Der Hobbit im Test

„Der Hobbit“ – gerade im Kino angelaufen, das passende Brettspiel ist bereits im Handel erhältlich. Rund um die Verfilmung des populären Buches von J.R.R. Tolkien gibt es eine Fülle an Fanartikeln zu erstehen. Ob diese lediglich den Verkauf ankurbeln sollen und von einer minderwertigen Qualität sind? Wir haben uns das Brettspiel „Der Hobbit“ mal zur Brust genommen und auf Herz und Nieren getestet.

Wer zum Beispiel von einem „Die Legenden von Andor“ ob der Komplexität überfordert war, der darf bei „Der Hobbit“ aufatmen. Ein übersichtlicheres Regelwerk und deutlich weniger Spielmaterial benötigt ihr nämlich zum Spielen. Trotzdem bleibt das (Brett-)spiel zum Film nicht zu gehaltlos. Immerhin brauchen wir etwa 118 Spielkarten, mehrere Spiel-Hütchen, den einen Ring, Gandalf, den Orkstein sowie weitere relevante Utensilien. Doch fangen wir am Anfang an.

Anders als in vielen anderen Brettspielen arbeiten die Mitspieler in „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ stets zusammen und treten nicht gegeneinander an. Ziel ist es mit den Zwergen (den Haupt-Spielfiguren) sowie Bilbo Beutlin auf dem Zielfeld anzukommen, bevor der Orkstein das letzte Feld der Orkspirale erreicht hat (dazu später mehr).

Es erklärt sich von selbst, dass uns dieses Vorhaben nicht allzu leicht gemacht wird und uns zahlreiche Gefahren wie Trolle erwarten. Wir starten gemeinsam mit Bilbo vom Startfeld im Auenland. Während jeder Spieler jeweils zwei Zwerge einer Farbe übernimmt, wird Bilbo in jedem Spielzug, die passenden Bilbo- oder Pony-Karten vorausgesetzt, von jedem Spieler mitgezogen. Mittels den Bewegungskarten darf man während seines Spielzug einen der Zwerge entlang des Pfades weiter bewegen. Wer dabei eine Würfelkarte legt darf sich den Wert erwürfeln. Der Spielweg führt uns durch Bruchtal, die Trollhöhen und schließlich durch das Nebelgebirge.

Die durch das Spiel führende Abenteuerkarten werden dann aufgenommen, wenn man auf dem entsprechenden Feld steht. So etwa bei den Trollhöhlen oder im späteren Spielverlauf im Nebelgebirge. Die Anweisungen auf den Karten sind dann strikt zu befolgen, etwa dass der Orkstein ein Feld weiter zieht oder Gandalf ins Auenland reist. Letzterer unterstützt die Spieler in bestimmten zufälligen Situationen. Als nächstes werden so viele Handkarten wie gewünscht offen gelegt, etwa Pony-Karten mit denen man erneut ein paar Felder vorrücken darf. Daneben gibt es auch die Verbündeten-Karten, die einem im Kampf unterstützen. Die Kampfwerte sind dabei oben zu sehen, zum Beispiel besitzt Gandalf eine Stärke von 8, Kili the Dwarf eine Stärke von 2.

Als letztes werden zwei Karten nachgezogen, um beim nächsten Spielzug wieder gut ausgerüstet zu sein. Kommt es zu einem Kampf wenden wir unsere Mathe-Kenntnisse an – wenn auch nur rudimentär. Stellt sich beispielsweise ein Troll in unseren Weg beziehungsweise decken wir eine Trollkarte auf, steht dort ein Stärkewert, den wir mit unseren Verbündeten exakt erreichen müssen. Das heißt, dass wir so viele Verbündete offen legen müssen, damit wir insgesamt den Stärkewert erreichen, den auch der Troll besitzt. Gandalf- sowie Thorin können uns dabei unterstützen, die Punktzahl etwa verdoppeln oder den Kampf verschieben. Auch die Mitspieler können tatkräftig zur Seite stehen, sofern sie auch auf dem gleichen Abenteuerfeld stehen. Verlieren wir das Gefecht müssen wir den abgebildeten Stärkewert des Trolls zurückziehen. Bei einem gewonnenen Kampf dürfen wir auf dem aktuellen Feld stehen bleiben.

Die größte Gefahr geht aber von der Orkspirale aus, einem separaten Spielfeld auf dem der Orkstein gegen uns spielt. Immer wenn wir eine Karte „Gefahr“ aufdecken zieht dieser ein Feld vor und damit immer näher zum Zielfeld der Orkspirale, das bei Erreichen das Spielende bedeutet. Ein Trumpf ist der eine Ring, den Bilbo im Spielverlauf früher oder später aufnehmen kann und ihn für die weitere Wegstrecke unsichtbar werden lässt. Vorteil: er muss keine Abenteuerfelder mehr wahrnehmen und kann unbehelligt zum Ziel gelangen. Wenn dann von jedem Spieler ein Zwerg ebenfalls im Ziel steht und der Orkstein noch nicht an seinem Zielpunkt angekommen ist, gilt das Spiel als siegreich.

Dank der unterschiedlichen Felder, die parallel bespielt werden kommt schnell Spannung beim Spielen auf. Der Zufallsfaktor macht den Spielverlauf ebenso interessant wie unberechenbar, denn wir wissen nie was uns auf dem nächsten Feld erwartet, ob ein Kampf ansteht oder wir vielleicht eine vorteilhafte Karte ziehen. Schaffen wir es vor dem Orkstein an Ziel zu gelangen? Schnell entsteht so ein Gemeinschaftsgefühl, da wir ja gemeinsam und nicht gegeneinander antreten. Nach knapp einer Stunde haben wir das Spielende erreicht, je nachdem wie es das Schicksal mit uns gemeint hat.

Das Spielbrett ist adäquat, aber nicht extravagant oder besonders hübsch gestaltet (echte Bilder anstatt gezeichnete), besticht aber durch eine hohe Qualität, die auch für die Spielkarten gilt. So schnell geht da nichts kaputt. Die Anleitung ist gut geschrieben und klar verständlich, sodass man nach kurzer Anlaufzeit umgehend losspielen kann. So darf man jedem „Hobbit“-Fan das Brettspiel ans Herz legen.

Wertung:

Gut

(C) Yan

Freier Redakteur/in

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