Retro-Reloaded: Einhänder – Fluggeräte vom Mond gesichtet!

Wenn wir hier in Europa von bekannten Shoot-Em-Up Spielen auf der ersten Generation der Playstation reden, kommen wir ins Schwärmen. Titel wie Strikers 1945, R-Types, In the Hunt oder dem schon damals in Spielhallen beliebten Asteroids, ließen unsere X-Taste qualmen. Nun gibt es aber eine kleine Gruppe an Playstationspielern die, zusätzlich zu ihrer europäischen Konsolenversion, auch noch eine NTSC Variante der PSX ihr Eigen nennen durften. Da diese, im Gegensatz zum europäischen PAL-Bruder, auch US und japanische Titel abspielen konnte, lief auf dieser nicht allzu selten das Spiel Einhänder. Die 1996 in Japan erschienene farbenfrohe Ballerei, wurde nicht umsonst nach einer öffentlichen Abstimmung im Jahre 2011 als Stellvertreter des Genres (auf der Playstation) in die Ausstellung The Art of Videogames gewählt, die das Smithsonian American Art Museum auslegte.

Dank der (damals) enormen Leistungspower der Playstation konnten wir uns nun nicht nur in die gewohnte 2D Shooterkost, die wir so lieben, reinstürzen, nein wir konnten das auch noch in toller Polygongrafik tun. Ein Gaumenschmaus der heute immer noch hübsch aussieht. Was uns sehr gefällt, sind zu dem die gescripteten Kamerafahrten die uns auch mal von oben nach unten oder „um die Ecke“ fliegen lassen, so dass Einhänder uns noch mal zusätzlich intravenös die Extradosis Dreidimensionalität dazupumpt, die uns mit den schnellen elektronischen 90’er Beats als Hintergrundmusik das volle Weltraumshooterfeeling erleben lässt.

„Es gab eine Zeit in der Ära des großen Chaos, als die Erde und der Mond im Krieg lagen. Ein Draufgänger vom Mond steuerte ein bizarres Fluggerät, es wurde gefürchtet und aufgrund seiner Form Einhänder genannt“. Der englisch vertonte Trailer verrät es schon. Die Geschichte in Einhänder ist ebenso simpel wie detailreich ausgearbeitet. Simpel deswegen, da das Szenario „Krieg zwischen zwei Welten“ (in diesem Fall zwischen der Erde und dem Mond) schon das ein oder andere Mal in anderen Titeln behandelt wurde. Detailreich, da schon das Intro vermuten lässt, dass doch mehr hinter der schon gefühlt 400-mal erlebten Story stecken muss.

Tatsächlich erschien in der japanischen und ebenso in der ein Jahr danach in den USA veröffentlichten Version, das Spiel unter dem deutschen Namen Einhänder, den es erhielt da sich das Weltraumvehikel mit dem der Spieler unterwegs ist, aufgrund eines Greifarms mit einem Einhänder vergleichen lässt. So dachten sich das zu mindestens die Entwickler und streuten sogleich überall ein wenig deutsches Wortgut mit ein. Obwohl nie auf dem deutschen Markt erschienen, werden wir zum Beispiel schon ziemlich zu Anfang von gegnerischen Schiffen mit den Worten „Achtung Einhänder kommt! Drei Sekunden bis Kontakt!“ empfangen.

Natürlich ein Muss, für jeden patriotischen Gerechtigkeitskämpfer

Aber auch Freunde der griechischen Mythologie kommen hier auf ihre Kosten. So ist zum Beispiel einer der drei zu Anfang wählbaren Fliegertypen, mit der Bezeichnungen Astraea (griech. Bezeichnung für Gerechtigkeit) betitelt. Natürlich ein Muss, für jeden patriotischen Gerechtigkeitskämpfer im Einhänderuniversum. Insgesamt bietet das Spiel sogar fünf verschiedene Schiffsmodelle an, wovon zwei aber erst entdeckt werden wollen. Davon kommt jedes Schiff mit einem Maschingewehr, dass die Standarterbsenmunition an die Feinde verfüttert.

Neben der Maschinenpistole, die Genretypisch über unendliche Munition verfügt, stehen dem Piloten vom Mond in seinem Kampf gegen die Erde noch etliche weitere Waffen zur Verfügung. Diese Gunpods, kann er ganz frech mittels seines Greifarmes den besiegten Gegnern abnehmen und sodann selbst zum Bekämpfen der selbigen nutzen. Nun kristallisiert es sich auch heraus ob man zu Anfang eine für sich gute Wahl des fliegenden Untersatzes gewählt hat. Denn wie schon erwähnt verfügt zwar jedes Raumschiff über das Standartmaschinengewehr, unterschiedlich hingegen sind aber die Gunpodslots. Die Anzahl dieser variiert von Schiff zu Schiff. Ebenso die Funktionalität. Kann man bei dem einen Schiff zum Besipiel drei Gunpods aufsammeln, transportieren und bei Bedarf zwischen ihnen switchen, kann ein anderes nur einen Gunpod aufnehmen, hat aber dafür zwei Maschinengewehre verbaut.

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genretypische Power-Ups oder Boni sucht man in Einhänder vergeblich

Damit sind wir auch schon bei den gröbsten Unterschieden von Einhänder zu seinen Ebenbildern im Shooteruniversum angekommen. Es speckt sogar in einigen Bereichen etwas ab, denn genretypische Power-Ups oder Boni sucht man in Einhänder vergeblich. Ansonsten fliegen wir wie gewohnt von oben nach unten und links nach rechts über die schnell an uns vorbeizischende Hintergrundumgebung und brauchen neben der Feuertaste der Maschinenpistole nur noch ein Knöpfchen für das Abfeuern der aufgesammelten Gunpods und gegebenenfalls für das Switchen derer, sollte man über ein Schiff mit mehreren Slots verfügen.

Im Großen und Ganzen präsentiert sich Einhänder also als ein schnelles und knallbuntes Shoot’em up im Jahre 2245 und kann als solider Sidescroller auf vielen Ebenen punkten. Und mal ganz ehrlich. Wer träumt nicht heimlich davon als Einpersonenschiffspilot vom Mond, in einer futuristischen Umgebung, und schnellen Technobeats im Ohr schallend, wenigstens ein Mal im Leben den Fieslingen richtig an den Kragen zu gehen und seinen Heimatplaneten zu retten. Na? Eben! Am geilsten wäre es natürlich so einen alten Spielautomaten zuhause zu haben um das Retro-Feeling erst richtig zu bekommen, aber der kostet unheimlich viel Geld und davon hat man ja meistens viel zu wenig. Oder ihr nutzt einfach den Bonuscode im Rivo Casino und sichert euch 7 Euro zum Zocken. Vielleicht kommt ihr dem Spielautomaten damit ein wenig näher.

 

Retrobrillenfazit:

Klar, 3D Spiele altern. Meistens altern sie sogar recht schlecht und sind heutzutage nur noch für hartgesottene Retrofans zu ertragen. Es gibt aber auch Gegenbeispiele und Einhänder zählt definitiv dazu. Die Technotracks ziehen einen dazu tatkräftig mit und deren Effekt das Spiel harmonisch zu unterstützen geht sehr gut auf.

Auch heutzutage kann ich jedem der die Möglichkeit dazu hat, sich in die abgefahrene Pixelschlacht von Einhänder zu begeben, nur dazu raten. Mit etwas Übung in einer Stunde durchgespielt, ist es zwar kein langes Spiel, aber welcher Shooter ist das schon? Allein für „eine Runde zwischendurch“ ist es Einhänder allemal wert sich in den Raumanzug zu schwingen und die Kugeln sprechen zu lassen. Spieler die aber schon mit Asteroids nichts anfangen konnten, können getrost die CD in der Hülle lassen.

Brennend würde uns interessieren wer denn von euch schon mal in Einhänder unterwegs war und vor Allem, ob er es denn bezwingen konnte.

Anyone?

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
Markus

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag