierend, weil das eigentliche Versteckspiel so sehr schnell keinen Sinn mehr macht.

Beim Team der Teenager ist Teamwork das A und O, doch in kaum eine Runde die wir gespielt haben, kam es zu gutem Teamwork. Die Spieler verteilten sich auf der ganzen Karte und starben einer nach dem anderen, was die Chancen immer weiter minimierte. Viele Spieler zeigten sich also von der typischen Multiplayer Seite und legten eher Wert auf ihre eigene Rettung, was natürlich nicht dem Spiel angerechnet werden kann. Im Test zeigten sich aber auch sehr gute Runden, in denen man per Voice Chat sich abstimmte, wer was besorgte, oder wenn Jason zu nah kam, wer ihn aus Gefecht setzt. Somit konnte man gut und schnell den Fluchtplan in die Tat umsetzen, was auch ziemlich viel Spaß machte. Letzlich überwogen die Runden ohne Kommunikation und mit Einzelgängern, zum Teil auch Trollern, die das Spiel direkt nach Anfang wieder verließen oder Jason permanent zu den anderen Mitspielern lenkten. Bestrafungen werden dabei nicht ausgesprochen und so machte sich der Frust nach einiger Zeit breit.

Ein genauer Blick auf das Perk-System ließ den Eindruck vermitteln, das versucht wurde dem Spieler durch längeres Spielen zu helfen, aber ohne ein ausgeklügeltes System kann das nicht funktionieren. Durch das Spielen erhält der Spieler mit der Zeit Ingame Punkte (CP) welche er im Hauptmenü nutzen kann, um für seinen Charakter neue Fertigkeiten freizuschalten. Letztlich machten sich die neuen Perks nicht wirklich bemerkbar oder wirkten sich sogar negativ auf unseren Charakter aus, was sehr enttäuschend war. Hier hätten wir uns definitiv mehr erhofft. Auf der anderen Seite gibt es für Jason freischaltbare Hinrichtungsmöglichkeiten, die genau so brutal sind, welche er schon zu Beginn besitzt, aber trotzdem Abwechslung in seine Hinrichtungen bringen.

Das Design

Grafisch und auch am Charakterdesign gibt es nicht viel auszusetzen. Wir haben die Wahl zwischen mehreren Charakteren, die üblich oder fast schon klischeehaftig aus den alten Horrorfilmen übernommen wurden, was uns aber kaum stört. Bei den Hinrichtungsanimationen hätte man vielleicht noch ein wenig mehr arbeiten können, da die Gesichtsausdrücke und Effekte manchmal noch ein bisschen unfertig rüber kommen, aber alles in allem macht das Ambiente schon echt Spaß.

Auch im Bereich Sounddesign kann das Spiel voll Punkten, da die Musik, die Naturgeräusche und auch die allgemeinen Ambientgeräusche sehr gute in Szene gesetzt wurden. Spielt man das Spiel optimaler Weise abends oder nachts und das ohne Licht zittern einem schon mal die Knie, wenn man vor der Tür Schritte hört.

Alles in allem kann man sagen, dass das Design den Brei nicht wirklich schmackhafter macht. Durch die genannten Probleme und auch immer mal wieder auftretenden Bugs und Glitches verlieren wir nach einigen Spielstunden relativ schnell die Lust.

 

53%

Fazit

Mein Fazit zu Freitag der 13. ist ziemlich enttäuschend mit dem Blick auf den Preis und der Darstellung eines fertigen Titels. Für 36,99€ ist das Spiel noch nicht ganz ausgereift und könnte noch einige Schliffe vertragen um fertig auf den Markt zu kommen. In der Blühezeit von Early Access würde ich dieses Spiel als sehr guten Early Access Titel einordnen, aber nicht als fertigen Vollpreistitel.
Wenig Abwechslung, nervige Mitspieler, die nicht für Trolling oder für das Verlassen des Spiels bestraft werden, ein viel zu starker Jason, und Perks, welche aktuell keinen Sinn machen, das sind meine größten Kritikpunkte an Freitag der 13. und für 15 oder 20 Euro weniger würde ich das Spiel kaufen, aber 37 Euro sind eindeutig zu viel verlangt.

Mit sieben weiteren Freunden würde das Spiel nochmal ganz anders aussehen, da man hier erstens mit Leuten zusammenspielen würde, die auch zusammen halten und in der Gruppe agieren würden und des Weiteren kann ich mir gut vorstellen, dass ein gemütlicher Abend mit Freunden in einem Voice Channel sehr viel Spaß und lustige Szenen hervor bringen würden.

Das Design kann absolut Punkten und belebt das Spiel sehr. Schockmomente und ein gruseliges Ambiente haben mich in die Horrorgeschichte versetzt machten Spaß auf mehr, was dem Spiel ein unglaubliches Potenzial bietet. Leider hat Gun Media nicht das volle Potenzial ausgeschöpft und meiner Meinung nach einen guten Early Access Titel aber definitv keine fertigen Vollpreistitel veröffentlicht.

  • Atmosphäre 80%
  • Design 50%
  • Perksystem 40%
  • Balancing 40%

Spielsprache - nur Englisch
Kosten - 36,99€
Plattformen: PC - Xbox One - PlayStation 4

Justin

Justin

eSports Redaktuer - PC Liebhaber - Leidenschaftlicher Gamer
Justin

eSports Redaktuer - PC Liebhaber - Leidenschaftlicher Gamer

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