Als Indie-Entwickler durchstarten

Junge Spielemacher haben im Zeitalter von digitalen Vertriebsplattformen wie Steam zahllose Möglichkeiten, selbst kreierte Games einem Millionenpublikum zu präsentieren. Während nämlich die großen Spieleschmieden mit einer Flut von Sequels in kreative Sackgassen treiben, beleben innovative Indie-Entwickler das Medium. Wer selbst in die Indie-Game-Branche einsteigen will, muss vor allem eines: Die Fans überzeugen!

Erfolgsgeschichten: “To the Moon” und “Way to the Woods”

Mit den schier unbegrenzten Marketing-Maßnahmen großer Publisher können kleinere Unternehmen nur mit Kreativität mithalten. Trotz geringeren Budgets werden einige Projekte sogar von der überregionalen Presse besprochen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Das mit dem RPG-Maker erstellte „To the Moon“ erschien 2011 relativ am Anfang der „Indie-Ära“. Es heimste zahllose Preise ein und bekam unter anderem von der Zeitung “Die Zeit“ bescheinigt, auf exzellente Weise „eine bewegende Geschichte erzählen“ zu können.

Ein weiteres aktuelles Beispiel ist das kürzlich im „Spiegel“ vorgestellte Indie-Game „Way to the Woods“, das von dem gerade einmal 16-jährigen Australier Anthony Tan entwickelt wurde. Ob Retro-Pixelgrafik oder Anime-inspirierte Optik – ohne den Support von Fans und die Kommunikationsmöglichkeiten des Web 2.0 wäre solch ein Erfolg nicht denkbar: Anthony Tan sorgte zuerst bei „Reddit“ mit Screenshots seines Projekts für Aufsehen; die nächsten Schritte folgten über Social Networks. Auch Tans Tumblr-Blog verzeichnete einen explosionsartigen Besucherzuwachs.

Die Community überzeugen

Fakt ist: Wer es wie Anthony Tan als Indie-Entwickler schaffen will, muss mit innovativen Ideen zuerst die Gamer-Community überzeugen. Die Beispiele zeigen, dass sich kreative Optik und unkonventionelles Erzählen trotz großer Konkurrenz durchsetzen können. Am leichtesten bleibt man über Social-Media-Kanäle mit den Fans in Kontakt. Auch eine Website oder einen Blog zu erstellen, ist entscheidend. Das geht zum Beispiel bei spezialisierten Anbietern. So können Entwickler ihre Fans mit Updates und News auf dem Laufenden und bei der Stange halten.

Kickstarter-Kampagnen können schließlich für das nötige Kleingeld sorgen. Doch gerade hier sind Unterstützer kritisch und vorsichtig. Immerhin zahlen sie Geld für ein noch nicht entwickeltes Spiel. Wie es nicht geht, zeigt das aktuelle Beispiel des gnadenlos gescheiterten „Ant Simulators“: Erst warf Eric Tereshinski seinen Mitentwicklern Tyler Monce und Devon Staley vor, das Entwicklungsgeld für Alkohol und Stripperinnen verprasst zu haben, jetzt schießen die zwei zurück: Sie beschuldigen Tereshinski, das Projekt unter seine alleinige Kontrolle bringen zu wollen.

Wer selbst als Indie-Entwickler durchstarten möchte, sollte seinen Fans die Treue halten und sie informieren, was gerade mit ihrem Geld passiert. Weitere Inspiration für großartige Indie-Games haben wir in unserem Special gesammelt.

Bildrechte: Flickr Indie games in boxes Sergey Galyonkin CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Stefan

Stefan

Media Sales, Administration, zentraler Ansprechpartner und Mitbegründer von Games-Mag
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