Fire Emblem Warriors bei uns im Test

Massenkeilerei im Fire Emblem Universum

0

Mehrmals jährlich grüßt Koei Tecmo – so würde ich die Vermehrung der Warriors-Reihe betiteln. Dennoch haben wir hier kein normales Dynasty Warriors, sondern nach „Hyrule Warriors“ ein weiteres Gemetzel im Nintendo Universum und zwar: Fire Emblem Warriors. Wir haben uns mal angeschaut was das Spiel kann.

„The same procedure as every year, James“

Bevor wir anfangen: Ich durfte, seitdem ich angefangen habe Spiele für diverse Portale zu testen, bereits so einige Warriors-Teile testen. Egal ob es sich nun um die Hauptreihe oder wie hier ein Lizenz-Spiel handelt: Das Grundgerüst bleibt immer gleich und bekommt einen anderen „Skin“ und einige kleiner Änderungen. Deshalb gilt auch hier wieder das bekannte Spielprinzip.

Massen-eindreschen auf die Gegner mit hin und wieder einigen pompösen Spezialattacken – Nicht mehr und nicht weniger. Klar bringen die 23 verschiedenen Charaktere da schon Abwechslung rein, repetitiv ist das Gameplay trotzdem. Das hört sich jetzt zwar negativ an, aber keineswegs, denn das ist eben was Fans dieser Spiele mögen und erwarten. Die Karte ist recht groß und wird nach und nach, durch die klassischen Tore nach dem Sieg über einen bestimmten NPC, immer weiter freigeschaltet, dabei tun sich immer mehr Missionen auf.  Eben dieses Gameplay wird Fans der Reihe zusagen, aber keinen Preis für Innovation erhalten.

Eine Priese.. na gut eine ganze Packung Fire Emblem

Wir wollen aber nicht außen vorlassen, dass (wie schon bei Hyrule Warriors) auch eine große Menge von Nintendos Franchise mit eingeflossen ist. Das typische Schere-Stein-Papier (bzw. in diesem Fall Schwert-Axt-Lanze) Prinzip wurde auch hier mit eingebaut. Des weiteren gibt es das bekannte Prinzip, dass die Bindung zwischen den Charakteren wachsen und schrumpfen kann.

Das wahre Herz der Fire-Emblem-Reihe kann man aber vor allem im Taktik-Modus erkennen. Das Spiel wird pausiert und man kann seine nächsten Züge planen – eben wie man es von der Reihe gewohnt ist. Es besteht auch die Möglichkeit Charaktere im Camp besser auszurüsten und aufzuleveln. Auch wenn das alles das Gameplay wirklich sehr stark bereichert und das Ganze Fire Emblem Fans noch schmackhafter gemacht wird, kommen wir hier nicht mal ansatzweise an den taktischen Tiefgang der Hauptreihe heran. Aber gut es steht ja wie gesagt Warriors hinten dran – das bedeutet automatisch das Story und innovatives Gameplay ihren Platz etwas weiter hinten einnehmen. Ja ihr habt richtig gehört, es gibt eine Story – diese ist zwar nicht grottig, aber keines Fire Emblem würdig.

 Die Technik

Wariors-Spiele sind bekannt dafür, nicht die allerbeste Grafik zu haben. Wie es bei dieser Art von Spielen üblich ist, sind die Charakter-Designs schön anzusehen und auch die Angriffe können mit ihren Effekten überzeugen. Das was um einen herum geschieht will man sich allerdings nicht in voller Pracht ansehen. Die Texturen sind wirklich nicht die schönsten, aber man kann hier ja immer schützend sagen, dass die Performance komplett in die Gegnermassen fließt – Was auch stimmt. Aber ein Augengraus ist das ganze hier sicher nicht, aber ein kompletter Augenschmaus eben auch nicht.

Was den Ton angeht war ich erstaunlich zufrieden mit der englischen Sprachausgabe – Chapeau. Natürlich dürfen sich Japano-Fans, wie immer, über eine gelungene japanische Vertonung freuen. Auch sonst kann sich der Soundtrack verdammt gut hören lassen, da kann man nicht meckern.

Aber Moment mal.. Nintendo Switch und kein The Legend of Zelda? Da muss doch ein Mehrspieler her. Und denn gibt es auch – Sucht euch einen Freund gibt ihm einen Joy-Con und genießt das Spiel im 2-Spiele Coop Splitscreen Modus. Das geht sowohl am TV, als auch an der Switch selbst und das ohne Ruckler. Allerdings empfehlen wir euch lieber die heimische Flimmerkiste, denn der Switch-Splitscreen ist schon etwas arg klein. Falls es doch mal zu kleinen Lags kommt (was uns nicht aufgefallen ist) könnt ihr immer noch auf den Performance-Modus wechseln – ihr tauscht etwas Auflösung gegen mehr FPS, klingt fair.

Der Umfang

Da besonders bei solchen Spielen der Umfang wirklich wichtig ist, müssen wir hier genau drauf achten. Es gibt 23 spielbare Charaktere aus dem Fire Emblem Universum – das ist eine ganze Menge. Dazu ist der Titel kein Vollpreis-Titel, sondern „nur“ ein rund 40 Euro teures Vergnügen. Wer wirklich alles im Spiel habenn will, der kommt an dem rund 20 Euro teuren Season Pass nicht vorbei. Man muss dazu sagen, dass man hier für 20 Euro meiner Meinung nach genug geboten bekommt:

  • Insgesamt 9 neue Charaktere (damit auch 9 neue Story-Szenarios)
  • Insgesamt 12 neue Kostüme
  • Insgesamt 13 neue Waffen

Wie würde ich also das Preis-Leistungs-Verhältnis beurteilen? Definitiv gut.

84%
Ein gutes Spiel, aber nur für Fans von mindestens einer der beiden Spielereihen.

Fazit

Seien wir ehrlich: Fire Emblem Warriors ist kein Spiel, das es einfach auf dem europäischen Markt hat, da hier beide Reihen nicht zu den beliebtesten gehören. Dass Nintendo es doch zu uns gebracht hat ist reiner Fan-Service, über den sich sicherlich viele Fire Emblem Fans gefreut haben. Alles in allem würde ich sagen, dass mich das Spiel doch unterhalten konnte - aber wegen des repetitiven Gameplays doch schnell "langweilig" wurde. Das ist sicherlich auch meinem Mangel an Interesse an FE zuzuschreiben, denn mit Hyrule Warriors hatte ich eine Menge Spaß. Um es kurz zu sagen: Ein Spiel für Fans von Fire Emblem und/oder Fans des Genre, alle anderen werden wohl eher weniger Gefallen daran finden. Es gibt einem das was man erwartet - das ist keineswegs schlecht.

  • Grafik 68%
  • Sound 88%
  • Steuerung 87%
  • Umfang 95%
  • Story 83%