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Elex bei uns im Test

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Elex ist das neue Rollenspiel aus dem Hause Piranha-Bytes und hat viele Herzen der Fans hochschlagen lassen. Wer Gothic oder Risen kennt, der wird nun auch Elex kennen und vielleicht auch lieben lernen. Wir haben uns auf Magalan begeben und für euch die Welt von Elex mal genauer unter die Lupe genommen.


Der Urknall von Magalan

Die Geschichte von Elex findet auf Magalan (Ähnlichkeiten mit der Erde) statt. Dort lebten wie auch in der realen Welt die Menschen und diese genießen die Freiheiten die sie hatten. Ein gutes Bier, einen guten Fußballabend und was noch zum Alltag eines jeden Menschen gehört, doch auch Magalan trifft ein schweres Unglück. Ein Komet bestehend aus dem blauen Material „ELEX“ trifft den Planeten und löscht so gut wie alles Leben auf Magalan aus.

Doch nicht alle Menschen von Magalan erliegen dem Kometeneinschlag, vielmehr entdecken sie die Kraft, die in dem neuen Material Elex steckt. Sie verbessern damit Waffen, Maschinen und sogar Menschen und durch diese unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten, spalten sich die Menschen in drei Fraktionen auf, die verschiedene Ziele durch die Kraft von Elex anstreben.

Im Hintergrund dieser drei Fraktionen bildet sich jedoch noch eine vierte und diese strebt nur das eine an, nämlich Macht. Menschen die so Willensstark sind und Elex konsumieren, bis sie sich zu einer Art Cyber-Soldat entwickeln werden Albs genannt. Diese Soldaten sind komplett emotionslos und bilden die übermächtige vierte Fraktion. Sie nutzen durch ihre Verwandlung die Fähigkeiten ihres „Körpers“ und fallen über Magalan her, dabei töten, rauben und verwüsten Sie alle Gebiete, die sie betreten.

Die Story

Zu Beginn unserer Geschichte starten wir als Jax, der Hauptmann der Albs ist und wir befinden uns in der ersten Sequenz in einem Raumschiff, welches von den eigenen Leuten abgeschossen wird. Wir verlieren die Kontrolle und stürzen kurz danach ab. Nachdem wir uns aus unserem zerstörten Raumschiff noch retten können, werden wir von drei eintreffenden Albs direkt erwartet und angeschossen. Nach gewöhnlicher Piranha-Bytes Manier werden wir ausgeraubt, dabei verlieren wir unser komplettes Equipment und unsere Elex Kräfte.

Aus unserer Ohnmacht erwacht stellt Jax seinen Verlust fest und beginnt auch wieder Gefühle zu entwickeln, welche wir im Verlaufe des Spiels ausprägen können.

Besonders spannenden ist, warum dieser Hinterhalt der eigenen Leute wirklich passiert. Mit Jax erhalten wir einen Charakter, der eine Geschichte hat und wir möchten unbedingt herausfinden, was zu diesem Vorfall geführt hat. Weiterhin stellt sich auch die Frage, warum Jax bei den Albs war und was Ihn dazu bewegt hat.

Grafik ist nicht alles!

Im heutigen Gamerzeitalter muss jedes Spiel noch schöner, noch besser aussehen und die PCs müssen immer leistungsstärker werden, um die volle Grafikpracht der Titel bewundern zu können, dass es aber auch anders geht, stellt Piranha-Bytes wieder einmal unter Beweis. Elex ist nicht das Grafikwunder 2017, sondern punktet eher mit Inhalt und das auch nicht zu knapp. Um Magalan zu erkunden die verschiedensten Orte zu entdecken, neue Quests, Figuren und Items zu finden, kann  das den Spieler schon um die 50 Stunden und aufwärts kosten, das hört sich nach viel an und man könnte denken, dass so viel Inhalt eventuell redundant und eintönig wird, doch Elex ist alles andere als eintönig. Es fordert einen wirklich heraus und man hat einfach die Motivation jeden Ort zu erkunden, Loot mitzunehmen und die vollte Pracht von Elex zu inhalieren.

Auch in der Gestaltung von Magalan ist es alles andere als schlicht und trist. Piranha-Bytes hat sich wirklich Mühe gegeben, dem Spieler die Welt so detail- und abwechslungsreich wie möglich zu präsentieren, sei es die Wüste, wo sich die Outlaws herumtreiben, oder das Gebiet Ignadon, wo sich die Kleriker ansiedelten. Magalan bietet unfassbar viele Orte, die entdeckt und bewundert werden können.

Quests 

In Elex werden wir mit Quests bombardiert, das mag im ersten Moment klingen, als würde man den Überblick verlieren, was zeitweise auch wirklich stimmt, aber es ist ein Teil des Spiels, der es so lebendig macht. Wir schließen uns im Verlaufe des Spiels einer der drei Fraktionen an und erhalten nach unserer Entscheidung einige Quests, die auf die jeweilige Fraktion spezialisiert sind.

Die Quests umfassen dabei immer verschiedenste Aufträge, zum Teil müssen wir nur etwas finden und dem Auftraggeber zurück bringen, aber auch spannende Kämpfe erwarten uns in Elex. Durch die vielen Missionen entdecken wir mehr und mehr die Welt von Magalan und finden auch für uns nützliche Sachen, die wir für unseren eigenen Fortschritt nutzen können.

Aber auch unsere Entscheidungen tragen zum Verlauf bei. Unsere Entscheidung, welcher Fraktion wir beitreten, beeinflusst unsere Entscheidungen bei Questvergaben und Aufträgen die wir erhalten. Die Figuren aus allen Fraktionen sind super in Szene gesetzt und man muss zweimal nachdenken bevor man einen Auftrag annimmt oder eine Entscheidung fällt. Manchmal ist man echt in einer Zwickmühle gefangen und muss das kleinere Übel in Kauf nehmen.

Schöne neue Welt?

Elex kann mit den genannten Stärken absolut Punkten und kann mit Inhalt und Tiefe überzeugen. Doch auch Elex ist nicht perfekt und das zeigt sich zu Beginn in der Inventarverwaltung. Gleich nach dem Start finden wir viele Items, die man gerne mal inspizieren möchte, der erste Klick aufs Inventar zeigt, dass man einige zeit braucht, um sich daran zu gewöhnen. An sich ist das Inventar geordnet, wirkt aber eher wie eine simple Auflistung der Items, was bei der Menge bestimmt nicht verkehrt ist, aber man hätte da schon ein wenig mehr daraus machen können.

Kommen wir zum Kampfsystem. Schon die ersten Kämpfe fühlen sich sehr komisch an. Ein Fokus auf den Gegner, der nicht wirklich gut funktioniert und auch die Kämpfe an sich fühlen sich meist nicht ausgetüftelt an. Beim Spielen kristallisiert sich nicht wirklich heraus woran es liegen könnte, aber im Verlauf des Spiels kriegt man immer weniger Lust in einen Kampf zu gehen. Schaden aus unmöglichen Reichweiten, Kombo-Attacken, die erst nach gefühlten 7 Treffern funktionieren und einem allgemein komischen Kampfsystem lassen ein wenig Unmut auf das Spiel herab.

Daher ist Kreativität in den Kämpfen gefragt. Schließt man sich beispielsweise den Klerikern an, so kann man die Gedankenkontrolle ausprägen und die ersten Kämpfe so gut es geht vermeiden und gewaltlos beschreiten. Auch das Terrain bietet mehrere Möglichkeiten im Kampf kreativ vorzugehen.

An manchen Stellen schleichen sich dann auch mal Grafikbugs ein, aber das ist wirklich die Seltenheit.

Einen Kauf wert?

Wer Gothic oder Risen mag, oder auch dem Genre verfallen ist, für den ist Elex ein Spiel, das in die Sammlung aufgenommen werden muss. Die Story, der Inhalt und die Tiefe des Spiels machen einfach Spaß und sorgen für etliche Stunden pure Unterhaltung. Wer sein Hirn ein wenig einschaltet und auch mal resigniert, dem wird Elex sehr viel Spaß bereiten.

Hier sind die ersten 40 Minuten meines Elex Gameplays:

80%

Elex das neue Gothic?

Mit Elex erscheint ein gelungener Genre Mix aus dem Hause Piranha-Bytes. Unverkennbar sind die absoluten Stärken des Spiels, die im Leveldesign, Inhalt der Story, die Liebe zum Detail, der offenen Spielwelt und vielem mehr liegen.

Nach einem holprigen Spielbeginn entwickelt sich Elex zum Suchtfaktor und kann über etliche Stunden die Motivation aufrecht erhalten. Man kann sich über das nicht ausgereifte Kampfsystem und manch andere Sachen streiten und definitiv Schwächen am Spiel erkennen, das ändert jedoch nichts daran, dass Elex als Ganzes einfach riesig viel Spaß macht.

Nicht jeder wird es mögen und man muss sich komplett auf das System von Elex einlassen, wer damit aber kein Problem hat, der wird sich in diesem Spiel verlieren.

  • Grafik
  • Story
  • Sound
  • Mechanik
  • Animation

eSports Redaktuer – PC Liebhaber – Leidenschaftlicher Gamer

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