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DLC – Segen und Fluch zugleich

DLCs sind in der Gamingbranche allgegenwärtig. Ich habe mich mal mit dem Thema auseinandergesetzt. Was dabei herausgekommen ist könnt ihr hier nachlesen.

Tatsächlich war die Ankündigung des Season-Passes von The Legend of Zelda: Breath of the Wild für mich der Stein des Anstoßes um mich einmal etwas genauer mit der ganzen DLC-Thematik zu beschäftigen. Vorab kann ich euch sagen: Nein Downloadable Content ist nicht immer schlecht. Wie immer gilt hier: Es ist meine Meinung und soll niemanden irgendwie beeinflussen, sondern nur zum denken anregen.

Beispiel Nintendo: Schlechte und gute DLCs

Nintendo ist für mich ein Beispiel wie eine Firma mehrere DLC-Politiken haben kann, die sowohl positiv als auch negativ sind. Fangen wir an beim Negativ-Beispiel: New Super Mario Bros. 2. Beim Jump’n’Run für Nintendo 3DS gibt es den Münzen-Rausch-Modus, bei diesem versucht man bei ganz kurzen Leveln so viele Münzen wie möglich einzusammeln. Einige Level waren bereits zu Beginn im Spiel enthalten und andere konnten später per DLC gekauft werden und waren dann doch recht teuer. Dazu muss man wirklich sagen, dass die Level weder etwas neues boten, noch Spaß machten und sie waren nicht einmal so groß wie der Umfang eine Super Mario Run-Kurses. Alles in allem nicht wirklich gut.

Dann kamen DLCs in Pikmin 3, diese waren eine eindeutige Besserung. Die Erweiterungen, in Form von neuen Missionen, haben gerade einmal 2 Euro pro Stück gekostet, haben das Spiel aber nochmal deutlich gestreckt (Im positiven Sinn). Das wichtigste bei DLCs die das Spiel durch bereits bekannte Elemente erweitern ist einfach, dass diese nicht langweilig werden und das Gefühl hatte ich bei Pikmin 3 ganz und gar nicht. Dann kamen die DLCs bei Hyrule Warriors und sie haben fast nur neue Waffen und Kämpfer ins Spiel gebracht, aber auch einige Missionen sowie sogar den Ganon-Modus. Alles in allem solide, ABER am Ende waren die DLCs nochmal so teuer wie das komplette Spiel, an sich nicht gut, allerdings wurde der Inhalt auch fast verdoppelt.. für mich eine solide Legitimation.

Kommen wir nun zu SSMB 4. In SSMB 4 wurden neu Kämpfer (4-5 Euro) und Stages (rund 2 Euro) angeboten, die Preise waren ok, aber auch nicht billig. Vor allem die Stages waren mit 2 Euro recht teuer. Aber kommen wir nun zum Paradebeispiel für unglaublich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei DLCs: Mario Kart 8. Mario Kart 8 bot für nur knapp 12 Euro vier neue Cups (16 Strecken), sechs neue Fahrer und acht neue Fahrzeuge verteilt auf zwei Pakete (Einzeln 8 Euro). Für den Preis kann ich zu diesem Inhalt nur eins sagen: Bombastisch. Meiner Meinung nach mit einer der besten DLCs die es (für mich) je gab.

Nun bekommt Big-N aber massig Hate wegen ihrer Expansion-Pass Ankündigung für The Legend of Zelda: Breath of the Wild, doch warum? Viele sehen einfach nicht, dass Nintendo dabei ist sich zu einer modernen Firma zu entwickeln und wenn alle anderen DLCs nutzen dürfen ohne ermahnt zu werden, warum Nintendo nicht? Jetzt mal abgesehen davon muss man allerdings sagen, dass Nintendo hier einen riesigen Fehler gemacht hat: Kostenpflichtige Zusatzinhalte VOR Release des Spiels ankündigen. Ich kann mich nicht damit anfreunden mir beim Kauf zu denken „Das muss ich extra kaufen, obwohl das auch im Spiel hätte sein können..“ und vor allem kommt es so rüber als würden die Entwickler absichtlich etwas zurückhalten um es uns später für noch mehr Geld zu verkaufen. Ein weiteres Problem ist wir kaufen die Katze im Sack. Wir wissen zwar was ungefähr in den Erweiterungen enthalten sein wird, aber eben nicht genau. Und generell scheint es so, dass nur zwei der drei DLCs und dann noch mal vor allem der letzte wirklich Geld wert sein könnten. Außerdem sind im DLC ein Map-Feature sowie ein Hard-Mode enthalten und es tut mir leid aber sowas gehört ins Spiel und nicht als kostenpflichtiger Inhalt in den e-Shop. Ich empfehle jedem erst einmal abzuwarten bevor er sich auf diesen Season-Pass einlässt.

Downloadable Content oder neues Spiel?

Was vor allem wichtig ist, ist, dass der Inhalt des DLC auch sein Geld wert ist. Das beste Beispiel dafür sind DLCs die eher an Add-Ons erinnern, also die das vorhandene Spiel quasi um ein komplett neues erweitert. Bestes Beispiel in der letzten Zeit ist dafür ganz klar The Witcher 3: Wild Hunt. Heart of Stone (10 Euro) und Blood and Wine (20 Euro) waren zwei Erweiterungen (beide für 25 Euro), die man genau so gut als eigene Spiele hätte verkaufen können. Das sollen DLCs für mich, sie sollen mich dazu motivieren das Spiel weiterhin zu spielen und mich bestenfalls, wie zu Beginn des Spiels, fesseln. Wir wollen auch nicht verschweigen das The Witcher ganze 16 kostenfreie DLCs zur Verfügung gestellt hat. Natürlich ist The Witcher 3 nicht das einzige Spiel welches so unglaublich gut Erweiterungen zu bieten hat, aber ein Paradebeispiel allemal.

Maps, Waffen und Kosmetikgegenstände in Nicht-Free-to-Play-Spielen gegen Echtgeld anzubieten geht für mich überhaupt nicht, wobei Maps dabei das geringste Übel darstellen. Wo sind die Zeiten hin in denen man Skins und Waffen noch Ingame freischalten konnte und das ganz ohne Kreditkarte?

Ubisoft zeigt wie es geht

Anne Blondel-Jouin (Vice President of Live Operations) bestätigte, dass es künftig bei Ubisoft nicht mehr vorkommen soll, dass essenzielle Bestandteile eines Spiels erst nach Release per DLC kommen.

Das ist eine interessante Aussage, ist es doch Ubisoft, wo man in den vergangenen Jahren durchaus wusste, wie man sich bei diesem Thema möglichst breit aufstellt, neben Season Passes auch gleich fünf und mehr verschiedene Versionen in den Handel stellt und bei Spielen wie Far Cry 4 durchaus beträchtliche Handlungsstränge per DLC nachliefert.

Bisher hält Rainbow Six: Siege am Konzept fest und auch For Honor soll den gleichen Weg gehen. Hoffen wir mal, dass dies auch stimmt.

DLC = Geld?

„Man braucht keinen DLC, um die Spieler bei der Stange zu halten, wenn das Spiel gut umgesetzt wurde“, sagt Avalanches Christofer Sundberg im Gespräch mit Eurogamer. Für alle die nicht wissen wer Avalanche ist: Das sind die Entwickler hinter den Just Cause-Spielen.

„Wir erschaffen ein Spiel, in dem wir den Spielern die Möglichkeit geben, die Welt angemessen zu erkunden, Spaß zu haben und uns nicht zu sehr auf das tatsächliche Endziel des Spiels konzentrieren“, erklärt er. „Die meisten Publisher und Entwickler sind in den letzten drei Jahren wie ein kopfloses Huhn durch die Gegend gelaufen, um nach einer Möglichkeit zu suchen, mit der man mehr Geld macht. DLC war definitiv ein Mittel dazu, aber wie viele Spiele waren wirklich erfolgreich mit DLC? Nicht sehr viele.“

Besser hätte ich es einfach nicht ausdrücken können. Er spricht an, dass nicht viele Spiele ihre DLCs erfolgreich vermarkten können, dies zeigt uns, dass es doch um Qualität geht. ABER mit Just Cause 3 ist auch Avalanche mächtig auf den DLC-Zug aufgesprungen und siehe da: Der Inhalt war nicht gut genug und so wurde das ganze auch bei den Fans allerbestens mäßig aufgenommen, schade.

Fazit

Wir werden wohl damit leben müssen, dass DLCs mittlerweile etwas komplett normales sind und letzten Endes liegt es immer noch in unserer Hand ob wir dafür Geld ausgeben oder nicht. Ich bin nach wie vor bereit Geld für DLCs auszugeben, sofern sie genug bieten und es mir nicht so vorkommt als wäre mir etwas bereits fertiges aus dem Spiel genommen worden. Natürlich hätten wir am liebsten alles gratis, aber wenn Entwickler wirklich nach Release des Spiels noch Monate lang an Erweiterungen arbeiten kann ich ganz klar verstehen warum sie noch Geld verdienen wollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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