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Black Mirror bei uns im Test

Ist der Reboot des Horror-Adventures geglückt?

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Wir haben uns mit dem Publisher THQ Nordic und dem Entwickler King Art Games in das Horror-Adventure Black Mirror gewagt. Das Spiel stellt einen Reboot der Serie dar. Zwischen 2003 und 2011 erschienen bereits drei Serienteile. Die Serie war durchaus beliebt unter Genrefans. In unserem Test klären wir ob sich ein Ausflug ins Land der Gordons lohnt.

Auf in den Nebel

Unser Abenteuer bringt uns in das nebelverhangene und meist feuchte Schottland. Wir schreiben das Jahr 1926. Mit David Gordon bewegen wir uns durch die Spielwelt um diverse Rätsel zu lösen. Wir empfehlen euch dringend einen Controller zu benutzen, die Maus und Tastatur-Steuerung ist dezent schwammig, wir hoffen das ein Day-One-Patch erscheint der sich dieses Problems annimmt.

Im Intro erleben wir wie der Vater von David den „Freitod“ wählt, dies ist der Anlass warum wir überhaupt in das Land einreißen. Angeblich liegt ein Fluch auf der Familie Gordon. Dieser soll etliche Opfer gefordert haben und seit Generationen sein Unwesen treiben. Eventuell war aber unser Vater auch einfach nur verrückt?

Bereits als Kind wurde David und seine Mutter weggeschickt, um in Sicherheit zu sein. Welch eine Ironie das er nun an diesen Ort zurückkehrt. Unser Ziel ist es die schrecklichen Wahrheiten ans Licht zu bringen.

Guter Flow, knackige Rätsel

Black Mirror ist ein klassisches Adventure. Mit unserer Spielfigur erkunden wir die 3D-Schauplätze und suchen nach Hinweisen. Großteils verfügt das Spiel über einen sehr guten Flow, die Rätsel sind logisch und nach kurzen Überlegungen gut lösbar. Ein paar richtig schwierige Kopfnüsse dürfen aber natürlich nicht fehlen. Beispielsweise direkt in Kapitel 1 das Rätsel mit der Zahlenscheibe oder in Kapitel 4 das Schlossrätsel am Schreibtisch. Meine Güte haben wir da geflucht, jeder Hochseematrose wäre vor Schamesröte von dannen gezogen.

In den Gesprächen stehen uns meist mehrere Fragen beziehungsweise Gesprächsoptionen zur Verfügung. Leider macht es keinen Unterschied welche Variante wir auswählen. Wir können alle „falschen“ Antworten auswählen, müssen aber keine Konsequenzen fürchten. Das Gespräch dreht sich so lange im Kreis bis wir die richtigen Phrasen verwenden.

Hier sehen wir den blinden Hausmeister. Laut seiner Aussage hört und sieht er mehr als alle anderen.

Eine schrecklich kranke Familie

Der Horror beziehungsweise der Gruselfaktor wird nicht optisch erzeugt, sondern orientiert sich an den Legenden E. A. Poe und H. P. Lovecraft. Die Angst soll sich in eurem Kopf abspielen. Die Szenerie ist gut gewählt. Wir befinden uns auf einem großen Anwesen, in einem alten – verfallenen – Haus. Wir besuchen einen Friedhof, eine Kirche, den Keller sowie den Dachboden. Unheimliche Orte also die gerne im Horrorgenre verwendet werden.

Die Geschichte berührt uns zwar aber wirklich Angst haben wir zu keinem Zeitpunkt. Dafür erkunden wir menschliche Abgründe, unfassbar was die Familie Gordon im Laufe ihrer Geschichte so getrieben haben. Abtreibung, Mord, Suizid, Wilderei und das wegsperren von Verwandten stehen an der Tagesordnung.

Durch geisterähnliche Erscheinungen erfahren wir eine Menge Zeug aus der Vergangenheit der Familie.

Hilfe oder Problem?

Im Laufe der Geschichte von Black Mirror bekommen wir eine blonde Ärztin an die Seite gestellt. Ihr Fachgebiet: Psychologie und die Behandlung von psychischen Erkrankungen. Auch unser Vater war bei dieser Dame in Behandlung.

Hat sie ihn nur mit Tabletten vollgestopft oder wollte sie ihm wirklich helfen? Fakt ist, während ihrer Behandlungen ist Davids Vater gestorben. Kann man so einem Menschen trauen? Auf der anderen Seite steht die Frage: Wieso ist sie wieder aufgetaucht? War der alte Mann vielleicht doch nicht verrückt, sie ist sich selbst nicht sicher wie die Wahrheit auszusehen hat. Kann ein Fluch real sein?

Der Mord am Dienstmädchen war es definitiv.

Das Spiel bietet neben deutschen Untertiteln auch deutsche Texte und eine deutsche Sprachausgabe.

Gameplay-Trailer:

 

Black Mirror findet ihr digital oder im Handel für PC (Steam), auf der XBox One sowie der PS4

73%

Black Mirror ist ein guter Reboot für Fans des Adventure-Genres. Zum ganz großen Paukenschlag reicht es dann aber doch nicht. Besonders die schwammige Steuerung mit Maus und Tastatur stört ungemein. Mit einem Controller läuft das aber einwandfrei. Wer auf dezenten (japanischen) Horror steht kann sich den Titel durchaus gönnen.

  • Grafik 70%
  • Sound 75%
  • Umfang 72%
  • Story/Atmosphäre 78%
  • Steuerung 70%

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