Deus Ex: The Fall im Test

Deus Ex: The Fall basiert auf den Roman „Icarus Effect“ und knüpft inhaltlich an die Geschehnisse von Deus Ex: Human Revolution an.

Wer 2027 genügend Geld übrig hat, kann seinen Körper mit Prothesen und Implantaten zu einer leistungsstarken Maschine modifizieren lassen. Diese sogenannten Augmentierungen erweitern die Handlungsmöglichkeiten des eigenen Körpers. Sogar Krankheiten können hiermit besiegt werden. Doch wie immer hat jede Medaille zwei Seiten. Der eigene Körper zeigt nach einer Weile massive Abwehrreaktionen gegen die Fremdkörper. Mit dem Medikament Neuroprozyn kann dem entgegengewirkt werden. Plötzlich wird dieses zu einem raren Gut.
Ben Saxon, ein ehemaliger SAS-Agent will diesem Mangel an Neuroprozyn auf den Grund gehen. Nicht nur, weil er selbst mit zahlreichen Augmentierungen vollgestopft ist, auch wegen seiner Partnerin Anna Kelso, die zunehmend unter den Nebenwirkungen der Implantate leidet.

Wie der große Bruder

Wer Deus Ex kennt, wird sich sofort wie zu Hause fühlen. Das Spielerlebnis wurde fast 1:1 übernommen. Ben Saxon bewegt sich in bekannter Ego-Shooter-Manier durch das düstere Zukunfts-Szenario. Sobald er hinter Mauern oder Schränken Deckung sucht, schwenkt die Kamera in die Verfolgeransicht.

Durch das Sammeln von Dokumenten, Tablets, Büchern, Zeitungen und Mails, erhalten wir immer mehr detailliertere Hintergrundinformationen über die mutmaßliche Verschwörung. Aber nicht nur Informationen, sondern auch Zahlencodes für elektronische Türschlösser werden auf diesem Wege aufgesürt. Wie bei Deus Ex: Human Revolution können verschlossene Türen auch mit einer anständigen Ladung Sprengstoff in die Luft gejagt oder durch Hacken der Kombination geöffnet werden.

Grafisch und akustisch spielt Deus Ex: The Fall in der Oberliga der Mobile-Games. Die düstere Blade-Runner-Atmosphäre wird perfekt wiedergegeben. Lichteffekte und eine sich mit den Aktionen ändernde Soundkulisse unterstreichen das Science-Fiction-Abenteuer. Leider werden die Zwischensequenzen in Spielgrafik dargestellt, was in manchen Stellen nicht so schön aussieht. Weiterhin stören die sehr kantigen und unbeholfenen 3D-Charaktere die ansonsten schön gestaltete Umgebung.

Tuning für den kleinen Helden

Deus Ex: The Fall bietet wie der große Bruder zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten für unseren Helden. Dies geht vom Tuning unserer Implantate über Rüstungsmodifikationen bis hin zu Waffenupgrades wie zum Beispiel Laser-Zielsucher und Schalldämpfer.
Wie bei fast allen Mobile-Games gibt es für ganz Ungeduldige einen Ingame-Shop, in denen Fähigkeiten oder Upgrades gegen echtes Geld erworben werden können. Dies ist aber grundsätzlich nicht notwendig.

Wie sieht es mit der Steuerung aus?

Leider scheitern viele noch so schön umgesetzte Mobile-Games an der gerätebedingten Steuerung. Bei Deus Ex: The Fall hat man die Wahl, ob man den Protagonisten mit den virtuellen Digital-Sticks seitlich des Tablets oder durch Tippen auf den Bildschirm bewegen möchte. Per Doppelklick sucht unser Held Deckung und wechselt zwischen verschiedenen Deckungsmöglichkeiten. Ruhige Momente und Stealth-Einlagen funktionieren so wunderbar mit der Tablet-Steuerung, doch kommt es zum Gefecht und man muss aus der Deckung, wird es ein wenig hitzig. Leider ist die Zielfunktion sehr hakelig und so erhält Ben erst einmal einige Schusssalven, bevor er überhaupt zurückschießen kann. Auch merkt man bei längerem Spielen, dass einem die Handflächen vom Halten des Tablets doch ganz schön schmerzen. Ich selber habe mit einem iPad Mini gespielt und musste ein paar Pausen oder Haltungswechsel vollziehen.

Fazit

Für einen Preis von ca. 6 Euro erhält man ein ausgewogenes Science-Fiction-Abenteuer mit einer durchschnittlichen Spielzeit von ca. 7 Stunden. Im Großen und Ganzen ist Deus Ex: The Fall grafisch und akustisch ein Fest für Augen und Ohren. Leider dämpft die hakelige Steuerung ein wenig den Spielfluss. Gerade in actiongeladenen Passagen, kämpft man mehr gegen die unbeholfenen Bewegungen seines Alter Egos als gegen unsere Feinde. Doch zusammengefasst macht Deus Ex: The Fall richtig Spaß und zeigt uns, dass das Mobile-Gaming sich nicht hinter den großen Konsolen verstecken muss.

Bewertung: Gut

Deus Ex: The Fall von Square Enix für iOS (iPhone 4S, iPhone 5, iPod Touch 5. Generation), iPad (3. und 4. Generation), iPad mini
Mit Update 1.0.4. Auch auf dem iPad (2. Generation) spielbar

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