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Der PETA-Irrsinn: Was die PETA gegen Spielspaß hat

Den meisten unter uns ist die Tierschutz-Organisation PETA wahrscheinlich ein Begriff. Eigentlich eine gute Sache, aber manchmal auch einfach irrsinnig. Ich erzähle euch warum:

First things first: Was ist die PETA?

People for the Ethical Treatment of Animals, abgekürzt PETA, ist mit nach eigenen Angaben mehr als fünf Millionen Unterstützern weltweit die größte Tierrechtsorganisation. Die Organisation kämpft gegen Massentierhaltung, Pelztierhaltung, Tierversuche, Fleischindustrie und Tiere in der Unterhaltungsindustrie sowie gegen Angeln, Trophäenjagd, Tötung von Tieren, die als Schädling betrachtet werden.

Stichwort Tiere in der Unterhaltungsindustrie

Ich gehe stark davon aus, dass es sich hier um Tiere wie beispielsweise in Zirkussen oder Zoos handelt. Allerdings haben sich die Leute von der Chefetage das ganze etwas zu ernst genommen, denn es gab mittlerweile des öfteren Schüsse gegen die Videospielindustrie. Bandai Namco hat sogar einen alten Charakter aus ihrer etablierten Tekken-Reihe genommen und das war der Tropfen der für mich das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Aber gehen wir das ganze mal chronologisch durch, achja dass ich das total idiotisch finde, sollte ich noch am Rande erwähnen.

Nintendo unter Beschuss

Ja die japanische Firma Nintendo hat es wirklich nicht leicht mit der PETA, gleich zwei ihrer populärsten Videospielreihen mussten sich der Wut der Tierschützer stellen. Einmal hat es das Maskottchen höchstpersönlich, Mario, erwischt. Da Mario ja achso schrecklich ist, und armen Tanookis das Fell abzieht um fliegen zu können hat Peta kurzerhand ihr eigenes Parodie-Game rausgehauen.

Dieses sogenannte Tanooki-Extra mag „zwar nur ein Anzug in Mario-Spielen sein, in der Realität sind diese Tanooki Waschbären, die bei lebendigem Leibe gehäutet werden“, so die Peta.

Im Spiel von der Organisation geht es darum, dass der gehäutete Tanooki sein Fell vom bösen Klempner zurückerobern muss. Aber hier kam die offizielle Erklärung, das ganze sei ja nur ein Scherz gewesen. Soweit so gut, einmal kann man es ja machen… Dann musste Pokémon dran glauben. Pokémon Black and Blue stand ganz unter dem Motto „Gotta free them all“. Ganz offensichtlich spielt das auf Nintendos Taschenmonster an. Es wurde so argumentiert, dass den Kindern beim Spielen ein komplett falsches Bild vom Umgang mit Tieren bekommen würden, dabei sind Pokémon ja gar keine Tiere. Aber gut in dem Spiel geht es darum als Pokémon seine Trainer und altbekannte Charaktere des Franchises zu „besiegen“, wobei töten hier eher passt.

Zu guter Letzt wurde bei 1-2-Switch noch bemängelt, das Melk-Minispiel sei nicht realistisch genug, da man die Schmerzen der Tiere nicht bemerkbar macht. Man hätte ja stattdessen auch Mandeln pflücken können, kein Scherz so die PETA argumentiert.

Eine fleischige Angelegenheit

Nun kommen wir wohl etwas von Nintendo weg und hin zu kleineren Entwicklern und Spielen. Den Anfang macht die Cooking Mama-Reihe. Auch hierzu gibt es eine Parodie: „Mama kills Animals“ ist zwar immernoch vollkommen hirnrissig, aber immerhin etwas standfester als die beiden Spiele zuvor, immerhin werden hier wirklich Tiere gekocht und gebraten. Argumentiert wurde hier damit, dass die Kinder doch direkt lernen würden, dass Tiere nur Fleisch und Nahrung sind. Naja dazu muss man sagen es ist eben Fakt: der großteil der Weltbevölkerung isst Fleisch, mich selbst eingeschlossen, ich denke nicht, dass das an Cooking Mama liegt und vor allem nicht, dass das Spiel jemanden davon abhält Tiere als etwas anderes als nur Nahrung zu sehen. Ich esse gerne Fleisch und hatte schon mal Cooking Mama in der Hand und dennoch muss ich nicht zwangsläufig alles essen was an mir vorbeiläuft.

Nach diesen, doch sehr bekannten, Spielen hat es dann auch mal ein Indie-Game auf den Deckel bekommen. Super Meat Boy musste auch eine Parodie verpasst bekommen, die auf den Namen „Super Tofu Boy“ hört. Es sollte relativ einleuchtend sein warum gerade dieses Spiel gewählt wurde. Ein Spiel in welchem man Fleisch spielt und sogar Meat im Namen steht konnte man sich bei PETA natürlich nicht entgehen lassen, denn: Von irgendeinem Tier muss das Fleisch ja herkommen.

Last but not least haben wir noch den Landwirtschaftssimulator in der Kritik. Denn dieser zeige nur die schönen Seiten und würde ein völlig falsches Bild von der heutigen Massentierhaltung vermitteln. Zudem wurde plädiert, dass man doch aus diesem Grund einen Schlachten-Modus einbauen soll.

Auch Plastik ist gefährlich!

Jetzt wird es ganz absurd, auch das Warhammer 40.000 Universum von Games-Workshop musste schon dranglauben, wir können sie auch nur einfach Pelz auf ihre PLASTIK Tabletop Miniaturen modellieren.. wahre Unmenschen. Nein jetzt mal im Ernst, das Spiel an sich richtet sich schon an Erwachsene und ich habe noch nie einen erlebt der sagt „Uh was ein feiner Pelz an dem Modell da, ich glaube ich gehe mir auch mal einen Wolf erlegen.“. Kurz und knapp: Haben die denn nichts besseres zu tun?

Die Krönung: Entwickler knicken ein

Die absolute Krönung hat mit einer Aktualität zu tun. So gut wie jeder kennt Bandai Namcos berühmte Tekken-Reihe. Ein Kämpfer der von Tag 1 an dabei war ist das boxende Känguru Roger Jr., die Betonung liegt dabei auf war.

 „Es gab ein Video von dem Hund eines Mannes, der von einem Känguru in den Schwitzkasten genommen wurde und er hat dem Känguru ins Gesicht geschlagen“, sagte Harada, der Producer. „Es entwickelte sich zu einem großen Problem. Die Leute haben sich darüber beschwert, dass er ein Känguru schlägt. Es scheint so, dass es in den letzten Jahren viel mehr Tierschutzaktivisten gibt – auch wenn sie unser Spiel wahrscheinlich nicht spielen würden, würden sie davon hören, dass ein Känguru in unserem Spiel geschlagen wird und würden sich darüber beschweren.“

Man muss aber anmerken hier hat die PETA NICHTS gemacht, Hadara sieht das nur als Präventivmaßnahme und das auch nur im Westen. Warum Kuma und Panda bleiben dürfen erklärt er damit, dass sie ja offensichtlich stärker sind als Menschen. Auch wenn ich Hadaras Entscheidung kein bisschen verstehen kann ist für mich ganz klar: Würden Tierschützer in dieser Beziehung nicht immer so „dumm“ überreagieren wäre dieses Problem niemals zustande gekommen. Meine persönliche Hoffnung ist nur, dass Roger Jr. doch noch per Patch ins Spiel kommt, da es einfach nur unglaublich stupide  wäre ihn aus diesem Grund wirklich nicht ins Spiel zu lassen.

Mein persönliches Fazit

Meine Meinung ist schnell gesagt: Absoluter Schwachsinn und schwache Leistung seitens Bandai. Was PETA generell macht finde ich auch zu radikal und provozierend, aber das hat ja nichts hiermit zu tun. Die Spiele sind das eine, ich meine immerhin kann man ja auch noch über diese lachen. Aber an sich ist das einfach nur Aufmerksamkeitsgewinn für die Organisation, gut ich gebe ihnen auch Aufmerksamkeit, aber seine Meinung wird man wohl noch äußern dürfen. Ich bin der altmodischen Meinung: Lasst jeden so leben wie er will, solange es dabei keinem anderen schlechter geht. Nur weil ich Videospiele spiele und dabei Milch trinke geht es keinem Veganer auf der Welt schlechter, im Gegenteil den Bauern geht es besser, da sie Geld verdienen. Andersherum würde ich niemals einem Vegetarier Fleisch anbieten, da ich auch diese Lebenseinstellung respektiere. Wenn wir es alles dabei belassen liebe PETA, dann gibt es keine Probleme, übrigens seit ihr es die mehrfach gegen die Copyright-Rechte verstoßen haben. Kurz und knapp: Totaler Schwachsinn, der nicht supported werden sollte. Was PETA sonst angeht muss jeder sich seine eigene Meinung bilden.