Emergency 2013 im Test

Die Wahl zur größten Mogelpackung des Jahres hat „Emergency 2013“ zweifellos für sich entschieden. Anstatt wie üblich massig neue Missionen, Einsatzgebiete und Szenarien aufzufahren, klaubt sich Entwickler Quadriga Games ordentlich was aus dem Vorgänger zusammen: nämlich ganze 15 Missionen mitsamt aller Szenarien, Fahrzeuge und allem was noch dazu gehört beziehungsweise dazugehörte. Die vier neuen Missionen erschienen zwar fairerweise auch als DLC für die 2012-Ausgabe für knapp 10 Euro, die Ladenversion „Emergency 2013“ suggeriert allerdings für üppige 25 Euro einen neuen Teil. Wer sich auf den Cover-Schriftzug „2013“ verlässt und die Vorderseite der DVD-Hülle nicht genau anschaut, der verpasst auch den Hinweis auf die lediglich vier neuen Missionen und den ansonsten gleich gebliebenen Content im Vergleich zum Quasi-Vorgänger. Nichtsdestotrotz haben wir „Emergency 2013“ nochmals als Ganzes unter die Lupe genommen und finden, dass das Spiel an sich immer noch Laune macht.

Krisengebiete aus der Zukunft

Sogar Weltkriegs-Shooter scheinen realistischere Geschichten zu erzählen als „Emergency 2013“. Zumindest war das unser erster Eindruck, nachdem wir die Einspielfilmchen vor Beginn jedes Einsatzes zu Gesicht bekommen haben. Viele der dargestellten Katastrophen-Szenarien wirken teilweise arg an den Haaren herbeigezogen. In London verursacht ein gewaltiger Eiszapfen eine LKW-Kollision auf der Tower Bridge? Ein Wirbelsturm sucht den Kölner Dom heim?Das klingt alles ein wenig sehr fiktiv und ist von der Wirklichkeit weit entfernt. Sei´s drum, schließlich geht es nicht um die Ursachen, sondern um die Folgen, die darauffolgend eintreten. Die vier neuen Missionen führen uns einmal mehr durch ganz Europa, neu als Schauplatz sind etwa Sylt oder Wien. Dank der teils weltbekannten Locations bringen die Einsätze noch ein bisschen mehr Spannung ins Spiel.

Schneller Einstieg

Ein spärliches Tutorial zeigt uns zum Spielstart die rudimentären Steuerungskniffe, dann geht es auch schon in den ersten Einsatz, der gerade einmal ein paar Minuten dauert. Für Anfänger (wie uns) ist das gerade richtig, denn so lernen wir Schritt für Schritt außerhalb des kurzen Tutorials die Spielmechaniken kennen. Genre-Profis hingegen fragen sich sicherlich, warum die nett anzusehenden Szenarien nicht längerfristig beschäftigen und mit weiteren Missionszielen aufwarten.

Der umgestürzte Kölner Dom beispielsweise macht optisch viel her, mehr als zwei Personen zu retten müssen wir allerdings nicht tun. Doch das ändert sich schlagartig, wenn wir nach circa einer halben Stunde in der französischen Hauptstadt Paris angekommen sind und plötzlich mit anderen Missionszielen und neuen Spielmechaniken konfrontiert werden. Die Missionsdauer wird dann stetig angehoben, sodass wir in späteren Einsätzen schon mal knapp eine Stunde beschäftigt sind.

 

Abwechslungsreiche Aufgaben

Nicht nur Feuerlöschen zählt zu unseren Aufgaben an den hauseignen Eingabegeräten Maus und Tastatur. Spätestens in Paris werden die polizeilichen Angelegenheiten ebenso wichtig wie die der Feuerwehrmänner und Rettungssanitäter. Dort haben sich nämlich Protestanten breit gemacht, welche nur mit dem Einsatz unseres Wasserwerfers und der Festnahme einiger Rädelsführer gebändigt werden können. Parallel dazu treten plötzlich Plünderer ins Geschehen, wodurch wir mit einem zweiten Trupp Polizisten losziehen und diese versuchen zu stellen. Allerdings flüchten einige davon per Auto, also legen wir Nagelbretter aus und zwingen auch die letzten Banditen zum Aufgeben. Durch die parallelen Geschehnisse steigt auch der Anspruch, da simultane Bewegungsabläufe zur Notwendigkeit werden.

Das flutscht

Trotz etwas störrischer Kamera flutscht das Gameplay. Das liegt insbesondere an der super funktionierenden Steuerung, welche unsere Vorgaben stets passend umsetzt. Selbst wenn viel auf dem Bildschirm los ist, haben wir die zur Verfügung stehenden Truppen durchweg gut im Griff.

Durchblick

An der Grafik hat sich gar nichts getan, obwohl viele Serienfans sich schon länger eine frische Grafik-Engine wünschen. Nichtsdestotrotz sieht das Spiel nicht hässlich aus, vor allem die teils beeindruckenden Szenarien können überzeugen. Wirklich detailliert fällt das Technikgerüst aber nicht aus, zudem gibt es auffällige optische Bugs, wie zum Beispiel durch Wände leuchtende Scheinwerfer.

Fazit:

Besitzer des Vorgängers sollten einen großen Bogen um „Emergency 2013“ machen, schließlich hat sich bis auf die vier neuen Missionen nichts getan. Zumal der neue Content auch für unter 10 Euro als DLC zu haben ist. Neueinsteiger können aber getrost zugreifen, spätestens wenn das Spiel im Budget-Segment zu finden ist. Denn: ein schlechtes Spiel ist Emergency nicht.

Wertung:

Gut

(C) Yan

Freier Redakteur/in